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Veröffentlicht am 23.02.2026

Fünf Kurzgeschichten die zum Nachdenken anregen

Der Fluss der Zeit
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Fünf Kurzgeschichten, die zum Nachdenken anregen, aber auch spielerisch mit Sprache umgehen. Vom Verkauf eines Hauses bis zu einem ehemaligen Studentenwohnort sind es die Protagonisten, die mit wenigen ...

Fünf Kurzgeschichten, die zum Nachdenken anregen, aber auch spielerisch mit Sprache umgehen. Vom Verkauf eines Hauses bis zu einem ehemaligen Studentenwohnort sind es die Protagonisten, die mit wenigen Handlungen zeigen, was im Leben manchmal zählt und was nicht. Pascal Mercier füllt seine Figuren mit Leben, ohne zu viel über sie zu verraten. Eine sehr dichte, emphatische Sprache sorgt dafür, dass man sich direkt in die Geschichten einfindet und das Gefühl hat, bereits 150 Seiten gelesen zu haben.

Dabei schafft es der Autor, den Erzählungen am Ende kleine Pointen einzuflechten. Meine Lieblingsgeschichte war die der alten Mansarde, in der ein Student versucht, seine Vergangenheit noch einmal aufleben zu lassen. Diese kurze Geschichte birgt im Kern so vieles, was man selbst vielleicht einmal war oder gerne gewesen wäre. Sie zeigt, dass manche Dinge zu ihrer Zeit genau funktionieren und später ganz anders wirken als in dem Moment, in dem sie relevant waren.

Eine gute und kurzweilige Sammlung von Geschichten, die mich persönlich sehr nachdenklich gemacht hat. Die sprachliche Vielfalt und die emotionalen Nuancen sorgen für ein rundum gelungenes Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Sittengemälde über mehrere Familien in Zeiten des Umbruchs

Herrliche Zeiten - Dem Himmel so nah
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Ein Sittengemälde über drei Familien, die in Zeiten des Umbruchs und Aufbruchs in Europa miteinander verbunden sind. Die Welt unterliegt einem stetigen Wandel, und dies erleben auch Vicky, Paul und Auguste. ...

Ein Sittengemälde über drei Familien, die in Zeiten des Umbruchs und Aufbruchs in Europa miteinander verbunden sind. Die Welt unterliegt einem stetigen Wandel, und dies erleben auch Vicky, Paul und Auguste. Im Mittelpunkt der Handlung stehen nun allerdings ihre Kinder, doch auch die nächste Generation hat mit gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen zu kämpfen.

Das zweite Buch der Dilogie „Herrliche Zeiten“ erstreckt sich über die Jahre von 1900 bis 1914 sowie bis 1919 im Epilog. Die Schauplätze sind unter anderem Berlin, London und Paris, doch es gibt auch Abstecher nach Russland, China und Deutsch-Südwestafrika.

Band zwei knüpft unmittelbar an den ersten Band an, sodass es sehr empfehlenswert ist, das erste Buch bereits gelesen zu haben. Dies ist insbesondere für das Verständnis der Beziehungen zwischen den verschiedenen Figuren von großer Bedeutung. Genau hier liegt auch eine der großen Stärken des Romans: Dem Autor ist eine exzellente Figurenzeichnung gelungen, die sowohl durch die Entwicklung der Charaktere als auch durch deren vielschichtige Beziehungen untereinander überzeugt. Zudem agieren fiktive und historische Figuren ganz selbstverständlich miteinander.

Der Roman behandelt zahlreiche Themen, von denen ich nur einige nennen möchte: die Suffragettenbewegung, das Studium der Frauen, Kolonialismus, den Tod eines Kindes, den Boxeraufstand in China sowie die Arbeiterbewegung.

Die Bücher von Peter Prange zeichnen sich immer wieder durch kurze Kapitel, häufige Szenenwechsel und ein insgesamt hohes Erzähltempo aus. Die verschiedenen Perspektiven ermöglichen es, zu vielen Figuren eine enge Beziehung aufzubauen. Hinzu kommt, dass einige Ereignisse zeitlich gerafft dargestellt werden, was zusätzlich für Dynamik sorgt.

Für mich ist es erneut ein rundum gelungener historischer Roman aus der Feder von Peter Prange, den ich allen empfehle, die gerne in die Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts eintauchen möchten.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Atmosphärisch düsterer Krimi

Die Farbe des Bösen
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Ein atmosphärisch düsterer und mit Raffinesse konstruierter historischer Kriminalroman. Dieses Mal geht es um einen Mordfall, der ein grausames Geschäftsgebaren offenlegt.

Johanna Ahrens, die Tochter ...

Ein atmosphärisch düsterer und mit Raffinesse konstruierter historischer Kriminalroman. Dieses Mal geht es um einen Mordfall, der ein grausames Geschäftsgebaren offenlegt.

Johanna Ahrens, die Tochter eines Richters, geht ihren eigenen Weg und verliebt sich in Jan, einen Künstler aus dem sozialistischen Milieu. Blind vor Liebe lässt sie sich in den Sog der Bewegung ziehen und wird Zeugin einer „Leichenentsorgung“. Johanna ist eine junge Frau mit eigenem Kopf, die manchmal etwas naiv wirkt. Sie ist sich ihrer Herkunft bewusst, versucht diese jedoch stellenweise auch gezielt zu verdrängen.

