Die dunkle Kunst der Verführung zum Bösen
Ripley's Game oder Der amerikanische FreundTom Ripley lebt zurückgezogen, kultiviert und scheinbar ruhig in einem kleinen französischen Dorf. Doch hinter der eleganten Fassade verbirgt sich ein manipulativer, skrupelloser Geist. Als ihn eine gekränkte ...
Tom Ripley lebt zurückgezogen, kultiviert und scheinbar ruhig in einem kleinen französischen Dorf. Doch hinter der eleganten Fassade verbirgt sich ein manipulativer, skrupelloser Geist. Als ihn eine gekränkte Eitelkeit zu einem grausamen Spiel treibt, zieht er den todkranken Jonathan Trevanny in einen Mordauftrag hinein, wohlwissend, dass dieser nichts mehr zu verlieren hat.
Was als perfide Manipulation beginnt, entwickelt sich zu einem psychologischen Katz-und-Maus-Spiel, in dem Schuld, Angst, Verzweiflung und Moral immer weiter verschwimmen. Jonathan, ein Mann mit Gewissen, wird langsam in eine Welt gezogen, die ihm völlig fremd ist. Er erkennt, wie dünn die Grenze zwischen Opfer und Täter sein kann.
"Ripley’s Game" ist ein düsterer Thriller, der weniger auf Action als auf psychologische Spannung setzt. Ein Roman, der zeigt, wie leicht ein Mensch unter Druck zu etwas fähig wird, das er sich selbst niemals zugetraut hätte. Ich fand "Ripley’s Game" extrem spannend, beklemmend und psychologisch unglaublich stark. Die Geschichte lebt nicht von schnellen Wendungen, sondern von der stillen, stetig wachsenden Bedrohung.
Autorin Patricia Highsmith schafft es hier in dem im Jahre 1974 erschienenen Roman eine Atmosphäre zu schaffen die düster, ruhig und fast schon bedrückend ist. Die moralischen Grauzonen, die inneren Konflikte und die psychologische Tiefe haben mich direkt mitgerissen. Was mich auch an diesem bereits vor über 50 Jahren schienenen Buch interessiert hat, ist wie alles ohne Internet funktioniert hat. Rein Verbrechenstechnisch könnte man (leider) sagen es war schon fast zu einfach so einen Fall zu kreieren. Sehr spannend!