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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2026

Spannender historischer Roman

Limerick Love. Win Your Heart
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„...Mach keinen allzu großen Unfug, hat Ruairi mir zum Abschied mit auf den Weg gegeben…“

Ruairi ist Slaines Bruder. Er kennt seine kleine Schwester ganz genau. Normalerweise dürfte es trotzdem keine ...

„...Mach keinen allzu großen Unfug, hat Ruairi mir zum Abschied mit auf den Weg gegeben…“

Ruairi ist Slaines Bruder. Er kennt seine kleine Schwester ganz genau. Normalerweise dürfte es trotzdem keine Probleme geben. Aber was im Leben verläuft schon normal?
Die Autorin hat eine spannende und abwechslungsreiche Fortsetzung ihrer Dilogie geschrieben. Die Geschichte wird von Slaine erzählt. Der Schriftstil ist leicht, passt sich aber sehr gut den historischen Gegebenheiten an. Einige irische Begriffe und die Aussprache von Namen sind der Handlung vorangestellt.
Außerdem beginnt jedes Kapitel mit ein paar Zeilen, die Callums Gedanken wiedergeben.
Wir schreiben das Jahr 1462. Slaine wollte eigentlich in den frühen Morgenstunden mit ihrer Freundin Roisin im Meer baden. Die aber lässt auf sich warten. Also geht sie allein ins Wasser. Als sie zurück ans Ufer kommt, steht dort Callum, der Freund ihrer Kindheit, von dem sie seit Jahren nichts gehört hat.

„...Nein, Slaine. Aber du kennst den Mann nicht, zu dem ich geworden bin. Ich bin kein Umgang mehr für dich…“

All das, was Callum ihr verschweigt, erfährt sie dann im Dorf. Ist Callum der Mörder seiner Tante? Was ist im Bootshaus wirklich passiert?
Slaine ist eine selbstbewusste junge Frau. Momentan lebt sie bei ihrer Großmutter. Slaine hat Callum nie vergessen. Doch jetzt hält er sie auf Abstand. Dafür möchte der Reeve des Dorfes, dass sie seinen Sohn Rian heiratet.
Slaine ist zwischen beiden Männern hin- und hergerissen. Rian verspricht ihr und ihrer Familie Sicherheit. Er behandelt sie mit Respekt und lässt ihr die nötigen Freiheiten. Doch das Feuer, das sie einst mit Callum verband, ist noch nicht erloschen.
Wie schon im ersten Teil der Reihe steht hier wieder eine Sportart im Mittelpunkt. Dieses Mal ist es das Rudern.
Im Buch gibt es viele gut ausgearbeitete Gespräche. Dadurch erfahre ich einiges über die Vergangenheit von Callum. Aber auch die Weisheit von Slaines Großmutter bringt eine besondere Farbe in die Handlung.

„...Dein Großvater, Gott habe seine Seele gnädig, hat immer gesagt, die Hülle eines Menschen ändert sich, aber sein Kern bleibt der gleiche…“

Es gibt spannende Szenen und überraschende Wendungen, bis die Geschichte zu einem guten Ende geführt wird.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Menschlichkeit in dunkler Zeit

Die Apotheke der Hoffnung
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„...Der Tag, an dem ich Ryszard Lewandowski heiratete, ist mir so in Erinnerung geblieben wie das sepiafarbene Foto, das vor der Kirche von uns aufgenommen wurde. Die Arme beladen mit Lilien und Nelken, ...

„...Der Tag, an dem ich Ryszard Lewandowski heiratete, ist mir so in Erinnerung geblieben wie das sepiafarbene Foto, das vor der Kirche von uns aufgenommen wurde. Die Arme beladen mit Lilien und Nelken, strahle ich ihn an, während seine Hand auf meiner gelegen hat. Der Beginn eines schönen Traums…“

Mit diesen Gedanken von Zofia endet der Prolog. Wenige Jahre später ist Zofia allein. Ryszard war Professor in Krakau. Sachsenhausen wurde sein Schicksal, wie das so vieler polnischer Intellektueller.
Die Autorin hat einen bewegenden Roman geschrieben. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Er lässt viel Raum für die Emotionen der Protagonisten. Die Zeitverhältnisse werden realistisch widergespiegelt. Es wird nichts beschönigt. Deshalb sollte der zukünftige Leser wissen, dass es sehr heftige und brutale Szenen gibt.
Die Geschichte wird abwechselnd von Zofia und Hania erzählt. Hania ist die Tochter eines jüdischen Arztes. Die Familie wohnt im gleichen Haus wie Zofia. Die beiden jungen Frauen sind befreundet.
Die eigentliche Handlung beginnt im Jahre 1941. In Krakow kommt es zur ersten Eskalationsstufe. Die jüdischen Bewohner werden aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen und in ein Gebiet auf der anderen Seite des Flusses zu ziehen.

„...Bei jeder neuen Regelung sagen wir uns, dass wir sie ertragen können. Wir finden Wege, uns anzupassen, einen Anschein von Normalität aufrecht zu erhalten….“

Durch eine ehemalige Mitstudentin erfährt Zofia, dass es im Ghetto eine Apotheke gibt, die von einem Polen geleitet wird. Durch geschickte Argumentation hat er die Besatzer überzeugt, bleiben zu können. Zofia bekommt dort eine Anstellung.
Die Autorin versteht es, die Unterschiede und die Vielschichtigkeit in der polnischen Gesellschaft auf den Punkt zu bringen. Während in der Apotheke alles getan wird, um den Menschen zu helfen, machen sich polnische Jugendliche einen Spaß daraus, Juden zu terrorisieren.

