Platzhalter für Profilbild

Sonja2609

Lesejury Profi
offline

Sonja2609 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Sonja2609 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2026

Atmosphärische Geschichte aus 1001 Nacht

Der Duft der fernen Insel
0

Sarah Lark schreibt als Christina Rey - und entführt uns in die exotische Welt Sansibars, in die wir gemeinsam mit der Lehrerin Eve reisen, die die blinde Tochter des Sultans unterrichten soll. Nunu hadert ...

Sarah Lark schreibt als Christina Rey - und entführt uns in die exotische Welt Sansibars, in die wir gemeinsam mit der Lehrerin Eve reisen, die die blinde Tochter des Sultans unterrichten soll. Nunu hadert mit ihrem Schicksal blind zu sein - und macht dabei nicht nur ihren Freunden das Leben schwer. Doch Eve beginnt eine gute Beziehung zu ihr aufzubauen und sie führen ein gutes Leben vor Ort.
Bis der Sultan von Sansibar stirbt und Machtkämpfe ausbrechen. Die Frauen ziehen sich auf eine Plantage zurück - und verlieben sich in den gleichen Mann. Ab da überschlagen sich die Ereignisse und es wird gefährlich für alle.
Wie in allen Büchern der Autorin erleben wir noch weitere Handlungsstränge über Menschen, die den Protagonisten nah stehen und die ebenfalls spannende Erlebnisse haben, die fesseln.
Wie immer verhelfen zahlreiche Zufälle den Charakteren zu ihrem Schicksal - das kennt und liebt man an den Büchern der Autorin. Mich hat das Buch wieder sehr gefesselt, da es authentische Beschreibungen von Land, Leuten und der Zeit liefert und viel Atmosphäre schafft. Die Charaktere sind toll beschrieben und man fiebert bis zuletzt mit ihnen mit.
Ein Roman über starke Frauen in einem Land und einer Zeit, wo sie genau das nicht sein konnten. Ein Roman, der sich durchaus auch augenzwinkernd mit Religionsfragen beschäftigt und das Thema Sklavenhandel kritisch beäugt.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.02.2026

Dorf trifft Spannung - Die Totenklägerin von Greta Jung

Die Totenklägerin
0

Selten habe ich ein Buch so schnell ausgelesen: Morgens aus dem Briefkasten gefischt, abends beendet. „Die Totenklägerin“ liest sich unglaublich flüssig und zieht einen von Beginn an in die Geschichte ...

Selten habe ich ein Buch so schnell ausgelesen: Morgens aus dem Briefkasten gefischt, abends beendet. „Die Totenklägerin“ liest sich unglaublich flüssig und zieht einen von Beginn an in die Geschichte hinein - das Buch konnte ich nicht aus der Hand legen, bis ich es beendet hatte.

Der Prolog wirkt zunächst losgelöst vom eigentlichen Geschehen, macht aber sofort neugierig – man spürt, dass hier noch etwas Größeres im Hintergrund wartet, auch wenn ich dies zunächst etwas verwirrend fand.

Der Einstieg gelingt Greta Jung mühelos: Die Sprache ist klar, angenehm und leicht zu lesen, ohne oberflächlich zu sein.

Matilda Rizzo, Trauerrednerin und Ermittlerin im Namen der Toten, ist eine spannende Protagonistin. Sympathisch, aber nicht durchschaubar. Sie trägt selbst ein Geheimnis mit sich herum, während sie die Geheimnisse anderer aufdeckt – für mich macht es das besonders interessant. Ihr Neuanfang in einem kleinen Dorf bei Passau wirkt alles andere als idyllisch. Hinter der dörflichen Fassade brodelt es anscheinend gewaltig und nicht von allen Dorfbewohnern wird sie herzlich empfangen.

Zweite Protagonistin ist Jackie, die kluge und neugierige Zwölfjährige, hat mich beeindruckt. Sie wirkt reifer, als sie eigentlich sein dürfte, und wächst einem schnell ans Herz. Die Dynamik zwischen ihr und Matilda entwickelt sich im Laufe der Geschichte, aber nicht immer gleich und das fesselt – gerade weil es nicht sofort harmonisch ist.

Doch Jackie ist der eigentliche Auslöser dafür, dass Matilda "ermittelt". Denn sie wird auf den Tod von Oma Resi aufmerksam, bei dem es einige Ungereimtheiten zu geben scheint.

Im Weiteren nimmt die Geschichte spürbar Fahrt auf. Matilda gerät zunehmend unter Druck, Bedrohungen nehmen zu und die Verdächtigenlage bleibt lange undurchsichtig. Die Familie Grafenegger ist dabei besonders präsent – unsympathisch, dominant und mit spürbarem Einfluss auf das ganze Dorf. Firmian ist ein Charakter, der einen wirklich wütend machen kann: Machtmissbrauch, Druck, Manipulation – all das schwebt wie eine dunkle Wolke über Reuth.

