Profilbild von Gartenfee-Berlin

Gartenfee-Berlin

Lesejury Star
offline

Gartenfee-Berlin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gartenfee-Berlin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2026

Frauenfreundschaft

Die Sterne von St. Pauli – Zwei Frauen, die Musik und der Beat der Freiheit
0

Kerstin Sgonina erzählt mir ihrem zweiten Band einen mitreißenden historischen Roman, der die vibrierende Atmosphäre der frühen 1960er-Jahre in Hamburg lebendig werden lässt. Vor der Kulisse des legendären ...

Kerstin Sgonina erzählt mir ihrem zweiten Band einen mitreißenden historischen Roman, der die vibrierende Atmosphäre der frühen 1960er-Jahre in Hamburg lebendig werden lässt. Vor der Kulisse des legendären Musikviertels von St. Pauli verbindet die Autorin Popgeschichte, persönliche Schicksale und den großen Traum von Freiheit zu einer emotionalen und fesselnden Geschichte.

Im Mittelpunkt stehen wieder die beiden Frauen Abby und Sofia, deren Leben eng mit der Musik und den politischen Umbrüchen ihrer Zeit verknüpft ist. Ihre Geschichten zeigen, wie unterschiedlich, aber auch wie mutig Frauen ihren eigenen Weg in einer bewegten Zeit suchen.

Besonders beeindruckend ist die Atmosphäre des Romans. Sgonina gelingt es hervorragend, den pulsierenden Rhythmus von St. Pauli einzufangen: die Clubs, die Musik, den Aufbruch und das Lebensgefühl einer Generation, die nach Freiheit und Selbstbestimmung strebt. Die historischen Details wirken authentisch und verleihen der Geschichte eine besondere Tiefe.

Auch die Figuren sind ein großer Pluspunkt des Buches. Abby und Sofia sind starke, vielschichtige Charaktere, deren Hoffnungen, Zweifel und Entscheidungen nachvollziehbar erzählt werden. Man fiebert mit ihnen, leidet mit ihnen und freut sich über jeden kleinen Sieg.

Der Roman überzeugt außerdem durch einen lebendigen, flüssigen Schreibstil. Sgonina verbindet historische Ereignisse, Musikgeschichte und persönliche Schicksale zu einer Geschichte, die sowohl emotional als auch spannend ist. So entsteht ein eindrucksvolles Bild einer Zeit, in der Musik, Mut und Freundschaft die Welt verändern konnten. Ein Roman, der mich tief bewegt hat, auch wenn er nicht so spannend wie der erste Teil war. Aber trotzdem konnte ich ihn kaum aus der Hand legen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.03.2026

An der Nordseeküste...

Einer flog über das Möwennest
0

Krischan Koch schafft es mal wieder mit einer einzigartigen Leichtigkeit, Spannung, große Gefühle und feinen Humor zu verbinden, ohne dabei in Klischees oder Beliebigkeit abzugleiten. Von der ersten Seite ...

Krischan Koch schafft es mal wieder mit einer einzigartigen Leichtigkeit, Spannung, große Gefühle und feinen Humor zu verbinden, ohne dabei in Klischees oder Beliebigkeit abzugleiten. Von der ersten Seite an steigt man gleich voll in die Geschichte ein und wenn man wie ich alle vorherigen Teile gelesen hat, ist es auch wieder wie Heimkommen an einen lieb gewonnenen Ort mit lauter Freunden. Was dieses Buch besonders macht, sind eben seine Figuren: liebenswürdig, eigenwillig und überraschend authentisch. Sie wirken so lebendig, als würde man ihnen auf der Straße begegnen und ein Lächeln oder einen weisen Satz entlocken. Die Charaktere wachsen einem ans Herz – jeder auf seine ganz eigene Art – und man möchte sie am liebsten nie wieder loslassen. Kochs Beschreibungen sind so plastisch und liebevoll, dass man die salzige Meeresluft förmlich riechen kann und bei jeder Wendung ein Lächeln im Gesicht hat.

Die Sprache des Romans ist ein Genuss: klar, witzig und mit einem feinen Gespür für Stimmungen. Koch trifft die Balance zwischen Humor und Ernst, sodass jeder überraschende Moment genau ins Herz trifft. Die Handlung ist zugleich leichtfüßig und tiefsinnig und überzeugt durch Tempo, Überraschungen und eine emotionale Wärme, die selten so stimmig daherkommt. Und das Wichtigste: Dieser Krimi ist kein blutrünstiger Thriller, den man sich vor dem Schlafengehen nicht zu lesen traut, sondern wirklich eine tolle Mischung aus Krimi und Wohlfühlroman. Von mir eine unbedingte Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.02.2026

Wunderschöne Algarve

Das letzte Kind hat Fell
0

Dieser Roman hat mir ausgesprochen gut gefallen. Flüssig geschrieben mit sympathischen Protagonisten und toller Beschreibung der Gegend. Ich wollte beim Lesen gleich ins Auto steigen und alles hinter mir ...

