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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2026

Netter Auftakt, jedoch mit Luft nach oben

Mord & Breakfast
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Melody Moss, eine Journalistin, verliert ihren Job in London - und erbt kurz darauf das Bed & Breakfast ihrer Tante Mabel an der Ostküste Schottlands.
Angeblich ein Unfall - Mabel soll sich auf der Terrasse ...

Melody Moss, eine Journalistin, verliert ihren Job in London - und erbt kurz darauf das Bed & Breakfast ihrer Tante Mabel an der Ostküste Schottlands.
Angeblich ein Unfall - Mabel soll sich auf der Terrasse zu weit über die Blumen gebeugt haben und so die Klippen hinabgestürzt sein. Doch Melody glaubt, dass es Mord war, da Mabel viele Feinde hatte. Sie beobachtete alles und jeden, erpresste die Leute mit ihrem Wissen ... es gibt viele Verdächtige und Motive.
Und so macht Melody sich daran, den Tod ihrer Tante aufzuklären ...
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Ich liebe cosy crime, lese jedoch meist den Schauplatz England, sodass Schottland eine schöne Abwechslung war. Die Hoffnung auf eine tolle neue Reihe war groß.
Anne Gordons Schreibstil ist ok, nicht herausragend, aber guter Durchschnitt und angenehm und flüssig lesbar.
Die Figuren, die Handlung, der Aufbau ... konnten mich nicht ganz überzeugen. Alles bleibt recht simpel, keine der Figuren sticht besonders hervor, keine bleibt besonders in Erinnerung - und auch der Fall an sich ist alles andere als spektakulär. Überraschende, geniale Wendungen gibt es nicht, die Auflösung ist relativ früh klar und somit vorhersehbar.
Insgesamt also ein solider cosy crime - weder besonders gut noch besonders schlecht. Das erhoffte Highlight war es für mich leider nicht.
Dennoch ist es ein Auftakt, der einem ein paar nette Lesestunden schenkt. Die Kulisse und die Atmosphäre haben mir wie gesagt gefallen.
Den Kitsch am Ende, das rosarote happy end, fand ich ehrlich gesagt nicht wirklich passend. Das hat mir ebenfalls weniger gut gefallen.
Dennoch bin ich gespannt auf Melody´s nächsten Fall, der im Frühjahr 2027 erscheint und interessant klingt. Ich werde die Reihe vorerst weiter verfolgen - vielleicht kann die Autorin sich ja noch steigern.
Lesern, die cosy crime lieben, könnte dieser erste Mord & Breakfast-Band trotz der Kritikpunkte gefallen.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Ein Moment, der alles verändert

Hazel sagt Nein
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Familie Blum -das sind Vater Gus, Mutter Claire sowie die beiden Kinder Hazel und Wolf- zieht von New York nach Riverburg in Maine. Gus hat dort eine Professur bekommen. Hazel befindet sich in ihrem letzten ...