Ein paar wenige Passagen mit längeren Gedankengängen wirkten auf mich etwas langatmig, aber insgesamt blieb die Geschichte durchgehend spannend. Zwar hatte ich zwischendurch das Gefühl von „Kommissar Zufall“, doch am Ende fügte sich alles stimmig zusammen, ohne konstruiert zu wirken.

Besonders berührend fand ich das Schicksal von Oma Resi. Der Druck, unter dem sie stand, und die Hintergründe der Geschehnisse zeigen, wie tief Schuld, Schweigen und alte Verletzungen wirken können – selbst in einer Zeit, in der man meint, solche Strukturen längst überwunden zu haben. Aber mehr darf ich hier wirklich nicht verraten, es soll ja für weitere Leser*innen spannend bleiben.

Erleichtert war ich darüber, dass Matilda selbst zwischendurch nicht den Weg der Rache geht. Ihre Entscheidung passt zu ihrem Charakter und macht Hoffnung, dass sie ihren eigenen Frieden finden kann. Gleichzeitig bleiben genug offene Fäden – gerade was ihre Vergangenheit betrifft –, um sich weitere Bände mit ihr gut vorstellen zu können. Ich würde mich jedenfalls sehr über eine Fortsetzung freuen.

Fazit:

Ein atmosphärischer Spannungsroman mit einer starken Protagonistin, viel Dorfdynamik, moralischen Grauzonen und einem flüssigen Schreibstil. Packend, berührend und bis zum Schluss lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2022

Ein plüschiges Abenteuer für Kinder

Die Stoffis - Auf plüschigen Sohlen (Band 1)
1

Die Stoffis - Auf plüschigen Sohlen ist der Auftakt einer neuen Kinderbuchreihe über Stofftiere, die ausgesetzt wurden und in "freier Wildbahn" zunächst nach neuen Besitzern suchen und dann spannende Abenteuer ...

Die Stoffis - Auf plüschigen Sohlen ist der Auftakt einer neuen Kinderbuchreihe über Stofftiere, die ausgesetzt wurden und in "freier Wildbahn" zunächst nach neuen Besitzern suchen und dann spannende Abenteuer erleben.
Die Charaktere des Buches sind ein Plüsch-Einhorn, ein Hund, ein Kater, eine Schildkröte, ein Bär und ein Seestern. Sie alle haben ihre Makel und sind aus den verschiedensten Gründen auf der Straße gelandet. Gemeinsam beginnen sie, einen neuen Besitzer zu finden, bei dem sie bleiben können. Dabei geraten sie in einige brenzlige Situationen, müssen der Müllabfuhr entkommen und sich gegen Gefahren wehren.
Das Buch ist wunderschön bebildert, es macht Spaß, die Geschichte zu lesen und die Bilder zu betrachten. Wir finden, dass Die Stoffis ein tolles Buch zum Vorlesen ist, vor allem auch für etwas größere Kinder. Wir haben es mit einer Vierjährigen gelesen und es war teilweise noch sehr spannend und schwer. Dennoch hatte sie viel Freude an den Charakteren und schnell ein Lieblingskuscheltier ausfindig gemacht.
Wir sind schon sehr gespannt auf die Folgebände und können das Buch sehr empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 14.10.2021

Wundeschönes Weihnachtsbuch mit alten Bekannten

Weihnachten mit Juli
2

Eigentlich wollte Paul immer einen Hund haben. Und dann lief ihm Juli zu, ein waschechtes Pferd. Anfangs wollte er sie schnellstmöglich wieder loswerden, doch nun kann er sich ein Leben ohne Juli gar nicht ...

Eigentlich wollte Paul immer einen Hund haben. Und dann lief ihm Juli zu, ein waschechtes Pferd. Anfangs wollte er sie schnellstmöglich wieder loswerden, doch nun kann er sich ein Leben ohne Juli gar nicht mehr vorstellen.
Und nun steht Weihnachten ins Haus. Das erste Weihnachten mit Juli und den „Tierischen Vier“, der Bande bestehend aus Paul, Max, Anna und natürlich Juli. Für eine möglichst perfekte Vorbereitung auf die Festtage hat Paul eine Weihnachtsliste geschrieben. Doch Adventskalender, Plätzchenbacken oder der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt funktionieren nicht ganz so gut wie geplant, wenn Juli mit dabei ist.
Und dann taucht da auch noch der neue Nachbar Herr Sauber auf. Und dem ist Juli ein Dorn im Auge, denn sauber ist mit ihr so gar nichts. Er beschließt, dass Juli weg muss. Doch da hat er die Rechnung ohne die Tierischen Vier gemacht, denn ein Weihnachten ohne Juli ist natürlich nicht möglich. Und somit versuchen die Freunde alles, dass Herr Sauber Juli doch noch mag. Doch das Pferd ist stur…

Ich mochte den ersten Band um Juli schon und auch der zweite verbreitet gute Laune und Lesefreude pur. Die Texte sind witzig geschrieben und liebevoll und lustig illustriert. Egal ob zum Vorlesen oder Selberlesen, das Buch ist für alle geeignet. Und auch kleinere Leseratten werden Spaß am Bilder anschauen haben. Das Buch ist sowohl für Mädchen, als auch Jungen gleichermaßen geeignet. Es ist wieder einmal ein wunderschönes Kinderbuch geworden, welches einfach Spaß macht, es zu lesen. Ein schönes Geschenk für die Adventszeit oder zu Weihnachten.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
Veröffentlicht am 05.07.2021

Würdiges Ende der Speicherstadt-Saga

Der Traum von Freiheit
0

„Der Traum der Freiheit“ ist der dritte und letzte Band der Speicherstadt-Saga, die von Fenja Lüders geschrieben wurde und im Bastei Lübbe Verlag erschienen ist.

Mina Deharde, Geschäftsführerin des Kaffeekontors ...

„Der Traum der Freiheit“ ist der dritte und letzte Band der Speicherstadt-Saga, die von Fenja Lüders geschrieben wurde und im Bastei Lübbe Verlag erschienen ist.

Mina Deharde, Geschäftsführerin des Kaffeekontors Kopman & Deharde, ist nun endlich auch als Kaffeehändlerin an der Börse zugelassen und die Kaffeegeschäfte laufen nun nach dem Ersten Weltkrieg und vor allem der Wirtschaftskrise wieder in geordneten Bahnen.
Auf dem Papier zwar immer noch verheiratet mit Frederik, führt sie doch schon lange eine Beziehung mit Edo, ihrem Bürovorsteher. Der kriegsversehrte junge Mann ist Minas große Liebe und Stütze. Doch plötzlich holt ihn seine Vergangenheit ein und er muss in die USA reisen und Mina zurücklassen.
In diesem Mann trifft man wieder jede Menge alte Bekannte, auch ihre Schwester Agnes, mittlerweile verheiratet mit einem jüdischen Musiker und Großmutter Hiltrud. Freundin Irma ist Mutter geworden und noch immer pflegen die beiden ein inniges Verhältnis. Doch auch in Irmas Beziehung zu Heiko ziehen düstere Wolken auf.
Und natürlich verheißen die Zeiten nichts Gutes für Agnes und ihren Anton sowie für viele jüdische Familien in Deutschland. Als Mina von ihren Freunden gebeten wird, Familien zu verstecken und dabei zu helfen, sie ins Ausland zu schmuggeln, zögert sie nicht lange und hilft.
Und dann gerät während des Krieges die Stadt Hamburg unter massiven Bombenhagel. Ob Mina Kontor und vor allem ihr Zuhause retten kann?

Aufgrund der Epoche in der das Buch spielt, es beginnt in den 40er Jahren, passiert unheimlich viel Spannendes und die Protagonisten geraten schnell in den Strudel der Ereignisse. Neue Charaktere bereichern die Geschichte ebenfalls und es ist schön, dass man von den allbekannten Handelnden noch neue Wesenszüge und Eigenschaften entdeckt.
Recht große Zeitsprünge sind manchmal etwas irritierend, sorgen aber dafür, dass die Spannung beim Lesen erhalten bleibt.

Für mich ist das Buch ein würdiger und fulminanter Abschluss der Saga, in dem unheimlich viel passiert, so dass der Leser auf eine spannende Reise durch die Jahrzehnte mitgenommen wird. „Der Traum der Freiheit“ ist sicherlich das emotionalste der drei Bände und für mich auch das Buch, in dem am meisten Handlung passiert, was sicherlich auch der zeitlichen Einordnung geschuldet ist. Wer also die ersten beiden Bände bereits sehr mochte, der wird diesen Band ebenfalls nicht aus der Hand legen können.

Mina Deharde-Lohmeyer ist für mich eine starke Persönlichkeit, die in ihrem Leben zu ihren Prinzipien steht, die hoch erhobenen Hauptes durch Leben geht und die „ihren Mann steht“. Sie wirkt nicht übertrieben dargestellt, sondern wie eine kämpferische Frau, die ihren Platz in ihrem Leben gefunden hat. Diese sympathische Protagonistin ist für mich einer der Erfolgsgründe der Speicherstadt-Saga.
Ich habe jedes einzelne der Bücher verschlungen, mit Mina mitgefiebert und mit Begeisterung von ihrem Leben gelesen. Die Bücher kann ich nur sehr empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema