In diesem dritten Roman um Kommissar Dupin wird der Kommissar gleich zu Beginn beschossen. Er war der vagen Bitte einer ihm gut bekannten Journalistin in die Guérande, dem Salzanbaugebiet der Bretagne, ...
In diesem dritten Roman um Kommissar Dupin wird der Kommissar gleich zu Beginn beschossen. Er war der vagen Bitte einer ihm gut bekannten Journalistin in die Guérande, dem Salzanbaugebiet der Bretagne, gefolgt. Er schnüffelt quasi ohne Auftrag herum und wird plötzlich beschossen.
Die Guérande ist ein Distrikt, in dem die Polizei von Concarneau nichts zu suchen hat. Und so passiert es, dass der Kommissar und seine beiden Assistenten Riwal und Kadeg nicht an vorderster Front ermitteln dürfen. Dupin bekommt eine “Partnerin” an seine Seite: die zuständige Kommissarin Rose. Bannalec führt damit eine neue Figur ein, an der sich seine Hauptfigur die Zähne ausbeißen kann. Was wohl auch daran liegen mag, dass sie fast ähnlich tickt wie er. Sie gibt ihm so manches Mal Rätsel auf und weiß offenbar immer ein wenig mehr über ihn, als er über sie.
Der Kriminalfall spitzt sich zu, besonders nachdem es Tote gegeben hat. Die Zahl der Verdächtigen ist immens. Alle großen Köpfe in der Salzproduktion scheinen ein Motiv zu haben, wobei genau das auch den Eindruck erweckt, als würde es zunächst gar kein Motiv geben. Leser dürfen also gespannt auf den Spannungsbogen sein.
Obwohl Bannalec immer noch viel Wissen über die Bretagne, insbesondere über die Salzproduktion vermittelt, wurden diese ausufernden Beschreibungen im dritten Roman etwas zurückgefahren. Die fiktive Kriminalhandlung hat eindeutig Vorrang erhalten.
Leser können sich erneut auf kribbelnde Spannung und humorvolle Figuren in gelöster Urlaubsstimmung freuen.
Der Kriminalroman von Johannes Wilkes stammt aus dem ars Vivendi Verlag und führt die Leser in das idyllische Bayreuth sowie dessen Festspielhaus.
Karl-Dieter ist ein herausragender Erlanger Bühnenbildner. ...
Der Kriminalroman von Johannes Wilkes stammt aus dem ars Vivendi Verlag und führt die Leser in das idyllische Bayreuth sowie dessen Festspielhaus.
Karl-Dieter ist ein herausragender Erlanger Bühnenbildner. Gerade vollzog sich die Krönung seiner Karriere, denn er wurde ans Bayreuther Festspielhaus zuur Inszenierung des neuen Parsifals berufen. Das ist für ihn das absolut größte Ereignis.
Doch Karl-Dieters Stimmung bekommt einen Dämpfer, als er von der Intendantin erfährt, dass seine Assistentin Helin nicht zur Arbeit erschienen ist. Er hatte sich für die Kurdin besonders stark gemacht und gehofft, sie würde der harten Beurteilung durch dieautoritäre Intendantion bestehen. Doch nun das. Denkt Karl-Dieter zunächst noch an einen banalen Grund, so beginnt er bald, sich Sorgen zu machen, nachdem er von allen Bekannten der jungen Frau erfährt, dass auch sie Helin nicht mehr gesehen haben.
Auch die Verbindung zwischen Helin und ihrem Freund Tim ist unterbrochen. Tim ist Journalist und musste gerade aus der Türkei fliehen, um seine große Reportage in Deutschland veröffentlichen zu können.
Karl-Dieter bittet seinen Lebensgefährten, Kommissar Mütze, ihm bei der Suche nach seiner Assistentin zu helfen aber in Gottes Namen nicht die Polizei einzuschalten.
