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Veröffentlicht am 13.03.2026

Außergewöhnlicher Krimi in dem nicht nur die Places Lost sind!

Giftiger Grund
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Eine seit Jahren stillgelegte Tankstelle irgendwo im Nirgendwo. Eine Leiche. Drei Fremde, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und sich doch an genau diesem Ort mitten in der Nacht begegnen. Was mag ...

Eine seit Jahren stillgelegte Tankstelle irgendwo im Nirgendwo. Eine Leiche. Drei Fremde, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und sich doch an genau diesem Ort mitten in der Nacht begegnen. Was mag Ex-Knasti Joran, Lost-Places Fotografin Charu und die kleine Edda, ein Gummistiefel und Schlafanzug tragendes Mädchen, wohl verbinden? Auf jeden Fall der neue Kriminalroman „Giftiger Grund“ von Thomas Knüwer!

Der Autor hat sich nicht nur eine bizarr-stimmungsvolle Location für sein Buch ausgesucht, sondern ebenso ungewöhnliche Protagonisten, die ebenso viel Hoffnungslosigkeit inne haben und „Lost“ sind, wie das verlassene Tankstellen-Gemäuer. Allein schon den Dreien und ihren Geschichten, aus den wechselnden Perspektiven heraus, zu folgen, ist ungemein spannend. Die Charaktere sind gut gezeichnet, nahbar und sympathisch, weshalb ich nicht drumherum gekommen bin, mit ihnen mitzufühlen und mitzuleiden - insbesondere mit Joran!
Zudem ist der Schreibstil nicht nur überzeugend, sondern auch leicht zu lesen, modern und fesselnd. Während die Spannung zwar permanent, jedoch eher unterschwellig aufgebaut wird, werden die Geschichten der Protagonisten im Verlauf des Buches ziemlich raffiniert miteinander verwoben und führen schließlich zum großen Finale. Und einem Ende, dass mich nicht nur sprachlos gemacht, sondern auch innerlich zusammenbrechen lassen hat.

Allerdings hab ich mich sehr schnell gefragt, was dieses ungewöhnliche Werk denn nun eigentlich zu einem Krimi macht, aber das sollte wohl jeder für sich selbst herausfinden!

Fazit: Unterhaltsam, andersartig, spannend, lesenswert!

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Bewegende Familiengeschichte mit Landgang

Wie Schiffe auf stürmischer See
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Genau genommen nimmt uns Kathy Biggs in ihrem Roman „Wie Schiffe auf stürmischer See“ mit an die stürmische Küste von Wales. Hierhin kehrt Grace, nach Schicksalsschlag und Scheidung, auf den elterlichen ...

Genau genommen nimmt uns Kathy Biggs in ihrem Roman „Wie Schiffe auf stürmischer See“ mit an die stürmische Küste von Wales. Hierhin kehrt Grace, nach Schicksalsschlag und Scheidung, auf den elterlichen Bauernhof zurück, wo sie sich aufopferungsvoll um ihren demenzkranken Vater Jack kümmert. Bis eines Tages eine junge Frau namens Malin vor der Tür steht und behauptet Michael, ihr auf See ums Leben gekommener Bruder, sei nicht nur ihr Vater, sondern auch noch am Leben. Damit beginnt für alle Drei eine unvorhergesehene Reise zwischen neuer Hoffnung und schmerzhafter Vergangenheit.

In ihrer Erzählweise legt die Autorin einen ebenso bildhaften, wie eindringlichen Schreibstil an den Tag, der sich sehr angenehm und flüssig lesen lässt. Die Story ist sowohl mitreißend, wie bewegend und dank den Ausführungen über Jacks Demenz, eine gelungene Mischung aus unfreiwilliger Komik und einfühlsamer Dramatik. Meine Großeltern sind ebenfalls an Demenz erkrankt, so dass ich viele Situationen wiedererkennen konnte und weiß wie es sich anfühlt erkrankte Menschen zu betreuen und pflegen. Hier wurde treffend recherchiert und auf den Punkt gebracht. Die (Haupt)Protagonisten sind ebenso gut durchdacht, authentisch und jeder auf seine eigene Art liebenswert und sympathisch, so dass man mit jedem von Ihnen mitfühlt, mitleidet und mithofft, auch wenn es erst eine Zeit dauert, bis man sie vollends verstehen kann und genaue Hintergründe erfährt. Gerade das beschert der Geschichte ihren geschickten Spannungsaufbau und ein hoffnungsvolles Ende.

