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Veröffentlicht am 27.02.2026

Verdrängte Vergangenheit

Das Kind mit den stummen Augen
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Es fällt mir ein wenig schwer, „Das Kind, mit den stummen Augen“ zu bewerten. Wenn es um wahre Ereignisse geht, fühle ich mich immer etwas schlecht, keine volle Sternebewertung zu vergeben.
Dieser Roman ...

Es fällt mir ein wenig schwer, „Das Kind, mit den stummen Augen“ zu bewerten. Wenn es um wahre Ereignisse geht, fühle ich mich immer etwas schlecht, keine volle Sternebewertung zu vergeben.
Dieser Roman spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart arbeitet Theresa im Teeladen ihrer Mutter und Tante. Während sie voller Innovationsideen und Energie ist, um das Geschäft vor der Insolvenz zu retten, wird sie permanent von der älteren Generation ausgebremst. Als sie für einen Zeitungsartikel in alten Fotoalben blättert, stößt sie auf tragische Erlebnisse in der Kindheit ihrer Mutter und Tante.
Die Gegenwartshandlung empfand ich als relativ forciert. Wieso sollte ein Journalist in dieser Situation zufällig auf ein wohlgehütetes Familiengeheimnis stoßen bzw. warum würde er auf einem Foto mit ihm völlig fremden Menschen etwas Aufälliges finden? Diesen Aufhänger fand ich etwas an den Haaren herbei gezogen. Auch die aufkeimende Romanze zwischen Theresa und Jonas war ziemlich stereotyp.
„Das Kind mit den stummen Augen“ umfasst nur 330 Seiten. Auf diesen wenigen Raum presst Lena Rohn eine Menge Handlung. Ein Teeladen mit langer Tradition, Therese mit einem Haufen Ballast und Problemen und in Rückblicken ein tragischer Aufenthalt in einem Kinderkurheim
Weder Theresa noch ihre Mutter und ihre Tante waren mir sonderlich sympathisch. Ich empfand die Gegenwartshandlung ziemlich zäh. Anders sah es mit dem Teil der Geschichte, der in der Vergangenheit spielte aus. Was damals auf diesen Kinderkuren geschah ist unfassbar und schockiert mich immer wieder aufs Neue. Insbesondere geht mir einfach nicht in den Kopf, was mit diesen Schwestern und Erzieherinnen, die dort arbeiteten, verkehrt war.
Viele Kinder mussten leider solch grausame Erfahrungen machen und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich Szenarien wiederholen, wenn man mehrere Romane zu diesem Thema liest. Trotzdem kam ich nicht umhin Vergleiche anzustellen. Letztes Jahr habe ich „Am Meer ist es schön“ gelesen, ein echtes Highlight und aufgrund der thematischen Ähnlichkeit dieser beiden Romane kam mir „Das Kind, mit den stummen Augen“ wie ein schlechterer Abklatsch vor. Mehr als 3 Sterne kann ich leider nicht vergeben.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Cluedomäßige Tätersuche

Eisnebel
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Ich mag sowohl Thriller als auch Familiengeheimnisse und so hatte „Eisnebel“ von Kate Alice Marshall zunächst einmal gute Chancen, mir zu gefallen.
Connor und Theodora kennen sich erst sechs Monate und ...

