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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.03.2026

Außergewöhnlich

Von der Natur des Menschen
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Mit „Von der Natur des Menschen“ erschafft Jiro Taniguchi gemeinsam mit dem Autor Ryuichiro Utsumi einen Manga, der leise beginnt und lange nachhallt. In acht Kurzgeschichten geht es nicht um große Dramen ...

Mit „Von der Natur des Menschen“ erschafft Jiro Taniguchi gemeinsam mit dem Autor Ryuichiro Utsumi einen Manga, der leise beginnt und lange nachhallt. In acht Kurzgeschichten geht es nicht um große Dramen oder spektakuläre Wendungen, sondern um die stillen, oft schmerzhaften Momente des Lebens, in denen sich zeigt, wer wir wirklich sind.

Kinder und Erwachsene stehen vor Verlust, Schuld, Einsamkeit oder moralischen Entscheidungen. Taniguchi erzählt diese Episoden mit seiner unverwechselbaren Klarheit: reduzierte Linien, ruhige Panels, viel Raum zwischen den Bildern. Gerade diese Zurückhaltung verleiht den Geschichten eine enorme emotionale Tiefe. Ein Blick, eine Geste oder eine unscheinbare Alltagsszene tragen hier mehr Bedeutung als viele Worte.

Thematisch kreist das Manga um Verantwortung, Mitgefühl und die Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen. Die Figuren wirken dabei nie konstruiert, sondern authentisch – als könnte man ihnen im echten Leben begegnen. Die Erzählungen fordern Aufmerksamkeit und Geduld, belohnen diese aber mit berührenden, oft nachdenklichen Momenten.

Wie schon bei „Vertraute Fremde“ Vertraute Fremde zeigt sich Taniguchis besondere Stärke: Er schlägt eine Brücke zwischen japanischer Erzähltradition und europäischer Comic-Ästhetik. „Von der Natur des Menschen“ ist kein Manga für schnelle Unterhaltung, sondern ein stilles, tiefgründiges Werk über das Menschsein – sensibel, reflektiert und emotional nachhaltig.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Eine außergewöhnliche Hexe

Die Hexe vom Distelschloss 1
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Mit „Die Hexe vom Distelschloss“ von John Tarachine entführt der Manga in ein magisch-urbanes Edinburgh, in dem Technologie und Zauberei auf faszinierende Weise aufeinandertreffen. Marie Blackwood, Besitzerin ...

Mit „Die Hexe vom Distelschloss“ von John Tarachine entführt der Manga in ein magisch-urbanes Edinburgh, in dem Technologie und Zauberei auf faszinierende Weise aufeinandertreffen. Marie Blackwood, Besitzerin eines kleinen Magieladens, lebt zurückgezogen und genießt die Ruhe ihres verzauberten Alltags – bis der junge Theo Edison unerwartet bei ihr auftaucht. Mit seinen außergewöhnlichen Kräften bringt er nicht nur Chaos in Maries geordnetes Leben, sondern droht auch, versehentlich die Welt in Gefahr zu bringen.
Die Stärke des Mangas liegt in der charmanten Mischung aus Magie, Humor und alltäglichem Chaos. Marie ist eine sympathische, pragmatische Hexe, die mit Geduld und Witz versucht, den jungen Theo zu führen. Die Dynamik zwischen Lehrerin und Lehrling sorgt für viele humorvolle Momente, während die Handlung durch die übernatürlichen Gefahren stets spannend bleibt. Besonders gelungen sind die Szenen, in denen moderne Technologie auf alte Magie trifft – ein cleveres Setting, das frische Impulse ins Genre bringt.
Zeichnerisch überzeugt Tarachine mit detailreichen Panels, die Edinburgh stimmungsvoll in Szene setzen, und einem klaren, ausdrucksstarken Stil, der sowohl die Magie als auch die Komik wunderbar transportiert. Kleinere Längen in der Story lassen sich durch die liebevoll gestalteten Figuren und die fantasievollen Zauberszenen leicht verzeihen.
„Die Hexe vom Distelschloss“ ist ein unterhaltsamer, humorvoller und magisch-mystischer Manga, der Fans von Urban Fantasy, leichtem Abenteuer und herzerwärmenden Lehrlingsgeschichten gleichermaßen anspricht.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Süßer als ein Cupcake

Old-fashioned Cupcake 1
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Mit „Old Fashioned Cupcake“ von Sagan Sagan bekommt man eine Boys-Love-Geschichte, die ganz ohne großes Drama auskommt und genau deshalb so gut funktioniert.

Sanae Nozue ist 39, fest im Büroalltag verankert ...

Mit „Old Fashioned Cupcake“ von Sagan Sagan bekommt man eine Boys-Love-Geschichte, die ganz ohne großes Drama auskommt und genau deshalb so gut funktioniert.

Sanae Nozue ist 39, fest im Büroalltag verankert und emotional irgendwo zwischen „läuft doch“ und stiller Midlife-Crisis gefangen. Eat, sleep, work, repeat. Veränderung? Klingt anstrengend. Erst sein jüngerer Kollege Minoru Togawa bringt Bewegung in dieses graue Hamsterrad – mit einem charmant-schrägen „Anti-Aging“-Plan: Süßspeisen-Tour durch angesagte Cafés. Pancakes, Parfaits und Scones werden dabei mehr als nur Desserts – sie werden zum Katalysator für Selbstreflexion, Nähe und unausgesprochene Gefühle.

