Ein Bücherdorf mit faszinierenden Charakteren
Mathilde und MarieTorsten Woywod hat einen leisen, nachdenklichen Roman geschrieben, der erdet und entschleunigt. Es sind die leisen Töne, die zu Herzen gehen und einen innehalten lassen.
Im Mittelpunkt steht das Bücherdorf ...
Torsten Woywod hat einen leisen, nachdenklichen Roman geschrieben, der erdet und entschleunigt. Es sind die leisen Töne, die zu Herzen gehen und einen innehalten lassen.
Im Mittelpunkt steht das Bücherdorf Redu in den belgischen Ardennen. Dorthin verschlägt es Marie. Sie hat sich in Paris nicht mehr wohlgefühlt und ist geflohen. Im Zug trifft sie auf Jonina, die sie mit nach Redu nimmt. In Redu ticken die Uhren ein klein wenig anders. So gibt es dort nur eine Stunde Internet pro Tag, was anfangs eine große Herausforderung für Marie ist, sich jedoch bald zu einem Geschenk entwickelt. Sie lernt die Natur und die Menschen noch einmal auf eine ganz andere Art und Weise kennen.
Die Liebe zur Literatur, der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft und die Entschleunigung sind die großen Themen des Romans. Die Labradordame Anneliese sorgt dabei für den einen oder anderen Schmunzler. Auch die Zeit beziehungsweise Uhren sowie Schlüssel sind starke Motive in diesem Roman und regen zum Nachdenken an.
Der Schreibstil ist sehr präzise, und die Worte sind wohl gewählt. Die Zeitsprünge haben mich ein klein wenig gestört, und ich hätte gerne etwas intensiver über Maries Rückkehr gelesen.
Ein Roman, der nicht laut daherkommt, sondern eher auf leisen Sohlen und sich genau so in mein Herz geschlichen hat. Die Lesung mit Torsten Woywod war ebenfalls ganz großartig, weil er sehr viel aus dem Nähkästchen geplaudert und uns viele Orte auch visuell vorgestellt hat. Am liebsten würden wir jetzt sofort selbst nach Redu reisen.