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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2026

Erfrischend neu, jedoch fehlte mir die angekündigte Satire

Kurz vor Paris
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„Kurz vor Paris – Der kuriose Weg zur Freiheit“ von Agga Kastell erzählt von einer ungewöhnlichen Reise in einer postapokalyptischen Welt. 15 Jahre zuvor hat die große Menge der Weltbevölkerung für Erdbeben ...

„Kurz vor Paris – Der kuriose Weg zur Freiheit“ von Agga Kastell erzählt von einer ungewöhnlichen Reise in einer postapokalyptischen Welt. 15 Jahre zuvor hat die große Menge der Weltbevölkerung für Erdbeben gesorgt, welche Atomkraftwerke zerstört hat und somit die Atomkraftunfälle. Insekten wurden so groß wie Menschen, liefen auf Beinen und mit Hilfe von Translatorchips hinterm Ohr können alle miteinander sprechen

Der junge Mensch Stinker reist gemeinsam mit der Fliege Flymo und dem Schmetterling Meiling Richtung Paris, um persönliche Träume zu erfüllen. – doch ihre Pläne ändern sich, als sie der schwangeren Wespe Puck begegnen, die vor einer rassistischen Gemeinschaft auf der Flucht ist. Aus dem zunächst skurrilen Roadtrip entwickelt sich eine Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und den Mut, sich gegen Ausgrenzung und faschistische Ideologien zu stellen.

Der Roman hat eine originelle Idee und eine ungewöhnliche Figurenkonstellation. Die Beziehung zwischen Menschen und Insekten wirkt überraschend selbstverständlich und verleiht der Geschichte Wärme und Humor. Die Autorin verbindet witzige Dialoge, kuriose Begegnungen und emotionale Momente mit gesellschaftskritischen Themen wie Rassismus, Machtmissbrauch und Verfolgung, ohne dabei belehrend zu wirken.

Besonders die Dynamik zwischen den Hauptfiguren sowie Pucks Entwicklung von Misstrauen zu Vertrauen verleihen der Handlung Herz und Dramatik.

Wir erfahren zwar kleine Infos, wie die speziellen Sitze in der Bahn für Schmetterlinge, Menschen, oder auch breite Sitze für Wespen. Aber darüber hinaus, bleibt leider viel an Informationen zurück, wenn es um die Umwelt geht und die politischen Hintergründe werden nur angerissen und die Gruppe der Nordos hätten mehr Tiefe vertragen können. Wir erfahren zwar am Rande, wie diese Kommune ähnlich einer Sekte handelt, aber dennoch blieb es hier oberflächlich. Ebenso habe ich leider nicht ganz die Satire in der Geschichte gefunden, womit das Buch jedoch wirbt. Ich schaue gerne Politische Satire und weiß daher, wie diese aussieht, hier sind es aber nur minimal Seitenhieb und zu wenig Humor und zu wenig Schlagseite.

Die Geschichte ist mit weniger als 300 Seiten schnell gelesen und es zeigt eine Welt, wo Insekten untereinander genauso Rassismus ausgesetzt sind wie Insekten von Menschen und Menschen Rassismus durch Insekten erfahren. Es bringt aktuelle Themen auf und zeigt das trotz dieser Diversität ein Miteinander möglich ist und man Freunde und Familien darauf aufbauen kann. Ganz ausgereift ist die Geschichte für mich leider nicht gewesen, aber es war dennoch erfrischend neu.

Veröffentlicht am 22.02.2026

Dunkle Fantasy mit (En)Täuschungen

Eramor - Reich der dunklen Fae
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Mit Eramor – Reich der dunklen Fae werden wir in eine düstere, märchenhaft-bedrohliche Welt voller Intrigen und gefährlicher Prüfungen mitgenommen. Im Mittelpunkt steht Seren, welche eine nie gewollte ...

Mit Eramor – Reich der dunklen Fae werden wir in eine düstere, märchenhaft-bedrohliche Welt voller Intrigen und gefährlicher Prüfungen mitgenommen. Im Mittelpunkt steht Seren, welche eine nie gewollte Verbindung zu den Fae aufnehmen muss.

Der Einstieg hat mir gut gefallen. Wir erfahren vom harten Alltag und dem Überlebenskampf nicht zu verhungern. Das verbotene Wildern nach Kaninchen, die Suche nach Beeren und täglich die Angst vor Gewalt in den eigenen Reihen. Seren die als Andenken an ihre Oma eine sehr wichtige Halskette hat und schon früh in der Geschichte eine Karte findet, welche ihr Großvater vom Hofe der Fae rausbringen lassen konnte. Seren handelt nicht kopflos, sondern aus Überzeugung – besonders deutlich wird das, als sie anstelle von Ellis Bruder den Weg an den Hof der Fae antritt. Diese Entscheidung passt gut zu ihrem Charakter: loyal, mutig, aber auch naiv.

