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Veröffentlicht am 05.09.2022

Holpriger Start in den neuen Band

New Hope - Das Schimmern des Glücks
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Von Beginn an verfolge ich die Wohlfühl-Reihe rund um die Kleinstadt New Hope. Im Mittelpunkt steht die Familie Campbell, deren jüngste Tochter Lake im ersten Band ihr Glück fand, während sich Band 2 sehr ...

Von Beginn an verfolge ich die Wohlfühl-Reihe rund um die Kleinstadt New Hope. Im Mittelpunkt steht die Familie Campbell, deren jüngste Tochter Lake im ersten Band ihr Glück fand, während sich Band 2 sehr sensibel um die zarte Liebesgeschichte zwischen dem ältesten Bruder Graham und seiner Liz drehte. Auch die übrigen Bewohner des Ortes lernt man rasch kennen und schließt sie in sein Herz.

Für den dritten Band war eine heiße Enemies-to-Lovers-Story zwischen Braxton Campbell und Liz´ Freundin Payton angekündigt. Leider blieb dieses Mal das Gefühl des Nachhausekommens, das diese cozy Reihe sonst so auszeichnet, im ersten Moment aus. Das lag aber sicher nicht am Abstand zwischen den Teilen beim Lesen. Eher war der Einstieg in die Geschichte von Braxton und Payton recht holprig. Da gab es Sprünge, und auch die zahllosen Rechtschreib- und Grammatikfehler ließen keinen schönen Lesefluss entstehen, so dass der Funke einfach nicht überspringen wollte. Besonders ärgerlich war eine Szene, die ich nahezu unverändert aus einem Kinofilm wiedererkannte. So etwas ist überflüssig.

Doch nach der Hälfte des Buches dann schlagartig die Kehrtwende, und plötzlich lief die Story wie geschnitten Brot. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich auch unbeschwert genießen, was die Reihe zu bieten hat: Vertraute Gesichter, eine cozy Umgebung und ordentlich was fürs Herz. Am Ende war ich absolut versöhnt.

Dennoch hätte dem Buch ein gründliches Lektorat gutgetan, denn die zahlreichen Grammatik- und Rechtschreibfehler erschwerten das Lesen maßgeblich, und so holperte man unrund in und durch die Geschichte.

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Veröffentlicht am 07.07.2022

Nettes Buch für zwischendurch

Undercover Bridesmaid – Das perfekte Durcheinander
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Dieser Roman wurde mir in meiner Buchhandlung als „nettes, heiteres Buch für zwischendurch“ empfohlen.
Sophie hat eine Marktlücke entdeckt: Sie lässt sich bei Hochzeiten als „professionelle Brautjungfer“ ...

Dieser Roman wurde mir in meiner Buchhandlung als „nettes, heiteres Buch für zwischendurch“ empfohlen.
Sophie hat eine Marktlücke entdeckt: Sie lässt sich bei Hochzeiten als „professionelle Brautjungfer“ anheuern, die im Gegensatz zu einer Hochzeitsplanerin der Braut direkt zur Seite stehen, sie moralisch und tatkräftig unterstützen und so den großen Tag perfekt werden lassen kann. Doch Sophies neueste Kundin stellt sich als ein „klitzeklein wenig schwierig“ heraus.

Überraschenderweise gelang der Einstieg in die Geschichte gar nicht so leicht und nett, sondern es war ein mächtiges Durcheinander von Namen und Events. Es dauerte tatsächlich ein gutes Stück, ehe ich endlich in die eigentliche Geschichte rutschte. Die entwickelte sich dann aber wirklich nett und unterhaltsam, brachte mich stellenweise sogar zum Kichern. Aufgrund der Beschreibung hatte ich mit einer grotesk überzeichneten Bridezilla gerechnet, mit der Sophie es zu tun bekommt, aber trotz aller Schikanen und absurder Aufträge an die ungeliebte Brautjungfer schwenkt der Fokus recht schnell auf die zwischenmenschliche Seite. Rasch wird klar, dass Cordelia, die Braut, nicht einfach nur ein überzeichnetes Monster ist, sondern es um Vertrauensverlust und (verlorene) Freundschaft geht. Und so ist es kein Wunder, dass Sophie bald nicht mehr klar zwischen Job und Leben trennen kann, was nicht zuletzt auch an Cordelias Bruder liegt…

Das Buch erfüllt genau, als was es mir angepriesen wurde: Ein goldiges Buch für zwischendurch!