Ich mag sowohl Thriller als auch Familiengeheimnisse und so hatte „Eisnebel“ von Kate Alice Marshall zunächst einmal gute Chancen, mir zu gefallen.
Connor und Theodora kennen sich erst sechs Monate und sind bereits verlobt. Connor nutzt die Winterferien um seine Verlobte seiner Familie vorzustellen, die sich traditionsgemäß abgeschieden in den Bergen trifft. Die wohlhabenden Daltons beäugen Theo skeptisch und die junge Frau fühlt sich mehr als unwohl. Zudem wird sie auch noch von verwirrenden Flashbacks heimgesucht.
Der Schreibstil von Kate Alice Marshall liest sich grundsätzlich angenehm und es gelingt ihr sehr gut, die verschneite Winterlandschaft zu beschreiben. Die Mischung aus Kälte und dem Gefühl unwillkommen zu sein, kamen sehr authentisch rüber und es entsteht eine beängstigende Locked Room Situation. Connors Familie ist alles andere als herzlich und ich hätte keinen Tag mit diesen Menschen verbringen wollen.
Connor und Theo empfand ich einerseits undurchschaubar, ich war mir nie sicher, ob hinter der freundlichen Fassade noch ein zweites Gesicht steckt. Gleichzeitig fand ich beide sowie auch die anderen Charaktere ziemlich blass und schlecht zu greifen. Ich konnte zu niemanden eine Verbindung aufbauen. Dadurch habe ich nach dem relativ spannenden Einstieg im Verlauf der weiteren Handlung etwas das Interesse verloren. Ohne viel spoilern zu wollen erscheint es mir auch absolut absurd, dass Theo und Connor sich zufällig kennenlernen.
Während es im Mittelteil eher gemütlich zugeht, überschlagen sich in den letzten Kapiteln die Ereignisse. Persönlich war es mir zu viel hin und her um wirklich spannend zu sein. Nach dem x. neuen vermeintlichen Tathergang war ich eher genervt als geschockt. Die Geschichte hat etwas von dem Spiel Cluedo, bei dem man alle möglichen Varianten nacheinander durchgeht. War es vielleicht Oberst von Gatow mit dem Kronleuchter im Klavierzimmer oder doch Fräulein Gloria mit dem Dolch im Salon.
Ich hatte mir mehr von „Eisnebel“ versprochen und fand es letztendlich doch nur geht so.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Erst super, dann naja

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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„Die Kollegin“ hat mich zunächst einmal richtig mitgerissen. Freida McFadden baut direkt sehr starke Spannung auf und ich konnte den Thriller, kaum dass ich begonnen hatte, nicht mehr aus der Hand legen. ...

„Die Kollegin“ hat mich zunächst einmal richtig mitgerissen. Freida McFadden baut direkt sehr starke Spannung auf und ich konnte den Thriller, kaum dass ich begonnen hatte, nicht mehr aus der Hand legen.
Natalie macht sich Sorgen um ihre überaus zuverlässige Kollegin Dawn, die eines Tages nicht mehr zur Arbeit erscheint. Als sie in der Wohnung von Dawn Blutspuren findet, gerät sie selbst in den Fokus der Ermittlungen.
Natalie wirkt zunächst freundlich und empathisch. Im Verlauf der Polizeibefragungen verhält sie sich auf eine Art naiv, dass mir nichts anderes übrig blieb, als über ihre Idiotie zu lachen. Sie reitet sich selber immer tiefer rein und merkt es nicht.
Mit der Zeit streut Freida McFadden sehr erfolgreich Zweifel, ob Natalie wirklich so harmlos ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Im letzten Drittel gab es dann einen Plottwist, der mich zunächst staunen lies, ab dem es allerdings relativ langweilig und vorhersehbar wurde.
Die ersten beiden Drittel von „Die Kollegin“ fand ich wirklich außerordentlich spannend. Es war ein 5 Sterne Thriller, durch dessen Seiten ich nur so flog. Umso mehr enttäuscht es mich, dass es nach dem Haupttwist dermaßen offensichtlich wurde, wie alles enden wird. Insgesamt gebe ich deswegen doch nur 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Wahnsinnig lang

Dornenmädchen
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Nachdem die „Tränen“ Trilogie ein Highlight für mich war, war ich optimistisch gestimmt, um mich an die „Dornen“ Reihe zu wagen, die mich bisher aufgrund der extrem dicken Wälzer abgeschreckt hatte.
„Dornenmädchen“ ...

