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Veröffentlicht am 15.03.2026

Schwer zu lesen

Das Ende vom Lied
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In seinem Roman „Das Ende vom Lied“ lässt der Autor das Berlin der späten 1960er Jahre lebendig werden. Aus Sicht des 13jährigen, namenlosen Protagonisten nehmen wir als Leser teil an einem Leben, dass ...

In seinem Roman „Das Ende vom Lied“ lässt der Autor das Berlin der späten 1960er Jahre lebendig werden. Aus Sicht des 13jährigen, namenlosen Protagonisten nehmen wir als Leser teil an einem Leben, dass voller Tragik und Schrecken ist. Die Familie ist zerrüttet, die Eltern psychisch und physisch vom Krieg gezeichnet und traumatisiert. Der Junge lässt sich treiben und erlebt auf der Straße sowas wie Zusammengehörigkeit und Freud und Leid der ersten Liebe, aber auch viel rohe Gewalt.

Leider ist das Buch stilistisch teilweise eine Herausforderung und unfassbar schwer zu lesen. Insbesondere in der ersten Hälfte konnte ich inhaltlich einiges nicht erfassen, was mir erst durch meine Teilnahme an einer Leserunde bewusst wurde. Danach wurde es besser oder ich konnte mich daran gewöhnen.

Der Autor passt sich an die Personen an - so ist der Text teilweise sprunghaft, knapp und abgehackt. Teilweise rauh und obszön in der Sprache der Straße. Dann gibt es wieder Passagen, in denen lange, verschachtelte Sätze sowie anspruchsvolle, wenig bekannte Wörter/Begriffe es schwer machen zu folgen.

Darüber hinaus steckt das Buch voller Bezüge - zu Musik und Literatur aber auch zu historischen Persönlichkeiten, die zumindest mir als Kind der 1980er nicht alle geläufig sind.

So ist das Buch sicherlich sehr gut recherchiert, kreiert ein authentisches Bild der Zeit und erweckt einen intellektuellen Anspruch, erfordert aber auch einiges an Wissen, um alles durchblicken zu können.

Es ist kein Buch für Zwischendurch und erfordert viel Aufmerksamkeit. Wen das nicht schreckt oder wer Spaß an anspruchsvoller Literatur hat, wird hier eine intensive und bewegende Geschichte finden.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Anstrengend zu lesen

Die seltenste Frucht
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Mit diesem Buch begeben wir uns auf eine Reise ins 19. Jahrhundert auf die Insel Bourbon - heute La Réunion. Edmond, Sohn von zwei Sklaven, wächst in der Obhut des alleinstehenden Botanikers Ferréol auf ...

Mit diesem Buch begeben wir uns auf eine Reise ins 19. Jahrhundert auf die Insel Bourbon - heute La Réunion. Edmond, Sohn von zwei Sklaven, wächst in der Obhut des alleinstehenden Botanikers Ferréol auf und wird so selbst zu einem begeisterten Pflanzenkenner.

Edmond ist es auch, dem es durch Fleiß und Hingabe gelingt, dass auf Bourbon das schwarze Gold der Azteken - die Vanille - zum Leben erwacht.

Die Autorin hat die Geschichte von Edmond und Ferréol bis ins kleinste Detail recherchiert und schafft es sehr gut, die Erfolgsgeschichte der Vanille mit der bedrückenden Geschichte der Sklaverei zu verbinden. Insbesondere die Sonderstellung Edmonds, der weder von dem weißen Gutsbesitzer richtig akzeptiert und als schlauer Junge respektiert wird noch richtig zur Gruppe der Sklaven gehört, wurde gut herausgearbeitet.

Inhaltlich ist das harte und traurig-tragische Leben von Edmond sehr interessant und ich konnte einiges dazulernen - nicht zuletzt über die Vanille. Leider hat mir persönlich das Buch stilistisch nicht gefallen. Mir war das Buch zu sachlich-trocken, zu den Personen ist keine emotionale Nähe entstanden. Für mich las es sich passagenweise eher wie ein Sachbuch. Das unterstützt sicherlich die faktische Korrektheit und gute Recherche der Inhalte, hat mich aber beim Lesen etwas angestrengt.

Für Leser, die sich stilistisch auf das Buch einlassen oder sich diesbezüglich, wie einige andere Rezensenten, begeistern lassen können, wird dies ein ganz tolles Buch sein.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Leider eher enttäuschend

To Cage a Wild Bird
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An „To Cage a Wild Bird“ hatte ich hohe Erwartungen, immerhin werden hier die Tribute von Panem referenziert und beim Lesen der Kurzbeschreibung kommen Prison Break Vibes auf.

Tatsächlich startet das ...

An „To Cage a Wild Bird“ hatte ich hohe Erwartungen, immerhin werden hier die Tribute von Panem referenziert und beim Lesen der Kurzbeschreibung kommen Prison Break Vibes auf.

