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Cleopatra0103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2026

Sympathischer Krimi

Die Toten der anderen
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Ich mag die Reihe um die etwas ruppige Ermittlerin Ffion und den charismatischen Leo sehr gern. Im dritten Teil der Serie dreht sich alles um den Mord an einer Immobilienmaklerin und eine Einbruchserie ...

Ich mag die Reihe um die etwas ruppige Ermittlerin Ffion und den charismatischen Leo sehr gern. Im dritten Teil der Serie dreht sich alles um den Mord an einer Immobilienmaklerin und eine Einbruchserie in einem Nobelviertel. Nach und nach zeigt sich, dass beide Fälle zusammenhängen. Spannender als die eigentliche Ermittlung finde ich dieses Mal die private Geschichte um Ffion, Leo und seine Exfrau Allie. Der Fall nimmt nicht so richtig Fahrt auf. Da fand ich die beiden Vorgänger spannender. Erst zum Ende hin wird es richtig rasant. Dennoch habe ich mich mit den sympathischen Figuren und in der tollen Natur an der Grenze zwischen England und Wales wieder sehr wohl gefühlt.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Bittersüß und zwiegespalten

Träume aus Salz
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Dieses Buch ist das zweite, das ich von der Autorin lese. Nach der Lektüre bin ich zugegebenermaßen etwas zwiegespalten. Nachdem mir die erste Hälfte mit der flirrenden Atmosphäre heißer Sommertage wirklich ...

Dieses Buch ist das zweite, das ich von der Autorin lese. Nach der Lektüre bin ich zugegebenermaßen etwas zwiegespalten. Nachdem mir die erste Hälfte mit der flirrenden Atmosphäre heißer Sommertage wirklich ausgesprochen gut gefallen hat, lässt mich die zweite Hälfte leider etwas ratlos zurück. Der Schreibstil und insbesondere die Beschreibung der Schauplätze, der Gefühle, Gedanken und Beziehung der Figuren gefällt mir sehr gut. Ich fühle mich selbst als stiller Beobachter in dieser Urlaubskulisse. Flo und Matty sind das perfekte Paar. Frisch verliebt und glücklich verbringen sie ihren ersten gemeinsamen Urlaub auf einer griechischen Insel. Da begegnet ihnen die junge Sofia. Auch ihre Figur gefällt mir gut. Sie ist vielschichtig, etwas geheimnisvoll und leider auch sehr einsam. Insbesondere Flo und Sofia kommen sich näher. Was zunächst wie eine erotische Anziehung wirkt, entpuppt sich zu einem tiefen Verständnis für die Gefühle und die Einsamkeit der jeweils anderen. Soweit so gut. Auch das Einbinden griechischer Mythologie und der Tarotkarten finde ich sehr originell. Dennoch kann ich die verschiedenen Überschriften, die Tarotkarten gewidmet sind, nicht so richtig dem Inhalt des jeweiligen Kapitel zu ordnen. Es wird auch kein Bezug zu den konkreten Karten wie dem Narren, dem Hohepriester und dem Tod genommen. Das verwirrt mich und wirkt etwas konstruiert. Eine Wendung, die mich gar nicht anspricht und die für mich auch nicht wirklich in die Handlung passt, ist der Genuss von Pilzen kurz vor Abreise von Flo und Matty. Ich frage mich, warum die Autorin dies so explizit in den Vordergrund stellt. Für mich hätte es das für den weiteren Verlauf der Handlung gar nicht gebraucht. Flo hätte ihr Geheimnis meiner Meinung nach auch ohne Drogen offenbaren können. Vielleicht fehlt mir da ja auch der persönliche Zugang. Jedenfalls kann ich mich in diesen Teil der Geschichte nicht hineindenken. Was mich wiederum sehr berührt, ist der Blick in die Vergangenheit. Insbesondere die Beziehung zwischen Flo und ihre Schwestern Nadine. Die große Entfremdung finde ich erschreckend und sehr traurig. Das tiefe Band zwischen den Schwestern ist sehr gut eingefangen, der Riss daher umso erschütternder. Warum Flo so viel vor ihrem Freund verbirgt, erklärt sich in ihrer zerrütteten Familiengeschichte. Ob die Liebe der beiden Bestand hat, wird sich zeigen. Ebenso wie es mit Sofia weitergeht. Mich lässt der Roman mit verschiedenen Gefühlen zurück, dennoch möchte ich die Lektüre nicht missen.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Eine Familie im Krieg

Vergiss nicht zu tanzen, Hanna
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Der Roman „Vergiss nicht zu tanzen, Hanna“ erzählt die Geschichte des kleinen Mädchens Hanna unmittelbar vor und während des zweiten Weltkrieges. Große Geschichte wird hier im Kleinen, im ländlichen Umfeld ...

