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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.06.2018

Typisch John Irving

Garp und wie er die Welt sah
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Von der ersten bis zur letzten Seite ist gerade dieser Roman von Irving etwas Besonderes.
Irving hat ein unglaubliches Gespür für schwierige Charaktere und deren Zusammenspiel.
Es gibt nie ein langweiliges ...

Von der ersten bis zur letzten Seite ist gerade dieser Roman von Irving etwas Besonderes.
Irving hat ein unglaubliches Gespür für schwierige Charaktere und deren Zusammenspiel.
Es gibt nie ein langweiliges Familienleben.
Gerade deshalb findet man diese Figuren wohl schnell sympathisch.
Der sehr eigene und doch so liebenswerte Garp, seine unglaublich geduldige Frau Helen und seine unerschrockene Mutter Jenny (eine Feministin wider Willen) prägen den Grundstein zu dieser einzigartigen Geschichte.
Tragik, die Mut macht und einen als Reflektieren auch ein Stück Selbstironie beibringt.
Eben das Leben leben und nicht sich lenken lassen.
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Veröffentlicht am 03.06.2018

Rätselspass für Kinder

Pixi kreativ 77: Shaun das Schaf: Voll bunter Rätselspaß
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Das Heft ist ideal für Kinder ab 5 Jahren.
Man findet hier tolle und kreative Rätselseiten voller verschiedener Abwechslung.
Das macht nicht nur Spaß und ist gegen Langeweile, sondern man kann so auch ...

Das Heft ist ideal für Kinder ab 5 Jahren.
Man findet hier tolle und kreative Rätselseiten voller verschiedener Abwechslung.
Das macht nicht nur Spaß und ist gegen Langeweile, sondern man kann so auch schnell mal was lernen.

- malen, basteln, raten, spielen
- kreativ fördern
- für zu Hause und unterwegs

Jede Seite ist dabei kindgerecht und alters angepasst, so dass man auch einen Lernerfolg hat und dabei wird man mit Shaun das Schaf durch die Seiten begleitet.

Veröffentlicht am 03.06.2018

Mittelalterkrimi

Tod und Teufel
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Köln im September 1260: Jeder steht gegen jeden. Erzbischof und Bürger versuchen, einander mit allen legalen und illegalen Mitteln in die Knie zu zwingen.
Jacop der Fuchs, Dieb und Herumtreiber, zeigt ...

Köln im September 1260: Jeder steht gegen jeden. Erzbischof und Bürger versuchen, einander mit allen legalen und illegalen Mitteln in die Knie zu zwingen.
Jacop der Fuchs, Dieb und Herumtreiber, zeigt an den erzbischöflichen Äpfeln indes mehr Interesse als an der hohen Politik. Was ihm nicht gut bekommt: In den Ästen eines Apfelbaumes sitzend, wird er Zeuge, wie ein höllenschwarzer Schatten den Dombaumeister vom Gerüst in die Tiefe stößt. Er hat den Mord als einziger gesehen. Aber der Schatten hat auch ihn gesehen. Er heftet sich an Jacops Spuren und bringt jeden um, den Jacop einweiht. Als Jacop begreift, daß der Sturz vom Dom nur Auftakt einer unerhörten Intrige war, ist es fast schon zu spät.

Man ist trotz der Zeit des Mittelalters sehr schnell mitten im geschehen und kann sich in die Zeit versetzen. Durchweg spannend und genausten beschrieben. Es gibt hier und da etwas langatmige Szenen, die dann durchaus die Spannung etwas absacken lassen, aber dank der wechselnden Szenen bleibt man dennoch am Ball.
Zudem meine Ausgabe auch einen Stadtplan aufweist, so dass man auch die Handlungsorte besser verfolgen kann.

Veröffentlicht am 24.02.2026

Intensiv und dennoch ausbaufähig

After forever
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After Forever bildet den emotional aufgeladenen Abschluss der turbulenten Beziehung zwischen Tessa und Hardin – und man spürt auf jeder Seite, dass diese Reise nun endlich zu einem Ende kommen soll. Anna ...

After Forever bildet den emotional aufgeladenen Abschluss der turbulenten Beziehung zwischen Tessa und Hardin – und man spürt auf jeder Seite, dass diese Reise nun endlich zu einem Ende kommen soll. Anna Todd bleibt ihrem bekannten Muster treu: intensive Gefühle, dramatische Wendungen und ein ständiges Hin und Her zwischen Nähe und Distanz. Doch gerade im vierten Band wirkt dieses Drama stellenweise überreizt und vorhersehbar, als würde die Geschichte bewusst in die Länge gezogen, um die Spannung künstlich hochzuhalten.

Stärken zeigt Todd weiterhin in der Darstellung innerer Konflikte. Besonders Hardins Rückfall in alte Muster und seine düstere Selbstzerstörung sind eindringlich beschrieben. Auch Tessas Entwicklung – geprägt von Verlust, Ernüchterung und wachsender Selbstbestimmung – verleiht dem Roman emotionale Tiefe. Die wechselnden Perspektiven funktionieren gut und lassen beide Figuren greifbarer wirken. Gleichzeitig drehen sich manche Konflikte im Kreis, und nicht jede Wendung fühlt sich wirklich verdient an.

Der Epilog fällt dagegen überraschend knapp aus. Nach so vielen Seiten voller Dramatik wirkt der schnelle Zeitsprung fast wie ein Bruch – als hätte man hier eine Chance verpasst, den Figuren einen runden, organischen Abschluss zu geben.

Trotz dieser Schwächen bleibt After Forever ein Muss für Fans der Reihe. Es beantwortet offene Fragen, bietet emotionale Momente und lässt einen mit einem bittersüßen Lächeln zurück. Die Reihe insgesamt bleibt ein fesselndes Erlebnis voller Liebe, Schmerz und Selbstfindung – auch wenn Band vier nicht ganz die Kraft der Vorgänger erreicht.

Fazit: Ein intensiver, aber nicht immer überzeugender Abschluss, der dank starker Charakterentwicklung und emotionaler Momente solide 3,5 Sterne verdient.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Atmosphärisch stark, stilistisch holprig

In ihrem Haus
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„In ihrem Haus“ ist ein Roman, über den man am besten möglichst wenig weiß – so wurde es mir zumindest mehrfach eingeschärft. Also bin ich ohne Vorwissen hineingestolpert und habe mich überraschen lassen. ...

„In ihrem Haus“ ist ein Roman, über den man am besten möglichst wenig weiß – so wurde es mir zumindest mehrfach eingeschärft. Also bin ich ohne Vorwissen hineingestolpert und habe mich überraschen lassen. Der große Twist, der überall beschworen wird, hat mich allerdings weniger umgehauen als erwartet. Vieles deutet sich früh an, und eine Schlüsselszene im ersten Fünftel macht die spätere Enthüllung eher vorhersehbar.

Was der Roman jedoch zweifellos beherrscht, ist Atmosphäre. Yael van der Wouden erschafft ein Setting, das dicht, unheimlich und emotional aufgeladen ist. Das Haus in Zwolle wirkt wie ein eigener Charakter – ein Ort voller Erinnerungen, Schatten und unausgesprochener Spannungen. Die langsame, teilweise repetitive Erzählweise trägt viel zur Stimmung bei: Anspannung, Erwartung, Angst und Leidenschaft liegen permanent in der Luft. Auch die Figuren werden intensiv gezeichnet, ohne dass sie dadurch automatisch sympathisch wären. Im Gegenteil: Isabels Misstrauen und Verbissenheit können anstrengend sein, machen sie aber zugleich menschlich greifbar.

Auf der stilistischen Ebene hat mich der Roman jedoch immer wieder verloren. Die Autorin arbeitet extrem häufig mit abgebrochenen Sätzen und Auslassungspunkten, was anfangs als literarisches Stilmittel funktionieren könnte, später aber schlicht ermüdend wirkt. Dazu kommen zahlreiche Rechtschreib- und Grammatikfehler, die den Lesefluss stören und den Eindruck eines mangelhaften Korrektorats hinterlassen. Das ist schade, denn die Geschichte hätte sprachlich deutlich mehr verdient.

Inhaltlich schwankt der Roman ebenfalls: Der Einstieg ist stark, der Mittelteil zieht sich, und erst im letzten Drittel gewinnt die Handlung wieder an Kraft – vor allem, wenn Evas Hintergrund und Motive klarer werden. Die queere Liebesgeschichte ist intensiv und emotional überzeugend, auch wenn sie sich stellenweise etwas in die Länge zieht. Das historische Thema, das im Hintergrund mitschwingt, ist wichtig und gut gewählt, hätte aber noch tiefer ausgearbeitet werden können.

Fazit:
Ein atmosphärisch beeindruckender, emotional vielschichtiger Roman, der lange nachhallt – aber auch einer, der stilistisch stolpert und nicht alle Erwartungen erfüllt. Empfehlenswert für Leser*innen, die sich gerne in dichte Stimmungen fallen lassen und über kleinere (und größere) sprachliche Schwächen hinwegsehen können.

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