Der Preis eines guten Lebens
Ich fand dieses Buch absolut beeindruckend. Nicht nur stark geplottet in seinen drei Handlungssträngen, die letztendlich alle eine ähnliche Geschichte, aber unter verschiedenen Gesichtspunkten, erzählen, ...
Ich fand dieses Buch absolut beeindruckend. Nicht nur stark geplottet in seinen drei Handlungssträngen, die letztendlich alle eine ähnliche Geschichte, aber unter verschiedenen Gesichtspunkten, erzählen, sondern auch feinfühlig und emotional ergreifend geschrieben. Ein Buch, das bewegt, nachdenklich und stellvertretend betroffen macht.
Die drei Kapitel aus Sicht des Banater Landes waren mir ein bisschen too much, zu abstrakt, als dass ich darin mehr gesehen hätte als den Versuch die Geschichte zu verorten und zu verankern. Dabei ist das gar nicht nötig, da die Schicksale der Frauen das bereits großartig tun. Die Themen Herkunft, Heimat und Zugehörigkeit sind allseits präsent und nahbar aufbereitet.
Bei Theresias Schicksal kam mir beim Lesen die Galle hoch. Nicht nur, was das Schicksal der Frauen an sich betrifft, sondern auch der scheinheilige Anstrich der Kircheninstanz in diesem Teil der Geschichte. Da wird man doch stellvertretend wütend und ich war stellenweise regelrecht fassungslos. Für mich waren vor allem ihre Kapitel eine einzige emotionale Achterbahnfahrt.
So sehr Vio sich Schönheit für ihre Tochter wünscht, ist genau diese für Theresia ein Fluch. Und gleichzeitig rettet diese sie, zusammen mit schierem Überlebenswillen und unvorstellbarem Mut, vor einem absolut elenden Schicksal.Und auch Vios Familiengeschichte ist eine Geschichte der Aufopferung, Verlusts und steten Kampfes um eine bessere Zukunft, ein besseres Leben und das Gefühl endlich angekommen und akzeptiert zu sein,
Ich mochte die kurzen Kapitel und steten Perspektivwechsel. Die Geschichte hatten einen guten Flow, besonders Vios Gegenwart wirkt authentisch, ihre Schuld, Angst und Liebe nahbar und nachvollziehbar. Wirklich stark, hat mir sehr gut gefallen.