Der Roman „Vergiss nicht zu tanzen, Hanna“ erzählt die Geschichte des kleinen Mädchens Hanna unmittelbar vor und während des zweiten Weltkrieges. Große Geschichte wird hier im Kleinen, im ländlichen Umfeld Berlins lebendig. Der Leser erlebt diese schreckliche Zeit vor allem durch die kindlichen Augen von Hanna. Zunächst hatte ich etwas Sorge, dass die Handlung nicht richtig Fahrt aufnimmt und vor sich hin dümpelt. Das ist allerdings nicht der Fall der Fall. Das Leben von Hanna und ihrer katholischen Familie u ist sehr berührend und kurzweilig eingefangen. Es ist kein Leben im Luxus, aber die Familie kommt zurecht, richtet sich ein, über allem schwebt jedoch die Angst, dass die heranwachsenden Söhne in den Krieg müssen. Besonders bewegend fand ich die Freundschaft zwischen Hanna und dem Nachbarsjungen Martin. Sie katholisch, er evangelisch. Sein Vater überzeugter Nationalsozialist und wichtiges Parteimitglied. Doch die Freundschaft hat Bestand. Eine weitere Konstante in Hannas Leben ist ihr Großvater. Mutig, lebensklug und voller Liebe. In den letzten Wochen und Tagen des Krieges gerät Hannas bisher relativ heile Welt aus den Fugen. Erst stirbt der geliebte Großvater, am gleichen Tag rücken die Russen auf das kleine Städtchen vor. Die Familie muss fliehen. Die Männer der Familie sind im Krieg oder in Gefangenschaft. Die Frauen und der kleine Hermann machen sich auf den Weg in Richtung Berlin. Unterwegs geschieht das Unfassbare, die kleine, kranke Schwester Rosa verschwindet. Man kann sich gar nicht vorstellen, was die Geschwister, was die Mutter gefühlt haben, als Rosa plötzlich nicht mehr da ist. Dieses Schicksal, diese Tragik überschattet das Leben von Hanna. Kurz vor ihrem Tod schreibt sie die Erinnerungen auf und Rosa wird wieder zum Teil der Familie. Die letzten Tage des Krieges, die Flucht sind relativ schnell erzählt, das verwundert mich bei all der Detailtreue und sehr bildhaften Beschreibung über weite Teile des Buches. Auch die Suche nach der mittlerweile über 60-jährigen Rosa nimmt nur wenige Seiten ein. Das finde ich etwas schade. Auch das Schicksal von Martin wird nicht weiter verfolgt. Gemessen an der tiefen Freundschaft, die Hanna und Martin verbunden hat, verwundert mich dies etwas. Es wirkt fast so als es wäre der Roman plötzlich recht schnell zu Ende geschrieben worden. Das wird den Figuren Rosa und Martin nicht so ganz gerecht. Dennoch habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen und es hat mich insbesondere durch die sehr lebendige, feine Sprache in die Handlung hineingezogen. Das Cover passt für mich allerdings nicht so richtig zum Buch. Nicht nur, dass das Mädchen anders aussieht als Hannas Beschreibung vermuten lässt. Es macht auch den Eindruck, als wäre sie völlig allein und getrennt von ihrer Familie nur mit einem Koffer geflohen. Das ist nicht ganz rund.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Spritzig und warmherzig

Einatmen. Ausatmen.
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Ich hatte keine konkreten Erwartungen an dieses Buch. Ich kannte auch noch keine anderen Romane des Autors, jedoch haben mich die Leseprobe und die Kurzbeschreibung neugierig gemacht. Marlene, ehrgeizige ...

