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Veröffentlicht am 09.03.2026

Schatztruhe der Redensarten

Duden – Wer hat den Teufel an die Wand gemalt?
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Übersichtliches Nachschlagewerk zu über 700 Redensarten, gegliedert nach Stichworten von A bis Z. Schon optisch macht das Buch mit seinem grünen Design und den plakativen Illustrationen einiges her.

Sprache ...

Übersichtliches Nachschlagewerk zu über 700 Redensarten, gegliedert nach Stichworten von A bis Z. Schon optisch macht das Buch mit seinem grünen Design und den plakativen Illustrationen einiges her.

Sprache und ihr Ursprung haben mich schon immer fasziniert, und Redewendungen fand ich dabei besonders spannend. Der Duden-Verlag hat mit „Wer hat den Teufel an die Wand gemalt?“ ein ausführliches und zugleich sehr zugängliches Werk geschaffen. Zu jeder Redensart gibt es eine kurze Bedeutungserklärung sowie kompakte Informationen zu ihrem Hintergrund. Dabei führt das Buch durch ganz unterschiedliche Epochen und Themenbereiche.

Besonders interessant sind die zusätzlichen Sondertexte. Sie widmen sich zum Beispiel den Ursprüngen von Redensarten in der Religion, der englischen Sprache, im Handwerk oder im Mittelalter. Dadurch liest sich das Buch nicht nur wie ein Lexikon, sondern teilweise auch wie eine kleine Reise durch die Geschichte der Sprache.

Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die sich für Sprache oder Geschichte interessieren. Aber auch für Leserinnen und Leser, die einfach gern ein paar spannende Anekdoten parat haben möchten. Zum Beispiel darüber, was der Spruch „Allerhöchste Eisenbahn“ mit einem deutschen Schriftsteller zu tun hat.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Du bist nicht allein

Ich bin für dich da – was auch passiert
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Ein einfach gehaltenes Bilder- und Geschenkbuch mit kraftvoller Botschaft. Das Buch ist klein, handlich und enthält nur wenig Text. Die Illustrationen überzeugen durch ihre intensive Farbgebung und ihre ...

Ein einfach gehaltenes Bilder- und Geschenkbuch mit kraftvoller Botschaft. Das Buch ist klein, handlich und enthält nur wenig Text. Die Illustrationen überzeugen durch ihre intensive Farbgebung und ihre beruhigende Wirkung. Es scheint mit Gouache gemalt zu sein und erzielt ein beeindruckendes Flat Design. Zu sehen sind viel Natur, Tiere und Stillleben.

Der Text ist kurz gehalten. Auf jeder Seite stehen 1/2 bis zwei Sätze, die schnell gelesen sind. Hier geht es nicht darum, sich in langen Texten zu verlieren, sondern darum, einem lieben Menschen in einer schweren Zeit Mut zu schenken. Die Worte sagen: Ich bin für dich da.

Das Buch eignet sich als Geschenk immer dann, wenn es gerade schwierig im Leben ist. Es ist eher für engere Bezugspersonen gedacht. Auch Menschen, die keine langen Bücher lesen, werden angesprochen. Der Text lässt sich zügig erfassen. Es zählt die Botschaft. Das Buch ist wie eine Umarmung, die sagt: Du bist nicht allein.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Perfekt unperfekt

Love and be loved
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Für die einen zu schlicht und zu unperfekt, für die anderen liebevoll und rückbesinnend. Cleo Wade hat mit diesem Buch ein Werk voller Zuneigung für ihre Töchter geschaffen. Begonnen hat alles ...

Für die einen zu schlicht und zu unperfekt, für die anderen liebevoll und rückbesinnend. Cleo Wade hat mit diesem Buch ein Werk voller Zuneigung für ihre Töchter geschaffen. Begonnen hat alles mit einem Gedicht, aus dem schließlich ein illustriertes Geschenkbuch beziehungsweise Bilderbuch entstanden ist.

Die Illustrationen sind einfach, kindlich, fast so, als wären sie nebenbei hingekritzelt, ohne künstlerischen Anspruch oder technische Raffinesse. Genau das mag viele stören. Für mich jedoch liegt darin der Charme des Buches und die konsequente Spiegelung seiner Botschaft. Es geht um liebevolle Wünsche, um Bestärkung darin, man selbst zu sein, den eigenen Weg zu gehen, das zu tun, was man mag, und das Leben auszukosten, unabhängig vom ständigen Druck, sich anzupassen.

Gerade um diesem Anpassungsdruck zu widersprechen, wirken die farbigen Scribbles so stimmig. Technisch saubere, perfekte Illustrationen hätten die Message verfehlt. Auch der Text bleibt bewusst einfach. Keine große Poesie, keine sprachlichen Kunststücke, sondern klare, herzliche Gedanken, die der Seele guttun.

Es ist weder ein herausragendes Werk in Bezug auf Sprache noch auf Kunst, aber eines in Bezug auf Herz und Haltung. Ein leiser, warmer Gegenentwurf zum allgegenwärtigen Perfektionswahn.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Wenn Fantasy Gesellschaft hinterfragt

How to Kill Fate (Fate Dilogie, Bd. 2)
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Ich habe bereits den ersten Teil sehr gerne gelesen, und auch dieser Band konnte die Geschichte für mich überzeugend abschließen.

Das Finale der Dilogie setzt nahtlos dort an, wo Band 1 endet. In der ...

Ich habe bereits den ersten Teil sehr gerne gelesen, und auch dieser Band konnte die Geschichte für mich überzeugend abschließen.

Das Finale der Dilogie setzt nahtlos dort an, wo Band 1 endet. In der Geschichte steckt dabei so viel, dass zwei Bände fast zu knapp wirken. Man findet philosophische Ansätze ebenso wie zahlreiche kleinere und größere Parallelen zu Geschichte und Politik. Gesellschaftskritik ist allgegenwärtig, ebenso Anspielungen auf das Patriarchat. Die Fülle an tiefsinnigen Dialogen und Gedanken macht einen Reread absolut lohnenswert. Allein schon, um sich in Ruhe Zitate zu notieren.

Ich lese selten mehr als ein Buch pro Autor*in, da ich mich meist thematisch orientiere. Saskia Louis gehört jedoch eindeutig zu den Ausnahmen. Von ihr habe ich bereits mehrere Bücher gelesen und wurde noch nie enttäuscht.

Ihre Fantasy-Romane besitzen stets eine große inhaltliche Tiefe und brechen bewusst mit klassischen Genre-Regeln. Auch hier stehen große Begriffe wie Schicksal, Glück, Zufall, Liebe und Krieg im Fokus. Allerdings ohne sie klischeehaft zu behandeln. Stattdessen werden diese Konzepte hinterfragt, ohne dass die Geschichte sich in rein philosophischen Diskussionen verliert. All das ist eng mit einer spannungsvollen Handlung verwoben.

Ein besonderes Lob gilt der Ausarbeitung des Charakters Nevin sowie den Gedanken und Gesprächen, die durch ihn entstehen. Die Art, wie er in die Handlung eingeflochten wird, wirkt dabei perfekt unperfekt. Vor allem liebe ich, dass durch ihn das Thema freundschaftliche Liebe beleuchtet und als gleichwertig zur romantischen Liebe dargestellt wird. Ist man erst etwas wert, wenn man einen „Seelenpartner“ an der Seite hat oder haben möchte? Nein – wir geben uns unseren Wert selbst. Eine wundervolle Hommage an die Mehrdimensionalität von Liebe, ohne dabei in Kitsch abzurutschen.

Alle, die genug von klischeehafter Romantasy haben, sollten hier definitiv einen Blick hineinwerfen. Diejenigen, die Band 1 gelesen haben und mochten sowieso.

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Veröffentlicht am 20.11.2025

Ein Buch, das mich endlich verstanden hat

Der hochfrequente Mensch
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Nur selten fühle ich mich durch ein Buch wirklich verstanden. Dieses jedoch gehört zu diesen seltenen Ausnahmen. Es spiegelte über weite Strecken meine Sicht auf die Welt, mein Empfinden und vieles, was ...

Nur selten fühle ich mich durch ein Buch wirklich verstanden. Dieses jedoch gehört zu diesen seltenen Ausnahmen. Es spiegelte über weite Strecken meine Sicht auf die Welt, mein Empfinden und vieles, was mich seit der Kindheit begleitet hat. Als „zu sensibel“ und mit „zu viel Fantasie“ abgestempelt, fand ich erst mit Anfang 30 durch meine Autismusdiagnose Worte für etwas, das lange unklar geblieben war. Dieses Buch hat mir gezeigt, dass ich wohl zu den hochfrequenten Menschen gehöre, deren feines Gespür durch negative Erfahrungen blockiert wurde. Etwas, das ich tief in mir eigentlich schon immer wusste.

Das Werk enthält durchaus theoretische und abstrakte Passagen über Schwingungen, Frequenzen und Metaphysik. Trotz dieser Komplexität bleibt es nicht in schwer greifbaren Begrifflichkeiten stecken. Vieles wird verständlich erklärt, sodass auch Menschen ohne physikalisches Vorwissen die Grundprinzipien nachvollziehen können. Besonders bewegt hat mich der Abschnitt über Systemsprenger. Ich hätte mich selbst nie so bezeichnet, doch die Beschreibungen trafen erstaunlich präzise auf mich zu: aus dem System gedrängt, weil andere mir zu ruppig waren und ich ihnen zu sanft.

Der letzte Teil des Buches schlägt einen deutlich hoffnungsvolleren Ton an. Er beleuchtet die Potenziale hochfrequenter Menschen und zeigt auf, welche Rolle sie in dieser Welt einnehmen können. Ganz ohne dabei dogmatisch zu werden oder Anleitungen vorzuschreiben. Vielmehr öffnet das Buch einen Raum von Möglichkeiten und macht Mut, den eigenen Weg aktiv zu gestalten.

Für alle, die sich stets „anders“ fühlten, ist dieses Buch tröstend, stärkend und erkenntnisreich. Es ordnet ein, ohne einzuengen, und es macht sichtbar, was oft im Verborgenen liegt.

Zudem für alle, die sich in dieser Welt zugehörig finden, um zu verstehen warum es für einige von uns schwerer ist. Das Buch gibt einen Appell an die gesamte Welt.

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