Dieser Roman hat mir ausgesprochen gut gefallen. Flüssig geschrieben mit sympathischen Protagonisten und toller Beschreibung der Gegend. Ich wollte beim Lesen gleich ins Auto steigen und alles hinter mir lassen.

So ein runder Geburtstag ist doch immer wieder ein guter Anlass, um die Familie um sich zu versammeln und so hat Angelika Tochter und Enkel kurzerhand zu sich ins neue Heim an der Algarve eingeladen. Jeder lebt sein eigenes Leben mehr oder weniger erfolgreich und schon auf der Autofahrt nach Portugal kommen sich Mutter und Sohn wieder näher. In Portugal gibt es Familienzuwachs, wie schon der Titel vermuten lässt, so dass das Wiedersehen überraschend und turbulent wird.

Der Roman ist sehr gefühlvoll geschrieben. Man kann sich gut in die Personen hineinversetzen und leidet bei allen Problemchen gleich mit. Beziehungen entstehen oder werden gefestigt, der eine oder andere ändert sich zum Positiven. Alles in allem ein sehr lesenswerter und erfrischender Roman mit etlichen Stellen zum Schmunzeln. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung von mir!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.02.2026

Wohnungsnot im Kaiserreich

Das Haus in Charlottenburg
0

Manchmal tue ich mich mit historischen Roman etwas schwer, aber dieser hier hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Berlin um 1890, als viele Stadtteile noch gar nicht zu Berlin dazugehörten. Es herrscht ...

Manchmal tue ich mich mit historischen Roman etwas schwer, aber dieser hier hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Berlin um 1890, als viele Stadtteile noch gar nicht zu Berlin dazugehörten. Es herrscht Wohnungsnot und Armut, geldgierige Investoren versuchen, mit billigen Mietskasernen möglichst viel Wohnraum zu schaffen, egal wie es drinnen aussieht.

Im Vordergrund stehen die Schneiderin Elise und der Architekt Johann, die gemeinsam ein Genossenschaftshaus bauen wollen, damit wenigstens ein paar Familien schöne Wohnungen haben. Ihnen werden dabei viele Steine in den Weg gelegt, aber sie haben auch zuverlässige Freunde.

Dies ist mein erstes Buch von Beate Sauer und ich war sehr begeistert. Sie beschreibt die Protagonisten sehr liebevoll und ausführlich, selbst die unsympathischen kommen glaubhaft und echt rüber. Da ich in Berlin wohne, kenne ich einige Gegenden, in denen das Buch spielt und konnte so noch besser nachvollziehen, wo ich mich beim Lesen befand. Wobei auch da die Beschreibung der Autorin völlig ausreicht, um sich alles gut vorstellen zu können.

Das Buch ist flüssig und interessant geschrieben und hat ein paar Überraschungen parat. So sollte ein Roman gestaltet sein. Was mir nicht gefallen hat, war der Klappentext. Wie in letzter Zeit schon häufiger erlebt, werden dort Sachen geschildert, die erst ganz weit hinten im Buch vorkommen. Ich weiß nicht, was der Verlag sich dabei denkt. Er nimmt damit zu viel vorweg!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.02.2026

Was ist los in Nordfriesland?

FördeBlut
0

Dieser mittlerweile dritte Krimi um Kristin Voss ist wieder genauso spannend wie die ersten beiden Teile. Andreas Schmidt schreibt flüssig, spannungsgeladen durch häufige Plotwechsel, so dass man das Buch ...

Dieser mittlerweile dritte Krimi um Kristin Voss ist wieder genauso spannend wie die ersten beiden Teile. Andreas Schmidt schreibt flüssig, spannungsgeladen durch häufige Plotwechsel, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Die Protagonisten sind mit mittlerweile ans Herz gewachsen, auch wenn ich nicht allen die gleiche Sympathie entgegenbringe. Aber sie sind so gut gezeichnet, dass ihr Zusammenspiel einfach ein Genuss beim Lesen ist.

Eigentlich ist es ja eine schöne Gegend da oben in Nordfriesland, um so schlimmer, dass sich die Morde plötzlich häufen. Vor allem völlig zusammenhanglos. Dachte ich. Andreas Schmidt versteht es hier meisterhaft, die Leser hinters Licht zu führen bzw. lange Zeit im Unklaren zu lassen. So muss ein Krimi sein. Ich freue mich schon auf weitere Teile mit den Ermittlern aus Flensburg, Eckernförde und Husum.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere