Serienkillerin im Ruhestand
Betreutes MordenWenn eine Serienkillerin in eigener Sache ermittelt, müssen vorher ziemlich skurrile Dinge passiert sein. Und so ist es auch. Carol ist nach 35 Jahren aus dem Gefängnis heraus und zieht in Sheldon Oaks ...
Wenn eine Serienkillerin in eigener Sache ermittelt, müssen vorher ziemlich skurrile Dinge passiert sein. Und so ist es auch. Carol ist nach 35 Jahren aus dem Gefängnis heraus und zieht in Sheldon Oaks ein, einer gehobeneren Seniorenresidenz. Was sie nicht weiß: Dort leben fast ausschließlich ehemalige ErmittlerInnen oder Leute aus dem Ministerium a.D. Was sie außerdem nicht erwartet hätte: Dass direkt vor ihrer Nase jemand ermordet wird. Und wer wird natürlich des Mordes beschuldigt? Sie, ganz klar. Allerdings hat Carol keine Lust, für einen Mord hinter Gitter zu wandern, für den sie nicht zuständig ist, also stellt sie eigene Nachforschungen an. Denn wer könnte sich besser in einen Mörder hineinversetzen als sie?
Ich habe das Buch gern gelesen. Es schwimmt natürlich ein bisschen auf der Donnerstagsmordclub-Welle mit und kann zwar nicht ganz mithalten, aber es bringt mit der ermittelnden Serienkillerin immerhin einen eigenen, originellen Aspekt mit rein. Da Carol mindestens 2/3 des Buches niemand über den Weg traut (Kunststück, immerhin konnten ihr sieben Morde nachgewiesen werden), ist sie eine Zeitlang allein unterwegs, aber es zeichnet sich schon gut ab, in welche Richtung sich das Ganze entwickelt, sollte eine Serie daraus entstehen. Und wisst ihr was? Ich hätte schon Lust, die Killerin im Ruhestand und ihre neuen Bekannten, die ErmittlerInnen im Ruhestand, weiter zu begleiten. Manchmal war es mit dem Humor ein bisschen drüber - ich kann über das Nachdenken, jemandem die Hand in den Mixer zu stecken, nicht lachen, aber solange das nicht zu oft vorkommt (oder am besten in den möglichen Nachfolgern gleich abgeschafft wird) kann ich drüber hinwegsehen. Zusammengefasst: Ein Einstieg, der Lust auf mehr macht.