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Jasmin96Isa

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.03.2026

Vom Volkssport zum Jammerfasten

Achtsam jammern
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Achtsam jammern von Daniela Nagel und Heike Abidi hat mich tatsächlich schon vor dem ersten Kapitel überzeugt. Der kleine „Welcher Jammertyp bist du?“-Test auf dem Umschlag hat sofort neugierig gemacht. ...

Achtsam jammern von Daniela Nagel und Heike Abidi hat mich tatsächlich schon vor dem ersten Kapitel überzeugt. Der kleine „Welcher Jammertyp bist du?“-Test auf dem Umschlag hat sofort neugierig gemacht. Und genau so geht es weiter: humorvoll, selbstironisch, aber zugleich erstaunlich fundiert.

Das Buch startet angenehm klar mit der Frage, was Jammern eigentlich mit uns macht – psychologisch, sozial und ganz konkret im Alltag. Vieles liest sich leicht und locker, trifft aber ins Schwarze. Besonders ertappt habe ich mich bei scheinbar harmlosen Floskeln wie „Na, wie geht’s?“ oder der beliebten Antwort „Kann man nicht jammern“. Was bisher sympathisch klang, bekommt plötzlich eine neue Bedeutung.

Besonders gelungen ist, dass nicht einfach pauschal „positives Denken“ gepredigt wird. Stattdessen wird differenziert gezeigt, dass Jammern durchaus eine Funktion hat – aber eben problematisch wird, wenn es zur Dauerschleife wird. Der Blick auf Privilegien, Kommunikation und Eigenverantwortung regt zum Nachdenken an, ohne moralisierend zu wirken.

Was ich definitiv mitnehme: bewusster Sprachgebrauch, direktere Kommunikation und die Idee, Jammern zeitweise „zu fasten“. Gleichzeitig bleibt für mich noch Reflexionsarbeit offen – manche Muster sitzen tiefer, als man denkt.


Fazit: Ein kluges, unterhaltsames Sachbuch mit echtem Denkanstoß-Potenzial. Nicht jedes Kapitel wirkt sofort umsetzbar, aber insgesamt ein wertvoller Impulsgeber – auch als augenzwinkerndes Geschenk geeignet.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Zwischen Dünensand und Familiengeheimnis

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
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Der Duft des Strandhafers von Gabriella Engelmann ist der Abschluss der Sylt-Dilogie und verbindet Familiengeheimnis, Vergangenheit und Gegenwart zu einer stimmigen Geschichte.

Schon optisch macht das ...

Der Duft des Strandhafers von Gabriella Engelmann ist der Abschluss der Sylt-Dilogie und verbindet Familiengeheimnis, Vergangenheit und Gegenwart zu einer stimmigen Geschichte.

Schon optisch macht das Buch viel her: Es fühlt sich hochwertig an, liegt durch sein handliches Format angenehm in der Hand und überzeugt mit einem sehr schönen Cover. Auch sprachlich bewegt sich der Roman auf einem angenehmen Niveau – keine vereinfachte Sprache, sondern ein klarer, bildhafter Stil, der gut lesbar bleibt.

Erzählt wird auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart begleitet man die Journalistin Anna in der Ich-Perspektive bei der Suche nach der vor Jahrzehnten verschwundenen Martje. Die Vergangenheit hingegen wird aus einer neutralen Erzählerperspektive geschildert und rückt Martjes Geschichte in den Mittelpunkt. Die Wechsel zwischen den Zeiten sind klar strukturiert und gut nachvollziehbar.

Besonders gelungen ist das Setting: Sylt, Amrum und Föhr werden so lebendig beschrieben, dass beim Lesen beinahe Urlaubsstimmung aufkommt – Strand, Meer und Dünen sind ständig spürbar. Gleichzeitig entwickelt sich eine teilweise spannende, insgesamt sehr interessante Familiengeschichte, die auch emotional berührt.

Obwohl es sich um den zweiten Band handelt, lässt sich das Buch problemlos lesen, ohne den Vorgänger zu kennen. Das Ende rundet die Geschichte harmonisch ab und hinterlässt ein warmes Gefühl.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Schneller, härter, emotionaler – Band 2 übertrifft den Auftakt

Arena '89
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Das Setting erinnert weiterhin stark an Die Tribute von Panem, entwickelt aber zunehmend eigene Akzente. Besonders die neu eingeführten Teamkämpfe bringen frischen Wind in die Arena: Jedes Mitglied erhält ...

Das Setting erinnert weiterhin stark an Die Tribute von Panem, entwickelt aber zunehmend eigene Akzente. Besonders die neu eingeführten Teamkämpfe bringen frischen Wind in die Arena: Jedes Mitglied erhält ein Handicap, das im Idealfall durch die Stärken der anderen ausgeglichen wird. Dieses Konzept sorgt nicht nur für zusätzliche Spannung, sondern vertieft auch die Dynamik zwischen den Figuren.

