Der Mann, der Bücher las
Der Buchhändler von GazaDer Roman ist aus dem Französischen von Andreas Jandl übersetzt.
Buchhandlungen wie Cafés bieten zur Zeit in der Literatur gerne warmherzige Healing Fiction. Ob das auch im Gaza funktioniert? Vermutlich ...
Der Roman ist aus dem Französischen von Andreas Jandl übersetzt.
Buchhandlungen wie Cafés bieten zur Zeit in der Literatur gerne warmherzige Healing Fiction. Ob das auch im Gaza funktioniert? Vermutlich nur aus einem Blickwinkel aus der Ferne.
Der Französische Fotograf trifft in Gaza 2014 auf einen Buchhändler Mitte 60, der sich auch in Zeiten der Zerstörung zuversichtlich und den Büchern verpflichtet gibt. Sein Name ist Nabil al Jaber. Seine Lebensgeschichte wird dann das Zentrale der Handlung, durchaus überzeugend. Seine Mutter war Muslimin, sein Vater Christ. Dadurch nahm er eine Sonderstellung ein. Schon wenige Wochen nach seiner Geburt 1948 mussten seine Eltern mit ihm flüchten. 1967 der 6-.Tage-Krieg, das bedeutete erneut Verluste. 1987 die erste Intifada. Nabil beteiligte sich und musste dafür für Jahre ins Gefängnis.
Alles wird ein wenig zu knapp abgehandelt, obwohl man als Leser vom Erzählten beeindruckt bleibt.
Zitate aus der Literatur durchziehen das Buch: Mahmud Darwisch, Victor Hugo, Primo Levi, Jean Genet, Mohammed Dib und andere.
Das kurz gehaltene Buch ist wirklich nicht schlecht, aber man liest es unter dem Eindruck der Verheerung und Hoffnungslosigkeit in Gaza der letzten zwei Jahre und das schwingt einfach mit und bildet den Epilog.