Johannes Wilkes hat den Krimi entlang des Parsifals aufgebaut. Zunächst als Arbeitsplatz für einen Protagonisten werden schlieĺich die Kapitel zu Beginn mit einem Zitat aus der Oper geziert. Somit grummelt es immer im Hintergrund von Bühnen- und Theatergeräuschen. Aber neben Festspielhaus in Bayreuth sind auch Erlangen und die fränkische Schweiz Schaulätze dieses doch politischen Krimis.
Der Klappentext des Romans »Der Fall Wagner« lässt nicht erwarten, dass es um ein politisch brisantes Thema geht. Denn sowohl mit dem Journalisten Tim, der über einen angeblichen Putschversuch auf den türkischen Machthaber berichten will, als auch Helin, die an Demonstrationen der Kurden teilnimmt, wird ein politisches Thema für Motivation eines Verbrechens genutzt. Gleichzeitig werden hiermit Handlungsstränge gelegt, die den Lesern viel Freiraum für Spekulation lassen.
Für einen Rahmen um die Verbrechen herum hat Johannes Wilkes das Privatleben von Karl-Dieter und Mütze gewählt. Auch diesen Konflikt wünschen sich Leser gerne als gelöst. Somit wird Spannung auf verschiedenen Ebenen geboten.
Geschmückt wird »Der Fall Wagner« am Ende des Romans noch mit einem erzählrischen Abriss der Entstehungsgeschichte des Bühnenweihfestspiels. Außerdem ist das gedruckte Taschenbuch mit einem wunderschönen Farbschnitt versehen.
Dies Werk von Florian Knöppler besticht durch seine sanften Klänge. Der Autor stellt uns zahlreiche Figuren vor, die in ihrem Leben an einem Wendepunkt stehen, an dem sie unsicher sind oder den Mut fehlen, ...
Dies Werk von Florian Knöppler besticht durch seine sanften Klänge. Der Autor stellt uns zahlreiche Figuren vor, die in ihrem Leben an einem Wendepunkt stehen, an dem sie unsicher sind oder den Mut fehlen, den nächsten Schritt zu wagen.
Arne stammt aus einer fürsorglichen Familie, hat enge Freunde und sollte eigentlich mit seinem Leben glücklich sein. Trotzdem fühlt er sich in einer tiefen Einsamkeit gefangen. Erst als er in der Schule die bezaubernde Laura trifft, gelingt es ihm, sich aus seiner Isolation zu lösen. Zum ersten Mal erlebt er wahre Nähe. Ihre Beziehung entwickelt sich wie eine zarte Pflanze, auch wenn an einigen Stellen bereits Schwierigkeiten in Sicht sind.
Arne ist sich nicht bewusst, welche Schwierigkeiten Laura hat. Daher wird es beinahe zu spät, als ihm klar wird, dass auch sie auf seine Hilfe angewiesen ist, nicht nur umgekehrt. Arne beginnt, Lauras ständige Abwesenheit und ihre melancholischen Blicke zu bemerken. Er fragt sich, ob er etwas übersehen hat, und versucht, mehr über ihre Gedanken und Gefühle herauszufinden. In einem ehrlichen Gespräch öffnet Laura sich ihm und erzählt von ihrem inneren Kampf. Arne erkennt, dass ihre Verbindung stärker ist, wenn sie einander unterstützen können. Gemeinsam beschließen sie, sich den Herausforderungen zu stellen und ihre Beziehung auf eine tiefere Ebene zu heben.
In »Mit dem ersten Licht« beschreibt Florian Knöppler auf berührende Weise das innige Verlangen, Einsamkeit und Traurigkeit hinter sich zu lassen. Viele Figuren kämpfen mit depressiven Gefühlen, nicht nur die Hauptfigur. Während Arne anscheinend die Fähigkeit hat, familiäre Herausforderungen zu meistern, zögert er, in seiner Beziehung zu Laura richtig aktiv zu werden.
