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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2026

160 Seiten, die sich wie ein großer Roman anfühlen

The Empress of Salt and Fortune: (Die Chroniken von Chih)
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In The Empress of Salt and Fortune von Nghi Vo reist Chih, eine Person des Klerus, zu einem verlassenen Palast, um mehr über die verstorbene Kaiserin In-yo zu erfahren. Dort trifft dey auf Kaninchen, eine ...

In The Empress of Salt and Fortune von Nghi Vo reist Chih, eine Person des Klerus, zu einem verlassenen Palast, um mehr über die verstorbene Kaiserin In-yo zu erfahren. Dort trifft dey auf Kaninchen, eine ehemalige Dienerin der Kaiserin. Über mehrere Tage erzählt Kaninchen Stück für Stück die Geschichte ihrer Herrin.

Die Geschichte der Kaiserin wird nicht klassisch erzählt. Jedes Kapitel orientiert sich an Gegenständen, die Chih im Exilpalast findet. Diese bilden den Ausgangspunkt für Kaninchens Erzählungen. Anfangs fiel mir diese ungewöhnliche Erzählweise etwas schwer – doch schon nach wenigen Kapiteln war ich vollkommen gefesselt.

Mir ist besonders aufgefallen, wie wichtig Kaninchen als Erzählerin ist: Sie entscheidet, was und wie viel wir erfahren. Einiges wirkt dabei auf den ersten Blick banal und erst nach und nach merkt man, wie alles zusammenhängt.

Trotz der Kürze wachsen einem die Figuren schnell ans Herz, und man fiebert mit ihnen mit. Die Autorin schafft es, auf weniger als 160 Seiten eine Geschichte zu erzählen, die sich viel größer anfühlt.

Gerade deshalb ist das Buch allerdings nichts für „mal eben zwischendurch“. Vieles wird nicht ausführlich erklärt oder offen ausgesprochen. Stattdessen muss man aufmerksam lesen und zwischen den Zeilen verstehen, was wirklich passiert.

Fazit

Eine kurze, aber erstaunlich dichte Fantasy-Novelle, die sich langsam wie ein Puzzle zusammensetzt. Wer sich auf das subtile Storytelling einlässt und gerne zwischen den Zeilen liest, wird von Kaninchen und ihren Erinnerungen an die Kaiserin begeistert sein

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Macht hat ihren Preis

The Poet Empress
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Wei wächst als einfache Reisbäuerin auf und scheint zunächst weit entfernt von Macht und Einfluss. Doch ihr Weg führt sie an den kaiserlichen Hof, wo Intrigen, politische Machtspiele und persönliche Abgründe ...

Wei wächst als einfache Reisbäuerin auf und scheint zunächst weit entfernt von Macht und Einfluss. Doch ihr Weg führt sie an den kaiserlichen Hof, wo Intrigen, politische Machtspiele und persönliche Abgründe über Aufstieg oder Fall entscheiden. Zwischen Loyalität, Ehrgeiz und moralischen Abgründen muss Wei ihren eigenen Platz finden.

Dieses Buch hat meine Erwartungen NULL erfüllt – und mich dabei komplett zerstört.

Ich hatte mit einer eher romantisch geprägten Geschichte gerechnet: eine junge Frau niedriger Herkunft, die das Herz des Prinzen gewinnt, gemeinsam mit ihm Intrigen übersteht und sich in einer feindlichen Umgebung behauptet.

Bekommen habe ich: Machtspiele. Intrigen. Brutalität. Grausamkeit. Moralische Abgründe. Eine Geschichte, die deutlich macht, dass Macht ein schleichendes Gift ist.

The Poet Empress klingt edel und romantisch – doch hier wird nichts beschönigt. Menschen tun einander Schreckliches an. Und nicht ihren Feinden sondern der eigenen Familie. Und oft nicht aus Bosheit – sondern aus Überzeugung. Oder Angst. Oder "Notwendigkeit". Meistens jedoch weil das Umfeld es erwartet.

Weis Entwicklung von der Reisbäuerin zu einer Frau, die nicht nur Kaiserin wird, sondern Kaiserin sein will, ist beeindruckend. Ihre innere Zerrissenheit ist greifbar.
Der Zwiespalt bezüglich Terren und dem „richtigen Weg“ ist absolut nachvollziehbar.

Und genau da liegt der Kern: kann erlebtes Leid eine Entschuldigung für Grausamkeit sein?

Und Terren... Er ist beim besten Willen kein Mann, den man heiraten möchte. Grausam und brutal. Ein Monster.
Und trotzdem – auf verstörende Weise – nachvollziehbar. Was ihm angetan wurde, hinterlässt tiefe Spuren.

Und dann steht da noch die Frage im Raum: Ist der vermeintlich „gute Prinz“ wirklich die bessere Wahl?

Fazit
Ein düsteres, beeindruckendes Meisterwerk.

Dieses Buch fragt nicht, ob du dich wohlfühlst. Es fragt:
Was ist gut?Was ist böse?
Heiligt der Zweck die Mittel?

Und es gibt keine einfachen Antworten und bleibt im Gedächtnis. Ich habe jede einzelne Seite geliebt.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Wundervolle Fortsetzung

Heaven Official's Blessing
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Nachdem die Hauptcharaktere am Anfang dieses Bandes getrennte Wege gehen, erhält Xie Lian einen neuen Auftrag, der ihn in die Geisterstadt - also Hua Chengs Reich - führt.

Wir lernen einige neue Charaktere ...

