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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2026

Wohnungsnot im Kaiserreich

Das Haus in Charlottenburg
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Manchmal tue ich mich mit historischen Roman etwas schwer, aber dieser hier hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Berlin um 1890, als viele Stadtteile noch gar nicht zu Berlin dazugehörten. Es herrscht ...

Manchmal tue ich mich mit historischen Roman etwas schwer, aber dieser hier hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Berlin um 1890, als viele Stadtteile noch gar nicht zu Berlin dazugehörten. Es herrscht Wohnungsnot und Armut, geldgierige Investoren versuchen, mit billigen Mietskasernen möglichst viel Wohnraum zu schaffen, egal wie es drinnen aussieht.

Im Vordergrund stehen die Schneiderin Elise und der Architekt Johann, die gemeinsam ein Genossenschaftshaus bauen wollen, damit wenigstens ein paar Familien schöne Wohnungen haben. Ihnen werden dabei viele Steine in den Weg gelegt, aber sie haben auch zuverlässige Freunde.

Dies ist mein erstes Buch von Beate Sauer und ich war sehr begeistert. Sie beschreibt die Protagonisten sehr liebevoll und ausführlich, selbst die unsympathischen kommen glaubhaft und echt rüber. Da ich in Berlin wohne, kenne ich einige Gegenden, in denen das Buch spielt und konnte so noch besser nachvollziehen, wo ich mich beim Lesen befand. Wobei auch da die Beschreibung der Autorin völlig ausreicht, um sich alles gut vorstellen zu können.

Das Buch ist flüssig und interessant geschrieben und hat ein paar Überraschungen parat. So sollte ein Roman gestaltet sein. Was mir nicht gefallen hat, war der Klappentext. Wie in letzter Zeit schon häufiger erlebt, werden dort Sachen geschildert, die erst ganz weit hinten im Buch vorkommen. Ich weiß nicht, was der Verlag sich dabei denkt. Er nimmt damit zu viel vorweg!

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Was ist los in Nordfriesland?

FördeBlut
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Dieser mittlerweile dritte Krimi um Kristin Voss ist wieder genauso spannend wie die ersten beiden Teile. Andreas Schmidt schreibt flüssig, spannungsgeladen durch häufige Plotwechsel, so dass man das Buch ...

Dieser mittlerweile dritte Krimi um Kristin Voss ist wieder genauso spannend wie die ersten beiden Teile. Andreas Schmidt schreibt flüssig, spannungsgeladen durch häufige Plotwechsel, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Die Protagonisten sind mit mittlerweile ans Herz gewachsen, auch wenn ich nicht allen die gleiche Sympathie entgegenbringe. Aber sie sind so gut gezeichnet, dass ihr Zusammenspiel einfach ein Genuss beim Lesen ist.

Eigentlich ist es ja eine schöne Gegend da oben in Nordfriesland, um so schlimmer, dass sich die Morde plötzlich häufen. Vor allem völlig zusammenhanglos. Dachte ich. Andreas Schmidt versteht es hier meisterhaft, die Leser hinters Licht zu führen bzw. lange Zeit im Unklaren zu lassen. So muss ein Krimi sein. Ich freue mich schon auf weitere Teile mit den Ermittlern aus Flensburg, Eckernförde und Husum.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Mafia in Ostfriesland?

Matjes al dente
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Wow, Teil 13 der Serie und ich bin von Anfang an mit dabei! Wir steigen hier gleich auf den ersten Seiten mit einem Mord ins Buch ein und los gehen die Ermittlungen. Wer war es und warum? Oberkommissar ...

Wow, Teil 13 der Serie und ich bin von Anfang an mit dabei! Wir steigen hier gleich auf den ersten Seiten mit einem Mord ins Buch ein und los gehen die Ermittlungen. Wer war es und warum? Oberkommissar Schnepel hat natürlich gleich wieder seinen Verdächtigen samt Motiv parat, so dass Rudi das eine oder andere Mal bremsen muss. Aber auch Henner und Rosi tragen natürlich wieder ihren Teil zur Auflösung bei.