Die Welt der Fae ist atmosphärisch und teilweise angenehm grausam gestaltet. Besonders spannend fand ich, dass Fae nicht lügen können – aber eben auch nicht die ganze Wahrheit sagen müssen. Dieses Detail sorgt immer wieder für Misstrauen und unterschwellige Spannung. Auch ihre Fähigkeiten – das Verschmelzen mit der Umgebung, Tierverwandlungen, geschärfte Sinne oder das Auftreten mit Flügeln – werden bildhaft beschrieben. Dass nur Eisen und Silber ihnen wirklich gefährlich werden können, verleiht der Welt zusätzliche Struktur.

Am Hof selbst wird es politischer: König Azor, der den Tod seines Vaters zumindest nicht verhindert hat, seine Geschwister – vor allem der grausame Baal – und die unterschwelligen Machtspiele machen deutlich, wie zerbrechlich das Gleichgewicht ist. Besonders interessant fand ich Elion, den Lichtweber und vierten in der Thronfolge. Als vermeintlich „unnützer“ Nachfolger in den Krieg geschickt, hebt er sich stark von seinen Schattenweber-Brüdern ab. Er, der für Seren noch eine sehr wichtige Person in der Geschichte wird und nicht wie ein typsichern Fae wirkt, welche immer als die Bösen dargestellt werden.

Neben der politischen und persönlichen Geschichte gibt es das wirklich Böse. Schattenwesen, welche aus einem Riss entstammen, und Fae, egal wie gut ausgebildet und trainiert, reihenweise töten. Hier kommt eine Prophezeiung ins Spiel, welche bis auf Elion niemand so wirklich glauben will, und Seren ist ein sehr wichtiger Bestandteil dieser.

Warum mich das Buch nun nicht wirklich überzeugen konnte: Es hat sich gezogen und es fehlte mir die Spannung. Wie Seren recht zu Anfang des Buches die Entscheidung traf den Weg zum Schloss anzutreten und den Spielen beizuwohnen, muss sie durch einen Sumpf. Wie zähflüssig dort die Flüssigkeiten sind, so war hier auch die Geschichte. Ich habe mehrere Seiten übersprungen und gewartet bis sie gerettet wurde. Denn was sie nicht kann, ist auf sich aufpassen. Sie weiß um die Tricks und Fallen der Fae, um andere Wesen in dieser Welt, die ihren Tod sehen will. Läuft der ersten Täuschung in den Arm und lässt sich fasst umbringen. Nächste Prüfung auf dem Weg zum Schloss, lässt sich wieder von einer Täuschung (immer Menschen die „verschwunden“ oder „tot“ sind) einnehmen und stirbt auch hier wieder fast, würde man sie nicht unterstützen.

Das hat es mir leider sehr schwer gemacht, mit ihr zurecht zu kommen. Zudem ich nicht verstehe, warum die Weiber in den Büchern immer zickig sein müssen und selbst in ihren Gedanken immer die Männer beleidigen müssen.

Darüber hinaus hat sich bis 60% kaum etwas in der Geschichte getan und ich habe mich ab hier nur sehr schwer durchs Buch weiter durchgelesen. Die Leichtigkeit des Anfangs war verflogen und es fühlte sich für mich an wie ein Buch, welches ich in x-Varianten schon gelesen habe. Werde ich den zweiten Teil lesen? Nein. Aber ich empfehle es jeder Person, die kein Problem mit Mainstreamgeschichten und kein Problem mit Blut und Gewalt hat.

Veröffentlicht am 07.02.2026

Prüfungen, Magie, Freundschaften, Morde und darüber hinaus nichts Neues

The Ordeals
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Ich lese am liebsten Fantasy. Prüfungen und ein Setting an Akademien sind auch nie verkehrt. Nun kann man das Rad nicht neu erfinden und in jeder Geschichte finden wir etwas, was wir bei einer anderen ...

