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Veröffentlicht am 26.08.2025

Ein Roman mit Sogwirkung, der viel anreißt und doch leider zu flach bleibt

Heimat
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Hannah Lühmanns Schreibstil gefällt mir sehr gut. Nahezu berichtartig schreibt sie über die Kleinstadt und das Leben dort. Dadurch entwickelt der Text eine Sogwirkung, der ich mich nicht entziehen konnte. ...

Hannah Lühmanns Schreibstil gefällt mir sehr gut. Nahezu berichtartig schreibt sie über die Kleinstadt und das Leben dort. Dadurch entwickelt der Text eine Sogwirkung, der ich mich nicht entziehen konnte. Das Buch liest sich schnell und flüssig. Sicherlich passt diese Art zu schreiben nicht zu jedem Stoff, hier empfand ich sie aber als sehr gelungen.
Der Klappentext ließ mich auf eine wirklich spannende Geschichte hoffen: eine Protagonistin, die hin- und hergerissen ist zwischen ihren Idealen und ihren neuen Freundinnen, allen voran Karolin, die als traditionelle Hausfrauen, sogenannte „Trad-Wives“ ein völlig anderes Leben führen.
Grundsätzlich kommt das auch so vor. Allerdings war von Janas eigenen Idealen für mich wenig zu spüren. Ganz im Gegenteil: Sie ließ sich viel zu einfach in die Vorstellungen ihrer Freundinnen hineinziehen und schien in erster Linie allen gefallen zu wollen. Da hätte ich mir mehr inneren Kampf und auch äußere Reibungen gewünscht.
Clever stellt Lühmann Jana mit Karolin ein Gegenstück an die Seite: Jana, die in der Neubausiedlung mit modernen Annehmlichkeiten lebt, und Karolin, die im Haus im Wald mit ihrem Partner alleine für die Kinder sorgt (außer die schulpflichtigen). Auch hier hätte ich mir allerdings mehr Spannung zwischen den beiden erhofft.
Generell wirken die Figuren für mich etwas zu blass und handeln aus meiner Sicht nicht immer nachvollziehbar (zB Warum das dritten Kind? Warum lädt Noah Schüler:innen ein?). Immer wieder werden Dinge angedeutet, die später aber nicht mehr aufgegriffen werden und im Sande verlaufen (zb Der Kommentar von Karolins ältestem Sohn bei Jana, Noahs Schüler:innen die zu Besuch kommen). Dazu kommt, dass viel zu viele Themen für so wenig Seiten angerissen, aber nicht wirklich vertieft werden. Dabei wäre jedes einzelne davon wichtig und aktuell.
Ab einem gewissen Punkt war mir Jana als Hauptfigur kaum noch greifbar. Ihre Handlungen wirkten teils unlogisch, und von den im Klappentext erwähnten Idealen fehlte jede Spur. Das Ende hat mich dann endgültig verwirrt zurückgelassen.
Durch die berichtartige und doch poetische Sprache ist der Roman zwar sehr gut geschrieben, entfaltet Sogwirkung und liest sich schnell, verschenkt für mich aber zu viel Potenzial, um wirklich spannend zu sein. Viele wichtige Themen (wie die Rolle der Frau und Mutter oder häusliche Gewalt) werden nur angerissen und unkommentiert stehen gelassen. Schade, ich hatte mir nach dem Klappentext deutlich mehr erhofft.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Ich wollte es wirklich mögen... Aber irgendwie sollte es nicht sein

Kingdom of crystal Hearts
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Die ersten paar Seiten und Kapitel von „Kingdom of Crystal Hearts“ waren wirklich toll zu lesen. Klar mit der Prämisse „Böse Adlige/Oberschicht die das einfache Volk unterdrücken und junges, hübsches Mädchen ...

Die ersten paar Seiten und Kapitel von „Kingdom of Crystal Hearts“ waren wirklich toll zu lesen. Klar mit der Prämisse „Böse Adlige/Oberschicht die das einfache Volk unterdrücken und junges, hübsches Mädchen aus dem einfachen Volk die rebellieren möchte“ gewinnt man sicher keinen Preis für Originalität, aber man muss das Rad ja nicht neu erfinden um ein gutes Buch zu schreiben.
Was man allerdings doch beachten sollte wäre die Tatsache, dass die erwähnte Protagonistin auch nur ansatzweise logisch handelt und auch die anderen Figuren sollten ggf ein wenig logisches Denkvermögen an den Tag legen.
Wie gesagt, die ersten Seiten waren wirklich toll. Elodie will den Rebellen helfen, soll dafür ein Ablenkungsmanöver starten, das klappt aber nicht so ganz, denn erst mal ist sie neugierig und will bei den Mantikoren gucken.
Wie cool ist die Idee mit den Manticoren als Reittiere für ein Lanzenduell bitte? Ich liebe sie sehr!
Aber die wird halt leider auch nicht weitergeführt. Elodie erklärt sich spontan bereit in die Rolle einer Adeligen zu schlüpfen, obwohl sie 0,000000 gar nicht darauf vorbereitet wurde (das eigentliche Mädchen dafür taucht halt nicht auf) und so reitet sie jetzt einfach das Turnier. Wie passend, dass der Manticor eine fast schon magische Verbindung zu ihr hat. Ich war wirklich gespannt darauf woran das liegen könnte, was ihr Geheimnis ist und malte mir schon die dollsten Szenen mit dem Tier aus. Tja, leider erliegt das dann nur wenige Seiten später einem Schwert und wird, genau wie die magische Verbindung, nie wieder erwähnt... Also so wirklich nie wieder.
Bleibt auch keine Zeit für, denn es stellt sich schnell heraus das Elodie extrem krass auf Edelsteine reagiert und somit Magie besitzt. Etwas dass sie gar nicht können dürfte, denn nur Adelige beherrschen Magie. Wow, da wird sie sich aber sicher wundern und nachforschen und das wird jetzt Dreh- und Angelpunkt des Buches werden? NEIN! Falsch gedacht. Sie scheint noch nicht einmal beunruhigt deswegen. Ist halt so... Und da das hier nur der Beginn des Romans ist, will ich nicht weiter vorweg greifen. Aber diese Art der Unlogik zieht sich durch das gesamte Buch.
Bis ungefähr zur Hälfte hätte ich auch noch gesagt: Wenn man die Logik ausschaltet beim Lesen ist es eigentlich ganz unterhaltsam. Aber leider flacht dann ab ungefähr der Hälfte die Story dermaßen ab, dass der Rest des Buches für mich nur noch langweilig war. Hätten wir es nicht im Buchclub gelesen, hätte ich es vermutlich abgebrochen.
Auch die Liebesgeschichte konnte mich nicht wirklich packen und so leid es mir tut im Endeffekt war mir auch vollkommen egal was mit den jeweiligen Figuren passiert. Da war keine Verbindung, kein Funke, Nada. („Where is the love“ Ohrwurm an der Stelle...)

Der Schreibstil von Sina Brings ist gut und ich bin mir sicher, dass viele ihre Freude mit dem Buch haben werden. Für mich war das leider nichts.

Wer eine nette, seichte „Mädchen aus der Unterschicht will Revolte anzetteln und verliebt sich auf dem Weg“-Geschichte lesen möchte und Logiklöcher ausblenden kann wird hier sicher seine Freude haben.

Von mir gibts leider nur 1,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Tolle Welt, platte Charaktere und Handlung

Witch of Fate and Poison
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Eines Vorweg: Die Sprecherin des Hörbuchs, Saskia Haisch ist wirklich großartig. Sie spricht toll und haucht so der Geschichte Leben ein. Die negative Sternebewertung bezieht sich nicht auf die Qualität ...

Eines Vorweg: Die Sprecherin des Hörbuchs, Saskia Haisch ist wirklich großartig. Sie spricht toll und haucht so der Geschichte Leben ein. Die negative Sternebewertung bezieht sich nicht auf die Qualität des Hörbuches, sondern rein auf die Story.

Ohne große Erwartungen bin ich in diese Geschichte eingestiegen und das erste Kapitel klang sehr vielversprechend: Ein cooles, (für mich) neuartiges Magiesystem, dass ich so noch nicht 100 Mal in irgendeiner Form gelesen hatte, Hexen, Schattenwesen und eine Protagonistin der durch die Sprecherin direkt eine Persönlichkeit verliehen wurde die mir gefiel. Entsprechend groß war dann natürlich meine Freude dieses Buch weiter zu hören.
Leider ging es so aus meiner Sicht nicht weiter. Ich zerreiße Bücher nicht gerne und hoffe sehr, dass auch an diesem Buch andere ihre Freude haben werden, jedoch war das für mich dann doch nichts. Obwohl ich magische Geschichten und auch Slow Burn durchaus mag.
Leider kam für mich keines der, von der Protagonistin Arina, aus der Ich-Perspektive geschilderten Gefühle an mich ran. Arina erklärt uns zwar immer wieder wie es ihr geht und stellt sich unerlässlich in ihrem inneren Monolog Fragen über Fragen, dabei schafft sie es aber nicht mir ihre Probleme glaubhaft näher zu bringen. Genau wegen den sich ständig wiederholenden Monologen. Mehrmals musste ich an „Show don‘t tell“ denken, was der Geschichte sicherlich sehr gut getan hätte. Denn das meiste an Handlung spielt sich erst mal nur durch Monologe und Fragen in Arinas Kopf ab.
Dazu kommt, dass die Autorin nicht kongruent geschrieben hat. So denkt Arina bei einem Treffen darüber nach, dass die Person sie noch nie beim Namen genannt hat, nur dass diese Person sie ein paar Seiten zuvor mit Namen begrüßt hat und das ist nur ein Beispiel von mehreren.
Immer wieder werden Themen aufgemacht, Geschichten aus der Vergangenheit aufgegriffen und Dinge von Arina in ihrem Kopf behauptet ohne das darauf näher Bezug genommen wird oder irgendetwas folgt. Dabei wäre es durchaus interessant gewesen.
An anderer Stelle werden Begebenheiten als extrem schlimm und unumgänglich dargestellt, nur um sie ein paar Kapitel später als gelöst zu präsentieren. Wie und warum? Ja, keine Ahnung. Kann dann nicht so schlimm gewesen sein.
Auch das Ende, ohne zu spoilern, gestaltet sich als viel zu einfach und platt gelöst aus meiner Sicht. Hier fehlte eindeutig der Spannungsbogen und eine schlüssige und spannende Erklärung.
Ein gutes Buch lebt aus meiner Sicht davon, dass Dinge angesprochen werden, auf die dann zurück gegriffen wird an späterer Stelle und somit der ganzen Sache Tiefe und Glaubwürdigkeit verliehen wird. Das war hier leider nicht der Fall. Hätte es irgendwann am Anfang zb einen Hinweis auf die schlussendliche Lösung des Problems gegeben, hätte man sagen können: Ah! Deshalb!
So war es nur ein: Hä? Wieso denn das jetzt?
Die Grundzüge und Ideen der Geschichte sind wirklich gut, leider ist es die Ausarbeitung aus meiner Sicht absolut nicht.
Hätte ich es nicht als Hörbuch gehört und hätte Saskia Haisch nicht so toll gesprochen hätte ich es abgebrochen.

Ich hoffe dennoch, dass diese Geschichte auch ihre Freunde finden wird Arina und die Welt um sie herum hätten es schon verdient.

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