Ich hatte keine konkreten Erwartungen an dieses Buch. Ich kannte auch noch keine anderen Romane des Autors, jedoch haben mich die Leseprobe und die Kurzbeschreibung neugierig gemacht. Marlene, ehrgeizige Managerin, aber ohne Empathie, soll vor ihrer Beförderung eine Art Achtsamkeitscoaching machen, um sich besser in sich und andere einzufühlen. Max, der Star unter den Lebenshilfecoachs, soll ihr dabei helfen und nebenbei seine verschuldete Luxusklinik retten. Der Selbstfindungstrip wird zur lebensverändernden Reise. Dabei beschreibt der Autor die Begebenheiten, Personen und Verhaltensmuster so witzig und treffend, dass ich oft laut lachen muss. Marlenes zugegebenermaßen sehr direkte Art und die bissigen Einschätzungen der Arbeitswelt sind stellenweise sehr passend, was sicher nicht jeder Leser so sehen wird. Aber bei mir trifft es einen Nerv. Auch Nebenfiguren wie Max Freundin, der eigenbrötlerische Mattissen und sogar die Krisenbeauftragte des Konzerns sind sehr einnehmend und treffen einen Nerv. Das Ende ist mir etwas zu aufgesetzt und halte ich für unrealistisch. Mir hätte es besser gefallen, wenn Marlene einen anderen Weg eingeschlagen hätte und mit ihrer neuen Kraft und Erkenntnissen ihren Traum verfolgt hätte. Aber vielleicht ist auch das eine Botschaft dieses Buches: Träume können sich ändern, genauso wie das, was wir als Glück empfinden. Ein kurzweiliges Buch, das mich sehr gut unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Ein Buch mit Ecken und Kanten

Alma
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Dieser Roman ist kein leichtes oder gefälliges Buch. Er ist rau, stellenweise auch etwas schroff genauso wie die Figuren. Die Hauptfigur Alma, geboren in Triest, an der Grenze zu Slowenien, einer Stadt ...

Dieser Roman ist kein leichtes oder gefälliges Buch. Er ist rau, stellenweise auch etwas schroff genauso wie die Figuren. Die Hauptfigur Alma, geboren in Triest, an der Grenze zu Slowenien, einer Stadt zwischen Ost und West. Ich bin mir gar nicht sicher, ob der Stadtname Triest an irgendeiner Stelle erwähnt wird. Viel mehr ist die geographische Lage zwischen Ost und West ausschlaggebend für die Entwicklung, den Takt und auch, oder ganz besonders, für den Charakter ihrer Figuren. Ein sehr wichtig er Baustein der Geschichte ist die Beziehung Almas zu ihrem Vater, einem Grenzgänger im wahrsten Sinne des Wortes. Er scheint weder bei seiner Familie noch in der Ferne so richtig zu Hause zu sein. Als die politischen Verhältnisse sich ändern, findet sich Almas Vater nicht mehr zurecht. Noch schlimmer wird es nach Ausbruch des Krieges im ehemaligen Jugoslawien. Zweitwichtigste Beziehung ist die zwischen Alma und dem jungen Vili, der als Kind in ihre Familie kommt und zu dem sie zeitlebens ein sehr enges, wenn auch zwiespältiges Verhältnis hat. Ihre Jugendliebe, ihr bester Freund, vielleicht auch Seelenverwandter, auf der anderen Seite, aber auch Rivale und Gegner. Beide können nicht ohne einander aber auch nicht miteinander. Diese schwierige Beziehung zu den Männern ihres Lebens prägt auch Almas Gegenwart als Journalistin in der Hauptstadt. Aufgrund eines Erbes kommt sie nach Triest zurück und der Leser erlebt ihr Leben in Rückblenden. Dabei fällt es mir, ehrlich gesagt, etwas schwer, die zeitlichen Ebenen auseinander zu halten. Vielleicht fehlt mir hier der zeitliche, historische Kontext sowie der politische Hintergrund in ausreichender Tiefe. Das Buch setzt in diesem Punkt einiges voraus - Personen, Orte, Beziehungen werden teils nur angerissen oder in einer Randbemerkung genannt. Manche historischen Zusammenhänge lassen sich für mich so nur schwer in eine Zeitreihe bringen. Der Schreibstil ist direkt, rau und verstärkt so auch den rauen Charakter dieser besonderen Stadt zwischen Italien und Osteuropa, an der Grenze und zwischen verschiedenen Kulturen. Die sehr langen, meist recht verschachtelten Sätze, machen es zeitweise nicht leicht, dieses Buch zu lesen. Es ist aber auch kein leichtes Buch, sondern eines auf das man sich einlassen muss, das Ecken und Kanten hat und damit eine ganz besondere Atmosphäre ausstrahlt. Ich hätte mir etwas mehr Nähe zu den Figuren gewünscht, die seltsamerweise alle etwas auf Distanz bleiben. So schaut man eher als neutraler Beobachter auf das Leben von Alma, das stellvertretend für das Leben einer ganzen Generation, die in dieser Grenzregion aufgewachsen ist, steht. Als Leser lernt man sehr viel über die Geschichte Italiens, aber auch Sloweniens, Serbiens und Kroatiens. Ein eindringliches Buch.

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