Fazit: Mir hat das Buch unheimlich gut gefallen und mir sowohl Schmunzler entlockt, als auch traurige, ergreifende Lesemomente beschert. Eine wirklich spannende, bewegende Familiengeschichte und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Gefangen zwischen Rebellion, Jagd und Freiheit

To Cage a Wild Bird
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Dividium ist Teil dessen, was die Menschheit einst von der Welt übrig ließ. Dividium ist erbarmungslos, von der Oberschicht beherrscht und ein Ort an dem nur eine Regel gilt: Disziplin oder Tod. Wer gegen ...

Dividium ist Teil dessen, was die Menschheit einst von der Welt übrig ließ. Dividium ist erbarmungslos, von der Oberschicht beherrscht und ein Ort an dem nur eine Regel gilt: Disziplin oder Tod. Wer gegen das Gesetz verstößt landet in Endlock, einem brutalen Gefängnis, in dem Reiche die Möglichkeit besitzen, ihre Freizeit mit der tödlichen und überaus grausamen Jagd auf die Insassen zu verbringen. Als schließlich der Bruder von Kopfgeldjägerin Raven inhaftiert wird, sieht sie für seine Befreiung keine andere Chance, als sich mit Rebellen zu verbünden und sich schließlich selbst in Endlock einzuschleusen. Als Kopfgeldjägerin nicht sonderlich beliebt, bekommt sie ausgerechnet von Wachmann Vale Hilfe, doch kann sie ihm wirklich vertrauen?

Zunächst einmal sollte ich anmerken, dass ich „To Cage a Wild Bird“ von Brooke Fast als Hörbuch gehört habe, welches von Dagmar Bittner wirklich hervorragend eingelesen wurde. Da sie die Stimmung des Buches mit ihrer Stimme toll rübergebracht hat, war es ein Leichtes in die dystopische Fantasygeschichte ein- und abzutauchen. Überhaupt empfand ich den gesamten Schreibstil als leicht verständlich, mitreißend und zudem sehr fesselnd. Auch mit der Zuordnung der vielen Namen von den Protagonisten hatte ich komischerweise überhaupt keine Probleme, was für mich einen klaren Pluspunkt ausmacht. Die Idee ist düster, das Setting toll und gut durchdacht, ebenso wie die Charaktere, die mir sehr gut gefallen haben. Insbesondere Ravens Entwicklung mitzuverfolgen war sehr interessant und ebenso stimmig wie die Dynamik der Lovestory. Die Handlung ist teilweise recht brutal, doch auf der anderen Seite auch echt ergreifend und überraschend emotional, auf jeden Fall aber durchweg spannend!

Fazit: Als Fan von Panem hat mich „To Cage a Wild Bird“ wirklich gepackt und begeistert. Ich kann das Buch absolut empfehlen und freue mich schon jetzt auf den zweiten Band.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Was, wenn Dein sicherer Ort plötzlich nicht mehr sicher ist?

Hinter meiner Tür
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Geprägt durch eine schwere Kindheit, sind es ihre Routinen, die Hauptprotagonistin Lisa den nötigen Halt im Leben geben. Und ihr Zuhause ist ihr sicherer Ort. Ein Ort, an dem äußerliche Ordnung innerliche ...

Geprägt durch eine schwere Kindheit, sind es ihre Routinen, die Hauptprotagonistin Lisa den nötigen Halt im Leben geben. Und ihr Zuhause ist ihr sicherer Ort. Ein Ort, an dem äußerliche Ordnung innerliche Ruhe mit sich bringt. Ein Ort an dem Lisa für sich alles unter Kontrolle zu haben scheint. Ein Ort an dem jedoch ganz plötzlich merkwürdige Dinge geschehen. Dinge, die nur eine Schlussfolgerung zulassen… jemand beobachtet und bedroht sie.