Das Buch ist wunderbar flüssig geschrieben und spannend aufgebaut, die Protagonisten liebevoll gezeichnet. Ich fühle mich beim Lesen immer richtig heimisch und kenne mittlerweile fast ganz Neuharlingersiel. Naja, zumindest die Personen, die immer wieder in den Geschichten auftauchen. Durch die Ortsbeschreibungen kann ich mir die Umgebung bildlich vorstellen, zumal ich im letzten Herbst in der Gegend war.

Das Buch kommt völlig ohne reißerisches Blutvergießen oder Brutalitäten aus, ist aber trotzdem spannend bis zum Schluss, der für mich völlig unvorhergesehen kam. Das Autorinnenduo hat es meisterhaft verstanden, mich zu überraschen.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Verwirrend und spannend

Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7)
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Der Roman beginnt mit einem mysteriösen Blackout an der schwedischen Küste, den Fabian Risk und seine Tochter von einem Segelboot aus erleben. Kaum zurück im Dienst, steht Risk vor einer Reihe scheinbar ...

Der Roman beginnt mit einem mysteriösen Blackout an der schwedischen Küste, den Fabian Risk und seine Tochter von einem Segelboot aus erleben. Kaum zurück im Dienst, steht Risk vor einer Reihe scheinbar unabhängiger Ereignisse – ein Banküberfall, mehrere verschwundene Kinder und merkwürdiges Verhalten von Zeugen –, die sich nach und nach zu einem gefährlichen Gesamtkonzept verknüpfen.

Was anfangs nur wirre unterschiedliche Handlungsstränge zu sein scheinen, so werden sie nach einiger Zeit überwältigend spannend miteinander verwoben. Jede Wendung wirkt organisch und relevant, sodass die Neugier unaufhörlich wächst und man die mehr als 600 Seiten kaum zur Seite legen kann. Besonders gut gefallen hat mir der sehr aktuell wirkender Plot, der soziale und politische Themen aufgreift und dadurch zusätzlich an Tiefe gewinnt.

Fabian Risk als Protagonist bleibt ein starker Anker der Geschichte: erfahren, reflektiert und menschlich gezeichnet, was ihm trotz der enormen Drucksituationen Glaubwürdigkeit verleiht. Die Nebenfiguren sind ebenfalls gut ausgearbeitet und tragen dazu bei, dass der Roman nicht nur ein Krimi, sondern ein vielschichtiger Thriller mit realem Bezug wird.

Auch wenn das Buch mit seiner Länge und der Komplexität der Fälle anspruchsvoll ist, belohnt es mit einem der eindrucksvollsten und mitreißendsten Teile der Reihe. „Wellengrab“ ist ein Muss für Fans skandinavischer Spannungsliteratur und jeder, der großartige Thriller liebt. Allerdings erschließt sich mir der Titel hier nicht so wirklich, da er scheinbar gar keinen Bezug zur Handlung hat.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Mobbing...

Schatten von Potsdam
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Frank Hagedorn hat hier seinen dritten Krimi um Paula und Wullitzer geschrieben. Ich kann nur empfehlen, sie der Reihe nach zu lesen, da man dann alle Zusammenhänge versteht.

In diesem Teil geht es um ...

Frank Hagedorn hat hier seinen dritten Krimi um Paula und Wullitzer geschrieben. Ich kann nur empfehlen, sie der Reihe nach zu lesen, da man dann alle Zusammenhänge versteht.

In diesem Teil geht es um Mobbing und seine fatalen Auswirkungen. Man möchte den Jugendlichen beim Lesen am liebsten welche rechts und links watschen, so arrogant und selbstverständlich, wie hier einige mit dem Leben anderer umgehen. Leider ist dies aber nicht nur ausgedacht, sondern geschieht wahrscheinlich ständig irgendwo in Deutschland. Auch wenn es hier um keinen spannenden Mordfall geht, bei dem man miträtselt, ist es trotzdem ein wahnsinnig spannendes Buch. Was passiert wohl als nächstes? Schafft sie es? Was macht er jetzt? Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so gefesselt war ich von der Geschichte und auch vom Schreibstil. Frank Hagedorn erzählt hier mit ruhigen und unaufgeregte Worten eine spannende, aber auch zum Nachdenken anregende Geschichte, bei der man sich gut in die unterschiedlichen Charaktere hineindenken kann. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil.

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