Florian Knöppler präsentiert uns diese Menschen auf eine so respektvolle Art, dass man sich sofort zu jeder einzelnen Figur hingezogen fühlt. Ihre Ängste und Sorgen, aber auch ihr Mut und Optimismus werden in ihrem Denken und Handeln deutlich. Man empfindet eine tiefe Verbundenheit mit ihnen und möchte ihnen nahe sein, vielleicht sogar zur Seite stehen. Doch als Leser erfährt man nicht direkt ihre und besonders Lauras Herausforderungen; man kann nur hoffen, dass es ihnen letztendlich gut gehen wird und sich alles zum Besten wendet.
Ein berührender Liebesroman, der die Emotionen der Menschen in und um Elmshorn in der jüngeren Vergangenheit einfängt. Eine Geschichte, die es verdient, an die Spitze der bekannten Literaturlisten zu gelangen.
In der faszinierenden Welt von Wolf Harlanders »Schmelzpunkt« entführt uns der Autor auf eine Reise in die kalten Gegenden, die eine so wichtige Funktion für den Klimaschutz übernehmen und gerade jetzt ...
In der faszinierenden Welt von Wolf Harlanders »Schmelzpunkt« entführt uns der Autor auf eine Reise in die kalten Gegenden, die eine so wichtige Funktion für den Klimaschutz übernehmen und gerade jetzt zu Beginn 2026 von einem dummen, aber gefährlichen Präsidenten, bedroht werden. Diese Reise verführt aber auch in die Gefühlswelt von Liebe, Verlust und Selbstfindung.
Die Geschichte entfaltet sich in einem Kaleidoskop aus eindrucksvollen Bildern, menschlichen Konflikten und spannenden Momenten zwischen den Figuren rivalisierender Großmächte und Geheimdienste, die den Leser fesseln. Lassen Sie sich von der Erzählkunst Harlanders mitreißen und entdecken Sie, wie der Schmelzpunkt das Leben der Charaktere prägt und verändert.
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Der Klimawandel offenbart bereits seine erschreckenden Auswirkungen. Über dem dauerhaften Eis Grönlands breitet sich eine Wärme aus, die die Temperaturen in Mitteleuropa übertrifft. Obwohl die schroffen Gletscher weiterhin in den klaren Himmel ragen, zerfallen die imposanten Eisformationen und verursachen Erschütterungen im Land. Die Arktis schmilzt.
Der junge Inuk Nanoq Egede ist schockiert, als er im Eis zahlreiche qualvoll gestorbene Tiere entdeckt. Auf der Suche nach Unterstützung findet er leider keine Hilfe bei seinen einheimischen Nachbarn. Stattdessen erhält er Unterstützung von einem deutschen Forschungsinstitut. Die Wissenschaftlerin Dr. Hanna Jordan stellt fest: Diese Tiere sind nicht natürlichen Todes gestorben. Das Volk von Nanoq ist in höchster Gefahr, denn eine Katastrophe droht, die alle bisherigen Ängste übertrifft.
Nelson Carius und Diana Winkels vom BND reisen ebenfalls in die Arktis, die seit Langem im Fokus intensiver globaler Auseinandersetzungen zwischen Russland, China und den USA steht. Der Drang nach Gewinn und Einfluss zieht gefährliche Akteure an, die vor nichts Halt machen. Die Ermittlungen führen direkt in die geheimen Aktivitäten mächtiger Nationen. Bevor das ewige Eis zum Schauplatz eines Konflikts wird, bei dem es nicht nur für Hanna und Nanoq um Leben und Tod geht.
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Grönland, die große, weiße Insel im Nordatlantik, steht in einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit. Während »Schmelzpunkt«, der bereits 2022 erschienende Roman die alarmierenden Auswirkungen des Klimawandels thematisierte, sind die Herausforderungen, die das Land und sein Volk seitdem erdulden, nur gewachsen. In einem globalen Wettstreit um seltene Erden scheinen die Menschen und ihre Kultur oft in den Hintergrund zu treten, während die USA in dieser Geschichte noch als vermeintliche Weltenretter auftreten. Doch die Bedrohungen, die Grönland und seine Bevölkerung heute erleiden, sind gravierender als je zuvor, und die Hoffnung auf eine gerechte Lösung schwindet. Allerdings muss man dem Autor Wolf Harlander auch zugestehenm, dass er vor wenigen Jahren nichts über die heuten Ereignisse wissen oder gar ahnen konnte.
