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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2026

Im Wirbel des Lebens

Salto
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Im Roman „Salto“ von Kurt Prödel, erschienen bei park x ullstein, fängt der Autor die aufregende Zeit nach dem Abitur ein und zeigt auf wie schwere Krankheiten oft mit großen Plänen kollidieren.

Jetzt ...

Im Roman „Salto“ von Kurt Prödel, erschienen bei park x ullstein, fängt der Autor die aufregende Zeit nach dem Abitur ein und zeigt auf wie schwere Krankheiten oft mit großen Plänen kollidieren.

Jetzt beginnt es endlich. Das Leben. Das „richtige“ Leben. Das ist es was Marko denkt, denn so oft wie man diesen Satz nach dem Ende der Schulzeit hört, muss ja was dran sein oder? Also stolpert er in dieses neue, richtige Leben mit Studienplatz im Ausland und Nebenjob bei Mcces und wird bevor er richtig durchstarten kann vom Schicksal umgehauen. Auch Claire, Markos Exfreundin, will endlich in den Genuss vom bedeutungsvollen „Danach“ kommen, doch auch sie wird schnell von ihrer eigenen Psyche ausgebremst.
Kurt Prödels Schreibstil ist eindrucksvoll und durch eine Tiefe gekennzeichnet, die ständig zwischen den Zeilen lauert. Er schafft es die beängstigende Realität von Marko und Claire so intensiv darzustellen, dass ich richtig mitfühlen konnte. Gerade die Abschnitte, in denen Claires Schübe thematisiert wurden, waren wirklich heftig zu lesen. Auch inhaltlich konnte das Buch noch überzeugen, wenn es auch ein paar Stellen gab die mir etwas zu überspitzt und konstruiert waren. Außerdem hätte ich mir noch mehr Aufklärung und medizinisches Wissen über Claires Diagnose gewünscht.
Kurt Prödels Coming-of-Age-Roman bleibt definitiv im Kopf hängen. Es ist eine Geschichte über zerbrochene Pläne, vorsichtige Neuanfänge und dem großen, richtigen Leben, welches sich davor, danach und dazwischen abspielt.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Kreativer Aufbau

Der Hausmann
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Mir hat dieses Buch richtig gut gefallen. Besonders der kreative Aufbau und Mix aus Graphic Novel und „normalem“ Buch. Ich finde es ebenfalls klasse, wie viele wichtige Themen hier angesprochen werden. ...

Mir hat dieses Buch richtig gut gefallen. Besonders der kreative Aufbau und Mix aus Graphic Novel und „normalem“ Buch. Ich finde es ebenfalls klasse, wie viele wichtige Themen hier angesprochen werden. So thematisiert diese Geschichte Klassismus, Migration, Identät, Geschlechterrollen und so viel mehr.
Lustig fand ich auch, wie hier das Start-Up Unternehmen dargestellt wurde. Natürlich sind viele Punkte sehr überspitzt, was mich aber nicht gestört hat, weil ich es als Satire wahrgenommen habe.
Ein kleiner Kritikpunkt wäre, dass das Buch mir persönlich an der ein oder anderen Stelle zu sehr nach „Berlin“ schreit. So hatte ich manchmal das Gefühl, das Buch wollte an 1-2 Stellen auf Krampf edgy und modern sein. Das ist aber nur ein kleiner Kritikpunkt, denn insgesamt hat mir „Der Hausmann“ wirklich gut gefallen.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Ein Buch voller Brutalität

The Spirit Bares Its Teeth
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„The Spirit bares its teeth“ ist ein historischer Fantasyroman von Andrew Joseph White, welcher im Cross Cult Verlag erschienen ist. Brutal und schonungslos erzählt der Autor die Geschichte eines transsexuellen, ...