Familie Blum -das sind Vater Gus, Mutter Claire sowie die beiden Kinder Hazel und Wolf- zieht von New York nach Riverburg in Maine. Gus hat dort eine Professur bekommen. Hazel befindet sich in ihrem letzten Jahr vor dem College.
Die Familie hofft auf ein ruhiges und schönes Leben am neuen Wohnort, doch daraus soll nichts werden: Direkt am ersten Schultag lässt der Direktor Hazel in sein Büro rufen. Sie kann sich das nicht erklären, da sie sich nichts hat zu Schulden kommen lassen - und ist noch viel fassungsloser, als sie dann im Büro ist und der Direktor ihr sagt, warum er sie zu sich rufen ließ: Jedes Schuljahr sucht er sich eine Schülerin aus, mit der er Sex haben will - und dieses Jahr hat er sich Hazel ausgesucht. Für den Fall, dass sie sich weigert, droht er ihr Konsequenzen für ihre Zukunft an.
Bisher hat noch keine Schülerin Nein gesagt, alle haben aus Angst um ihre Zukunft mitgemacht und es über sich ergehen lassen - doch Hazel ist anders. Hazel will es nicht. Hazel tut es nicht. Hazel sagt sofort Nein. Und vertraut sich ihren Eltern an. Und natürlich ist fortan nichts mehr so, wie es mal war für Hazel, für ihre Familie, an ihrer Schule und in Riverburg ...
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Der Klappentext klang interessant und gut, die Leseprobe gefiel mir; und so wollte ich diesen Roman unbedingt lesen. Die Erwartungen waren hoch.
Positiv ist Jessica Berger Gross´ Schreib- und Erzählstil. Er hat mir gut gefallen, die Geschichte lässt sich sehr angenehm und flüssig lesen, und Angela Koonen hat das Ganze (wie übrigens bspw. auch schon Colleen Cambridge´s Phyllida-Bright-Krimireihe) sehr gut übersetzt.
Absoluter Mittelpunkt der Geschichte ist natürlich Hazel, doch auch die übrigen Familienmitglieder stehen im Mittelpunkt. Am liebsten mochte ich ihren kleinen Bruder Wolf; er ist wirklich wundervoll.
Die Geschichte fing stark an, ließ dann aber leider auch stark nach. Und damit sind wir leider auch bei einer Reihe von Kritikpunkten.
Die Geschichte wirkte auf mich immer wieder sehr konstruiert und unglaubwürdig. So kann ich mir bspw. beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Direktor sich vor Hazel schon mehrere Opfer gesucht und gefunden haben soll, dass alle das mitgemacht haben sollen, dass kein Mädchen etwas gesagt und sich gewehrt haben soll, dass es nicht mal ernsthafte Gerüchte gegeben haben soll, dass es noch keine Konsequenzen für ihn gegeben haben soll.
Claire und Gus haben mich als Figuren an sich und auch als Eltern nicht überzeugt (Stichwort Gras, um eine Sache von vielen zu nennen). Sie bleiben auch sehr blass und distanziert - ganz im Gegensatz zu Wolf, den man sofort ins Herz schließt.
Der Roman entwickelte sich ganz anders als gedacht und erwartet. Die Sache, um die es eigentlich gehen sollte, stand für mich irgendwann nicht mehr genug im Mittelpunkt. So lag der Fokus bspw. viel zu wenig auf dem Direktor und seinem Leben, nachdem sein Verhalten öffentlich wurde, und den anderen Opfern. Darüber liest man fast nichts. Die Autorin schien irgendwie den roten Faden verloren zu haben. Plötzlich ging es um ein Buch, Interviews, sogar ein VOGUE-Fotoshooting ... es wurde alles zu märchenhaft, rosarot, happy. Nicht nur für Hazel, sondern auch für die übrigen Familienmitglieder lief in der Folge einfach alles viel zu glatt. Das wirkte sehr konstruiert, unglaubwürdig - und es passte für mich einfach hinten und vorne nicht zum Rest, zum Thema, zum eigentlichen und vermeintlichen Schwerpunkt der Geschichte. So viele Probleme, so ein schweres, ernstes Thema - und plötzlich führen alle ein Traumleben?
Es scheint, als wollte die Autorin allzu viele Themen in diesen Roman packen. Dadurch konnten nicht alle in der nötigen und wünschenswerten Tiefe behandelt werden, werden oft nur oberflächlichlich angekratzt und verlaufen dann im Sande - was für den Leser unbefriedigend ist. Weniger wäre hier also mehr gewesen.
Auch das Verhalten der Frau des Direktors war für mich schwer nachvollziehbar und unglaubwürdig. Ebenso die Sache mit Hazel und Noah - irgendwie konstruiert, wenig nachvollziehbar, wenig glaubwürdig.
Die Geschichte entwickelte sich wie gesagt ganz anders als erwartet, und das leider im negativen Sinne.
Gut fand ich hingegen bspw. die Tatsache, dass Hazel zu Erkenntnissen kommt, dass sie lernt, wächst, reift, erwachsener wird - wenngleich ich noch nicht weiß, inwieweit das zu der Hazel zu Beginn passt, inwieweit das glaubwürdig oder auch unglaubwürdig ist. Und obwohl das den allzu rosaroten Eindruck etwas ausgleicht, bleibt es doch am Ende ein allzu konstruiertes happy end, ist alles zu schnell zu einfach, zu schön, geraten das eigentliche Thema und die eigentlichen Probleme viel zu sehr in den Hintergrund.
Schließlich haben mir auch die Botschaften, die dieses Buch vermittelt, sehr gut gefallen.
Insgesamt konnte mich Jessica Berger Gross´ Debüt leider nicht ganz überzeugen - dennoch ist es eine Autorin, auf deren weitere Romane ich gespannt bin.

