Profilbild von Biene101

Biene101

Lesejury Star
offline

Biene101 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Biene101 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2026

Spannung und ein unerwartetes Thema

Die Totenklägerin
0

Matilda ist Trauerrednerin und versteht sich auch als Ermittlerin im Namen der Toten. In ihren Trauerreden bringt sie auch unbequeme Wahrheiten an den Tag. Als in dem Dorf, in dem sie lebt, eine alte Dame ...

Matilda ist Trauerrednerin und versteht sich auch als Ermittlerin im Namen der Toten. In ihren Trauerreden bringt sie auch unbequeme Wahrheiten an den Tag. Als in dem Dorf, in dem sie lebt, eine alte Dame stirbt und die 12-jährige Jackie glaubt, dass da etwas nicht stimmt, beginnt sie nachzuforschen.
Es hat ein wenig gedauert, bis ich in dem Buch Fuß gefasst hatte. Aber dann hat es mich nicht mehr losgelassen. Die beiden Frauen sind sich trotz des Altersunterschieds sehr ähnlich. Wenig bis gar keine Freunde, eher ruppig vom Charakter, haben beide ein Päckchen zu tragen. Jackie ist auf sich selbst gestellt, da ihre Mutter viel arbeitet. Matilda kämpft mit den Geistern der Vergangenheit, die durch ihre verstorbene Mutter ausgelöst werden, die aus dem Dorf stammt. Die Entstehung der Freundschaft zwischen zwei so unterschiedlichen Charakteren wird authentisch herausgearbeitet und ist glaubhaft.
Der Tod der alten Resi Wimmer wirft viele Fragen auf. Mit einem sehr bildhaften und unterhaltsamen Schreibstil nähert sich die Autorin den Familiengeheimnissen und dem Schweigen der beteiligten Personen. Unverhofft wird das ein sehr aktuelles und polarisierendes Thema aufgegriffen, auf eine sehr sensible und feinfühlige Art. Um nicht zu spoilern, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen. Zu diesem Thema gibt es am Ende des Buches auch ein paar Punkte, die als Anregung zum Nachdenken gedacht sind.
Das als Spannungsroman beworbene Buch bietet viel mehr als nur Spannung. Das zusätzliche Thema gibt dem Krimi viel Tiefgang. Eine klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.02.2026

Londons berühmtester Serienkiller - wie es gewesen sein könnte

Killing Red Jack
0

Jack the Ripper, berühmt berüchtigt, wurde schon von vielen Seiten beleuchtet, beschrieben und analysiert. Er diente als Grundlage für Fantasyromane, wurde aus der Sicht der Opfer betrachtet. Also, was ...

Jack the Ripper, berühmt berüchtigt, wurde schon von vielen Seiten beleuchtet, beschrieben und analysiert. Er diente als Grundlage für Fantasyromane, wurde aus der Sicht der Opfer betrachtet. Also, was sollte jetzt neu sein ? Die Tatsache, dass hier ein Richter der Autor ist, hat mich neugierig gemacht. Thorsten Schleiff ist auf der Grundlage von alten Polizeiakten, Zeitungsartikeln und Besuch der Originalschauplätze an den Fall Ripper herangegangen. Kombiniert mit einer chronologisch korrekten Abfolge der Ereignisse, ist hier ein True Crime Thriller entstanden, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Natürlich darf hier auch der passende Anteil an Fiktion nicht fehlen, aber in Kombination mit Fakten und den wirklichen Opfern und möglichen Verdächtigen kommt man als Leser zu dem Schluss, ja, so könnte es tatsächlich gewesen sein.
Die beiden Ermittler könnten unterschiedlicher nicht sein. Irene, aufgewachsen in der Gegend, intelligent, unabhängig, arbeitet selbst im Gewerbe der Opfer und Will, der ehemalige Soldat mit persönlicher Geschichte. Die Zusammenarbeit der beiden gibt der Story den letzten Schliff.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich freue mich auf die angekündigte Fortsetzung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.11.2025

Vielfältige Gemüsegerichte

Passion Gemüse
0

Das Kochbuch lockt schon mit einem tollen haptischen Cover, auf dem einen das Gemüse schon anlacht.
Es startet mit einem Informationsteil rund um Gemüse und einem Saisonkalender. Passend zu den Rezepten ...

