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Veröffentlicht am 22.03.2026

Kriegszeiten aus der Sicht eines Kindes

Vergiss nicht zu tanzen, Hanna
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„Vergiss nicht zu tanzen“ ist eine Aufforderung an Hanna von ihrem Großvater, zu dem sie ein besonders enges Verhältnis hat.

Hannas Familie ist in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts aus dem Oldenburger ...

„Vergiss nicht zu tanzen“ ist eine Aufforderung an Hanna von ihrem Großvater, zu dem sie ein besonders enges Verhältnis hat.

Hannas Familie ist in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts aus dem Oldenburger Münsterland in ein kleines Dorf im Osten der Republik, nahe der polnischen Grenze umgesiedelt worden. Als streng katholische Familie haben es die Gehrkens im protestantischen Osten nicht leicht, doch sie haben auf ihrem Hof ein ausreichendes Auskommen. Hanna, aus deren Sicht diese Geschichte erzählt wird, hat noch drei ältere Brüder und später kommt noch die kleine Rosa zur Welt.Hanna erlebt das Erstarken des Nationalsozialismus, dass die Dorfgemeinschaft, aber auch ihre Familie spaltet und später auch den Einmarsch der Russen in das Dorf mit. Ihre Familie wird zur Flucht gezwungen, weil die Polen das Dorf übernehmen und die Flucht hat für die Familie weitreichende Konsequenzen und einen hinterlässt einen tief sitzenden Schmerz.

Diese Geschichte ist fiktiv, wie der Autor dieses Buches, der hier unter dem Pseudonym Mareike Busch schreibt, doch er hat dieses Buch im Gedenken an seine Mutter geschrieben, die der Protagonistin in diesem Buch wohl sehr nahe kommt, vielleicht hat das Buch ja auch z.T. Biographische Elemente.

Ich fand es sehr interessant diese Zeit mal aus der Sicht eines Kindes zu lesen. Die kleine Hanna, die am Ende des Krieges 13 Jahre alt ist, gibt Einblick, wieviele Gedanken und Sorgen sich auch Kinder in dieser Zeit machten, obwohl sie die Tragweite des Ganzen sicherlich nicht begriffen haben, Gott sei Dank. Doch Hanna bekommt natürlich auch mit, dass ihre Brüder an die Front müssen und ihre Brüder auch unterschiedliche politische Einstellungen hatten.Auch die Flucht ist für sie sicherlich ein einschneidendes Erlebnis gewesen.

Auch der unerschütterliche Glaube der Familie spielt hier eine Große Rolle.
Mich hat dieses Buch sehr an meine Mutter erinnert, die diese Zeit auch als Kind miterlebt hat und auch in unserer Familie hat der Glaube eine große Rolle gespielt.
Auch der Dümmersee, vorher die Familie Gehrkens stammte, ist mir ein Begriff und wir besuchen ihn häufig.

Ich fand dieses Buch sehr berührend und es ist auch eine Erinnerung an all die Menschen, die aus den Ostgebieten flüchten mussten und deren Familien zerrissen wurden und teilweise bis heute nicht wieder zusammengeführt wurden.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

spannender Beginn einer neuen Reihe

Moorland. Die Zwillinge
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Das Moor ist ein Ort, der sowohl mystisch, als auch angsteinflößend sein kann. Es ist schon in vielen Filmen vorgekommen und viele Menschen sind nicht wieder aus dem Moor zurückgekommen.
Andreas Winkelmann ...

Das Moor ist ein Ort, der sowohl mystisch, als auch angsteinflößend sein kann. Es ist schon in vielen Filmen vorgekommen und viele Menschen sind nicht wieder aus dem Moor zurückgekommen.
Andreas Winkelmann hat dieses Setting für das Buch einer neuen Reihe gewählt und die atmosphärischen Schilderungen dieses Ortes sind ihm ausgezeichnet gelungen.
Malta Gold ist in diesem Buch die Ermittlerin, die nach langer Abwesenheit zurück in ihren Heimatort kommt. Sie mag das Moor im Gegensatz zu ihrer Mutter überhaupt nicht, muss aber hier ermitteln, da zwei Jugendliche, die Zwillinge Nike und Jana hier verschwunden sind. Für Sozial Media sind sie an diesen Ort gekommen, um auf diesen mystischen Ort aufmerksamer machen und mögliche viele Klicks zu generieren.
Die Suche gestaltet sich aufgrund des Nebels, der hier vorherrscht sehr schwierig.
Auch ein Autounfall, der sich kurz zuvor ereignet hat , gibt Rätsel auf, genauso wie ein Selbstmord.

Andreas Winkelmann weiß wie man durch Atmosphäre Spannung erzeugt und das gelingt ihm in diesem Buch sehr gut. Seine Figuren sind gut gezeichnet, der Schreibstil flüssig und es läuft einem beim Lesen so manche Gänsehaut über den Körper.

Ein gelungener erster Teil einer neuen Krimireihe.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

ein Garant für spannende Unterhaltung

Das Signal
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Ursula Poznanskis Thriller sind für mich immer spannende Leseerlebnisse und auch mit ihrem neuen Thriller " Das Signal " hat sie mich nicht enttäuscht.

Viola und Adam sind seit 6 Jahren verheiratet und ...

Ursula Poznanskis Thriller sind für mich immer spannende Leseerlebnisse und auch mit ihrem neuen Thriller " Das Signal " hat sie mich nicht enttäuscht.

Viola und Adam sind seit 6 Jahren verheiratet und haben sich gerade ein kleines Anwesen auf dem Land gekauft. Adam ist Weinliebhaber und renoviert gerade einen Weinkeller, der außerhalb des Hauses liegt. Genau in diesem Weinkeller verunglückt Viola, die sich weder an den Unfall erinnern kann, noch wei?, warum sie in diesen Keller gegangen ist. Sie verliert bei diesem Unfall ein Bein und ist fortan, aber vor allem für die nahe Zukunft auf Hilfe angewiesen, bis sie ihre Prothese bekommt. Ihr Mann stellt eine rumänische Plegekraft ein, mit der Viola überhaußt nicht zurecht kommt. Otilia möchte sie am liebsten einsperren und ans Bett fesseln, Viola aber tut aller, um selbstständig zu werden.
Die Situation wird immer undurchsichtiger, nachdem Viola einige Telefonate ihres Mannes belauscht. Sie weiß nicht mehr , ob sie ihm trauen kann und so beginnt sie ihn, aber auch Otilia und eine Freundin zu tracken, da ihr andere Möglichkeiten verwehrt sind. Was sie allerdings dabei erfährt, beuhigt sie keineswegs. Sie beginnt für sich einen Plan zu machen und ahnt immm er mehr, was hinter diesen ganzen Sache steckt.

Für mich war dieses Buch wieder ein absolut spannendes Leseerlebnis. Düster und atmospärisch kommt dieses Buch rüber, das bis zum Ende seine Spannung hält. Man fiebert mit Viola mit. deren Ausgangssituation zu Anfang mehr als schlecht aussah. Wie sich das ganze entwickelt, ist absolut faszinierend und die Auflösung überraschend. Super !

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Veröffentlicht am 16.02.2026

sehr berührend

Zugwind
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Jeden Tag werden wir mit Bildern aus der Ukraine konfrontiert, sehen das Leid der Ukrainer, bewundern ihren Lebenswillen und ihre Art mit den Konsequenzen des Krieges umzugehen.
„Zugwind“ ist ein Buch, ...


Jeden Tag werden wir mit Bildern aus der Ukraine konfrontiert, sehen das Leid der Ukrainer, bewundern ihren Lebenswillen und ihre Art mit den Konsequenzen des Krieges umzugehen.
„Zugwind“ ist ein Buch, dass uns das Leben und Leiden der Ukrainer näher bringt.
Mira Zehmann ist Ukrainerin und mit ihrem Mann und ihrer Tochter nach Deutschland gezogen. Sie arbeitet als Hausärztin in einer Praxis und hat sich ihr Leben in Deutschland eingerichtet. Doch jeden Tag wird sie mit der Situation in ihrem Heimatland konfrontiert. Patienten, die aus der Ukraine stammen, kommen zu ihr, klagen ihr ihr Leid und bitten um Hilfe. Sie erwarten, dass Mira ihrer Psyche hilft und sie heilt.
Mira belastet dies sehr, sie macht sich Selbstvorwürfe, weiß sich selbst nicht zu helfen. Eine Reise nach Odessa zu ihrer Großmutter soll ihr helfen.

Das Lesen dieses Buches ist ein emotionales Erlebnis, wie ich es selten erlebt habe. Der Autorin gelingt es , Situationen und Gefühle zu beschreiben, die so intensiv sind, dass man sich ihnen als Leser nicht entziehen kann.Sie machen etwas mit dem Leser und hinterlassen einen großen Nachhall, der auch Tage danach noch wirkt.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

tolle Familiengeschichte

Villa Rivolta
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Mit „Villa Rivolta „ hat Daniel Speck wieder eine tolle Familiengeschichte geschaffen, in der der Leser versinken kann.

Protagonisten dieses Romans sind Valeria Fabrizi, Tochter einer Hausangestellten ...

Mit „Villa Rivolta „ hat Daniel Speck wieder eine tolle Familiengeschichte geschaffen, in der der Leser versinken kann.

Protagonisten dieses Romans sind Valeria Fabrizi, Tochter einer Hausangestellten und Piero Rivolta, der Sohn einer vermögenden Fabrikantenfamilie.Sie kennen sich seit ihrer Kindheit und aus Freundschaft wird im Laufe der Zeit Liebe.Über mehrere Jahrzehnte wird diese Familiengeschichte erzählt, eingebettet in die italienische Zeitgeschichte.Von der Nachkriegszeit bis in die 70 ziger Jahre wird der Erzählbogen gespannt, der mehr als interessant und unterhaltsam ist.Liebe und Schicksalschläge beherrschen die Geschichte, die mich sehr berührt hat.

In einem flüssigen Schreibstil und mit Protagonisten, die facettenreich
beschrieben sind und in ihrem Handeln so realistisch, dass man mit ihnen fühlt.

Eine unterhaltsame, atmosphärische Familiengeschichte, eingebettet in das Italien der Nachkriegszeit bis in die Wirtschaftswunderjahre ,vermittelt dem Leser italienischen Lebensgefühlt.
Empfehlenswert.

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