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 10.01.2026

Nur ein absolut durchschnittlicher Thriller

Eisnebel
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Theodora und Connor sind noch nicht lange zusammen, aber schon verlobt. Seine Familie ist skeptisch, da sie steinreich ist und vermutet, dass Theodora nur hinter dem Geld her ist. Also wollen sie sie genau ...

Theodora und Connor sind noch nicht lange zusammen, aber schon verlobt. Seine Familie ist skeptisch, da sie steinreich ist und vermutet, dass Theodora nur hinter dem Geld her ist. Also wollen sie sie genau unter die Lupe nehmen.
Sie ist eingeladen, eine ganze Weile mit der Familie auf Idlewood, einem Berg, der der Familie gehört, mit ihnen zu verbringen.
Doch sie bekommt schon bald anonyme Nachrichten auf ihr Handy, die sagen, dass sie sich von Connor fernhalten soll und besser nicht nach Idlewood gekommen wäre. Und es geschehen noch mehr mysteriöse Dinge.
Theodora hat das Gefühl, schon mal an diesem Ort gewesen zu sein, doch zunächst kann sie sich die Sache nicht erklären. Nach und nach kehren ihre Erinnerungen zurück - und es sind keine guten ...
Bald wird klar, dass sowohl Theodora als auch die Familie viel zu verbergen haben und dunkle Geheimnisse hüten. Geheimnisse, die besser nie ans Licht kämen.
Theodora stellt heimlich Nachforschungen an - und macht eine Entdeckung, die ihr das Blut in den Adern gefrieren lässt und ihr sagt, dass sie schnellstmöglich verschwinden sollte. Doch das ist wegen des Wetters nicht möglich. Wird Idlewood zur tödlichen Falle werden?
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Es klang nach einem Thriller, der perfekt in die Jahreszeit passt. Die Leseprobe hatte mir gut gefallen, und so waren die Erwartungen hoch.
Rückblickend muss ich leider sagen, dass sie nicht erfüllt wurden.
Der Schreibstil ist in Ordnung, wenn auch nichts Besonderes, lässt sich immerhin angenehm flüssig lesen.
Die Figuren blieben mir zu blass und distanziert. Die Handlung wirkt sehr konstruiert und dadurch nicht glaubwürdig.
Und es war auch längst nicht so spannend und fesselnd wie erhofft, auf die versprochenen schwindelerregenden Wendungen musste man lange warten. Erst auf den letzten 100 Seiten kam Tempo in die Sache, wurde es spannend und nervenaufreibend.
Insgesamt leider nur ein absolut durchschnittlicher Thriller; es gibt wesentlich bessere. Das erwartete Highlight war es nicht. Aber immerhin passt er gut in die Jahreszeit.

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Durchwachsen

The Blackgate Invitation
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Die Schwestern Ruby und Wren werden von einer älteren Dame angesprochen - sie bietet ihnen viel Geld dafür, dass sie sich während eines Dinners auf Hegemony Manor als ihre Enkelinnen auszugeben. Die Schwestern ...

