Außergewöhnlich
Von der Natur des MenschenMit „Von der Natur des Menschen“ erschafft Jiro Taniguchi gemeinsam mit dem Autor Ryuichiro Utsumi einen Manga, der leise beginnt und lange nachhallt. In acht Kurzgeschichten geht es nicht um große Dramen ...
Mit „Von der Natur des Menschen“ erschafft Jiro Taniguchi gemeinsam mit dem Autor Ryuichiro Utsumi einen Manga, der leise beginnt und lange nachhallt. In acht Kurzgeschichten geht es nicht um große Dramen oder spektakuläre Wendungen, sondern um die stillen, oft schmerzhaften Momente des Lebens, in denen sich zeigt, wer wir wirklich sind.
Kinder und Erwachsene stehen vor Verlust, Schuld, Einsamkeit oder moralischen Entscheidungen. Taniguchi erzählt diese Episoden mit seiner unverwechselbaren Klarheit: reduzierte Linien, ruhige Panels, viel Raum zwischen den Bildern. Gerade diese Zurückhaltung verleiht den Geschichten eine enorme emotionale Tiefe. Ein Blick, eine Geste oder eine unscheinbare Alltagsszene tragen hier mehr Bedeutung als viele Worte.
Thematisch kreist das Manga um Verantwortung, Mitgefühl und die Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen. Die Figuren wirken dabei nie konstruiert, sondern authentisch – als könnte man ihnen im echten Leben begegnen. Die Erzählungen fordern Aufmerksamkeit und Geduld, belohnen diese aber mit berührenden, oft nachdenklichen Momenten.
Wie schon bei „Vertraute Fremde“ Vertraute Fremde zeigt sich Taniguchis besondere Stärke: Er schlägt eine Brücke zwischen japanischer Erzähltradition und europäischer Comic-Ästhetik. „Von der Natur des Menschen“ ist kein Manga für schnelle Unterhaltung, sondern ein stilles, tiefgründiges Werk über das Menschsein – sensibel, reflektiert und emotional nachhaltig.