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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2026

Gletscheraugen

Happy Head
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Es hat sich zu einer nationalen Krise entwickelt: Die Jugendlichen in England sind unglücklich. Um dem Abhilfe zu verschaffen, wurde das Mental Health Programm Happy Head entwickelt, zu der einhundert ...

Es hat sich zu einer nationalen Krise entwickelt: Die Jugendlichen in England sind unglücklich. Um dem Abhilfe zu verschaffen, wurde das Mental Health Programm Happy Head entwickelt, zu der einhundert 17jährige ausgewählt wurden. Die Teilnahme an dem Camp ist obligatorisch. Sebastian gehört zu ihnen. Er ist ein unsicherer, queerer Junge, der immer versucht, unter dem Radar zu fliegen und es allen recht zu machen. Auch hier möchte er unauffällig bleiben als People Pleaser durchgehen. Doch in dem eingezäunten Areal werden die Jugendlichen in Viererteams eingeteilt und müssen sich Challenges stellen, die nach und nach immer gefährlicher und bedrohlicher werden. Mit seinem Teamkollegen Finn, der bald sehr viel mehr für ihn ist, kommt Seb einer ungeheuerlichen Sache auf die Spur.

Mit dem Aufhänger Squid Games meets Am Ende sterben wir sowieso wird ordentlich übertrieben, das vorneweg. Es wird zwar von Tag und Challenge her immer gefährlicher, aber es sterben nicht reihenweise Leute, wie man es jetzt erwarten könnte. Dennoch sorgt das Buch für ordentlich Spannung und das liegt unter anderem auch an dem Cast des Buches. Seb ist anfangs unsicher und versucht das zu überspielen und gefällig zu sein. Er will nicht als der queere Junge bekannt sein, der er ist. Im Laufe der Geschichte entwickelt er sich jedoch ordentlich, ohne zum Helden zu mutieren. Mit Finn haben wir auf den ersten Blick den typischen coolen Rebellen; das Bild hält sich jedoch nicht lange, denn er hat Angststörungen und kommt schlecht mit verschiedenen Gegebenheiten klar. Und Eleanor scheint noch die typische, sadistische Overachieverin zu sein, aber ich denke, in ihr steckt auch noch mehr.

Ein paar Sachen sind schon ordentlich unlogisch. Die Kids bekommen einen Überwachungschip, aber mit dem kann man 90 Prozent des Buches lang nicht herausfinden, wo sie sich rumtreiben bzw. was sie treiben? Eher nicht. Auch die Möglichkeit, Kids zu eliminieren, halte ich in diesem Szenario noch für äußerst unwahrscheinlich. Was erzählen sie hinterher den Eltern? Ups, bisschen Schwund ist ja immer? Trotzdem hat es schon Spaß gemacht zu lesen und sich auf die immer stärker werdende Bedrohung einzulassen, auch wenn es das ein oder andere "Gletscherauge" nicht hätte haben müssen.

Veröffentlicht am 08.02.2026

Die Geisterflüsterin

Whisperling - Die Geister-Detektivin
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Peggy Devona ist gerade mal zwölf, lebt in einem kleinen englischen Dorf und kann Geister sehen und mit ihnen sprechen. Dafür wird sie von dem unsympathischen und gehässigen Pastor Tate verfolgt, obwohl ...

Peggy Devona ist gerade mal zwölf, lebt in einem kleinen englischen Dorf und kann Geister sehen und mit ihnen sprechen. Dafür wird sie von dem unsympathischen und gehässigen Pastor Tate verfolgt, obwohl der nicht genau weiß, dass Peggy ein Whisperling ist, denn das wissen nur ihre Familie und ihre beste Freundin, die vierzehnjährige Sally. Als Sally einen Job bei einer reichen alten Frau erhält, scheint es endlich auch deren Familie besser zu gehen. Bis sie eines Tages des Mordes an ihrer Arbeitgeberin angeklagt wird und gehängt werden soll. Peggy weiß, dass sie es nur mithilfe ihrer Whisperlingfähigkeiten schaffen wird, ihre Freundin zu retten.

Ich hatte anhand des doch relativ niedlichen Covers etwas anderes erwartet, aber das heißt nicht, dass das Buch schlecht war, im Gegenteil. Verpackt in eine kindgerechte Story wird vieles aufgegriffen, das für das 19. Jahrhundert typisch war. Arme Bauernfamilien, bei denen schon die Kinder mitarbeiten mussten, dasselbe für Arbeiter und Minenkumpel. Der Tod war allgegenwärtig und konnte jeden treffen. Mir gefiel auch, dass der schurkische Geistliche Tate heißt, das schlägt so einen schönen Bogen in die heutige Zeit zu einem wirklich ekelhaften Brüderpaar. Auf angenehme Weise bekam man hier jedenfalls ganz nebenbei in eine fantastische Geschichte noch ein wenig ... Geschichte vermittelt.

Veröffentlicht am 31.01.2026

TSMSYL

This Story Might Save Your Life
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Joy und Benny sind seit Jahren nicht nur beste Freunde, sondern betreiben auch den erfolgreichen Podcast "This Story might safe your life", in dem es darum geht, gefährliche und potenziell tödliche Situationen ...

Joy und Benny sind seit Jahren nicht nur beste Freunde, sondern betreiben auch den erfolgreichen Podcast "This Story might safe your life", in dem es darum geht, gefährliche und potenziell tödliche Situationen zu überleben. Jetzt stehen sie sogar kurz vor einem riesigen Abschluss mit einem Werbepartner, der ihnen Millionen einbringen könnte. Doch dann verschwinden von einem Tag auf den anderen Joy und ihr Mann Xander, der wenig später tot aufgefunden wird. Joy, die unter Narkolepsie leidet, bleibt verschwunden und plötzlich sieht sich Benny im Mittelpunkt einer Mordermittlung: Er hätte die Gelegenheit gehabt, aber hat er auch ein Motiv? Millionen, vermutet die Ermittlerin ...

Ich mochte die Geschichte. Sie ist zwar ziemlich ruhig aufgebaut, sodass nicht viel Thrill entsteht, aber die Art und Weise, wie sie sich entwickelt, hat mir doch ganz gut gefallen. Die beiden Hauptcharaktere sind sympathisch, selbst wenn man sich fragt, ob Benny ein Mörder ist, und die Sache mit dem Podcast bringt ab und zu sogar Humor rein (Säbel! Wir brauchen einen Säbel!). Ein bisschen Liebesgeschichte ist auch dabei - die hätte ich nicht unbedingt gebraucht - aber wenigstens ist sie nicht kitschig. Alles in allem war es eine angenehme Lektüre und da es der Erstling der Autorin ist, sollte man sie vielleicht ein bisschen im Auge behalten.

Veröffentlicht am 17.01.2026

1000 Tage

Gänsehaut in Hovenäset 2. Sternengrab
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Heidi, Alma und Harry wohnen in dem kleinen Ort Hovenäset, in dem es immer wieder zu unheimlichen Ereignissen kommt. So mussten die drei Freunde erst im Sommer Heidis Familie retten. Im zweiten Teil der ...

Heidi, Alma und Harry wohnen in dem kleinen Ort Hovenäset, in dem es immer wieder zu unheimlichen Ereignissen kommt. So mussten die drei Freunde erst im Sommer Heidis Familie retten. Im zweiten Teil der Trilogie geht es um Alma.

Alma hat vor fast genau drei Jahren ihren Vater verloren. Er hatte auf einer verlassenen Landstraße einen Unfall und wurde von jemandem überfahren, der danach abgehauen ist. Alma kann sich damit nicht abfinden und versucht, auf eigene Faust zu recherchieren, wie das passiert sein kann. Zur selben Zeit kommen Neuankömmlinge auf den Campingplatz, wo Alma, ihre Mutter und ihr kleiner Bruder fest wohnen. Es handelt sich um eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter. Doch irgendwas stimmt mit diesen Leuten nicht. Die Mutter ist angeblich stumm und das Mädchen treibt sich oft - auch nachts - allein herum. Und dann ist da noch eine unheimliche Katze, die Alma folgt. Die drei Freunde haben einen aufregenden und gruseligen Herbst vor sich ...

Mein Vorlesekind und ich haben schon zusammen den ersten Teil gelesen, deshalb konnten wir uns einiges denken. Trotzdem, ist das für ein Kinderbuch teilweise schon recht unheimlich (obwohl ich tatsächlich Band 1 gänsehauterzeugender fand). Was ich auch nicht richtig gut fand, ist, dass Abneigung gegen Katzen erzeugt wird, gerade wo es schwarze Katzen selbst heutzutage eh noch so schwer haben. Mein Vorlesekind hat solche Bedenken noch nicht und ihr hat der Ausflug nach Hovenäset wieder sehr gut gefallen. Wir sind jetzt gespannt, wie es Harry ergehen wird.

Veröffentlicht am 15.01.2026

Zwölf historische Rätsel

Mystery mit Miss History
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Miss History á la Melina Hoischen ist eine Geschichtsinfluencerin, die auf den sozialen Medien über historische Ereignisse aufklärt. Ich gebe zu, dass ich sie vor dem Lesen des Buches nicht kannte, aber ...

Miss History á la Melina Hoischen ist eine Geschichtsinfluencerin, die auf den sozialen Medien über historische Ereignisse aufklärt. Ich gebe zu, dass ich sie vor dem Lesen des Buches nicht kannte, aber das macht ja nichts.

In ihrem Buch stellt sie jedenfalls zwölf verschiedene historische Personen, Ereignisse oder Plätze vor und erklärt dazu etwas. Das sind unter anderem Dorothy Eady, Kaspar Hauser, verschwundene Atomwaffen, das verschwundene Flugzeug MH370, die Frage, ob es die Päpstin Johanna wirklich gegeben hat, welchen Zweck die Moai-Statuen auf den Osterinseln erfüllen, den Tod von König Ludwig II. und einiges mehr. Sie bereitet das alles auch wirklich flüssig und leichthin aus, sodass es Spaß macht zu lesen. Das Einzige, was ich ein wenig kritisieren möchte, ist, dass es - zumindest für mich - abgesehen von Dorothy Eady absolut keine neuen Rätsel der Menschheit waren.

Ich hatte eher gehofft, auf wirklich relativ unbekannte Rätsel zu stoßen, die nicht schon während der Sommerlochzeit von diversen Medien jährlich erwähnt werden. Dass es natürlich auch bei Misss History keine wirkliche Lösung der "Fälle" gibt, ist andererseits völlig klar. Ich hoffe jedenfalls, dass sie daraus eine Buchreihe macht und wir dann auf unbekanntere, rätselhaftere Ereignisse oder Personen stoßen.