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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2026

Tiefsinniger Gerichtsroman

Der Horizont der Nacht
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Das Buch ist aus der Sicht des 57jährigen Anwalts Guido Guerrieri geschrieben und von Anfang an hat mir der pointierte, scharfsinnige Schreibstil gut gefallen. Mit der Geschichte seiner neuen Mandantin ...

Das Buch ist aus der Sicht des 57jährigen Anwalts Guido Guerrieri geschrieben und von Anfang an hat mir der pointierte, scharfsinnige Schreibstil gut gefallen. Mit der Geschichte seiner neuen Mandantin wird das Buch spannend, dazwischen gibt es persönliche Einschübe Guerrieris und mir hat der melancholische Unterton sehr gut gefallen. Die fast philosophischen Gespräche mit seinem Psychotherapeuten fand ich sehr interessant und unterhaltsam und sie waren ein guter Gegenpol zu seiner sehr sachlichen, Fakten fundierten Arbeit. Dieser italienische Justizroman hat mich durch seinen Tiefgang und seine Nachdenklichkeit abgeholt. Der Autor hat es nicht nötig, durch häufig wechselnde Perspektiven künstlich Spannung zu erzeugen, da die Spannung auf der psychologischen Tiefe fundiert und war damit eine tolle Abwechslung zu vielen anderen Kriminalromanen und Thrillern, die sich oft ähneln. Da es schon einige Bücher mit Guido Guerrieri gibt, werde ich diese auf jeden Fall noch lesen. Ich kann den Autor empfehlen!

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Raffiniert konstruiert und sehr unterhaltsam

Einstein im Bade
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Der Einstieg ins Buch ist gelungen und die Perspektive auf das Geschehen ist gut gewählt. Der Hoteldirektor Kleeberger berichtet über die Tage der Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher im ...

Der Einstieg ins Buch ist gelungen und die Perspektive auf das Geschehen ist gut gewählt. Der Hoteldirektor Kleeberger berichtet über die Tage der Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher im Jahr 1920 und da er ein Laie ist, braucht auch der Leser durch diese Perspektive keine speziellen Kenntnisse über Physik. Durch die verschiedenen Hotelgäste und ihre Probleme, Gespräche, usw. schildert der Autor die berühmte Kontroverse. Der etwas verschrobene Hoteldirektor versucht auf unbeholfene Art und Weise zu vermitteln. Dadurch wird die Geschichte sehr unterhaltsam, aber auf eine sehr angenehme, niveauvolle Weise. Die Sprache hat mir sehr gut gefallen, es werden einige Wörter und Begriffe eingewoben, die einen sofort in die Erzählzeit transportieren. Das Setting im Kurort Bad Nauheim entspricht der Geschichte, ist vom Autor aber auch genial umgesetzt, da durch die Badehausepisoden schöne Unterhaltung entsteht. Mir hat sehr gut gefallen, wie der Autor durch die Augen des Hoteldirektors die politische Lage und den Zeitgeist darstellt. Die Kontroverse zwischen Einstein und Lenard über die Relativitätstheorie wird dadurch sehr unterhaltsam und anschaulich erzählt, man bekommt ganz nebenbei Wissen vermittelt. Auch die verschiedenen Unterstützer kommen zu Wort und die damalige Spaltung der Wissenschaftler wird nachvollziehbar. Das Ende hat mir durch einen hoffnungsvollen Ausblick ebenfalls sehr gut gefallen, diese Woche hat den Hoteldirektor verändert und es bahnen sich einige Änderungen an. Eine Fortsetzung wäre schön!

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Umfassend informiert

Gamechanger Abnehmspritze
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Dieses Buch über das Thema Abnehmspritze ist eine interessante Mischung aus Fachinformationen und Patientenbericht, was mir sehr gut gefallen hat. Beide Teile sind sehr angenehm und durchdacht geschrieben ...

Dieses Buch über das Thema Abnehmspritze ist eine interessante Mischung aus Fachinformationen und Patientenbericht, was mir sehr gut gefallen hat. Beide Teile sind sehr angenehm und durchdacht geschrieben und aufgebaut und lassen sich flüssig lesen. Der fachliche Teil ist gut verständlich und man kann für sich entscheiden, wie intensiv man sich mit den einzelnen Aspekten beschäftigen möchte. Auf jeden Fall wird man umfassend informiert und kann sich so einen ersten Eindruck über das Thema verschaffen. Sehr gut hat mir gefallen, dass die Wichtigkeit einer gründlichen Basisdiagnostik betont wird und auch der psychologische Aspekt nicht zu kurz kommt. Durch den Praxisbericht von Herbert Hirschler kann man alle Schritte über Monate begleiten, das hat mir sehr gut gefallen. Ich kann das Buch empfehlen, da es gut informiert, von Kontraindikationen über Nebenwirkungen bis zu Preisen und psychologischen Auswirkungen. Es gibt auch Einblicke in die medizinische Forschung und Ausblicke auf zukünftige Entwicklungen, die ich sehr interessant fand.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Büro, Intrigen und Ernährung

Richtig gutes Essen
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Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, da es anders als viele andere japanische Bücher, die es in die deutsche Übersetzung schaffen, deutlich realistischer und nachvollziehbarer ist. Die Beschreibung der ...

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, da es anders als viele andere japanische Bücher, die es in die deutsche Übersetzung schaffen, deutlich realistischer und nachvollziehbarer ist. Die Beschreibung der Kollegengruppe und des Büroalltags ist aus dem Leben gegriffen und die kleinen Intrigen, verschiedenen Charaktertypen und Schwierigkeiten, sich an langen Arbeitstagen vernünftig zu ernähren kann man problemlos nachvollziehen. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, der Plot hat eine gute Spannungskurve und der Schreibstil ist charmant, mal unterhaltsam, mal tiefsinnig und mal humorvoll. Das Ende ist überraschend, spiegelt aber die kleinen Ungerechtigkeiten des Berufslebens sehr gut wider und auch wie sich Vorurteile oder Gerüchte standhaft halten. Die Charaktere sind mir ans Herz gewachsen und ich würde gerne eine Fortsetzung lesen.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Ein transparentes, fremdbestimmtes Leben – Die Spitze des Optimierungswahns

Die Routinen
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Den Schreibstil habe ich anfangs als fragmentarisch und dadurch etwas gewöhnungsbedürftig wahrgenommen. Mit dem Erkennen der zwei großen Erzählschienen war der Überblick da und der Stil hat mir gut gefallen. ...

Den Schreibstil habe ich anfangs als fragmentarisch und dadurch etwas gewöhnungsbedürftig wahrgenommen. Mit dem Erkennen der zwei großen Erzählschienen war der Überblick da und der Stil hat mir gut gefallen. Die Ich-Erzählerin beschreibt mehr oder weniger chronologisch ihre eigene Turnkarriere von Kindesbeinen an, während sie am Krankenbett einer verletzten Kollegin sitzt. Inhaltlich fand ich das Buch sehr interessant, da es viele neue Informationen für mich gab, obwohl man eigentlich weiß oder realisieren müsste, dass das Leben als Turnerin unfassbar hart und grenzwertig ist. Von Verletzungen, Routinen, Einsamkeit im Internat, Verpassen der Kindheit, Verständnis und Konkurrenz unter den Sportlerinnen, den Veränderungen in der Pubertät, dem Fokus auf Körper und Gewicht, absolute Transparenz und Fremdbestimmung sowie sexuelle Übergriffe ist alles dabei und es wird nichts ausgespart. Besonders gut haben mir die Zitate von erfolgreichen Turnerinnen gefallen, die sich zu dem jeweiligen Thema äußern. Am Ende gibt es ein ausführliches Literatur- und Quellenverzeichnis, was ich extrem gut finde, da das bei Romanen eher selten vorkommt. Die Autorin hat gründlich recherchiert und sich dem Thema wissenschaftlich genähert, was sich qualitativ bemerkbar macht und an einen überlangen Essay erinnert. Die Lektüre macht nachdenklich und man kann nur hoffen, dass sich etwas verändern wird.

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