Tatsächlich startet das Buch sehr vielversprechend. Düster und eindringlich wird das harte Leben von Protagonistin Raven im unteren Sektor von Dividium geschildert. So wird ein eindringliches, dystopisches Setting geschaffen, das mich schnell gepackt hat. Ihre Arbeit als Kopfgeldjägerin und ihre bedingungslose Liebe und Aufopferungsbereitschaft für ihren Bruder werden überzeugend beschrieben und lassen Raven als tiefgründigen Charakter sehr greifbar werden.

Leider lässt die Qualität der Geschichte mit der Handlung im Gefängnis Endlock massiv nach. Schnell rückt hier die Romance in den Vordergrund und mehr und mehr reiht sich nur noch eine spicy Szene an die nächste. Diese lassen die Dystopie und die eigentlich mit viel Spannungspotential ausgestattete Handlung zu sehr in den Hintergrund treten. Noch dazu erscheint auf einmal vieles konstruiert und unlogisch. Viel Potential in Bezug auf Intrigen oder Gegenspieler im Gefängnis wurde meiner Meinung nach nicht ausgereizt.

Zwar spitzt sich die Story am Ende noch einmal schön zu und bietet viel Potential für eine Fortsetzung, aber insgesamt schaue ich doch etwas enttäuscht zurück.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Starke Vertonung - schwache Story

Darkthorn Archives 1: Bite the Bride
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Von „Bite the Bride“ habe ich mir so viel mehr versprochen. Hier lag das Augenmerk ganz klar auf der Romanze und auf spicy Szenen. Doch auch diese empfand ich leider als anstrengend - die ständige Misskommunikation ...

Von „Bite the Bride“ habe ich mir so viel mehr versprochen. Hier lag das Augenmerk ganz klar auf der Romanze und auf spicy Szenen. Doch auch diese empfand ich leider als anstrengend - die ständige Misskommunikation in Verbindung mit ausschweifendem Selbstmitleid und den sich immer wieder wiederholenden Vermutungen, wie der andere einen findet, konnten mich nicht begeistern.

Fantasy-Elemente und die im Klappentext angerissene Handlung können hier maximal als Nebengeplänkel bezeichnet werden und dabei hat mir ehrlich gesagt auch etwas der Einfallsreichtum gefehlt. Die Entwicklung der Handlung rund um den Fluch empfand ich als enttäuschend und „zu einfach“. Auch kam nicht wirklich ein 1920er Jahre Flair auf, was ich sehr schade fand - da hätte man mehr draus machen können, genauso wie aus der ganzen Thematik rund um Vampire, verfeindete Vampirclans, Werwölfe etc.

Absolut überzeugt haben mich allerdings die beiden Sprecher des Hörbuchs. Daher gibt es von mir auch einen Bonusstern für die Hörbuch-Variante. Das Spiel mit der Lesegeschwindigkeit, die Stimmfarben und auch die Vermittlung von Emotionen sind hervorragend gelungen. Diese Stimmen werde ich mir merken.

Für alle, die einfach nur eine heiße enemies to lovers Romanze lesen wollen ist dies sicherlich ein lesenswertes Buch. Wer eine spannende Fantasy-Geschichte mit tollem Worldbuilding sucht, kann besseres finden.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Ausbaufähig

CROWN AND EMPIRE
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Die Grundidee dieses Buches hat mir gut gefallen. Die Autorin kreiert hier eine interessante Welt, die auch mit einer sehr anschaulichen Karte illustriert wird. In einem Königreich voller Machtgier und ...

Die Grundidee dieses Buches hat mir gut gefallen. Die Autorin kreiert hier eine interessante Welt, die auch mit einer sehr anschaulichen Karte illustriert wird. In einem Königreich voller Machtgier und Intrigen folgt ein Nigromant seiner Bestimmung, um das Reich zu retten, während die Prinzessin vor der eigenen Familie fliehen muss.

In drei Handlungssträngen wird der Leser durch die Geschichte geführt. Diese lässt sich sehr gut lesen, der Schreibstil ist einfach und eingängig. Manchmal vielleicht zu einfach - ebenso der Spannungsaufbau. Mir ging vieles zu schnell, Intrigen waren schon aufgedeckt bevor sie richtig begonnen haben.

Was mir auch gefehlt hat ist der zündende Funke, der mich so richtig gefesselt hat. Zu den Charakteren konnte ich bis zum Schluss keine Bindung aufbauen, wodurch sich auch das mitfiebern sehr in Grenzen gehalten hat. Teilweise kamen mir die Figuren auch nicht sehr authentisch vor.

Es ist aus meiner Sicht eine Story mit Potential, die aber in der Umsetzung noch ausbaufähig ist.

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