Kriegszeiten aus der Sicht eines Kindes
Vergiss nicht zu tanzen, Hanna„Vergiss nicht zu tanzen“ ist eine Aufforderung an Hanna von ihrem Großvater, zu dem sie ein besonders enges Verhältnis hat.
Hannas Familie ist in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts aus dem Oldenburger ...
„Vergiss nicht zu tanzen“ ist eine Aufforderung an Hanna von ihrem Großvater, zu dem sie ein besonders enges Verhältnis hat.
Hannas Familie ist in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts aus dem Oldenburger Münsterland in ein kleines Dorf im Osten der Republik, nahe der polnischen Grenze umgesiedelt worden. Als streng katholische Familie haben es die Gehrkens im protestantischen Osten nicht leicht, doch sie haben auf ihrem Hof ein ausreichendes Auskommen. Hanna, aus deren Sicht diese Geschichte erzählt wird, hat noch drei ältere Brüder und später kommt noch die kleine Rosa zur Welt.Hanna erlebt das Erstarken des Nationalsozialismus, dass die Dorfgemeinschaft, aber auch ihre Familie spaltet und später auch den Einmarsch der Russen in das Dorf mit. Ihre Familie wird zur Flucht gezwungen, weil die Polen das Dorf übernehmen und die Flucht hat für die Familie weitreichende Konsequenzen und einen hinterlässt einen tief sitzenden Schmerz.
Diese Geschichte ist fiktiv, wie der Autor dieses Buches, der hier unter dem Pseudonym Mareike Busch schreibt, doch er hat dieses Buch im Gedenken an seine Mutter geschrieben, die der Protagonistin in diesem Buch wohl sehr nahe kommt, vielleicht hat das Buch ja auch z.T. Biographische Elemente.
Ich fand es sehr interessant diese Zeit mal aus der Sicht eines Kindes zu lesen. Die kleine Hanna, die am Ende des Krieges 13 Jahre alt ist, gibt Einblick, wieviele Gedanken und Sorgen sich auch Kinder in dieser Zeit machten, obwohl sie die Tragweite des Ganzen sicherlich nicht begriffen haben, Gott sei Dank. Doch Hanna bekommt natürlich auch mit, dass ihre Brüder an die Front müssen und ihre Brüder auch unterschiedliche politische Einstellungen hatten.Auch die Flucht ist für sie sicherlich ein einschneidendes Erlebnis gewesen.
Auch der unerschütterliche Glaube der Familie spielt hier eine Große Rolle.
Mich hat dieses Buch sehr an meine Mutter erinnert, die diese Zeit auch als Kind miterlebt hat und auch in unserer Familie hat der Glaube eine große Rolle gespielt.
Auch der Dümmersee, vorher die Familie Gehrkens stammte, ist mir ein Begriff und wir besuchen ihn häufig.
Ich fand dieses Buch sehr berührend und es ist auch eine Erinnerung an all die Menschen, die aus den Ostgebieten flüchten mussten und deren Familien zerrissen wurden und teilweise bis heute nicht wieder zusammengeführt wurden.