„The Spirit bares its teeth“ ist ein historischer Fantasyroman von Andrew Joseph White, welcher im Cross Cult Verlag erschienen ist. Brutal und schonungslos erzählt der Autor die Geschichte eines transsexuellen, autistischen Jungen namens Silas, der innerhalb eines grauenhaften, dystopischen Systems versucht zu Überleben. Silas, der mit seinen violetten Augen die Gabe der Geisterbeschwörung beherrscht, möchte nur eins: endlich als der Mann leben, der er ist.
Doch die Gesellschaft in der er lebt, sieht in ihm nur ein krankes Mädchen, welches man behandeln muss. So gerät er, nach einem schwerwiegenden Vorfall in eine „Heilungsanstalt“, welche junge Frauen von der Schleierkrankheit befreien soll. Die sei nämlich der Ursprung allen Übels und würde dafür sorgen, dass Menschen wie Silas sich nicht dem System unterordnen.

Ich möchte an dieser Stelle eine ganz große Triggerwarnung für dieses Buch aussprechen. So gut wie dieses Buch auch geschrieben ist und verschiedene, wichtige Themen wie zb: Transsexualität anspricht, so grausam ist es auch. Um die Menschen gefügig zu machen, greift das „Sanatorium“ zu brutalen Behandlungsmethoden. Das ganze Buch beinhaltet Darstellung von expliziter, schwerer Gewalt und detaillierte Beschreibungen von Misshandlung, Verstümmelungen und anderen schrecklichen Taten. Bitte liest dieses Buch nur mit Vorsicht und wenn ihr euch dazu bereit fühlt.

Dieses Buch war mir persönlich an vielen Stellen zu viel. Aber gerade deswegen ist es umso wichtiger, den Zeilen Beachtung zu schenken. Denn viele dieser Dinge sind echten Menschen in der Vergangenheit angetan worden. Der fiktive historische Kontext im Buch spielt auf den echten historischen Kontext unserer Welt an, in der Menschen anderen Menschen schreckliche Dinge angetan haben. Hierzu sollte man unbedingt das Vor- und Nachwort des Autors lesen.
Der Fantasy-Aspekt ist mir zu Beginn der Geschichte, sowie im Mittelteil etwas zu kurz gekommen und hätte noch besser ausgearbeitet werden können.

Eine wichtige Geschichte, die ich in kleinen Dosen lesen musste. Der Schreibstil ist mitreißend, schmerzhaft und schafft es tief unter die Haut zu gehen. Eine Leseempfehlung mit dem Hinweis, dass dieses Buch aufgrund seiner Brutalität auf keinen Fall für jede:n geeignet ist.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Zerfressen von Nostalgie und Trauer

Nowhere Heart Land
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„Nowhere Heart Land“ von Emily Marie Lara, erschienen im Pola Verlag, widmet sich der schmerzhaften Macht der Nostalgie und einer Vergangenheit, die mit ihren gierigen Krallen nach der Hauptfigur greift. ...

„Nowhere Heart Land“ von Emily Marie Lara, erschienen im Pola Verlag, widmet sich der schmerzhaften Macht der Nostalgie und einer Vergangenheit, die mit ihren gierigen Krallen nach der Hauptfigur greift.

Im Buch begleiten wir Rosa, wie sie in ihre alte Heimatstadt zurückkehrt, um familiäre Angelegenheiten zu klären und dabei gleichzeitig vor ihrem Leben in London flieht. In der Wohnung ihrer dementen Großmutter wird Rosa von Erinnerungen an ihre verstorbene Mutter, die Zeit im Internat und frühere Freundschaften überwältigt. Zunehmend verliert sie sich selbst und gerät in einen Strudel aus Verzweiflung, Einsamkeit und Hilflosigkeit.

Obwohl der Schreibstil des Buches sehr eigen ist, hat mich die Geschichte schnell in ihren Bann gezogen. Die Erzählweise lebt davon, dass man hauptsächlich Einblick in Rosas Gedankenwelt bekommt. Mit all ihren chaotischen, wirren und teils sprunghaften Gedanken. Auf mich wirkte Rosa stellenweise psychotisch und gefangen in ihren (selbst-)zerstörerischen Tendenzen. Die Ausarbeitung dieser intensiven, beklemmenden Gefühlswelt ist der Autorin wirklich gut gelungen. Besonders bemerkenswert fand ich den Kontrast zwischen der stillen, kleinstädtischen Umgebung und der massiven Turbulenz ihrer inneren Realität. Für mich zeigt sich hier eindrücklich, wie viel in einem Menschen vorgehen kann, ohne dass es nach außen hin erkennbar ist. Die Geschichte ist sehr wirr, und oft habe ich mich gefragt: Was genau ist passiert? Diese Frage wurde nicht vollständig beantwortet, denn viele Dinge bleiben ungeklärt oder nur subtil angedeutet. Das empfand ich insgesamt schon als stimmig, an manchen Stellen jedoch ein wenig zu viel.

