160 Seiten, die sich wie ein großer Roman anfühlen
The Empress of Salt and Fortune: (Die Chroniken von Chih)In The Empress of Salt and Fortune von Nghi Vo reist Chih, eine Person des Klerus, zu einem verlassenen Palast, um mehr über die verstorbene Kaiserin In-yo zu erfahren. Dort trifft dey auf Kaninchen, eine ...
In The Empress of Salt and Fortune von Nghi Vo reist Chih, eine Person des Klerus, zu einem verlassenen Palast, um mehr über die verstorbene Kaiserin In-yo zu erfahren. Dort trifft dey auf Kaninchen, eine ehemalige Dienerin der Kaiserin. Über mehrere Tage erzählt Kaninchen Stück für Stück die Geschichte ihrer Herrin.
Die Geschichte der Kaiserin wird nicht klassisch erzählt. Jedes Kapitel orientiert sich an Gegenständen, die Chih im Exilpalast findet. Diese bilden den Ausgangspunkt für Kaninchens Erzählungen. Anfangs fiel mir diese ungewöhnliche Erzählweise etwas schwer – doch schon nach wenigen Kapiteln war ich vollkommen gefesselt.
Mir ist besonders aufgefallen, wie wichtig Kaninchen als Erzählerin ist: Sie entscheidet, was und wie viel wir erfahren. Einiges wirkt dabei auf den ersten Blick banal und erst nach und nach merkt man, wie alles zusammenhängt.
Trotz der Kürze wachsen einem die Figuren schnell ans Herz, und man fiebert mit ihnen mit. Die Autorin schafft es, auf weniger als 160 Seiten eine Geschichte zu erzählen, die sich viel größer anfühlt.
Gerade deshalb ist das Buch allerdings nichts für „mal eben zwischendurch“. Vieles wird nicht ausführlich erklärt oder offen ausgesprochen. Stattdessen muss man aufmerksam lesen und zwischen den Zeilen verstehen, was wirklich passiert.
Fazit
Eine kurze, aber erstaunlich dichte Fantasy-Novelle, die sich langsam wie ein Puzzle zusammensetzt. Wer sich auf das subtile Storytelling einlässt und gerne zwischen den Zeilen liest, wird von Kaninchen und ihren Erinnerungen an die Kaiserin begeistert sein