Die Schwestern Ruby und Wren werden von einer älteren Dame angesprochen - sie bietet ihnen viel Geld dafür, dass sie sich während eines Dinners auf Hegemony Manor als ihre Enkelinnen auszugeben. Die Schwestern brauchen das Geld und denken, dass die paar Stunden schnell überstanden sind; also sagen sie zu.
Doch der Abend im Herrenhaus entwickelt sich ganz anders als gedacht und wird schnell zu einem Alptraum - es wird gemordet, es gibt Tote, und wenn sie überleben wollen, dann müssen sie innerhalb von drei Tagen verschiedene Rätsel lösen. Und: sie befinden sich inmitten einer Hexenfamilie ...
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"The Blackgate Invitation" klang so gut, dass sogar ich, die ich in Sachen Fantasy eher schwierig bin und das Genre nur selten lese und nur selten begeistert bin, das Buch unbedingt lesen wollte. Es konnte nach dem Klappentext und der Leseprobe doch nur gut werden ... oder?
Der Leser sieht sich schnell mit einer Vielzahl an Figuren konfrontiert. Eine Übersicht zu Beginn wäre sehr hilfreich gewesen, denn ohne diese war es gerade am Anfang einfach nur verwirrend.
Der Schreibstil hat mir einerseits sehr gut gefallen, andererseits empfand ich ihn aber leider auch als anstrengend zu lesen. Ich musste öfter Sätze erneut lesen. Das nervte mich irgendwann. Auch hätte die Übersetzung stellenweise echt besser sein können.
Klares Highlight sind die Kulisse, die düstere und unheilvolle Atmosphäre und die Figuren.
Der Rest konnte mich leider nicht ganz überzeugen. So gab es in "The Blackgate Invitation" für meinen Geschmack immer wieder Längen. Manche Stellen waren mir zu brutal. Die Geschichte zwischen Ruby und Auden konnte mich einfach nicht überzeugen und packen, ebenso wenig das Ende. Es ist einfach nicht glaubwürdig.
Die Idee ist toll, aber die Umsetzung überzeugt leider nicht ganz.
Eingefleischte Fantasy-Fans dürften "The Blackgate Invitation" trotzdem toll finden. Für mich war es leider nur ein Buch, das man lesen kann, aber nicht lesen muss. Immerhin wurde die Geschichte durch Kulisse und Atmosphäre etwas gerettet.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Ein solides saisonales Kochbuch

Was kocht Hanna
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Ich kannte Hanna Reder noch nicht; umso gespannter war ich auf ihr erstes Kochbuch. Es geht um saisonales Kochen. Es finden sich unter den etwa 80 Rezepten zwar auch ein paar Rezepte mit Fisch und Fleisch, ...

Ich kannte Hanna Reder noch nicht; umso gespannter war ich auf ihr erstes Kochbuch. Es geht um saisonales Kochen. Es finden sich unter den etwa 80 Rezepten zwar auch ein paar Rezepte mit Fisch und Fleisch, aber Gemüse spielt klar die Hauptrolle. Als Vegetarierin, die immer gerne neue Rezepte entdeckt, waren die Erwartungen an dieses Buch hoch.

Es gibt wie üblich ein Vorwort, Hanna erläutert ihre Kochphilosophie ... dann folgen die Rezepte.

Man findet ein paar Rezepte für Pickles, Chutneys und dergleichen, Granola, Sirup, süße Saucen, auch süße Rezepte (etwa Rhabarber-Erdbeer-Crumble, Waldmeister-Panna-Cotta, no-bake-cheesecake mit Holunderbeerensaft, Schokomousse mit Macadamianüssen, italienischer Apfelkuchen, Windbeutel, Pekannuss-Karamell-Kuchen, Nougatmousse) ... den Schwerpunkt bilden natürlich die saisonalen Rezepte, die von Frühling bis Winter geordnet sind.

Im Frühling gibt es etwa Rezepte mit Spargel, Bärlauch, Rhabarber, Waldmeister, im Sommer mit Zucchini, Tomaten, Mais, im Herbst mit Pilzen, Kürbis, im Winter mit Grünkohl, Schwarzkohl, Rotkohl, Möhren, Rosenkohl ...

Das Buch ist sehr hochwertig aufgemacht, voller wunderschöner Fotos, was die Arbeit mit dem Buch zu einer wahren Freude macht.