Nachdem die Hauptcharaktere am Anfang dieses Bandes getrennte Wege gehen, erhält Xie Lian einen neuen Auftrag, der ihn in die Geisterstadt - also Hua Chengs Reich - führt.

Wir lernen einige neue Charaktere kennen, deren Eigen- und Besonderheiten durch die wundervollen Zeichnungen toll hervorgehoben werden. Auch die Stimmungen in den unterschiedlichen Szenen ist insbesondere durch die Farbgebung fantastisch dargestellt und fast greifbar.

Wieder eine meisterhafte Um- und Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Starke Charaktere und überraschende Wendungen

Heir of Illusion
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In Heir of Illusion begleiten wir Ivy, die seit ihrer Kindheit von dem König wie ein Haustier gehalten wird und mit Hilfe ihrere Fähigkeiten die Drecksarbeit für ihn erledigen muss, bei ihrem Versuch sich ...

In Heir of Illusion begleiten wir Ivy, die seit ihrer Kindheit von dem König wie ein Haustier gehalten wird und mit Hilfe ihrere Fähigkeiten die Drecksarbeit für ihn erledigen muss, bei ihrem Versuch sich aus ihrer Situation zu befreien. Dabei muss sie nicht nur gegen ihre Schuldgefühle ankommen sondern auch gegen die Launen des Königs, Machtspiele und dunkle Geheimnisse.

Ich bin sehr schnell in die Geschichte hineingekommen. Auch wenn sich einzelne Entwicklungen zwischendurch erahnen lassen, schafft es die Autorin immer wieder, mit unerwarteten Wendungen zu überraschen und die Spannung hochzuhalten.

Ivy ist eine starke Protagonistin: tough, aber emotional, von Schuldgefühlen geprägt und ständig hin- und hergerissen zwischen ihrer Angst vor dem König und Widerstand. Trotz ihres eigenen schweren Schicksals versucht sie, anderen zu helfen, was sie sehr authentisch wirken lässt.

Thorne bleibt für mich bis zum Schluss rätselhaft. Ich wusste nie genau, was seine wahren Ziele sind – aber genau das macht ihn als Figur umso interessanter. Der König hingegen ist durchgehend unangenehm und ohne jede sympathische Seite.

Das Worldbuilding bleibt eher schlicht, was ich als angenehm empfunden habe. Man bekommt genau die Informationen, die man braucht, ohne von einer komplexen neuen Welt erschlagen zu werden.

Es gibt ein paar Längen, in denen sich die Handlung etwas zieht, sowie Konflikte, die nur auf mangelnder Kommunikation beruhen – ein Punkt, der mich persönlich immer etwas stört.

Für mich 4,5 Sterne aber hier runde ich gerne auf!

Fazit:
Spannender Auftakt mit interessanten Charakteren und fiesem Cliffhanger.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Düster, spannend und überraschend anders

Till the End of the Moon 1
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Li Susu wird 500 Jahre in die Vergangenheit geschickt, um zu verhindern, dass Tantai Jin, ein Prinz und später Dämonengott, die Welt ins Verderben stürzt. Klingt nach Standard-Fantasy? Von wegen. Die Geschichte ...

Li Susu wird 500 Jahre in die Vergangenheit geschickt, um zu verhindern, dass Tantai Jin, ein Prinz und später Dämonengott, die Welt ins Verderben stürzt. Klingt nach Standard-Fantasy? Von wegen. Die Geschichte ist düster, emotional aufgeladen und überraschend tief – mit genau der richtigen Mischung aus Schmerz, Tragik und Schicksal. Beide Protagonisten sind auf ihre ganz eigene Weise... atem(be)raubend. Einerseits haben wir Susu, die absolut unerschütterlich ist und andererseits den eiskalten Tantai Jin - endlich mal ein Charakter, der tatsächlich moralisch fragwürdig wenn nicht sogar böse ist. Beide verfolgen ihre Ziele ohne (große) Rücksicht auf Verluste.

Ich kannte und liebte die Verfilmung bereits, was den Einstieg sicherlich erleichtert hat, da mir die Namen und Personen bekannt waren. Dennoch war ich völlig überrascht, wie anders und fesselnd die Romanvorlage ist. Schon das Drama war – im besten Sinne – eine emotionale Achterbahnfahrt, aber das Buch legt noch eine Schippe drauf. Die Charaktere bekommen mehr Tiefe, ihre Konflikte werden greifbarer und Emotionen (bzw. das fehlen dieser) entfalten sich glaubhaft. Der Schreibstil ist eindringlich, poetisch und erschafft eine düstere Atmosphäre, die einen sofort packt und nicht mehr loslässt.

Auch die Gestaltung ist ein echtes Highlight: Farbschnitt, hochwertige Aufmachung und sogar Innen-Illustrationen, auf die bei deutschen Übersetzungen solcher Novellen oft verzichtet wird. Außerdem gibt es auch Stammbäume, eine Übersicht der Figuren und ein Glossar - was sicherlich hilfreich sein kann.

Fazit: Die Geschichte bleibt trotz Zeitreise, vielen Namen und komplexer Mythologie klar nachvollziehbar und verliert dabei nie an Spannung. Im Gegenteil – die Tiefe und Vielschichtigkeit machen ihren Reiz aus.

Doch aufgrund der Komplexität ist es aus meiner Sicht kein „Einsteigerbuch“ in das Genre. Ich war froh, dass ich "Vorwissen" hatte und daher das Glossar nicht brauchte 😁

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