In dieser packenden Geschichte »Schmelzpunkt« entfalten sich zwei miteinander verwobene Handlungsstränge: Einerseits wird der Klimaschutz zum dringlichen Thema, während ein ungewöhnliches Tiersterben zu einer romantischen Beziehung zwischen einem Inuit und einer deutschen Wissenschaftlerin führt. Andererseits tobt ein erbitterter Kampf der Großmächte um die wertvollen Ressourcen in der Arktis, begleitet von geheimen Missionen der Geheimdienste, darunter auch der BND, der Ermittler in die frostigen Weiten entsendet. Doch selbst die Agenten des BND sind nicht vor persönlichen Konflikten gefeit, was die Spannung zusätzlich anheizt und die Grenzen zwischen Pflicht und Leidenschaft verschwimmen lässt. Inmitten dieser Herausforderungen müssen die Figuren nicht nur ihre eigenen Überzeugungen, sondern auch die Zukunft der Erde in Frage stellen.
Wolf Harlander hat eine Geschichte konstruiert, die nicht ausnahmeslos mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommt. Sie ist mit sehr viel Action gespickt. Prügeleien, Schießeren, Flucht ins Eis, militärische Bedrohungen gehören ebenfalls zum Register wie dialoigreiche Ermittlungen und romantische Begegnungen.
»Schmelzpunkt« von Wolf Harlander ist ein fesselndes Werk, das den Leser auf eine Reise in die Arktis mitnimmt, wo der Klimawandel nicht nur die Landschaft, sondern auch die geopolitischen Spannungen zwischen Großmächten beeinflusst. Harlander gelingt es, komplexe Themen anschaulich und unterhaltsam zu präsentieren. Die packende Erzählweise zieht einen sofort in den Bann und lässt einen über die drängenden Fragen der Ressourcenverteilung und Umweltzerstörung nachdenken.
Allerdings fühlt sich das Buch »Schmelzpunkt« im Vergleich zu aktuellen Entwicklungen etwas verfrüht an, da einige der angesprochenen Aspekte inzwischen an Dringlichkeit gewonnen haben. Dennoch bleibt „Schmelzpunkt“ eine lesenswerte Lektüre, die klug unterhält und zum Nachdenken anregt. Ein Muss für alle, die sich für die Zukunft unseres Planeten interessieren und mehr über die Herausforderungen in der Arktis erfahren möchten.
In diesem Buch schildert Sophie Jones ihre erdrückende und kaum vorstellbare Kindheit bei den Zeugen Jehovas.
Obwohl man als Leser bereits einiges über diese christliche Sekte, deren Mitglieder an mancher ...
In diesem Buch schildert Sophie Jones ihre erdrückende und kaum vorstellbare Kindheit bei den Zeugen Jehovas.
Obwohl man als Leser bereits einiges über diese christliche Sekte, deren Mitglieder an mancher Straßenecke Zeitungen anbieten oder an der Haustür Leute für ihren Glauben bekehren wollen, weiß, kann dieses Buch doch aufklären. In vielen Details und mit Beispielen aus ihrem eigenen Leben gibt die Autorin Einblicke in den Verlauf ihrer Kindheit, Eine Kindheit, die sie sich nicht selbst ausgesucht hatte.
Es ist erschreckend, zu lesen, wie sie in ihren Gedanken und Entscheidungen stets hin- und hergerissen wurde zwischen dem Willen, es Gott und den Menschen der Gemeinde gerecht zu machen und dem Verlust der Freiheit, die sie im Leben außerhalb der Gemeinde, Kita, Schule, Arbeitsplatz, Kennenlernen durfte.
Ich habe mehr über die Zeugen Jehovas erfahren als ich ohe Hin schon wusste und es ließ sich gut und nachvollziehbar lesen.