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Veröffentlicht am 24.02.2026

500 Seiten atemlose Spannung

Das Antiquariat am alten Friedhof
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Felix und drei weitere junge Männer aus reichem Elternhaus gründen 1930 in Leipzig den Club Casaubon. Ihre Liebe zur Literatur vereint sie und aus Langeweile beginnen sie, wertvolle Bücher zu stehlen. ...


Felix und drei weitere junge Männer aus reichem Elternhaus gründen 1930 in Leipzig den Club Casaubon. Ihre Liebe zur Literatur vereint sie und aus Langeweile beginnen sie, wertvolle Bücher zu stehlen. Was als Abenteuer begann, wird bitterer Ernst als sie ein geheimnisvolles Buch stehlen und so in die Machenschaften okkulter Logen und skrupelloser Fanatiker hineingezogen werden.
Fünfzehn Jahre später kehrt Felix im Auftrag der Amerikaner nach Leipzig zurück. Als Bibliothekar soll er hier einen Spezialauftrag ausführen, der ihn tief in seine Vergangenheit zurückbringt. Schnell wird ihm klar, dass die Geschehnisse von damals noch nicht vorbei sind und ihn bis heute verfolgen.

Das Antiquariat am alten Friedhof ist das vierte Buch von Kai Meyer, welches im Grafischen Viertel von Leipzig spielt. Für mich ist es das erste Buch des Autors. Es ist in sich abgeschlossen, macht aber Lust, auch die anderen Bücher aus dem Grafischen Viertel zu lesen.

Kai Meyer präsentiert hier einen Roman, der mich 500 Seiten lang in atemlose Spannung versetzt hat. Sie ist ständig präsent, mal als unterschwelliges Unwohlsein und dann wieder als explosives Feuerwerk.

Der Roman spielt abwechselnd 1930 und 1945, wodurch die Ereignisse und Handlungen der Personen gut verknüpft werden und den Leser immer mehr verstehen lassen, worum es hier eigentlich geht. Trotzdem werden erst gegen Ende des Buches alle Zusammenhänge aufgedeckt.

Sehr anschaulich sind die Beschreibungen des zerstörten Leipzigs 1945 und die Lebensumstände der Menschen damals. Auch werfen sie einen interessanten Blick auf die Interessen und Machenschaften der Besatzer.

Fazit:
Das Antiquariat am alten Friedhof ist ein spannender Roman, der einen interessanten Einblick in das Leipzig nach Kriegsende gewährt.


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Veröffentlicht am 02.02.2026

Vorhersehbarer Liebesroman für nette Lesestunden

Hedley Mill - Wohin der Weg dich führt
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Nach Abschluss der Modeschule in Berlin reist Laura an die raue Küste Nordenglands, um die ehemalige Familienweberei zu neuem Leben zu erwecken. Ihr Traum ist es, die besten Tweed-Stoffe herzustellen. ...

Nach Abschluss der Modeschule in Berlin reist Laura an die raue Küste Nordenglands, um die ehemalige Familienweberei zu neuem Leben zu erwecken. Ihr Traum ist es, die besten Tweed-Stoffe herzustellen. In dem kleinen Fischerort stößt sie zunächst auf viele Vorurteile und Widerstände, findet aber neue Freunde, die an sie glauben. Ihr Erfolg wird ihr nicht von allen gegönnt und so muss Laura immer wieder Rückschläge einstecken.

Hedley Mill - Wohin der Weg dich führt ist der erste Teil einer Saga rund um die Tweed-Weberei im Norden Englands. Der Roman ließ sich gut lesen und die Beschreibungen der nordenglischen Küstenlandschaft haben mir sehr gefallen. Leider war die Handlung sehr vorhersehbar, so dass auch bei dramatischeren Szenen keine rechte Spannung aufkam. Alle Rückschläge und Schwierigkeiten, denen sich Laura stellen muss, wurden für meinen Geschmack zu schnell und einfach aufgelöst. Der erste Teil der Geschichte endet mit einem fiesen Cliffhanger, der natürlich neugierig auf Band zwei macht.

Die Personen der Geschichte waren für meinen Geschmack etwas zu eindimensional. Im Grunde war schnell klar, wer hier gut und wer böse ist und dabei blieb es dann auch.
Laura, die Protagonistin, ist grundgut, immer verständnis- und rücksichtsvoll. Auf der einen Seite ist sie sehr ehrgeizig und verfolgt vehement ihren Traum auf der anderen Seite erscheint sie mir dann wieder sehr naiv.
Auch Fred war mir zu glatt, immer verständnisvoll und mit allem einverstanden. Was für die damalige Zeit und die Umgebung in der er aufgewachsen ist, doch eher ungewöhnlich ist.

Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte nicht so richtig in die gewählte Zeit der 1955er Jahre passte. Für mich wirkte sie deutlich fortschrittlicher und hätte besser in die 90er Jahre gepasst.

Fazit:
Hedley Hill ist ein rosarot-romantischer Englandroman mit einer sympathischen Protagonistin, dessen Handlung leider viel zu vorhersehbar war. Trotzdem hat er mir ein paar schöne Lesestunden beschert.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Viele Praxistips und hilfreiche Informationen

Verstehen statt verlieren
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Viele Praxistips und hilfreiche Informationen

Die Pubertät unserer Kinder läuft heute biologisch zwar noch (fast) genauso ab wie zu unseren Zeiten, aber durch das Internet, Social Media und all die Möglichkeiten ...

Viele Praxistips und hilfreiche Informationen

Die Pubertät unserer Kinder läuft heute biologisch zwar noch (fast) genauso ab wie zu unseren Zeiten, aber durch das Internet, Social Media und all die Möglichkeiten die sich damit bieten, stellen sich unseren Teenagern ganz neue Herausforderungen.

Die Sexualpädagogin Mareike Brede und Social-Media Expertin Leonie Lutz erklären in ihrem Buch „Verstehen statt verlieren“ sehr praxisnah und anschaulich was in der Pubertät mit unseren Kindern passiert und welch großen Stellenwert das Smartphone in dieser Zeit für die Teenager hat. Dies bringt natürlich jede Menge Möglichkeiten aber auch Risiken mit sich.

In elf Kapiteln werden verschiedene Aspekte der Smartphone-Pubertät erklärt. Hier hat mir sehr gut gefallen, dass wichtige Aussagen rot gedruckt sind und sofort ins Auge springen. Das Highlight des Buches sind die vielen Hinweise auf hilfreiche Internetseiten, Apps und vor allem die Praxistips. Ganz konkret werden hier Hilfestellungen und Vorschläge zur Lösung von Problemen gegeben. Auch die App-Empfehlungen im Anhang gefallen mir sehr gut.

Insbesondere die detaillierte Darstellung der Möglichkeiten und Gefahren der gängigen Social-Media Angebote hat mich für diese Bereiche nochmal mehr sensibilisiert.

Auch wenn einige Dinge für mich nicht so relevant waren, weil sie mir schon bewußt waren oder bei uns in der Familie einfach keine Rolle spielen, gab es immer wieder Aha-Momente. Ich denke, dass dieses Buch uns noch eine ganze Weile begleiten wird und ich einige der Vorschläge mit meinen Kindern ausprobieren werde.

Einzig die Kapitel über die körperlichen Veränderungen in der Pubertät, Sexualität und Verhütung waren für mich hier fehl am Platz oder hätten wesentlich kürzer dargestellt werden sollen.

Das Buch ist ein hilfreiches Nachschlagewerk, dass um viel Verständnis für die Teenager wirbt, aber auch zeigt, wo klare Grenzen zu setzen sind, um die Kinder vor den Gefahren der Smartphone-Welt zu schützen.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Spannender Krimi im Obdachlosenmilieu

Todesflut
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Auf der Suche nach einer aus dem Gefängnis geflohenen Mörderin stößt Privatdetektivin Emma Klar auf einen nie aufgeklärten Mordfall. Während sie immer tiefer gräbt, kommt ein schier unglaubliches Verbrechen ...

Auf der Suche nach einer aus dem Gefängnis geflohenen Mörderin stößt Privatdetektivin Emma Klar auf einen nie aufgeklärten Mordfall. Während sie immer tiefer gräbt, kommt ein schier unglaubliches Verbrechen zu Tage und lässt auch die geflohene Mörderin in einem anderen Licht erscheinen.

Todesflut ist der zehnte Fall für Emma Klar. Katharina Peters schreibt spannend und hält einige Überraschungen für den Leser bereit. Leider machten es mir die langen Kapitel und Bandwurmsätze manchmal schwer der Geschichte zu folgen. Auch die vielen Personen und Schauplätze trugen zur Verwirrung bei.

Im Laufe des Romans wird immer wieder auf die Coronazeit hingewiesen, was dann irgendwann übertrieben wirkte. Die Autorin beschreibt die Schwierigkeiten und bürokratischen Hindernisse bei der überregionalen Zusammenarbeit der Polizei sehr anschaulich. Leider wird auch dieses Thema zu oft wiederholt, so dass es irgendwann nervig war.



Fazit:
Todesflut ist für mich ein sehr spannender Krimi mit einer interessanten Protagonistin. Trotz der obigen Kritikpunkte kommen Krimifreunde, die es spannend aber nicht blutig mögen, hier auf ihre Kosten. Da dies für mich der erste Band der Reihe war, werde ich sicherlich noch den ein oder anderen Vorgänger lesen.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Eine interessante Reise, die viele Fragen offen lässt

Die Buchreisenden - Ein Weg aus Tinte und Magie
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Adam hat eine besondere Gabe. Durch seine magische Stimme kann er in die Geschichten der Bücher reisen. Er ist Teil einer verschworenen Gemeinschaft, die sich die Libronauten nennt. Die Libronauten bieten ...

Adam hat eine besondere Gabe. Durch seine magische Stimme kann er in die Geschichten der Bücher reisen. Er ist Teil einer verschworenen Gemeinschaft, die sich die Libronauten nennt. Die Libronauten bieten betuchten Menschen Reisen in ihre Lieblingsbücher an, um die Handlungen dort hautnah mitzuerleben. Durch teils tragische Ereignisse entdeckt Adam, dass seine heile Erzählerwelt gar nicht so idyllisch ist. Es warten viele Geheimnisse darauf von ihm gelüftet zu werden, oder sollte der diese besser unentdeckt lassen?

Ein Weg aus Tinte und Magie ist der erste Band der Buchreisenden-Dilogie von Akram El-Bahay. Die Geschichte wird aus Adams Sicht erzählt. Das Buch ist spannend geschrieben und man kann sich gut in die Handlung hineinversetzen. Die sehr bildreichen Beschreibungen der Bücherwelten haben die Schauplätze der Geschichten sehr lebendig werden lassen und nur zu gern wäre ich auch mit Adam in eines meiner Lieblingsbücher gereist. Leider werden viele Geheimnisse und Fragen in diesem Band nicht geklärt. Wer ist gut, wer böse? Was sind die Hintergründe und Motive der Personen und worum geht es in diesem Roman eigentlich wirklich? Hierzu muss man wohl auf den zweiten Band warten, der Ende Oktober 2025 erscheinen soll.

Adam ist mir als Hauptcharakter leider etwas blass geblieben. Es wirkte auf mich oft so, als würde er mehr durch die Geschichte stolpern, als das Heft selber in die Hand zu nehmen. Er lässt sich von Anderen immer wieder als Werkzeug benutzen, um in die Geschichten zu gelangen und wirkt dabei meist naiv und unreif. So richtig schlau werde ich aus ihm nicht. Wer ist er, wo kommt er her und was ist seine Bestimmung? Das sind alles Fragen, die für die Geschichte zentral sind, aber im ersten Band nicht beantwortet werden.

Die Libronauten sind eine seltsam verschworene, fast sektenartige Gemeinschaft, die es gegen ein horrendes Honorar ermöglicht, Reisen in Bücherwelten zu unternehmen. Ihre Motive bleiben bis zur letzten Seite nebulös.

Die Gegenspieler der Libronauten, Elisa und ihre Freunde, scheinen da etwas weniger geheimnisvoll, obwohl auch hier vieles im Unklaren bleibt. Elisas ist für mich der starke Charakter der Geschichte, sie weiß was sie will und setzt dies auch durch. Dabei nimmt sie keine Rücksicht auf andere und setzt auch Adam gnadenlos für ihre Pläne ein. Sie ist die Anführerin, der alle folgen ohne zu fragen, die wenig erklärt und ihre Geheimnisse für sich behält.

Fazit:
Die Buchreisenden ist ein spannender Roman mit einer interessanten Idee, leider konnte ich bis zum Ende nicht erkennen, worum es in dem Roman wirklich geht. Es ist eine teils blinde Jagd nach Türen und Schlüsseln, ohne ein für den Leser erkennbares Ziel. Auch wenn im zweiten Band hoffentlich alles aufgeklärt wird, hätte ich mir hier schon gewünscht, wenigstens den Sinn des Ganzen zu verstehen. Insgesamt wirkte der erste Band auf mich daher sehr verwirrend und hat mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet.

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