Eine Reise ohne Wiederkehr
Die verborgenen BilderAls Frieke in ihrer neuen Wohnung Zeichnungen von früher entdeckt, sind ihre Nöte aufgrund der neuen familiären Situation fast vergessen. Denn in dieser Welt von damals ist doch alles so viel schöner, ...
Als Frieke in ihrer neuen Wohnung Zeichnungen von früher entdeckt, sind ihre Nöte aufgrund der neuen familiären Situation fast vergessen. Denn in dieser Welt von damals ist doch alles so viel schöner, findest du nicht?
Ein Ansatz, eine Welt besser kennenzulernen, ist sich selbst in sie begeben. Nun ist das etwas schwierig, wenn zwischen dieser Welt und der eigenen etwa 100 Jahre liegen.
Die Autorin hat den Weg gewählt, diese Möglichkeit über eine Zeitreise zu geben.
Dabei ist die Geschichte von damals eng mit der Gegenwart verknüpft, nicht nur im Buch, sondern auch in der Realität.
Die Thematik des Nationalsozialismus wird ja in Schulen behandelt, allerdings kam es mir in Erinnerung immer sehr abstrakt vor. Weil man in einer Welt lebt, in der man meist selten mit solchen Auseinandersetzungen in Kontakt kommt und Menschen überwiegend glücklicherweise ein anderes Mindset haben. Allerdings ist in den letzten Jahren leider ein deutlicher Rückschritt von der liberalen Entwicklung zu bemerken.
Kindern über den Unterricht hinaus die Möglichkeit zu geben, sich mit dem Thema vertraut zu machen und demokratische Werte zu lernen, ist daher ein guter Weg, Verständnis zu erwirken.
Dieses Buch, wie andere Vertreter ebenfalls, bietet Wissen und zeigt auf, wie man sich auch in sich selbst täuschen kann. Dabei fühlt es sich nicht an wie lernen, sondern ist eine Abenteuergeschichte, die das mit mit der Gesellschaft verbindet.
Ich finde das Buch gelungen, denn Lernen ist für das Leben, nicht für die Schule, ist hier ein essentieller Punkt. Gleichzeitig wird auch die aktuelle Brisanz inkludiert und die Erinnerung gestärkt.
Kleines Manko für mich war nur im Schlussteil eine Reaktion, die ich mir im Gesamtbild anders gewünscht hätte, da sie meines Erachtens "sich ein Bild machen" und "sich (weiter-)bilden" hätte unterstützen können.
Ich könnte mir vorstellen, dass das Buch auch als Schullektüre geeignet wäre.