Was diesen Manga besonders macht, ist seine leise Reife. Die Beziehung zwischen Nozue und Togawa entwickelt sich langsam, glaubwürdig und mit viel Feingefühl. Kein überzogenes Drama, keine künstlichen Missverständnisse – stattdessen kleine Blicke, zögerliche Gesten und Dialoge, die mehr sagen, als sie aussprechen. Gerade die Dynamik zwischen dem unsicheren älteren Angestellten und dem scheinbar selbstbewussten jüngeren Kollegen ist wunderbar nuanciert erzählt.

Zeichnerisch setzt Sagan Sagan auf einen klaren, ruhigen Stil, der perfekt zur Alltagsatmosphäre passt. Die Café-Szenen wirken fast gemütlich genug, um selbst Lust auf Kuchen und Cappuccino zu bekommen.

Wer explosive Leidenschaft oder große Plot-Twists erwartet, wird hier vielleicht überrascht sein – „Old Fashioned Cupcake“ lebt von Zwischentönen. Aber genau darin liegt seine Stärke: eine zarte, erwachsene Liebesgeschichte über Mut zur Veränderung, Selbstwert und die Frage, ob es je zu spät ist, neu anzufangen.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Einfach süß

Happily Ever After – Auch im nächsten Leben will ich dich heiraten 01
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Mit „Happily Ever After“ von Miku Moringa erwartet Leser*innen kein klassisches Romance-Märchen, sondern eine leise, berührende Geschichte über Liebe, Zeit und das gemeinsame Älterwerden.

Der Manga beginnt ...

Mit „Happily Ever After“ von Miku Moringa erwartet Leser*innen kein klassisches Romance-Märchen, sondern eine leise, berührende Geschichte über Liebe, Zeit und das gemeinsame Älterwerden.

Der Manga beginnt ungewöhnlich: Toranosuke Ibuki liegt im Sterben, an seiner Seite seine Frau Kaoru. Statt dramatischer Zuspitzung erleben wir einen zärtlichen Rückblick auf eine jahrzehntelange Ehe, die Höhen und Tiefen, Armut, Zweifel und Glücksmomente überstanden hat. Was an einem goldenen Herbsttag mit einem waghalsigen Jungen, einem vernachlässigten Mädchen und einem schutzlosen Welpen begann, entfaltet sich zu einer bewegenden Lebensgeschichte.

Besonders stark ist die ruhige Erzählweise. Miku Moringa setzt nicht auf große Gesten, sondern auf kleine, intime Augenblicke. Blicke, Gesten und stille Panels transportieren oft mehr Emotion als Worte. Die Zeichnungen unterstreichen diese Atmosphäre mit weichen Linien und viel Gefühl für Mimik. Man spürt die Wärme zwischen Toranosuke und Kaoru – eine Liebe, die nicht perfekt, aber beständig ist.

Wer actionreiche Dramatik oder überzeichnete Konflikte sucht, wird hier vielleicht etwas Geduld brauchen. Die Geschichte ist ruhig, fast melancholisch, und entfaltet ihre Wirkung eher schleichend als spektakulär.

„Happily Ever After“ ist ein gefühlvoller Manga über eine Liebe, die ein ganzes Leben trägt. Sanft, nostalgisch und berührend – besonders für Leser:innen, die Geschichten über Beständigkeit und echte Verbundenheit schätzen.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Mehr als nur Orte zum verweilen

Weinorte an Saale und Unstrut
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„Weinorte an Saale und Unstrut“ ist eine stimmungsvolle Liebeserklärung an Deutschlands nördlichstes Qualitätsweinanbaugebiet – und weit mehr als ein klassischer Reiseführer. Das Buch nimmt seine Leser*innen ...

„Weinorte an Saale und Unstrut“ ist eine stimmungsvolle Liebeserklärung an Deutschlands nördlichstes Qualitätsweinanbaugebiet – und weit mehr als ein klassischer Reiseführer. Das Buch nimmt seine Leser*innen mit in eine Region, die mit sanften Weinbergen, jahrhundertealten Terrassen und beeindruckenden Ausblicken überrascht.

Zwischen den Flusstälern von Saale-Unstrut entfaltet sich eine besondere Mischung aus Natur, Geschichte und Genusskultur. Mittelalterliche Städtchen, versteckte Weingüter und familiäre Straußwirtschaften werden anschaulich porträtiert und machen sofort Lust, selbst loszuziehen. Besonders gelungen ist die Verbindung aus atmosphärischen Beschreibungen und praktischen Anregungen – ob für eine Wochenend-Auszeit, eine Genuss-Wanderung oder eine ausgedehnte Weinprobe.

Das Buch vermittelt nicht nur Fakten über Rebsorten und Traditionen, sondern fängt auch das Lebensgefühl der Region ein. Man spürt die Ruhe der Weinberge, die Leidenschaft der Winzer:innen und die tiefe Verwurzelung kulturellen Erbes. Die Texte sind informativ, ohne trocken zu wirken, und wecken die Neugier auf Orte, die abseits der großen Touristenströme liegen.

„Weinorte an Saale und Unstrut“ ist damit eine inspirierende Einladung, eine oft unterschätzte Region neu zu entdecken. Für Weinliebhaber:innen, Genussreisende und alle, die authentische Landschaften schätzen, ist dieses Buch eine empfehlenswerte Lektüre – ideal zur Reiseplanung oder zum gedanklichen Davonträumen.

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