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Veröffentlicht am 04.04.2022

Sehr interessant

Vladimir
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https://gedankenbuecherei.wordpress.com/2022/04/03/rezension-vladimir-julia-may-jonas/

MEINE MEINUNG: Unsere Protagonistin ist eine gebildete, verheiratete Literaturprofessorin, Ende 50, die – ihrer Meinung ...

https://gedankenbuecherei.wordpress.com/2022/04/03/rezension-vladimir-julia-may-jonas/

MEINE MEINUNG: Unsere Protagonistin ist eine gebildete, verheiratete Literaturprofessorin, Ende 50, die – ihrer Meinung nach – ihre besten Jahre schon hinter sich hat. Ihr Mann John, der an der selben Universität arbeitet, hat nach zahlreichen Affären mit jungen Studentinnen eine Anzeige am Hals. Die namenlose Protagonistin und John leben in einer offenen Ehe, weshalb sie von seinen Affären wusste und das auch alles nicht so streng sieht, wie ihre Kolleginnen, die Studierenden oder auch ihre gemeinsame Tochter Sid.

Während ihr Mann von allen Seiten befeuert wird, scheint es, als würde sie sich am liebsten von allem fernhalten wollen. Stattdessen entwickelt sie eine Obsession für Vladimir, ihrem neuen Kollegen – ein verheirateter Familienvater Ende 40 und außerdem ein brillanter Autor.

Zunächst einmal ein kleiner Kritikpunkt – ich habe mir nach dem Lesen des Klappentexts etwas ganz anderes vorgestellt, als ich hier zu lesen bekommen habe. Es dauert zunächst einmal über 200 Seiten (und damit über die Hälfte des ganzen Buchs), bis es überhaupt zu einem erneuten Treffen zwischen Vladimir und der Protagonistin kommt, nachdem sie sich zu Beginn des Buches kennenlernen. Dazwischen erfahren wir die Gedanken der Protagonistin, ihre Gefühle und viel aus ihrer eigenen Vergangenheit. Sie geht mit sich selbst in Diskussion und reflektiert, was sie fühlt , was sie erlebt, ihre Ehe mit John und ihr nicht zu erklärendes Verlangen nach dem neuen Kollegen. Dieser Teil war zwar einerseits interessant, andererseits an manchen Stellen aber auch etwas zäh.

Die Autorin thematisiert in ihrem Werk wichtige, gesellschaftskritische Fragen – die Protagonistin gerät beispielsweise in die Kritik, da sie ihren Mann allem Anschein nach, trotz der Vorwürfe, nicht verlassen wird. Sie verhält sich nicht „angemessen“. Zurecht stellt sie sich selbst die Frage, was denn überhaupt „angemessen“ wäre. Scheinbar ist das Modell der offenen Ehe allgemein weniger akzeptiert, was sie selbst verwundert.

Die Protagonistin und auch die restlichen Personen waren nicht sonderlich sympathisch, was aber gar nicht unbedingt negativ war. Es ging hier nicht darum, sympathische Charaktere zu erschaffen, sondern wichtige Themen anzusprechen und zu diskutieren. Trotz ihrer Art, sich selbst in jedem zweiten Gedankenganz niederzumachen und zu kritisieren, fand ich die Protagonistin eigentlich doch cool, mit ihren unverblümten Gedanken, ihrer Fehlbarkeit und ihrer Liebe zu Literatur. Von Vladimir bekommt man tatsächlich nicht allzu viel mit.

Erst das letzte Drittel nimmt so richtig an Fahrt auf und hier wird es auch skurril. Irgendwie driftet es doch sehr ins Absurde, wird unglaubwürdig und ich kann verstehen, dass einige andere Leser
innen zu dieser Stelle Kritik äußern. Trotzdem fand ich es aus genau diesem Grund doch wieder unterhaltsam und habe mich gefreut, dass noch ein klein wenig Schwung in die Geschichte kam.

Was auch nicht unerwähnt bleiben darf, ist der Schreibstil der Autorin – alle Achtung, denn sprachlich habe ich hier wirklich etwas Besonderes zu lesen bekommen. Irgendwo zwischen akademischer Fachsprache und vulgärem Schimpfen ist es der Autorin gelungen, der namenlosen Protagonistin ihre ganz eigene Stimme zu verleihen. Ganz großer Pluspunkt!

FAZIT: Mit „Vladimir“ von Julia May Jonas habe ich ohne Zweifel etwas ganz Besonderes gelesen, was nicht zuletzt an ihrer einzigartigen und klugen Sprache lag. Die Gedanken der Protagonistin waren interessant zu verfolgen und auch das absurde Ende hat es mir irgendwie angetan. Trotzdem war es mir in der Mitte an einigen Stellen zu zäh, zu langatmig, weshalb ich das Buch zwar empfehle, es aber trotzdem kein Highlight für mich war.

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Veröffentlicht am 14.02.2022

Ganz nett für Zwischendurch

Die dritte Freundin
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https://gedankenbuecherei.wordpress.com/2022/02/13/rezension-die-dritte-freundin-araminta-hall/

MEINE MEINUNG:
Nancy wird tot aufgefunden und ihre beiden Freundinnen Eleanor und Mary sind schockiert. ...

https://gedankenbuecherei.wordpress.com/2022/02/13/rezension-die-dritte-freundin-araminta-hall/

MEINE MEINUNG:
Nancy wird tot aufgefunden und ihre beiden Freundinnen Eleanor und Mary sind schockiert. Vor allem Eleanor ist verzweifelt, sie wusste nämlich von Nancys Affäre und dass sie diese beenden wollte. Allerdings war ihr Liebhaber dagegen und trotzdem hat Eleanor nichts getan, um ihr zu helfen. Jetzt ist Nancy tot und alle sind sich einig, dass der mysteriöse Liebhaber der Mörder ist. Es ist nun einmal die einfachste Lösung.

Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert und in jedem neuen Abschnitt wird eine der drei Freundinnen näher unter die Lupe genommen. Das Buch startet mit Eleanor zu dem Zeitpunkt, als Nancy tot aufgefunden wird. Nach und nach erfahren wir, wie Eleanor ihre Freundin gesehen und behandelt hat und wie sehr Eleanor von Schuldgefühlen geplagt wird. Sie unternahm nämlich nichts als Nancy ihr von der Affäre beichtete, da sie Nancys Verhalten in keiner Weise tolerieren wollte. Dieser Part war zwar spannend, allerdings auch etwas langatmig. Die Geschichte wird aus der dritten Person geschildert, weshalb das Ganze auch immer etwas auf Distanz bleibt. Zunächst war das gewöhnungsbedürftig, allerdings kommt man durch den wunderbaren Schreibstil auch wunderbar ins Geschehen. Dennoch habe ich mich beim Lesen immer wieder gefragt, ob Eleanor ihre angeblich besten Freundinnen Nancy und Mary überhaupt mag. So ganz wurde ich nicht schlau aus ihr, allerdings war die Geschichte so auch durchweg geheimnisvoll und machte mich neugierig. Trotzdem hätte man in diesem Abschnitt etwas kürzen können.

Im zweiten Abschnitt erfahren wir in Rückblenden von Nancys Leben, ihren Gefühlen und wie sie die Menschen in ihrem Umfeld wahrnimmt. Der zweite Abschnitt beginnt direkt mit einer riesigen Enthüllung, einer Wende, mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe, weshalb ich trotz der Längen vorher, wieder mitten im Geschehen war. Hier konnte mich die Autorin absolut abholen und ich habe diesen Abschnitt am meisten genossen. Mit psychologischem Geschick schafft es die Autorin, das Bild von Nancy, das sie in Eleanors Abschnitt entworfen hatte, noch einmal komplett umzuwerfen und mich völlig von einer anderen Sichtweise zu überzeugen. Hier keimte dann auch langsam ein Verdacht auf, der sich zum Ende dann bestätigen sollte.

Der dritte Teil, Marys Abschnitt und auch das Ende, haben mich sehr wütend zurückgelassen. Hier ist nach Nancys Tod schon einige Zeit vergangen und alles was hier passiert, war zwar sehr plausibel und verständlich, allerdings hätte ich mir definitiv etwas anderes gewünscht. Marys Charakter hat mich teilweise sehr genervt und ich wollte beinahe das Buch weglegen und nicht mehr weiterlesen.

Trotzdem hat mich dieses Buch auf irgendeine Weise sehr fasziniert – so bekommt man in jedem Abschnitt eine andere Sichtweise präsentiert, mit der sich auch meine eigene Sicht der Dinge komplett änderte. Die Autorin hat mich wunderbar im Dunkeln tappen lassen. Etwas anstrengend war für mich, dass es keine richtige Kapiteleinteilung, nur diese drei großen Abschnitte und kleinere Unterabschnitte gab. Der Schreibstil war flüssig, leicht und trotzdem ein wenig anspruchsvoller.

FAZIT:
Ein spannender, interessanter und unterhaltsamer Roman, der trotzdem ein wenig seine Längen hat und dessen Ende mich einfach etwas ratlos und enttäuscht zurückgelassen hat. Der Schreibstil hat mir ganz wunderbar gefallen, auch wenn die Erzählperspektive aus der dritten Person etwas gewöhnungsbedürftig war. „Die dritte Freundin“ war für mich ein solider Spannungsroman, der mich vor allem durch die interessanten Charaktere abgeholt hat, obwohl ich weder Mary, Eleanor noch Nancy unbedingt Sympathien entgegenbringen konnte.

3,5/5 ♥

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Mittelmäßig

Middle of the Night
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Für mich war es das dritte Buch von Riley Sager und ich bin noch nicht sicher, ob ich weitere Bücher von ihm lesen will. Das Buch war zwar nicht schlecht, aber so ganz überzeugt hat es mich leider auch ...

Für mich war es das dritte Buch von Riley Sager und ich bin noch nicht sicher, ob ich weitere Bücher von ihm lesen will. Das Buch war zwar nicht schlecht, aber so ganz überzeugt hat es mich leider auch nicht.

Was Riley Sager besonders gut kann, sind atmosphärische Bilder hervorrufen. Düsternis und leichter Grusel waren stetige Begleiter beim Lesen des Buchs. Die Geschichte ließ sich wieder gut lesen und ich habe sehr schnell ein Gefühl für die Charaktere bekommen. Vor 30 Jahren verschwand Ethans bester Freund Billy, als sie beide noch Kinder waren und Ethan will jetzt herausfinden, was damals wirklich geschah. Alle schienen irgendwie verdächtig, und doch irgendwie auch niemand davon. So richtig Miträtseln konnte ich nicht. Dafür war das Buch einfach viel zu ruhig und lange Zeit passiert auch nichts. Die Handlung plätschert vor sich hin und auch wenn ich es nicht langweilig fand, war mir etwas zu wenig los.

Immer wieder wurden ein paar mysteriöse Situationen eingestreut und lange war nicht klar, ob das Buch in eine übernatürliche Richtung gehen wird. Billy war nämlich schon immer sehr fasziniert von Geistern und dieses besondere Interesse nimmt auch einen großen Fokus im Buch ein. Im letzten Drittel kommt noch ein bisschen Schwung in die Kiste und die gesamte Auflösung hat mir sehr gut gefallen. Diese Twists - das kann der Autor einfach. Aber der Weg dahin war mir etwas zu laaaaaang. Daher schon irgendwie ne Empfehlung, wenn ihr mal einen etwas ruhigeren Roman mit gruseligen Elementen lesen wollt. 3 ⭐️

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Nicht ganz meins

The Heat is on – Something‘s Cooking Between Us
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Ich muss zugeben, „The heat is on“ hat es mir nicht leicht gemacht. 🥹 Nachdem ich hier wirklich nur Highlightrezensionen gelesen habe, dachte ich, das ist ne sichere Sache. Auch diese Rezension macht es ...