Gerade hier liegt für mich eine der größten Stärken des Buches: Reva und ihr Team agieren tatsächlich als Einheit. Im Gegensatz zu anderen Gruppen, die eher wie Zweckgemeinschaften aus Einzelkämpfern wirken, entsteht hier Zusammenhalt, Vertrauen und echte Loyalität. Das verleiht der Geschichte emotionale Tiefe. Insgesamt lässt der zweite Band deutlich stärkere Gefühle zu als der erste – Wut, Trauer, Hoffnung und Trotz werden intensiv spürbar.

Der Stil ist weiterhin zugänglich und flüssig. Die Sprache ist nicht überladen, sondern klar und bildhaft, sodass man gut in die Handlung eintauchen kann. Mehrere unerwartete Wendungen halten die Spannung konstant hoch, ohne konstruiert zu wirken.

Auch wenn die Parallelen zu bekannten Dystopien nicht zu übersehen sind, gelingt es dem Autor zunehmend, eigene Ideen einzubringen und die Welt weiter auszubauen. Das Buch steigert sich emotional und dramaturgisch – für mich ist dieser zweite Teil stärker als der Auftakt.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Magisch, klug konstruiert und zutiefst berührend

Das White Octopus Hotel
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Das White Octopus Hotel von Alexandra Bell hat mich von Beginn an gepackt. Der Einstieg ist spannend und atmosphärisch dicht, sodass man sofort in die geheimnisvolle Welt rund um das legendäre Grandhotel ...

Das White Octopus Hotel von Alexandra Bell hat mich von Beginn an gepackt. Der Einstieg ist spannend und atmosphärisch dicht, sodass man sofort in die geheimnisvolle Welt rund um das legendäre Grandhotel in den Schweizer Alpen eintaucht.

Besonders gelungen ist der Aufbau des Romans. Die Zeitsprünge in die Vergangenheit sind klar gekennzeichnet – durch Jahreszahlen und Namen bleibt die Orientierung erhalten, auch wenn man aufmerksam lesen sollte. Für mich war diese Struktur sehr gut durchdacht und logisch gestaltet. Die Wechsel zwischen den Zeiten steigern die Spannung, ohne zu verwirren.

Sprachlich ist das Buch sehr bildhaft geschrieben. Viele Szenen entfalten sich vor dem inneren Auge, sodass man das Gefühl hat, selbst durch die prachtvollen Räume des Hotels zu gehen.
Besonders berührend fand ich die Momente, in denen Eve in der Vergangenheit auf bekannte Personen aus der Zukunft trifft.

Auch das Ende hat mich überrascht – originell, anders als erwartet und sehr stimmig. Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen und konnte es kaum aus der Hand legen. Für mich war diese Verbindung aus Roman und fantastischen Elementen besonders faszinierend.

Ein klug konstruiertes, emotionales und zugleich magisches Buch - absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Dystopie mit Wut, Tempo und Sogwirkung 🔥

Arena '89
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Arena ’89 – Blut für die Quote startet sehr packend und zieht einen schnell in eine ungerechte Welt hinein.
Die gesellschaftliche Ordnung und das System der Unterhaltung durch Leid wecken Assoziationen ...

Arena ’89 – Blut für die Quote startet sehr packend und zieht einen schnell in eine ungerechte Welt hinein.
Die gesellschaftliche Ordnung und das System der Unterhaltung durch Leid wecken Assoziationen zu Die Tribute von Panem.
Durch das Feel-Link-System (die Zuschauer können die Gefühle der Kämper ebenfalls spüren) kommt eine neue Idee hinzu - eine beklemmende Dynamik: Schmerz wird zur Währung und Emotion zur Einschaltquote.

Reva ist eine sehr glaubwürdig dargestellte Protagonistin. Ihre Motivation – die verzweifelte Hoffnung, ihre kranke Mutter retten zu können – macht ihre Entscheidung für die Arena nachvollziehbar. Dass ihr Vater bereits dort gestorben ist, verstärkt die Tragik. Besonders gelungen ist die Darstellung ihrer Gedanken und Gefühle: Ihre Wut, ihre Ohnmacht und ihr innerer Widerstand sind spürbar und verleihen der Geschichte eine emotionale Tiefe.

Der Schreibstil ist klar und gut lesbar, ohne unnötig komplizierte Sprache. Das unterstützt das hohe Tempo der Handlung und macht das Buch sehr zugänglich.
Die Spannung bleibt konstant hoch und man möchte wissen, wie sich Revas Rolle im System entwickelt und ob es überhaupt Raum für Gerechtigkeit gibt – denn genau diese scheint in dieser Welt zu fehlen.

Das Ende kommt unerwartet und bleibt offen, was den Drang verstärkt, direkt zum nächsten Band zu greifen.
Insgesamt ist Arena ’89 – Blut für die Quote ein fesselnder, emotional intensiver Auftakt einer dystopischen Reihe, der trotz bekannter Motive eigene Akzente setzt und neugierig auf die Fortsetzung macht.

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