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Veröffentlicht am 07.04.2022

Ein Karussell der Konflikte

Liebesheirat
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Der romantische Titel der „Liebesheirat“ täuscht. In diesem Roman wird aufeinandergeprallt: Nicht nur der klassische „culture clash“, nein auch die sozialen Schichten kollidieren, die Religionen prallen ...

Der romantische Titel der „Liebesheirat“ täuscht. In diesem Roman wird aufeinandergeprallt: Nicht nur der klassische „culture clash“, nein auch die sozialen Schichten kollidieren, die Religionen prallen aufeinander, Familienmitglieder krachen zusammen, und auch bei der Arbeit knallt es.

Dabei beginnt alles so kontrolliert und scheinbar harmonisch. Die muslimische Ärztin Yasmin Ghorami und ihre indischstämmigen Eltern brechen auf zu einem Kennenlernen mit Joe, dem Verlobten von Yasmin, und dessen Mutter Harriet, einer emanzipierten Feministin.

Der rund 600 Seiten starke Roman stellt das Leben ausnahmslos aller Beteiligten grundlegend auf den Kopf, schüttelt es wie eine Flasche Sekt, in der sich der Druck bedrohlich aufbaut. In epischer Breite widmet er sich einem wahren Karussell von Konflikten und den zahlreichen unterschiedlichsten Charakteren, die diese Geschichte mit reichlich Leben füllen. Weil sämtliche Figuren der Geschichte teils dramatische Veränderungen durchlaufen, droht einen die ausufernde Üppigkeit beinahe zu erschlagen, doch die angenehm kurzen Kapitel erleichtern die Lektüre ungemein. Leider sind einige Charaktere doch eher stereotyp besetzt. Wie aufgrund der Konstellation zu erwarten war, spielt das Thema Rassismus eine große Rolle im gesamten Geschehen und wird regelrecht ad absurdum geführt, wenn der Rassist sein Opfer bezichtigt, ihn des Rassismus beschuldigt zu haben, wie es Yasmin bei der Arbeit widerfährt. Oder wie es in einem Gespräch von Yasmin und Joe prägnant auf den Punkt gebracht wird: „Jemanden als Rassisten zu bezeichnen ist schlimmer als ein Rassist zu sein?“ – „Lass es mich so sagen: Man kommt mit dem einen eher durch als mit dem anderen.“

Das Ende konnte mich leider nur bedingt überzeugen, das erinnerte mich nach den epischen Beziehungsgeflechten, tief verankerten gesellschaftlichen Problematiken und angerissenen Konflikten dann doch plötzlich ein wenig an eine Seifenoper.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Viel Botanik, wenig Bibliothek

Botanic Hearts
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Ein Hurrikan zerstört in Houston nicht nur unzählige Wohnhäuser, sondern setzt auch die Grant Gellman Library unter Wasser. Deren Zukunft stand vorher schon auf dem Spiel.

Bibliotheksleiterin Tansy bekommt ...

Ein Hurrikan zerstört in Houston nicht nur unzählige Wohnhäuser, sondern setzt auch die Grant Gellman Library unter Wasser. Deren Zukunft stand vorher schon auf dem Spiel.

Bibliotheksleiterin Tansy bekommt eine letzte Chance: Übergangsweise zieht die Bibliothek in den Botanischen Garten. Doch das gefällt nicht allen dort. Besonders Jack, dessen zukünftiger Leiter, sind Tansy und ihre Ideen ein Dorn im Auge.