Hermann Rieker, der Criminalcommissar in diesem Fall, ist ein pflichtbewusster Ermittler, dem Johannas Verhalten häufig den letzten Nerv raubt. Beide bilden – unabhängig voneinander – ein interessantes Ermittlerduo. Die Nebencharaktere sind gut gewählt, und es gelingt dem Autor, die Figuren mit Leben zu füllen. Man baut sehr schnell Sympathien und Antipathien zu den einzelnen Charakteren auf.

Besonders imponiert haben mir die detaillierten Einblicke in die Kriminologie dieser Zeit. Es war eine Epoche des Umbruchs, in der sich die Kriminalistik von bloßen Mutmaßungen immer mehr zu einer seriösen „Wissenschaft“ entwickelte. Diese Fortschritte, etwa bei der Leichenbeschau und Autopsie, werden in der Geschichte sehr anschaulich und gut verständlich dargestellt.

Ein interessantes Ende rundet diesen Kriminalfall gelungen ab. Ein zweiter Fall, der mir wieder sehr gut gefallen hat. Die besondere düstere Atmosphäre sorgt für ein eindrucksvolles und stimmiges Kriminalerlebnis.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Abenteuer, Freundschaft und Liebe

Krone des Himmels
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Juliane Stadler hat einen historischen Roman geschrieben, wie ich ihn liebe: voller Abenteuer, Freundschaft und Liebe und mit einem historischen Ereignis, dem sie eindrucksvoll Leben einhaucht. Im Mittelpunkt ...

Juliane Stadler hat einen historischen Roman geschrieben, wie ich ihn liebe: voller Abenteuer, Freundschaft und Liebe und mit einem historischen Ereignis, dem sie eindrucksvoll Leben einhaucht. Im Mittelpunkt der Erzählung steht der Dritte Kreuzzug von 1189 bis 1192, der Kampf von Abendland und Orient um die heiligen Städte.

Die Kreuzfahrer machen sich auf unterschiedlichen Wegen ins Heilige Land auf. Kaiser Barbarossa reist über Land, begleitet von der jungen Aveline, während Kaiser Philipp von Frankreich den Seeweg wählt. Ebenfalls auf dem Weg nach Akkon über das Meer ist der junge Wundarzt Etienne.

Die Vermischung historischer Persönlichkeiten mit fiktiven Figuren ist der Autorin außerordentlich gut gelungen. Die sehr gründliche Recherche, insbesondere zu den historischen Schauplätzen, ist dem Roman deutlich anzumerken und macht ihn zu einem lebendigen Geschichtserlebnis.

Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin Figuren erschaffen hat, die lebensnah sind und mit ganz menschlichen Problemen kämpfen. Einige Charaktere machen im Verlauf der Handlung eine erstaunliche Entwicklung durch, andere überraschen beim Lesen und von manchen ist man am Ende schlicht enttäuscht. Die Botschaft, die der Roman über die historischen Ereignisse hinaus vermittelt, ist universell und zeitlos. Der Schreibstil ist eingängig und sowohl dem Genre als auch der Epoche sehr gut angepasst.

Der Roman wird aus drei Perspektiven erzählt, wodurch verschiedene Aspekte der Handlung aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet werden. Orts- und Zeitangaben vor jedem Kapitel sorgen für eine gute Orientierung. Ein Glossar, ein Personenregister, ein historisches Nachwort sowie mehrere Karten runden den Roman stimmig ab.

Ein historischer Roman, dem ich viele Leserinnen und Leser wünsche und der viel zu lange, aber völlig zu Unrecht, auf meinem SUB gelegen hat

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Mord mit Schokolade

Bretonische Versuchungen
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Dass Schokolade so viel kriminelle Energie aufweisen kann, ist mir erst durch diesen Krimi richtig bewusst geworden. Der kulinarisch veranlagte Kommissar Dupin hat diesmal eine harte “Ermittlungsmasse” ...

Dass Schokolade so viel kriminelle Energie aufweisen kann, ist mir erst durch diesen Krimi richtig bewusst geworden. Der kulinarisch veranlagte Kommissar Dupin hat diesmal eine harte “Ermittlungsmasse” zu knacken. Tod durch Ertrinken in einem Bottich voller Schokolade ist eine völlig neue Dimension des Mordens. Dupin kommt in diesem Fall sowohl körperlich als auch geistig an seine Grenzen. Das Einzige, was ihm häufig hilft, ist seine Liebe zur Kulinarik, zu Claire und zur Region Concarneau. Er isst den wahrscheinlich besten Käsekuchen der Welt, und genau das verleiht ihm bei diesen kniffligen Ermittlungen oft die nötige Inspiration. Gutes Essen führt bei Dupin nämlich zu besonderen Gedankengängen und den kreativsten Momenten seiner Ermittlungsarbeit.

Die Charaktere sind sehr gut gewählt, und man kann sich problemlos mit ihnen identifizieren. Besonders prägnant am Hörbuch ist die akustische Atmosphäre, die durch den Sprecher entsteht. Christian Berkel verleiht diesem Krimi mit seiner markanten Stimme nicht nur bretonisches Flair, sondern auch eine besondere erzählerische Tiefe. Die Mischung aus temperamentvollen und ruhigen Passagen sorgt für abwechslungsreichen Hörgenuss.

Der Fall selbst ist von ruhigeren Momenten, aber auch von deutlichen Tempowechseln geprägt. Ein interessanter neuer Fall für Dupin, verbunden mit einem grandiosen Hörerlebnis. Ein gutes Hörbuch.

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