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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.03.2026

Geister, Humor und Herz – ein unterhaltsamer Auftakt

The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love
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Mit "The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love" liefert Josie Silver einen charmanten und ungewöhnlichen Auftakt zu einer paranormalen Romance-Reihe. Die Mischung aus Geisterjagd, humorvollen Momenten ...

Mit "The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love" liefert Josie Silver einen charmanten und ungewöhnlichen Auftakt zu einer paranormalen Romance-Reihe. Die Mischung aus Geisterjagd, humorvollen Momenten und romantischen Verwicklungen sorgt für eine unterhaltsame Geschichte, die sich sehr angenehm lesen lässt.

Im Mittelpunkt steht Melody Bittersweet, die – wie alle Frauen ihrer Familie – Geister sehen kann. Während ihre Mutter und Großmutter ihre Gabe eher traditionell einsetzen, gründet Melody gemeinsam mit ihrer besten Freundin Marina kurzerhand eine eigene Geisterjäger-Agentur. Ihr erster Auftrag führt sie in ein Herrenhaus voller ungelöster Geheimnisse und ruheloser Geister. Dabei begegnet sie nicht nur mysteriösen Ereignissen, sondern auch alten Gefühlen, Konkurrenz und einer neuen möglichen Romanze.

Besonders gefallen haben mir die lebendigen und sympathischen Charaktere. Melody ist eine herrlich eigenwillige Protagonistin – manchmal tollpatschig, manchmal schlagfertig, aber immer mit Herz. Auch das Team rund um sie wächst einem schnell ans Herz, und Figuren wie der Mops Lestat bringen zusätzliche charmante Momente in die Geschichte.

Der Schreibstil ist locker, humorvoll und sehr flüssig, sodass man schnell durch die Seiten fliegt. Die Geschichte verbindet Grusel mit Humor und einer leichten Romantik, wodurch ein unterhaltsamer Mix aus Paranormal Romance und cozy Mystery entsteht.

Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass einige Entwicklungen recht vorhersehbar sind und die Handlung an manchen Stellen etwas mehr Spannung vertragen hätte. Dennoch macht das Buch einfach Spaß und punktet vor allem mit seiner originellen Idee und den liebenswerten Figuren.

Fazit:
Ein humorvoller, charmant-spukiger Reihenauftakt mit sympathischen Charakteren und viel Wohlfühlatmosphäre. Perfekt für alle, die eine leichte paranormale Romance mit Witz und Herz suchen.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Zwischen wichtigen Impulsen und Wiederholungen – ein solides, aber nicht durchgehend überzeugendes Sachbuch

How to Talk to Yourself
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How to talk to yourself greift ein Thema auf, das vermutlich jede und jeden betrifft: den Umgang mit der eigenen inneren Stimme. Wie sprechen wir mit uns selbst? Warum sind wir oft strenger zu uns als ...

How to talk to yourself greift ein Thema auf, das vermutlich jede und jeden betrifft: den Umgang mit der eigenen inneren Stimme. Wie sprechen wir mit uns selbst? Warum sind wir oft strenger zu uns als zu anderen? Und wie können wir negative Gedankenspiralen durchbrechen?

Viele der Impulse im Buch sind grundsätzlich nicht neu – Achtsamkeit, Selbstreflexion, das Hinterfragen automatischer Gedanken. Dennoch war es schön, diese Ansätze noch einmal gesammelt und strukturiert vorzufinden. Gerade die Erinnerung daran, dass wir nicht unsere Gedanken sind und dass nicht jede innere Kritik der Wahrheit entspricht, ist wertvoll und alltagstauglich.

Die Autorin arbeitet viel mit persönlichen Erfahrungen, insbesondere im Zusammenhang mit ihrer Essstörung. Das macht das Buch authentisch und nahbar – man merkt, dass sie aus eigener Betroffenheit schreibt. Gleichzeitig war mir der Fokus auf dieses Thema in der Summe etwas zu dominant. Hier hätte ich mir mehr allgemeingültige Beispiele gewünscht, die ein breiteres Spektrum an Lebensrealitäten abdecken.

Hinzu kommt, dass sich einige zentrale Gedanken im Verlauf des Buches mehrfach wiederholen – wenn auch in leicht abgewandelter Form. Manchmal hätte ich mir mehr inhaltliche Straffung gewünscht, um die Kernaussagen noch klarer und prägnanter wirken zu lassen.

Insgesamt ist "How to talk to yourself" ein Buch mit wichtigen Denkanstößen, das besonders durch die Offenheit der Autorin punktet. Für Leser:innen, die sich intensiver mit Selbstgesprächen und innerer Selbstkritik auseinandersetzen möchten, kann es eine hilfreiche Begleitung sein. Für mich persönlich blieb es jedoch bei einer soliden Lektüre mit guten Impulsen, aber ohne nachhaltigen Aha-Moment.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Grundsätzlich schön spannend und erotisch

A Legend of Fights & Freedom | Aufwendig gestaltete Ausgabe mit Farbschnitt
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Die Idee ist gut, die Geschichte an sich auch gut aufgebaut und es ist auf jeden Fall ausreichend Spannung und Erotik vorhanden.


Und ich liebe den Farbschnitt sehr!


Aber... Hat keine Korrekturlesung ...

Die Idee ist gut, die Geschichte an sich auch gut aufgebaut und es ist auf jeden Fall ausreichend Spannung und Erotik vorhanden.


Und ich liebe den Farbschnitt sehr!


Aber... Hat keine Korrekturlesung stattgefunden? Direkt am Anfang steht "Triggerwarnung" statt "Vorwort" und gibt es auf der Welt keine alternativen Ausdrücke statt immer "scharf eingeatmet"? Nach dem 20. Mal lesen fing es echt ganz schön an mich zu triggern und ich weiß echt nicht, ob ich Band 2 noch lesen möchte... Potential war da, wurde aber nicht ausreichend genutzt...

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Zwischen Rebellion und Abgrund – Eine Vampirgeschichte, die keine sein will

Ankica
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Mit Ankica – Die Geschichte der letzten Vampirin erzählt Ruben Dellers keinen klassischen Vampirroman voller düsterer Romantik oder übernatürlicher Action. Stattdessen erwartet die Lesenden ein historisch ...

Mit Ankica – Die Geschichte der letzten Vampirin erzählt Ruben Dellers keinen klassischen Vampirroman voller düsterer Romantik oder übernatürlicher Action. Stattdessen erwartet die Lesenden ein historisch geprägtes, stellenweise sehr brutales Gesellschaftsporträt über weibliche Selbstbestimmung, Trauma und Ausgrenzung im 19. Jahrhundert.

Zu Beginn hatte ich tatsächlich Startschwierigkeiten mit der Sprache. Der Stil ist eigentümlich, teilweise poetisch und bewusst altertümlich gehalten. Das verlangsamte meinen Lesefluss spürbar. Nach einigen Kapiteln habe ich jedoch gut hineingefunden und konnte mich auf die Atmosphäre einlassen. Gerade die dörfliche Enge, der Aberglaube und die sozialen Strukturen Ungarns werden eindringlich und lebendig gezeichnet.

Was mich überrascht hat: Die Vampirthematik steht weniger im Mittelpunkt als erwartet. Ich hatte eine klassische Vampirgeschichte im Sinn – mit Mythos, Dunkelheit und übernatürlicher Spannung. Stattdessen dient der „Vampir“ hier vor allem als Metapher für weibliche Rebellion und gesellschaftliche Projektion. Eine Frau, die sich nicht fügt, wird zum Monster erklärt. Dieser Ansatz ist spannend und gesellschaftskritisch stark – aber anders, als ich es erwartet hatte.

Sehr schwer zu ertragen waren für mich die expliziten Gewaltdarstellungen, insbesondere im Zusammenhang mit sexueller Gewalt. Hier hätte ich mir definitiv eine Triggerwarnung gewünscht. Die Brutalität ist kein Randaspekt, sondern zentral für Ankicas Entwicklung. Ohne Vorwissen kann das sehr belastend sein. Hätte ich all diese Informationen im Vorfeld gehabt, hätte ich mich nicht auf das Buch beworben.

Ankica selbst ist eine komplexe, widersprüchliche Figur. Sie ist verletzlich, trotzig, selbstbestimmt und zugleich innerlich zerrissen. Ihr Leben ist geprägt von Verrat, Ausgrenzung und wiederkehrender Gewalt. Manchmal fiel es mir schwer, ihre Entscheidungen nachzuvollziehen – insbesondere ihre wiederholte Rückkehr an Orte ihres Leids. Gleichzeitig macht genau diese Ambivalenz sie menschlich.

Positiv hervorheben möchte ich die historische Kulisse, die sorgfältige Chronologie, das Personenregister und die liebevolle Gestaltung des Buches. Auch Figuren wie Álmos und Béla haben dem Roman Wärme und emotionale Tiefe verliehen.

Fazit:
Ankica ist ein ambitioniertes, düsteres Werk, das weniger als Vampirroman funktioniert, sondern vielmehr als gesellschaftskritische, teilweise schonungslose Charakterstudie. Sprachlich anspruchsvoll, thematisch schwer, emotional fordernd. Für Leser*innen, die literarische Historienromane mit gesellschaftlicher Tiefe suchen und keine Scheu vor expliziten Darstellungen haben, sicher interessant. Für mich persönlich war es eine intensive, aber auch belastende Leseerfahrung – und kein Buch, das ich ein zweites Mal lesen würde.

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