Spannung und ein unerwartetes Thema
Die TotenklägerinMatilda ist Trauerrednerin und versteht sich auch als Ermittlerin im Namen der Toten. In ihren Trauerreden bringt sie auch unbequeme Wahrheiten an den Tag. Als in dem Dorf, in dem sie lebt, eine alte Dame ...
Matilda ist Trauerrednerin und versteht sich auch als Ermittlerin im Namen der Toten. In ihren Trauerreden bringt sie auch unbequeme Wahrheiten an den Tag. Als in dem Dorf, in dem sie lebt, eine alte Dame stirbt und die 12-jährige Jackie glaubt, dass da etwas nicht stimmt, beginnt sie nachzuforschen.
Es hat ein wenig gedauert, bis ich in dem Buch Fuß gefasst hatte. Aber dann hat es mich nicht mehr losgelassen. Die beiden Frauen sind sich trotz des Altersunterschieds sehr ähnlich. Wenig bis gar keine Freunde, eher ruppig vom Charakter, haben beide ein Päckchen zu tragen. Jackie ist auf sich selbst gestellt, da ihre Mutter viel arbeitet. Matilda kämpft mit den Geistern der Vergangenheit, die durch ihre verstorbene Mutter ausgelöst werden, die aus dem Dorf stammt. Die Entstehung der Freundschaft zwischen zwei so unterschiedlichen Charakteren wird authentisch herausgearbeitet und ist glaubhaft.
Der Tod der alten Resi Wimmer wirft viele Fragen auf. Mit einem sehr bildhaften und unterhaltsamen Schreibstil nähert sich die Autorin den Familiengeheimnissen und dem Schweigen der beteiligten Personen. Unverhofft wird das ein sehr aktuelles und polarisierendes Thema aufgegriffen, auf eine sehr sensible und feinfühlige Art. Um nicht zu spoilern, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen. Zu diesem Thema gibt es am Ende des Buches auch ein paar Punkte, die als Anregung zum Nachdenken gedacht sind.
Das als Spannungsroman beworbene Buch bietet viel mehr als nur Spannung. Das zusätzliche Thema gibt dem Krimi viel Tiefgang. Eine klare Leseempfehlung!