„Hinter meiner Tür“ ist nicht mein erster und sicher auch nicht mein letzter Psychothriller von Rose Hard gewesen. Ich mag nicht nur ihren flüssigen, mitreißenden Schreibstil, sondern auch ihre ganz besondere Art, mit Worten die passende Atmosphäre zu erschaffen. So weiß ich leider aus eigener Erfahrung wie lähmend und furchtbar es sein kann, beobachtet zu werden. Ein wirklich angsteinflößendes Gefühl, welches die Autorin in ihrem Buch ganz hervorragend zu transportieren und authentisch zu vermitteln versteht. Ich konnte mich jedenfalls wunderbar in Lisa, ihre Angst, Besorgnis und in ihre gleichzeitigen Zweifel hineinversetzen. Konnte spüren, wie sowohl Verzweiflung, als auch Verfolgungswahn von Tag zu Tag wuchsen und habe mich beim Lesen teilweise selbst schon so unwohl gefühlt, dass ich mich mehrfach dabei erwischt habe, wie ich den Schatten auf meinem Balkon nachgespürt habe. Die Story ist nicht nur spannend, sondern auch zunehmend beklemmend, dabei aber nicht vorhersehbar. Dafür bietet sie jede Menge Raum für zum Miträtseln - genau genommen, hatte ich gefühlt in jedem zweiten Kapitel einen neuen Hauptverdächtigen

Fazit: Ich hatte hinter MEINER Tür so viele spannend-nervöse Lesemomente, dass ich das Buch nur wärmstens empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Drei starke Frauen, Mut und Freundschaft

Lebensbande
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Mechtild Borrmanns neuer Roman "Lebensbande" erzählt von einer Zeit, die von Gewalt, Angst, Grausamkeit und Zerstörung geprāgt ist. Er spielt in der Zeit zwischen dem Zweiten Weltkrieg und dem Fall der ...

Mechtild Borrmanns neuer Roman "Lebensbande" erzählt von einer Zeit, die von Gewalt, Angst, Grausamkeit und Zerstörung geprāgt ist. Er spielt in der Zeit zwischen dem Zweiten Weltkrieg und dem Fall der Berliner Mauer und führt den Leser vom Niederrhein nach Danzig bis hin in ein sowjetisches Arbeitslager in der Tundra. Beruhend auf wahren Begebenheiten erzählt die Autorin die berührenden Lebensgeschichten dreier befreundeter, starker Frauen zwischen Ost- und Westdeutschland und sie erzählt die ebenso grausame, wie berührende Geschichte des „Reichsausschusskindes“ Leo.

Mechtild Borrmanns Schreibstil ist eindringlich, aber unaufgeregt, nicht überladen und klar verständlich. Die Geschichte wird in verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven heraus erzählt, wodurch die Spannung durchweg gehalten wird. Zudem wird hervorragend transportiert, wie sehr die Vergangenheit in die Gegenwart hineinwirken kann. Sowohl die Atmosphäre, als auch die Charaktere sind wundervoll beschrieben und greifbar, sodass einem nicht nur die einzelnen Schicksale sehr nahe gehen, man unweigerlich mitfühlt, mitleidet und mithofft, sondern auch die bedrückend-bedrohliche Stimmung richtiggehend spüren kann. Während ich las, musste ich sehr oft an die, sich manchmal sehr ähnelnden, Geschichten und Erlebnisse meiner Großeltern aus der Kriegs- und Nachkriegszeit denken.

Fazit: Gut recherchiert, spannend, fesselnd und nachhaltig. Mich hat das Buch - welches ich übrigens als hervorragend eingesprochenes Hörbuch gehört habe - einerseits bedrückt und traurig gemacht, aber auch zutiefst berührt, bewegt und zum Nachdenken gebracht.

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