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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2026

Bewegend

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Lee Fiora geht als Stipendiatin auf das Bostoner Elite-Internat Ault. Doch dort ist sie eine Außenseiterin. Vier Jahre lang beobachtet sie die anderen, versucht zu ergründen, warum andere so sind, wie ...

Lee Fiora geht als Stipendiatin auf das Bostoner Elite-Internat Ault. Doch dort ist sie eine Außenseiterin. Vier Jahre lang beobachtet sie die anderen, versucht zu ergründen, warum andere so sind, wie sie sind, wieso sie nicht dazugehört. Zwar findet sie eine beste Freundin, aber die kann ihr auch nicht geben, wonach sie sucht. Denn sie hat den tiefen Wunsch, gesehen zu werden.
Die gut 600 Seiten lesen sich wie im Flug. Es ist sehr inspirierend, wieder in eine Teenagerrolle zu schlüpfen. Lee ist so unsicher und fühlt sich so anders. Immer wieder möchte man ihr zurufen, dass sie genug ist, so wie sie ist. Alles ist beeindruckend authentisch geschrieben, sodass man fast das Gefühl hat, die Mitschüler selbst zu kennen. Ich könnte seitenweise Zitate aus dem Roman rausschreiben, die nicht nur die Jugendzeit, sondern auch das Erwachsenenleben betreffen. Es geht darum, wie wir andere sehen und wie wir von anderen gesehen werden.
Ich kann den Roman von Curtis Sittenfeld nur empfehlen. Er ist zwar schon ein paar Jahre alt, wurde aber nun mit einem wunderbaren Cover neu aufgelegt.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Sehr unterhaltsam

Wir Freitagsmänner
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Was es genau mit den titelgebenden Freitagsmännern auf sich hat? Das erfährt man früher oder später bei der Lektüre des Buches. Dass es dabei aber vor allem um das Älterwerden geht, verrät dann doch der ...

Was es genau mit den titelgebenden Freitagsmännern auf sich hat? Das erfährt man früher oder später bei der Lektüre des Buches. Dass es dabei aber vor allem um das Älterwerden geht, verrät dann doch der Untertitel schon recht deutlich.
Da ich weder männlich noch in "den Wechseljahren" bin, bin ich wohl nicht ganz die Zielgruppe. Und das macht überhaupt gar nichts! Ich habe lang kein so lustiges und selbstironisches Buch mehr gelesen. Henri erzählt aus seinem Datingleben, seinem vergeigten Eheleben, von diversen Arbeitssituationen und von seinen körperlichen Ausfällen. Und das geprägt von sehr viel Zufall und so ganz nebenbei. Dabei wirkt es jedoch nie abstrus. Das Buch regt natürlich auch zum Nachdenken an und macht auch ein wenig rührselig, aber in erster Linie unterhält es sehr gut. Einige Alltagsgedanken sind sehr adäquat wiedergegeben, da musste ich unweigerlich an mich selbst in diversen Situationen denken. Der Schreibstil ist locker und man fliegt nur so durch die Seiten. Die Figuren waren mir beim Lesen alle sehr genau vor Augen. Das Cover ist ein echter Hingucker, das muss auf jeden Fall noch erwähnt werden.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Tierisches Abenteuer

Freiheit für die Waldwiesel
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Das Wiesel Piet möchte unbedingt den großen Kletterwettbewerb gewinnen. Doch das Ganze entpuppt sich als eine Falle, der er gerade noch entkommen kann. Als dann aber sein Leben und das seiner Familie bedroht ...