Ich lese am liebsten Fantasy. Prüfungen und ein Setting an Akademien sind auch nie verkehrt. Nun kann man das Rad nicht neu erfinden und in jeder Geschichte finden wir etwas, was wir bei einer anderen schon hatten, aber wichtig ist, dass diese eine fesseln kann.
So hat sich „The Ordeals“ genau diese Mischung oben genommen und die Protagonistin Sophie hervorgebracht. Diese verlor als Kind schon ihre Eltern und hat sie auch nie kennen gelernt. Beim „Sammler“ wurde sie aufgezogen und ihre einzige Bezugsperson, ist die schon recht lebensältere Dolly. Sophie besitzt nur ganz schwach die Gabe einer Illusionistin. Der Sammler ist wiederum ein Alchemist, und gehört somit zu den stärksten Wirkern in dieser Welt.
Sophie ist gefangen unter der Macht des Sammlers und möchte nur noch fliehen. Die einzige Chance hierfür ist es die Ordeals zu bestehen, und der wichtigsten Mageiakademie Killmarth beitreten zu können. Doch die Prüfungen sind lebensgefährlich und nur 20 schaffen es bis zum Ende. Der Rest geht freiwillig oder stirbt bei den Prüfungen.
Sie überlistet den Fremden jungen Mann Alden Locke, um Informationen zu erhalten und sich den Ordeals anschließen zu können. Dies führt dazu, dass beide fortan diese als Team bestreiten müssen. Im Kampf gegen einen Mörder vor Ort, Wirkern aus den Bereichen Botanik, Alchemie, Illusionisten und Maskierer versucht sie ihre eigene Stärke zu finden und öffnet sich das erste Mal vollkommen einen Menschen.
Ist die Story neu? In Teilen ja und in Teilen nein.
Die Charaktere sind alle in Ordnung, auch wenn sie nicht vor Tiefgang strotzen. Sophies Entwicklung ist schön anzusehen aber zu oft mit Zweifeln und Ängsten versehen. Ihr sehr häufiges Verlangen Alden am liebsten ins Bett zu zehren, war sehr anstrengend. Neben Alden sind alle anderen Figuren nur Nebendarsteller und bekommen leider zu wenig Raum sich zu präsentieren und zu entwickeln.
Die Geschichte hat ihre Längen. Gerade in Wiederholungen, wenn Sophie rattig ist, Gedankengänge von ihr wiederholt stattfinden oder bei der ersten großen Prüfung die Überquerung einer Fläche sehr schwer gestaltet ist aber man das Gefühl hat man versucht aus einem Luftballon mit Sauerstoff einen Heißluftballon, der schwebt zu machen.
Die Möglichkeiten der Wirker waren gut gewählt. Ein Botaniker kann heilen, so wie Alchimist, aus dem Nichts etwas erschaffen kann. Maskierer kopieren eine Person bis aufs haar und weiter. Hier hätte ich mir mehr gewünscht, als die paar Szenen wo deren Magie zu spüren war.
Alles in allem ist es eine nette Geschichte, aber keine die wirklich in Erinnerung bleiben wird.

Veröffentlicht am 11.12.2025

Viel Versprochen aber nur wenig geliefert

The Academy
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Wie ich den Klappentext lass, war mein erstere Gedanke: Mal eine Internatsstory die ein bisschen was an Drama, Action und Abwechslung verspricht. Eine App, die für Unruhe sorgt, ein Suizid der Folgen haben ...

Wie ich den Klappentext lass, war mein erstere Gedanke: Mal eine Internatsstory die ein bisschen was an Drama, Action und Abwechslung verspricht. Eine App, die für Unruhe sorgt, ein Suizid der Folgen haben wird und viel Druck nach dem Erreichen dieses sehr guten Platzes im Ranking.

Leider konnte mich das Buch nicht von sich überzeugen. Wir starten in ein neues Schuljahr und der Tod der Schülerin Cinnamon hängt noch in der Luft. Wir erfahren recht schnell das es ein Suizid war und sofort kommt der Verdacht auf zu viel Stress und Druck auf. Immerhin geht es an dieser Schule darum, später an die besten Unis zu kommen.
Doch die meisten Schüler dieser Schule werden diesen Schritt nie schaffen, da es für die meisten nur eine Zwangslage ist, welche sie erleben müssen, da ihre Eltern zu viel Geld haben und sie dort untergebracht haben um sich mehr um sich selbst und das dicke Geld kümmern zu können.

So erleben wir die Geschichte schon recht schnell aus unterschiedlichen Perspektiven von den Schülern, den Lehrkräften, des Koches und der Schulleitung. Der Druck hübsch und beliebt zu sein bei den Minderjährigen, Beziehungen unter den Lehrkräften, die nicht gut laufen, Zusatzgeschäfte, die zur Kündigung führen würden und der nun frische Druck zur zweitbesten Schule des Landes zu gehören.