Das Kochbuch lockt schon mit einem tollen haptischen Cover, auf dem einen das Gemüse schon anlacht.
Es startet mit einem Informationsteil rund um Gemüse und einem Saisonkalender. Passend zu den Rezepten gibt es spezielle Abschnitte über die Zu- und Vorbereitung der einzelnen Gemüsesorten.
Die Rezepte sind sinnvoll aufgebaut. Zubereitungszeit, Schwierigkeitsgrad und Anzahl der Personen sind angegeben.
Zutaten und Zubereitungsschritte sind gut erklärt und abgerundet werden die Rezepte durch tolle Fotos.
Die Rezepte selbst sind abwechslungsreich und bieten eine große Auswahl für jede Saison. Es finden sich Klassiker in neuem Gewand, aber auch moderne Varianten, die man so bestimmt noch nicht probiert hat.
Wir haben die Gemüseburger und die Linsencrêpes schon probiert und es war sehr sehr lecker und hat bestens funktioniert.
Ein tolles Kochbuch, das außer den Rezepten auch viel Wissen rund um Gemüse vermittelt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 11.11.2025

Wenn Schicksal verbindet

Lebensbande
0

Mechtild Borrmann nimmt uns mit in das Leben von Nora, Lieselotte und Lene. Drei Frauen, deren Schicksalwege sich in der Zeit vom Zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall kreuzen.
In Rückblicken wird die Geschichte ...

Mechtild Borrmann nimmt uns mit in das Leben von Nora, Lieselotte und Lene. Drei Frauen, deren Schicksalwege sich in der Zeit vom Zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall kreuzen.
In Rückblicken wird die Geschichte von Lene erzählt, die aus einer unglücklichen Ehe ein behindertes Kind hat, ein im damaligen Naziton - Reichsausschusskind -.
Nora, Krankenschwester, hilft Lene, das Leben ihres Sohnes zu retten. Und schließlich Lieselotte, die mit Nora zusammen in ein russisches Arbeitslager verschleppt wird.
In der Gegenwart sorgt ein Brief der Rentenkasse dafür, dass getroffene Entscheidungen und Ereignisse aus der Vergangenheit plötzlich wieder lebendig werden.
Mechtild Borrmann hat ein Händchen dafür, historische Ereignisse und persönliche Schicksale miteinander zu verknüpfen. Sie schreibt sehr fesselnd, ohne dabei kitschig zu werden und lässt den Leser mit den Frauen und ihren Schicksalen mitfühlen.
Die Namen und Orte sind fiktiv, doch beruht die Geschichte auf Erinnerungen, Erzählungen und Dokumenten dieses dunklen Kapitel der Geschichte. Das Buch macht deutlich, was Freundschaft und Mut zu leisten vermögen. Ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.10.2025

Grandioser Blick in die Zeitgeschichte der späten 70er-Jahre

Die Frau der Stunde
0

Das Cover sticht farblich hervor, ohne aufdringlich zu wirken. Die abgebildete Frauenfigur spiegelt das wider, was der Roman thematisiert, eine starke Frau, die ihren Platz in der Männerwelt behauptet.
Catharina ...

Das Cover sticht farblich hervor, ohne aufdringlich zu wirken. Die abgebildete Frauenfigur spiegelt das wider, was der Roman thematisiert, eine starke Frau, die ihren Platz in der Männerwelt behauptet.
Catharina Cornelius, eine fiktive Figur, wird überraschend zur Außenministerin und Vizekanzlerin ernannt. In einer Zeit, in der Männer das politische Geschehen in Bonn dominieren und Frauen, wenn überhaupt, nur Randfiguren oder politische Mittel zum Zweck sind.
Die Story um Catharina Cornelius ist eingebettet in historisch belegtes Zeitgeschehen, die weiteren politischen Personen weisen Ähnlichkeiten mit bekannten Personen auf, ohne sie zu kopieren.
Ein zentrales Thema ist die damalige Revolution im Iran, die sehr persönlich wird, da eine der Hauptfiguren, Azadeh, die Freundin von Catharina, schon seit Jahren für die Rechte der Frauen im Iran kämpft.
Atmosphärisch ist der Roman perfekt gelungen, verrauchte Sitzungssäle, der stets präsente Alkohol, Intrigen und Machtspiele im Hintergrund. Wer politisch in dieser Zeit interessiert war, wird viele Dinge wiedererkennen, was diese Jahre geprägt hat.
Heike Specht ist Historikerin, das spürt man in jeder Zeile. Sie hat hier ein Buch über eine starke Frau geschrieben, mit all ihren Träumen, Ambitionen und Konflikten. Ein politisches Buch, über Macht, politische Strukturen und Geschlechterrollen, das sich fesselnd wie ein Krimi liest und am Ende Bedauern darüber auslöst, dass es zu Ende ist.
Dieses Buch ist eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe und ich hoffe, dass man von Heike Specht noch viel hört.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere