Niedriges Spannungslevel
Der Penguin Verlag hat dem Thriller SIE WAR ES. SIE WAR ES NICHT. von Nicci Cloke im Print-Format eine granatenstarke Aufmachung verpasst. Schön fürs Auge, ist das Buch also allemal. Testimonials bekannter ...
Der Penguin Verlag hat dem Thriller SIE WAR ES. SIE WAR ES NICHT. von Nicci Cloke im Print-Format eine granatenstarke Aufmachung verpasst. Schön fürs Auge, ist das Buch also allemal. Testimonials bekannter Autorinnen auf dem Cover machen zusätzlich neugierig auf das Buch. Zum Beispiel wird Lucy Clarke mit den Worten „Meisterhaft geplottet“ zitiert. Die Latte wird damit ganz schön hochgelegt. Vorschusslorbeeren, an denen sich Buch und Autorin dann natürlich messen lassen müssen – und leider scheitern. Zumindest für meinen Geschmack.
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Katie Cole soll vier Mitglieder eines exklusiven Londoner Privatclubs vergiftet haben. War sie es wirklich? Fünf Männer zeichnen ihr eigenes Bild von der Verdächtigen. Ob Vater, Jugendfreund, Ex-Liebhaber, Anwalt oder Journalist – jeder trägt mit seiner Sicht auf die Dinge seinen Teil zur Geschichte bei. Sich der weiblichen Hauptfigur auf diesem Wege zu nähern ist reizvoll. Dieser interessanten Herangehensweise konnte ich durchaus etwas abgewinnen. Außerdem hat mich die Autorin mit schnellen Perspektivwechseln und kurzen Kapiteln durch die Story getrieben. So weit so gut. Allerdings muss ich sagen, dass die Handlung größtenteils ohne besondere Highlights vor sich hinplätschert. Trotz der verschiedenen Blickwinkel hatte ich auch nicht wirklich das Gefühl, Katie als Person näher zu kommen. Sie ist mir emotional fremd geblieben. Irgendwie hat mir ihre eigene Stimme gefehlt, die geschickt gesetzt immerhin für ein paar Glanzpunkte hätte sorgen können. Stattdessen bin ich kühle Beobachterin geblieben und habe das Geschehen lediglich verfolgt statt miterlebt. Das Spannungslevel würde ich als minimal bezeichnen. Der Thriller spielt sich eher auf psychologischer Ebene ab. Das ist ja nicht schlecht, aber mir hat in der Umsetzung eindeutig etwas gefehlt, um mich bei der Stange zu halten. Die innovative und vielversprechende Ausgangslage hat sich im Verlauf der Handlung auch nicht entscheidend weiterentwickelt, so dass die guten Ansätze mehr oder weniger im Sande verlaufen sind. Mein Eindruck ist, dass hier zu viele Worte um vergleichsweise wenig Geschehen gemacht werden.
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Fazit: SIE WAR ES. SIE WAR ES NICHT. ist sehr ruhig, aber trotzdem interessant aufgebaut. Die Art der Umsetzung ist aber irgendwie gerade nicht das, was mich in meiner aktuellen Lesestimmung abholt. Deshalb hat mich dieser Thriller letztendlich nicht begeistert.