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Veröffentlicht am 02.03.2026

Gartenzeit

Blütenpracht und Ernteglück – Dein Weg zum Traumgarten
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Mit diesem Werk haben wir ein praktisches Handbuch vorliegen, das vieles richtig macht, an einigen Stellen aber auch ratlos zurücklässt. Man kann und sollte sich natürlich in dem Fall an anderer Stelle ...

Mit diesem Werk haben wir ein praktisches Handbuch vorliegen, das vieles richtig macht, an einigen Stellen aber auch ratlos zurücklässt. Man kann und sollte sich natürlich in dem Fall an anderer Stelle kundig machen, aber es bringt doch auch erst einmal ins Grübeln.

Doch vorneweg. Ich weiß, dass es einige Kritik am Aufbau des Buches gibt. Die teile ich nicht. Ich empfinde das alles als sehr übersichtlich und vor allem in vielen Dingen als informativ. Ob es jetzt darum geht, wo man welche Pflanzen am besten anbaut (sonnig, halbschattig oder schattig), wer sich mit wem verträgt oder die Grundlagen, mit denen man sich vertraut machen sollte, um erfolgreich zu gärtnern: Ich finde das sehr gut aufbereitet. Gerade die Tabellen mit den Nachbarn, die Fruchtfolge oder auch die Beispielbeete sowie den jeweiligen Zeitpunkt der Aussaat sind sehr nützlich. Das ist natürlich auch kein Buch zum Auswendiglernen, sondern eines, in dem man immer wieder nachschlagen und sich informieren kann.

Was mich ein bisschen gestört hat, sind zwei Dinge: Zuerst einmal - ja, die Fotos sind wohl durchweg sehr künstlerisch gestaltet. Ich persönlich hätte es jedoch lieber gehabt, wenn sie eher sachlich gewesen wären, sodass man einfach einen guten Blick auf alles hat. Mir nützt eine weichgezeichnete Nahaufnahme nichts, wenn ich mir ein Gesamtbild machen möchte. Und ich hätte auch gern mehr Blicke auf die Beete und den Garten allgemein geworfen, ohne dass die Autorin jeweils sehr prominent davor in Szene gesetzt wird. Und zweitens, ihre Erklärung, wie man aus Paletten ein Hochbeet baut. Egal, wo ich mich bisher im Netz kundig gemacht habe, da werden keine Paletten aufeinander gestapelt, je nachdem, welche Höhe man haben möchte, sondern sie werden im Viereck angeordnet. Sonst könnte man sie ja auch nicht füllen. Keine Ahnung, ob das einfach nur schlecht erklärt/ausgedrückt wurde, aber so wie hier im Buch beschrieben geht's jedenfalls nicht.

Alles in allem ist es jedenfalls trotzdem ein informatives Gartenbuch, das durchaus die ein oder andere Inspiration liefert.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Camera Cove

Behalte das für dich!
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Der achtzehnjährige Mac kann es kaum erwarten, aus Camera Cove wegzukommen. Nicht nur, dass seine Heimat eine verschlafene Kleinstadt an der Küste ist, gab es vor einem Jahr vier Serienmorde, die nie aufgeklärt ...

Der achtzehnjährige Mac kann es kaum erwarten, aus Camera Cove wegzukommen. Nicht nur, dass seine Heimat eine verschlafene Kleinstadt an der Küste ist, gab es vor einem Jahr vier Serienmorde, die nie aufgeklärt wurden. Sein bester Freund Connor war das letzte Opfer des Killers, eine Tatsache, über die er nie hinweggekommen ist. Doch dann fällt ihm unverhofft Connors letzte Nachricht in die Hände. Hatte Connor gewusst, wer die Morde begangen hat? Hätte Mac ihm helfen können? Von Schuldgefühlen geplagt macht sich Mac auf die Suche nach den Beweisen, die Connor gefunden hat. Immer mehr kristallisiert sich dabei heraus, dass er die Bevölkerung der Kleinstadt nicht so gut kannte, wie er dachte ...

Das war ein spannender Jugendthriller mit einem etwas naivem Protagonisten, der lange nicht sah, was sich direkt vor seiner Nase abspielte. Er war aber auch sehr sympathisch und ich mochte die Charakterisierung seiner Freunde und auch Quill war mir sympathisch, obwohl mir die Beziehung der beiden etwas zu schnell vonstatten ging. Ich hatte ab etwa der Hälfte des Buches eine gute Vorstellung von dem, was passiert war, obwohl ich zugeben muss, dass ich mir ein Ereignis anders vorgestellt hatte und der Autor gute falsche Fährten zu legen wusste. Alles in allem ist es ein tolles Buch, das zu Unrecht zwei Jahre auf meinem Sub warten musste.

Veröffentlicht am 25.02.2026

Gletscheraugen

Happy Head
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Es hat sich zu einer nationalen Krise entwickelt: Die Jugendlichen in England sind unglücklich. Um dem Abhilfe zu verschaffen, wurde das Mental Health Programm Happy Head entwickelt, zu der einhundert ...

Es hat sich zu einer nationalen Krise entwickelt: Die Jugendlichen in England sind unglücklich. Um dem Abhilfe zu verschaffen, wurde das Mental Health Programm Happy Head entwickelt, zu der einhundert 17jährige ausgewählt wurden. Die Teilnahme an dem Camp ist obligatorisch. Sebastian gehört zu ihnen. Er ist ein unsicherer, queerer Junge, der immer versucht, unter dem Radar zu fliegen und es allen recht zu machen. Auch hier möchte er unauffällig bleiben als People Pleaser durchgehen. Doch in dem eingezäunten Areal werden die Jugendlichen in Viererteams eingeteilt und müssen sich Challenges stellen, die nach und nach immer gefährlicher und bedrohlicher werden. Mit seinem Teamkollegen Finn, der bald sehr viel mehr für ihn ist, kommt Seb einer ungeheuerlichen Sache auf die Spur.

Mit dem Aufhänger Squid Games meets Am Ende sterben wir sowieso wird ordentlich übertrieben, das vorneweg. Es wird zwar von Tag und Challenge her immer gefährlicher, aber es sterben nicht reihenweise Leute, wie man es jetzt erwarten könnte. Dennoch sorgt das Buch für ordentlich Spannung und das liegt unter anderem auch an dem Cast des Buches. Seb ist anfangs unsicher und versucht das zu überspielen und gefällig zu sein. Er will nicht als der queere Junge bekannt sein, der er ist. Im Laufe der Geschichte entwickelt er sich jedoch ordentlich, ohne zum Helden zu mutieren. Mit Finn haben wir auf den ersten Blick den typischen coolen Rebellen; das Bild hält sich jedoch nicht lange, denn er hat Angststörungen und kommt schlecht mit verschiedenen Gegebenheiten klar. Und Eleanor scheint noch die typische, sadistische Overachieverin zu sein, aber ich denke, in ihr steckt auch noch mehr.

Ein paar Sachen sind schon ordentlich unlogisch. Die Kids bekommen einen Überwachungschip, aber mit dem kann man 90 Prozent des Buches lang nicht herausfinden, wo sie sich rumtreiben bzw. was sie treiben? Eher nicht. Auch die Möglichkeit, Kids zu eliminieren, halte ich in diesem Szenario noch für äußerst unwahrscheinlich. Was erzählen sie hinterher den Eltern? Ups, bisschen Schwund ist ja immer? Trotzdem hat es schon Spaß gemacht zu lesen und sich auf die immer stärker werdende Bedrohung einzulassen, auch wenn es das ein oder andere "Gletscherauge" nicht hätte haben müssen.

Veröffentlicht am 08.02.2026

Die Geisterflüsterin

Whisperling - Die Geister-Detektivin
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Peggy Devona ist gerade mal zwölf, lebt in einem kleinen englischen Dorf und kann Geister sehen und mit ihnen sprechen. Dafür wird sie von dem unsympathischen und gehässigen Pastor Tate verfolgt, obwohl ...

Peggy Devona ist gerade mal zwölf, lebt in einem kleinen englischen Dorf und kann Geister sehen und mit ihnen sprechen. Dafür wird sie von dem unsympathischen und gehässigen Pastor Tate verfolgt, obwohl der nicht genau weiß, dass Peggy ein Whisperling ist, denn das wissen nur ihre Familie und ihre beste Freundin, die vierzehnjährige Sally. Als Sally einen Job bei einer reichen alten Frau erhält, scheint es endlich auch deren Familie besser zu gehen. Bis sie eines Tages des Mordes an ihrer Arbeitgeberin angeklagt wird und gehängt werden soll. Peggy weiß, dass sie es nur mithilfe ihrer Whisperlingfähigkeiten schaffen wird, ihre Freundin zu retten.

Ich hatte anhand des doch relativ niedlichen Covers etwas anderes erwartet, aber das heißt nicht, dass das Buch schlecht war, im Gegenteil. Verpackt in eine kindgerechte Story wird vieles aufgegriffen, das für das 19. Jahrhundert typisch war. Arme Bauernfamilien, bei denen schon die Kinder mitarbeiten mussten, dasselbe für Arbeiter und Minenkumpel. Der Tod war allgegenwärtig und konnte jeden treffen. Mir gefiel auch, dass der schurkische Geistliche Tate heißt, das schlägt so einen schönen Bogen in die heutige Zeit zu einem wirklich ekelhaften Brüderpaar. Auf angenehme Weise bekam man hier jedenfalls ganz nebenbei in eine fantastische Geschichte noch ein wenig ... Geschichte vermittelt.

Veröffentlicht am 31.01.2026

TSMSYL

This Story Might Save Your Life
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Joy und Benny sind seit Jahren nicht nur beste Freunde, sondern betreiben auch den erfolgreichen Podcast "This Story might safe your life", in dem es darum geht, gefährliche und potenziell tödliche Situationen ...

Joy und Benny sind seit Jahren nicht nur beste Freunde, sondern betreiben auch den erfolgreichen Podcast "This Story might safe your life", in dem es darum geht, gefährliche und potenziell tödliche Situationen zu überleben. Jetzt stehen sie sogar kurz vor einem riesigen Abschluss mit einem Werbepartner, der ihnen Millionen einbringen könnte. Doch dann verschwinden von einem Tag auf den anderen Joy und ihr Mann Xander, der wenig später tot aufgefunden wird. Joy, die unter Narkolepsie leidet, bleibt verschwunden und plötzlich sieht sich Benny im Mittelpunkt einer Mordermittlung: Er hätte die Gelegenheit gehabt, aber hat er auch ein Motiv? Millionen, vermutet die Ermittlerin ...

Ich mochte die Geschichte. Sie ist zwar ziemlich ruhig aufgebaut, sodass nicht viel Thrill entsteht, aber die Art und Weise, wie sie sich entwickelt, hat mir doch ganz gut gefallen. Die beiden Hauptcharaktere sind sympathisch, selbst wenn man sich fragt, ob Benny ein Mörder ist, und die Sache mit dem Podcast bringt ab und zu sogar Humor rein (Säbel! Wir brauchen einen Säbel!). Ein bisschen Liebesgeschichte ist auch dabei - die hätte ich nicht unbedingt gebraucht - aber wenigstens ist sie nicht kitschig. Alles in allem war es eine angenehme Lektüre und da es der Erstling der Autorin ist, sollte man sie vielleicht ein bisschen im Auge behalten.