Nachdem die „Tränen“ Trilogie ein Highlight für mich war, war ich optimistisch gestimmt, um mich an die „Dornen“ Reihe zu wagen, die mich bisher aufgrund der extrem dicken Wälzer abgeschreckt hatte.
„Dornenmädchen“ ist mit 880 in Minischrift bedruckten Seiten definitiv das dickste Buch, welches ich seit langem gelesen habe. Die Stimmen zu diesem Thriller sind überwiegend positiv und ich bin überrascht sagen zu müssen, dass ich „Dornenmädchen“ nur mittelmäßig fand. Es hat viele Seiten und liest sich leider genauso. Sehr langatmig und ausschweifend. Kurios ist auch, dass bis Seite 400 zum Beispiel erst ein Tag in der Zeitrechnung der Handlung vergangen ist.

Im Zentrum steht Therapeutin Faye, die von einem Stalker aufs Übelste verfolgt wird. Als sie unter neuem Namen einen Neustart wagt, wartet das Grauen bereit auf sie. Zunächst läuft ihr eine verletzte Frau vors Auto und dann werden Leichen in ihrem Haus gefunden.

Der Fall um die entführten Frauen ist spannend und schockierend brutal. Es gelang der Autorin sehr erfolgreich, die Identität des Täters undurchsichtig zu halten. Ich war mir lange nicht sicher, wer es ist. Nachdem die Identität dann allerdings endgültig gelüftet ist, ging das Buch für meinen Geschmack noch zu lange weiter.

Bedauerlicherweise war es immer wieder so, dass jedes Mal, wenn ich das Gefühl hatte, die Handlung zieht an, das nächste langatmige Kapitel dazwischen kam.
Die Liebesgeschichte konnte mich diesmal auch überhaupt nicht überzeugen. Ich fand das Geschmachte zwischen Faye und Gideon eher zum Fremdschämen schwülstig und die Emotionen sind bei mir null angekommen.
Für mich war „Dornenmädchen“ eher eine Quälerei als ein Genuss und ich war froh, als ich endlich bei der letzten Seite angekommen war.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Gemischte Gefühle

Gut Erlensee – Marillas Schicksal
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Band 1 und 2 der „Gut Erlensee“ Trilogie habe ich seinerzeit kurz nach Erscheinen gelesen und sie haben mir sehr gefallen. Trotzdem lag Band 3 nun 2,5 Jahre auf meinem SuB. Ich wollte zwar wissen, wie ...

Band 1 und 2 der „Gut Erlensee“ Trilogie habe ich seinerzeit kurz nach Erscheinen gelesen und sie haben mir sehr gefallen. Trotzdem lag Band 3 nun 2,5 Jahre auf meinem SuB. Ich wollte zwar wissen, wie es weitergeht, konnte mich aber nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass das Happy-End von Marilla und Eduard nicht von Dauer ist.
Nach dem Verlust von Eduard kehrt Marilla also in den Kreis ihrer Familie zurück. Obwohl erst wenige Monate vergangen sind, konnte sie sich auffallend schnell für den Nachbarn Graf Leonhardt erwärmen. Das fand ich etwas befremdlich, auch, wie schnell Liebesschwüre für sie möglich waren. Die komplette Geschichte von Marilla empfand ich ziemlich forciert und auf Drama ausgerichtet. Insbesondere auch das Verhältnis zur bösen Schwiegermutter in spe. Meiner Meinung nach hätte man Marilla und Eduard nicht antasten müssen, um Stoff für einen dritten Band zu haben. Die Nebenhandlungen waren nämlich äußerst fesselnd und mit mehr Tiefe als die Haupthandlung.
Zum einen hatten wir hier den Handlungsstrang um die jüngste Schwester Carla die einfach nur eine selbstständige Frau, die einen Hof leitet, sein möchte. Doch in den 1920er Jahren sehen die Konventionen andere Pläne für junge Mädchen vor. Ich fand ihren inneren Struggle sehr realistisch dargestellt und es hat mich bewegt, zu welchen Überwindungen sie fähig war, immer in der Hoffnung, ein wenig Glück zu finden.
Auch Bruder Georgs Geschichte ist eine, die zu Herzen geht. Ich habe mir Sorgen um ihn gemacht und gehofft, dass alles gut wird.
Schade, dass es keine weiteren Bände gibt und wir somit nicht erfahren werden, ob es für Carla und Georg ein Happy-End gibt.

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