Dies führt zu Essproblemen, Ärger bei der ersten Liebe, Übergriffen, Regelverstoßen und sehr viel Stress bei den Charakteren. Leider bleiben diese trotz der guten Möglichkeit an Vorlagen weit hinter dem wie sie sein könnten. Blass und eintönig und sehr vorhersehbar zieht sich die Geschichte in eine Länge, der ein paar Charaktere und Storys weniger sehr gutgetan hätten.

Für mich ist es kein Roman, sondern eher ein Jugendbuch mit Schwerpunkt erste Liebe, Schuldruck, Enttäuschungen und daneben die Sorgen der Erwachsenen. Leider kann ich der Geschichte nichts abgewinnen und kann diese auch nicht weiterempfehlen. Wer ein Buch ohne große Überraschungen und eher mit seichter Thematik sucht, ist hier gut aufgehoben.

Veröffentlicht am 30.10.2025

Eine Geschichte rund um persönliche Belange und dann kommt erst die Mördersuche

Das Internat
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Ein Internat, eine misslungene Halloweenparty und eine tote Schülerin. „Das Internat“ versteht sich als Thriller, ist aber in seiner Umsetzung nur ein leichter Krimi mit dem Schwerpunkt auf familiären ...

Ein Internat, eine misslungene Halloweenparty und eine tote Schülerin. „Das Internat“ versteht sich als Thriller, ist aber in seiner Umsetzung nur ein leichter Krimi mit dem Schwerpunkt auf familiären Problemen.
„Jeder hat ein Geheimnis. Niemand ist sicher.“ Ist der Untertitel. Ich kann das erste bestätigen, aber mal im Ernst, wer hat kein Geheimnis? Und nicht alle im Buch haben mit der toten Sarah zu tun. „Niemand ist sicher?“ Das Buch schwört jetzt nicht darauf, jeden als Verdächtigen zu benennen.
So sind wir recht schnell in der Handlung und erfahren das die Party für Sarah tödlich geendet ist. Wer bei dieser dabei war, wird nach und nach erläutert. Jede Person hat jedoch einen guten Grund, nicht die ganze Wahrheit über den Abend zu sagen.
So ermittelt Ben und erfährt das seine Tochter Ellie auch da war, ganz zu seinem Unmut und den seiner Ex-Frau, die beide davon ausgingen, dass Ellie jeweils beim anderen war. Was hat es mit dem Blut auf Ihrer Kleidung auf sich? War sie am Tod beteiligt?
Und so habe ich bereits die drei wichtigsten Personen, mit den meisten Augenmerk aufgezählt. Ben ist als Ermittler natürlich überall mit dabei, jedoch ist auch seine private Situation sehr präsent. Neben der Trennung von seiner Frau, die erst wenige Monate her ist, und der Tatsache das die neue schon Schwanger ist, ist es die Sorge um die Tochter.
Rachel macht sich Sorgen um Ellie und bemuttert diese zu sehr. Das sie als Schulpsychologin am Internat angestellt ist, macht es für Ellie nicht einfacher.
Ellie ist ein Teenager. Sie will die örtliche Natur beschützen, ist gegen ein Bauprojekt, hat Zukunftssorgen und Druck welches durch das Stipendium da ist. Gegen die Eltern rebellieren ist bei ihr nichts besonders schwerwiegendes, sondern im normalen Rahmen.
Diese drei persönlichen Geschichten überschatten an vielen Stellen die Story um die tote Sarah. Die Personen an der Schule, der überaus sympathische Lehrer, der bei den Schülerinnen zu beliebt ist, der merkwürdige Hausmeister, der nachts rumschleicht, der Baumogul der mehr Wut wegen seines Bauprojektes halt als um den Tod der eigenen Nichte sind daher mehr Randfiguren.
Alles in allem versprüht die Geschichte mehr ein Familiendrama als die Inhalte eines Thrillers. Denn die Definition besagt folgendes: „Ein Thriller ist ein Genre, das durch Spannung und Nervenkitzel gekennzeichnet ist. Inhaltlich geht es meist um eine existenzielle, oft lebensbedrohliche Gefahr für die Hauptfigur, Zeitdruck, unerwartete Wendungen und ein hohes Erzähltempo. Typische Inhalte sind intensive Konflikte zwischen Protagonist und Antagonist, psychologische Tiefe der Charaktere, Cliffhanger, falsche Fährten und ein Spannungsbogen, der erst im Finale aufgelöst wird.“
Spannung? Nein. Nervenkitzel? Nein. Der ganze Rest der Definition kommt erst zum Ende auf und somit für mich zu spät.
Wer also ein Familiendrama möchte, mit der nebensächlichen Suche nach der mordenden Person ist hier gut aufgehoben. Man darf nur leider keine großen Erwartungen an das Buch mitbringen.

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