Am meisten gestört hat mich allerdings das Ende des Buches. Die Auflösung kam mir viel zu plötzlich. Während die Story zuvor von vielen Ecken und Kanten geprägt ist, wirkt das Ende zu rund. Als hätte man krampfhaft versucht, dem Roman einen positiven Abschluss zu geben. Gerade in Bezug auf Rosas psychisch instabilen Zustand konnte mich das Ende nicht ganz überzeugen, da mir hier eine tiefere Auseinandersetzung und Einordnung gefehlt hat. Der Bruch innerhalb eines Wochenendes von „Ich randaliere im IKEA und zünde fast das Möbelhaus an“ zu „Heute bin ich wieder stabil und nehme mein Leben in die Hand“ war mir zu heftig und unrealistisch.

Insgesamt hat mir der Roman ganz gut gefallen, da er die Verzweiflung der Protagonistin und ihre quälenden Gedanken so intensiv vermittelt, dass ich mit ihr gelitten habe. Ich mochte auch den poetischen, sehr eigenen Schreibstil. Doch das Ende passt für mich leider nicht ganz zu der bis dahin so aufwühlenden Geschichte.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Lesenswert und spannend

Where are you, Echo Blue?
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''Where are you, Echo Blue?'' von Hayley Krischer, erschienen im Piper Verlag erzählt die aufwühlende Geschichte einer prominenten Schauspielerin, die von Heute auf Morgen verschwindet und einer obsessiven ...

''Where are you, Echo Blue?'' von Hayley Krischer, erschienen im Piper Verlag erzählt die aufwühlende Geschichte einer prominenten Schauspielerin, die von Heute auf Morgen verschwindet und einer obsessiven Journalistin, die sich auf die schwierige Suche nach ihr begibt.

Echo Blue ist bekannt für gute Filme, Skandale und einem intensiven Leben in der Öffentlichkeit. Sie wird geliebt, gehasst und ihr Leben für die großen Schlagzeilen ausgeschlachtet. Echo, die keine einfache Kindheit hatte und sehr unter dem schlechten Verhältnis zu ihrem Vater leidet, verschwindet plötzlich und keiner weiß warum. Ist ihr was passiert? Wurde Echo entführt? Hat sie sich freiwillig entschieden aus der Öffentlichkeit zu verschwinden? Dieses Fragen stellt sich die Journalistin Goldie. Goldie, die schon seit ihrer Kindheit ein unglaublich großer Fan von Echo Blue ist, macht es sich zur Aufgabe diese zu finden und begibt sich auf eine Reise durch Echos Leben. Dabei kommen einige Geheimnisse ans Licht und schnell muss sich Goldie fragen: Sucht sie wirklich nach Echo oder sucht sie eigentlich nach sich selbst?

Die Geschichte hat mich direkt sehr stark an ''Die sieben Männer der Evelyn Hugo'' erinnert. Die Art wie das Buch geschrieben ist, das Hollywood-Setting und die Geschichte von Echo Blue die chronologisch erzählt wird. Abwechselnd liest man das Buch aus Echo's oder Goldie's Perspektive, was mir gut gefallen hat. Der Schreibstil gefällt mir richtig gut, weil er spannend ist und man einen klaren roten Faden erkennt. Ich hab dieses Buch sehr genoßen und hab mich immer wieder gefragt: Was ist passiert?
Ein kleiner Kritikpunkt war für mich Goldie. Leider fand ich sie insgesamt eher unsympathisch und hätte mir einen anderen Charakter für die Dynamik der Geschichte gewünscht. Auch die Auflösung der Geschichte war mir etwas zu schnell und einfach dargestellt. Hier hätte ich mir einen größeren Plottwist gewünscht. Gerade gegen Ende des Buches wird die Geschichte vorhersehbar.
Trotzdem finde ich, dass dieses Buch absolut lesenswert ist und man hier gut unterhalten wird.

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