Hanna Reder sieht ihre Rezepte nicht als starre Anleitungen, die streng befolgt werden müssen, sondern als Einladung zum Experimentieren. Genau das haben wir getan. Uns sprachen natürlich nicht alle Rezepte an, viele auch nur teilweise. Der Vorteil an Hannas Rezepten ist der, dass sie mitunter aus mehreren Komponenten/Teilen bestehen, die zusammengesetzt werden. So kann man sich den Teil rauspicken, der dem persönlichen Geschmack entspricht, wenn nicht das ganze Rezept dem persönlichen Geschmack entspricht und/oder wenn gerade nicht alle Zutaten Saison haben und verfügbar sind. So gibt es bspw. gerade keinen Rhabarber für das Porridge mit Rhabarber. -Wir haben einfach erst mal nur das Porridge getestet. Auch ist im Rezept eine Anleitung für Hafercrunch enthalten. Der passt etwa sehr gut in einen Naturjoghurt. Auch den haben wir also schon getestet; das komplette Rezept folgt dann, sobald es wieder Rhabarber gibt. Das Frühlingscurry trifft auch nicht ganz unseren Geschmack - enthält aber auch ein Rezept für Naan, das wir sofort getestet haben, als wir ein indisches Curry gekocht haben. Die Blätterteigschnecken füllt Hanna mit Pilzen - wir werden sie mit Maronen füllen, da wir diese lieben.

Doch nicht alle Rezepte konnten überzeugen. Von dem Naan waren wir bspw. enttäuscht - das machen wir schon lange und oft, und da gibt es in anderen Kochbüchern wirklich deutlich bessere Rezepte.

Die Zutaten und Anleitungen bei den Rezepten sind allesamt sehr übersichtlich und klar verständlich, so einfach und strukturiert wie möglich gehalten. Auch hierdurch macht die Arbeit mit diesem Buch Freude. Nährwertangaben pro Portion fehlen leider, das wäre ideal gewesen.

Mir gefällt es, dass Hanna Reder Gemüsesorten verwendet, die wir immer im Garten anbauen, diese aber nicht auf langweilige Art und Weise verwendet, sondern ganz neu zubereitet, sodass sich ganz neue Geschmackserlebnisse bieten. So werden die Radieschen bspw. gebacken. Auch werden Semmelknödel mal mit Haselnüssen verfeinert. Aber natürlich sind nicht alle Rezepte neu und eine Entdeckung - sowas wie Nudeln mit Kürbissauce und Räuchertofu, um ein Beispiel zu nennen, hat man eben gefühlt schon 1000x gesehen. -Allerdings ist es dennoch ein leckeres Herbstgericht und einer unserer Favoriten im Buch.

Weniger gut gefällt mir, dass für die Waldmeister-Panna-Cotta Gelatine verwendet und auch keine Alternative für Vegetarier aufgezeigt wird. Das wäre wünschenswert gewesen. Das gilt auch für den no-bake-cheesecake mit Holunderbeerensaft. Und: Nachdem sonst bei keinem Rezept mit Sahne und Co gegeizt wurde (ganz im Gegenteil ... ), ist mir auch nicht ganz klar, weshalb ausgerechnet die Schokomousse plötzlich vegan sein muss und mit Seidentofu zubereitet wird. -Hier werden wir das Rezept aber ebenso wie das für die Panna-Cotta einfach als Anregung verstehen und die mousse nach einem anderen Rezept zubereiten.

Abschließend lässt sich sagen, dass in diesem Kochbuch jeder Rezepte nach seinem Geschmack finden wird. Es ist offen gestanden nicht das beste saisonale Kochbuch, das ich bisher kennengelernt habe; ich liebe Gemüsekochbücher und habe schon viele. Was kocht Hanna ist kein absoluter Favorit und wird das vermutlich auch nicht werden. Dennoch finde ich das Buch nicht schlecht und werde es sicher auch immer wieder mal benutzen. Sirups und Saucen, Porridge mit Rhabarber, Waldmeister-Panna-Cotta, Tomatengalette, Blätterteigschnecken mit Maronen, Schokomousse, Apfelkuchen, Nougatmousse ... werden wir sicher ab und an wieder zubereiten.

Ich würde es denen empfehlen, die ein saisonales Kochbuch suchen, mehr Gemüse essen wollen oder sich schon vegetarisch ernähren, die bekannte Gemüsesorten mal auf andere Art und Weise zubereiten wollen und neue Geschmackserlebnisse haben wollen. Viele Rezepte sind auch für Menschen geeignet, die erst mit dem Kochen beginnen, sodass es auch ein gutes Kochbuch für den Einstieg ist.

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