Das Wiesel Piet möchte unbedingt den großen Kletterwettbewerb gewinnen. Doch das Ganze entpuppt sich als eine Falle, der er gerade noch entkommen kann. Als dann aber sein Leben und das seiner Familie bedroht wird, muss er handeln. Und das macht er äußerst klug, kreativ und mit Hilfe vieler verschiedener tierischer Freunde.
Der Roman ist spannend und abwechslungsreich. Es passiert sehr viel und immer wieder wird man von der Handlung überrascht. Besonders gut gefallen mir die vielen Wortspiele und Anspielungen auf die Differenz zwischen Mensch- und Tierwelt. So ist das Buch sowohl für die kleinen als auch für die großen Leser ein großer Spaß. Wir bekommen eine Fundgrube an Einfällen und einzigartigen Ideen vorgelegt, die den Roman in seiner Gänze zu einem tollen Abenteuer machen. Dabei wird auf eine kluge und unaufdringliche Art und Weise immer wieder die Brutalität der Tier- und vor allem der Menschenwelt reflektiert. Ich habe das Buch wahnsinnig gerne gelesen und bin vor allem ein großer Fan von Hugo und der Zahl Sieben.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Herzerwärmend

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand
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Mich wundert es nicht, dass dieses Buch in Südkorea ein Bestseller ist. Bei mir gehört es jetzt definitiv schon zu meinen Jahreshighlights.
Es geht um Hyoyeong, die behelfsmäßig einen Job in einem kleinen ...

Mich wundert es nicht, dass dieses Buch in Südkorea ein Bestseller ist. Bei mir gehört es jetzt definitiv schon zu meinen Jahreshighlights.
Es geht um Hyoyeong, die behelfsmäßig einen Job in einem kleinen Briefladen in Seoul annimmt. Dass es ihr dort so gut gefallen würde, ahnt sie am Anfang nicht. Wir nähern uns ihrer Geschichte an, bei der verschiedene Aspekte ihres Privatlebens im Mittelpunkt stehen, etwa die Familie und ihre Beziehungen. Aber wir erfahren auch über die vielen Besucher des Briefladens etwas. Denn dort wird ein Penpal-Service angeboten, über den Besucher einen anonymen Brief schreiben können, der dann von einem Leser eher zufällig ausgewählt wird, der ebenfalls wieder einen Brief für eine nächste Person hinterlegt. So entstehen Brieffreundschaften oder auch nur kurze schriftliche Begegnungen, die oftmals viel Anstoß in dem Leben eines einzelnen Lesers geben können. Diese Briefe lesen wir alle auch. Der Roman ist multiperspektivisch geschrieben und thematisch sehr umfassend. Dennoch kristallisiert sich ein roter Faden heraus. Es geht aber eben nicht nur um einen Lebensbereich oder einen Lebensabschnitt, das hat mir sehr gut gefallen. Auch dass wir vielen Figuren so näherkommen können, ist gelungen. Zudem bildet sich eine Art Gemeinschaft heraus, wobei die Figuren gar nicht wissen, wen sie direkt oder indirekt alles beeinflussen.
Nach der Lektüre möchte man gerne selbst den Briefladen aufsuchen oder es juckt einen zumindest in den Fingern, an eine liebe oder noch unbekannte Person selbst einen Brief zu verfassen. Denn wie heilsam diese Erfahrung sein kann, das zeigt das Buch deutlich.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Wieder toll

Matcha-Tee am Montag
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Auch dieser Roman von Michiko Aoyama hat mich wieder sehr berührt. In vielen kleinen Geschichten kommen wir den Figuren und ihren Lebensumständen näher. Alle sind miteinander verbunden. Das Buch spielt ...

Auch dieser Roman von Michiko Aoyama hat mich wieder sehr berührt. In vielen kleinen Geschichten kommen wir den Figuren und ihren Lebensumständen näher. Alle sind miteinander verbunden. Das Buch spielt in in einem Café rund um Master, den wir bereits kennen. Die Geschichten aus diesem Band haben mir meist sehr gut gefallen. Es sind recht viele und soweit ich mich erinnere auch mehr als in den Vorgängerbänden dieser Art. Wer ruhige und ans Herz gehende Kurzgeschichten mag, ist hier richtig. Ich freue mich schon auf das nächste Buch von der Autorin, das für Juni 2026 angekündigt ist.

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