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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.03.2026

Eine Ermittlung zwischen Inselidylle und Geheimnissen

Einsames Watt
4

In Einsames Watt wird Hauptkommissar John Benthien auf die nordfriesische Insel Amrum gerufen. Im Watt wurde die Leiche von Paula entdeckt. War es ein Unfall? Oder Mord? Benthien sieht schnell einen Zusammenhang ...

In Einsames Watt wird Hauptkommissar John Benthien auf die nordfriesische Insel Amrum gerufen. Im Watt wurde die Leiche von Paula entdeckt. War es ein Unfall? Oder Mord? Benthien sieht schnell einen Zusammenhang mit seinem allerersten Fall – der damals nicht aufgeklärt werden konnte. Gelingt es ihm und seinem Team die Morde nun zu lösen?

Eine Ermittlung zwischen Inselidylle und vielen Geheimnissen. Benthien stößt auf ein Geflecht aus alten Konflikten, Lügen und seiner persönlichen Vergangenheit. Ihn plagt noch immer das Verschwinden seines damaligen Lehrmeisters.

Ohlandts (bzw. Wielpütz`) Schreibweise ist flüssig und bildhaft. Man kann sich die Gegend sehr gut vor dem inneren Auge vorstellen. Die Sprache ist ruhig und unaufgeregt, teilweise tritt die Ermittlung sehr auf der Stelle, was das Ganze etwas zäh werden lässt. Viele Charaktere sorgen zusätzlich dafür, dass man sich beim Lesen sehr konzentrieren muss.
Die Protagonisten, vor allem John Benthien, überzeugen aber wieder durch ihren Spürsinn und ihre Menschlichkeit. Kleine private Einstreuen sorgen dafür, dass man den Charakteren nahe ist.

„Einsames Watt“ ist bereits der 12. Benthien-Krimi. Seit dem Tod der Autorin schreibt Jan Wielpütz die Serie fort. Neueinsteiger haben es vielleicht ein wenig schwer, mit dem Privatleben der Protagonisten klarzukommen, ansonsten ist der Band aber in sich abgeschlossen.

Fazit: Nicht mehr ganz Ohlandt, aber auch Wielpütz lässt Benthien erfolgreich weiter ermitteln.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 01.03.2026

viele Verdächtige

Rügenmord
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Ein Toter in einer verbrannten Scheune ruft Kommissarin Romy Beccare auf den Plan. Doch die Ermittlungen gestalten sich äußerst schwierig. Beinah jeder der Verdächtigen hat ein Motiv, aber auch ein Alibi. ...

Ein Toter in einer verbrannten Scheune ruft Kommissarin Romy Beccare auf den Plan. Doch die Ermittlungen gestalten sich äußerst schwierig. Beinah jeder der Verdächtigen hat ein Motiv, aber auch ein Alibi.
Spannende Ermittlungen auf Rügen, allerdings zog sich die Handlung zwischendurch ein wenig und auch was mit einem der Hauptverdächtigen passiert, wird später nicht weiterverfolgt. Ansonsten ein sehr solider Krimi mit viel Ermittlungsarbeit und sympathischen Charakteren.
Der Fall ist logisch aufgebaut und verzwickt genug, um den Leser miträtseln zu lassen. Er bietet genug Wendungen und Spannung. Ich verfolge Romy Beccare vom ersten Buch an und mag ihren Schreibstil sehr gerne. Anschaulich und authentisch baut sie ihre Handlung auf und sorgt am Ende für den gewissen AHA-Effekt.
Grausame Szenen sucht man bei Peters vergeblich. So ist der Krimi für alle, die es gerne spannend und logisch mögen, sehr gut geeignet.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Umweltkrimi

Dünenwut
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In Sven Kochs neuem Fall bekommen es die Ermittler Femke und Tjark mit Umweltaktivisten zu tun. Eine gesprengte Stromleitung sorgt für mildes Chaos im Norden Deutschlands sowie im Süden Dänemarks. Als ...

In Sven Kochs neuem Fall bekommen es die Ermittler Femke und Tjark mit Umweltaktivisten zu tun. Eine gesprengte Stromleitung sorgt für mildes Chaos im Norden Deutschlands sowie im Süden Dänemarks. Als kurz darauf eine Leiche gefunden wird, beginnen intensive Ermittlungen im Klimamilieu. Schnell sind die Verursacher ausgemacht, doch steht hinter ihnen noch etwas viel Größeres?

Genau, Sven Koch wäre nicht Sven Koch, wenn die gesprengte Stromleitung schon alles wäre, womit es die Ermittler zu tun haben. Sehr liebevoll baut er seinen Fall auf. Das Buch beginnt mit der Einführung aller Protagonisten und was sie zur Zeit des Stromausfalls getan haben. So sind auch Leser, die die Vorgängerbände nicht kennen, gleich in der Handlung und kennen die Charaktere.

Ein wenig viel fand ich die Erklärungen zu den Umweltfragen. Die waren etwas zu detailliert und hemmten meinen Lesefluss. Ansonsten war das Buch wieder logisch aufgebaut, mit einigen Wendungen versehen und atemraubenden Kapiteln. Was mir ein wenig gefehlt hat, war dieses Mal die Privatseite der Kommissare, die mag ich sonst auch sehr gerne.
Einen Krimi aus der Sicht der Täter zu schreiben, bzw. lange Kapitel über deren Motive und Handeln zu schreiben, ist sehr erfrischend und hat mir sehr gut gefallen.

Fazit: Bereits der 9. Fall für Femke und Tjark und hoffentlich nicht der letzte.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Eine Insel in der Nordsee, 5 Besucher und ein großes Geheimnis.

Fünf Fremde
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Eine Insel in der Nordsee, 5 Besucher und ein großes Geheimnis.

Warum schweigt jeder über das Verschwinden des damals 13-jährigen Jungen? Und wer schreibt die ganzen Drohbriefe? Ein rätselhafter Fall, ...

Eine Insel in der Nordsee, 5 Besucher und ein großes Geheimnis.

Warum schweigt jeder über das Verschwinden des damals 13-jährigen Jungen? Und wer schreibt die ganzen Drohbriefe? Ein rätselhafter Fall, in den Annika gerät, als sie auf ihre Heimatinsel zurückkehrt um ihre Mutter zu pflegen.
Was harmlos begann, endet tödlich…
Ein Stand-alone von Romy Fölck, der teilweise etwas zäh war, aber sonst voll den hohen Erwartungen entsprochen hat. Ein rätselhafter Fall, viele Geheimnisse und eine überraschende Auflösung. Wobei mir die Geheimnisse teilweise schon zu viel waren. Keiner spricht über die Vergangenheit und das führt zu Verwicklungen und Rachegefühlen. Und auf einmal wird das Geheimnis dann doch angegangen? Etwas unrealistisch, aber gut, es ist ein Roman. Und der Fall ist ja nun auch sehr verzwickt und wartet mit überraschenden Wendungen auf, wie man sie von Fölck kennt.

Die Schreibweise ist kurzweilig und die Beschreibung des Wetters sorgt für zusätzliche Spannung.
Die Charaktere fand ich recht gut gelungen, aber sie bleiben eher oberflächlich. Für einen Krimi aber durchaus ausreichend.

Fazit: ein unterhaltsamer Krimi, der Spaß macht zu lesen, allerdings mit ein paar Längen aufwartet.


Veröffentlicht am 20.02.2026

ein etwas schwächerer Teil

Zorn – Die Akte Heinlein
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Eine abgetrennte Hand im Stadtpark? Wem gehört die? Genau der Frage müssen sich Schröder und Zorn im neuen Buch von Stephan Ludwig stellen.

Dass Ludwig die Handlung um Heinlein wieder aufgreift, finde ...

Eine abgetrennte Hand im Stadtpark? Wem gehört die? Genau der Frage müssen sich Schröder und Zorn im neuen Buch von Stephan Ludwig stellen.

Dass Ludwig die Handlung um Heinlein wieder aufgreift, finde ich eine gute Idee. Zum Glück gibt es am Anfang ein erklärendes Kapitel, für die, die das Buch nicht kennen, oder – wie bei mir – die Lektüre schon länger her ist. Zu Beginn des Buches wechselt die Handlung ab zwischen Heinlein und Zorn, mit eingeschobenen, kursiv geschriebenen, Kapiteln über das Opfer. Der Leser weiß also ein wenig mehr als die Kommissare.

Im Mittelpunkt steht erneut der eigenwillige Hauptkommissar Claudius Zorn, der sich deutlich von klassischen Ermittlerfiguren abhebt: wortkarg, unbequem, innerlich zerrissen – und gerade deshalb so interessant. Interessant sind zudem die Sätze, die der Autor zu Beginn oder auch mitten in der Handlung einstreut. Erleben wir wirklich Zorns letzte Zigarette?

Mir hat so ein wenig die Interaktion zwischen Schröder und Zorn gefehlt. Und was da zwischen Frida und Zorn los war, habe ich auch nicht wirklich nachvollziehen können. Aber sonst fand ich die Handlung sehr gelungen. Vor allem auch wieder die kleinen spitzigen Bemerkungen voller schwarzen Humors.

Fazit: Die Akte Heinlein wird geschlossen, es wäre sicher gut, wenn man das Buch „Der nette Herr Heinlein“ vorher liest. Aber auch ohne vorherige Lektüre hatte ich viel Spaß beim Lesen.