Ich muss zugeben, „The heat is on“ hat es mir nicht leicht gemacht. 🥹 Nachdem ich hier wirklich nur Highlightrezensionen gelesen habe, dachte ich, das ist ne sichere Sache. Auch diese Rezension macht es mir gerade nicht leicht, weil ich euch gar nicht so richtig sagen kann, was mich gestört hat. Es waren auch alles keine dramatischen Störfaktoren, aber mir ist nach ca. 200 Seiten einfach die Lust auf das Buch flöten gegangen.
Zuerst einmal war ich nicht der größte Fan von unserer Protagonistin Julia. Ich bin generell keine Freundin von „Sie ist die Eiskönigin und zu gewissen Leuten einfach aus Prinzip schon fies“ und sie hat sich anfangs so vehement gegen Romeo gewehrt und immer wieder betont, wie schei*** sie ihn findet, dass ich irgendwann nur noch die Augen verdreht habe. Auch handlungstechnisch war mir zu wenig los. Was ich aber ziemlich cool fand, war die Thematisierung eines wichtigen Themas, dass so eher selten bis gar nicht in Romance Büchern vorkommt. Das würde jetzt spoilern, aber wie viel Raum das hier auch eingenommen hat, war super.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich einfach nicht warm geworden bin mit dem Buch. Ich fand es stellenweise langweilig, dann wieder witzig, denn humorvoll ist es schon, dann aber wieder langweilig - ihr seht, es war ein wilder Ritt. Vielleicht war es nicht der richtige Moment, vielleicht lag es an mir, aber bis zum Schluss hatte ich meine Probleme mit dem Buch. In Bezug auf die Lovestory war meine Gefühlslage auch eher lauwarm.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Enttäuschend

Royal Heist
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Nachdem ich die „Don’t“-Reihe abgöttisch geliebt habe, und auch „Westwell“ mir richtig gut gefallen hat, hatte ich hohe Erwartungen an „Royal Heist“. Und muss leider jetzt schon sagen, dass ich gar nicht ...

Nachdem ich die „Don’t“-Reihe abgöttisch geliebt habe, und auch „Westwell“ mir richtig gut gefallen hat, hatte ich hohe Erwartungen an „Royal Heist“. Und muss leider jetzt schon sagen, dass ich gar nicht mehr so richtig zusammenkriege, was da passiert ist. Dafür war mir die Handlung zu lasch.

Der Schreibstil war wieder super und es gab auch Szenen, die ich richtig gut fand. Vor allem auch Tristan und seine royalen Geschwister haben mir richtig gut gefallen. Leider fand ich Darcy und ihre Diebescrew super flach und konnte auch die Beweggründe nicht so ganz nachvollziehen. Okay, wieso sie die Queen hassen verstehe ich noch, aber was haben euch denn ihre Kinder angetan? 😅 Dazu kam, dass dieser ganze Raubüberfall eher lauwarm als hot war. Wurde ab und zu erwähnt, war aber nichts halbes und nichts ganzes. Ich habe dahingehend etwas mehr Spannung erwartet. Wir ignorieren jetzt auch einfach mal, dass es völlig unlogisch ist, wie easypeasy ne Gruppe Halbstarker eben mal mir nix, dir nix in den Palast der Queen einsteigen kann und keinem fällts auf. Wir reden uns einfach ein, dass das alles Supergenies sind, dann kommt das vielleicht hin… Im Fokus stand ganz klar die Liebesgeschichte und die habe ich einfach nicht gefühlt. Dabei gab es auch noch einen grundlegenden Aspekt, den ich so dermaßen unlogisch fand, dass ich die ganze Geschichte hinterfragt habe. Das würde an der Stelle aber spoilern. 😅 Insgesamt war mir die Geschichte zu unoriginell, als hätte ich das schon 15 Mal genau so gelesen. Die vielen positiven Rezensionen haben mir aber einen dicken Cliffhanger versprochen, also hatte ich zumindest Hoffnung, dass mir das Ende Lust auf den nächsten Band machen würde. Dieser „Cliffhanger“ war aber so was von genau das, was man hätte erwarten können, dass auch das nicht erfüllt wurde.🥹 Vielleicht werde ich noch weiterlesen, aber ganz ehrlich? Neugierig bin ich jetzt nicht so. 3 ⭐️

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