Was für eine niedliche Idee, die Bibliothek in den Botanischen Garten zu verlegen, wo sie ganz goldig zur Little Green Library wird. Auch das Aufeinandertreffen von grumpy Jack und Sunshine Tansy versprach witzige Wortgefechte, Humor und prickelnde Momente.
Ich muss allerdings gestehen, dass mir der Einstieg in die Geschichte nicht so leichtfiel, was an der Erzählperspektive lag. Wir haben zwar 2 POV, aber nicht in der Ich-Perspektive, sondern vermittelt durch einen personalen Erzähler. Das fand ich holprig zu lesen und brauchte einige Kapitel, um mich in den Klang hineinzufinden.

Die Figur des grummeligen Jack und seine grenzenlose Pflanzenliebe fand ich hervorragend erzählt. Tansy als Person überzeugte ebenfalls. Was ich jedoch nicht spüren konnte, war die vielbeschworene Bibliotheksenergie. Die bestand zum größten Teil aus hingebungsvollen Veranstaltungen und Vorlesestunden für Kleinkinder, aber die eigentliche Bücherliebe, die wir Bookies uns in solch einem Roman wünschen, fand nicht statt. Es hätte auch einfach eine KiTa sein können, die da in den Botanischen Garten zieht.

Da ich aber das Thema der Folgen des Hurrikans – auch was das mit den Menschen dort macht - äußerst spannend und aufschlussreich geschildert fand, war ich am Ende mit dem Leseerlebnis durchaus zufrieden.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Eher Erlebnis als Erfüllung

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
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Dass Vea Kaiser die Meisterin der Fabulierkunst ist, möchte ich keine Sekunde bestreiten. Also habe ich mich voller Enthusiasmus an das 550 Seiten starke Werk gesetzt, um im ersten Moment kläglich zu scheitern. ...

Dass Vea Kaiser die Meisterin der Fabulierkunst ist, möchte ich keine Sekunde bestreiten. Also habe ich mich voller Enthusiasmus an das 550 Seiten starke Werk gesetzt, um im ersten Moment kläglich zu scheitern. Ich bin einfach nicht in die Geschichte hineingekommen. Daher habe ich sie ein wenig reifen lassen, um dann einen weiteren Anlauf zu starten, doch wieder hat sich mir der Sound der Erzählung nicht erschlossen.

Schließlich habe ich mir das Hörbuch heruntergeladen, und siehe da, plötzlich war ich im Klang drin und konnte der Erzählung folgen.

Reibungslos blieb es leider dennoch nicht, denn was den besonderen Charme des Romans ausmacht, entpuppte sich für mich als Stolperfalle: Andauernd stieß ich auf mir unbekannte Formulierungen oder Wörter. Einiges war wahnsinnig derb und zugleich amüsant. Ich hätte nie gedacht, wie inbrünstig in Wien geflucht wird! Anderes musste ich erst im Glossar nachschlagen, was natürlich zeitverzögert und unpraktisch ist, wenn man das Hörbuch unterwegs anhört.

Am Ende bin ich dann zwischen Print und Hörbuch hin und her gehüpft und irgendwo dazwischen verloren gegangen.

Was ich mitnehme? Die Erzählkunst und vor allem die unbändige Erzählfreude von Vea Kaiser springen einem förmlich entgegen, und der Roman ist gespickt mit ganz unglaublichen Begebenheiten und Situationen. Dazu mit Angelika Moser eine wahnsinnig spannende und schillernde Hauptfigur.

Für mich persönlich wollte kein ungestörter Lese-/ Hörfluss zustande kommen, so sehr ich die Geschichte auch mögen wollte. Ich bin aber sicher, dass der schillernde Glanz des Grand Hotels auf begeisterte Leseherzen überspringen wird, die besser in die Erzählung hineinfinden.

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