„...Es ist wohl nicht verwunderlich, in welchem Maß die Polen mittlerweile in dieses Lied mit einstimmen und ihre jüdischen Nachbarn unterdrücken. Die Deutschen haben das Feuer der altehrwürdigen Tradition nur geschürt…“

Im Buch wird nach und nach die Geschichte des Ghettos und ihrer Bewohner erzählt. Magister Tadeusz Pankiewicz, der Apotheker, und seine Mitarbeiterinnen helfen, wo sie können. Sie wissen, dass es eigentlich nie genug ist. Und es ändern sich die Verhältnisse von einem Tag auf den anderen.
Das Buch spiegelt die Vielfalt der menschlichen Empfindungen: Grausamkeit und Gewalt, Angst und Überlebenswillen, Hoffnung und Glauben.
Die Geschichte hat mich tief berührt, obwohl oder gerade weil es nicht mein erstes Buch zu dem Thema war. Es zeigt, wie selbst in einem unmenschlichen Regime Glaube und Menschlichkeit wirken können.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Sehr schönes Kinderbuch

Ich geh mit dir
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„...Gott hält immer, was er verspricht…“

Dies ist die erste Aussage des Buches. Der folgen 49 weitere.
Das Geschenkbuch ist für Kinder ab 6 Jahre gedacht. Es zeichnet sich durch seine kindgerechte Sprache ...

„...Gott hält immer, was er verspricht…“

Dies ist die erste Aussage des Buches. Der folgen 49 weitere.
Das Geschenkbuch ist für Kinder ab 6 Jahre gedacht. Es zeichnet sich durch seine kindgerechte Sprache und die fein ausgearbeiteten Zeichnungen aus. Durch die kurzen Texte in angenehmer Schriftgröße ist es auch für Erstleser geeignet.
Jede Seite beginnt mit einer Aussage. Sie ist in Schreibschrift in einen Halbkreis gesetzt. Darunter folgt die Zeichnung in Schwarz – Weiß mit feinen Schattierungen. Der einzige Farbtupfer ist der gelbe Hase des Jungen. Die Bilder passen perfekt zu den Sätzen.
Am unteren Rand wird die Aussage kurz in drei Zeilen auf kindgemäße Art erläutert und vertieft. Dann kommt der Hinweis auf eine Bibelstelle.
Die Bibelstellen vermitteln die Nähe Gottes, Trost, Hoffnung und seine Zuwendung.
Auf der letzten Doppelseite sind nochmals ein paar Bibelstellen angeführt, wo es um Mut geht.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es eignet sich als Geschenk, kann vorgelesen werden und ist gleichzeitig an Nachschlagewerk für Zeiten, in denen man Ermutigung braucht.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Humorvoller Krimi

Detektivin Wunderwuzzi in Dänemark
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„...Inzwischen habe ich mir einen Namen gemacht und es ist zu meiner Mission geworden, Angehörigen die Möglichkeit zu geben, abzuschließen…“

Silke, genant Wunderwuzzi, ist Detektivin. Sie sucht nach verschwundenen ...

„...Inzwischen habe ich mir einen Namen gemacht und es ist zu meiner Mission geworden, Angehörigen die Möglichkeit zu geben, abzuschließen…“

Silke, genant Wunderwuzzi, ist Detektivin. Sie sucht nach verschwundenen Personen. Dabei begleiten sie drei Leichenspürhunde.
Die Autorin hat einen humorvollen Kurzkrimi geschrieben. Der Schriftstil ist voller Humor und gestaltet in Form von Blogbeiträgen. Wunderwuzzi spricht also ihre Fans direkt an.
Wunderwuzzi ist in Dänemark angekommen. Hier soll sie nach Petra suchen. Alles spricht dafür, dass sie ihr Mann umgebracht hat. Sie erläutert mir als Leser, wie sie vorgeht.

„...Manchmal stelle ich dem Verdächtigen eine Falle. Ich behaupte, ich wüsste etwas, und lege mich auf die Lauer…“

Ganz nebenbei erfahre ich, wie Wunderwuzzi schon mit acht Jahren ihren ersten Fall gelöst hat. Damals war ihre beste Freundin verschwunden.
Nebenbei erfahre ich einiges über das Urlaubsland Dänemark. Wunderwuzzi arbeitet nicht nur, sie genießt auch die Nähe des Meeres und die Angebote für Touristen.
Das Buch besticht durch all die unerwarteten Wendungen. Außerdem wird die Spannung auch dadurch hoch gehalten, dass die Handlung nicht linear erzählt wird, sondern Wunderwuzzi zwischendurch auf alte Fälle hinweist. Viele Szenen laden zum Schmunzeln ein. Am Ende jedes Kapitels gibt es einen zweizeiligen Vers.
Die Geschichte hat mich sehr gut unterhalten. Ich hoffe, ich lese die Detektivin mal wieder.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Eine starke Frau

Die Hoffnung, die uns trägt
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„...Zwei Zimmer sind Luxus, dachte Amália. Es war das Ergebnis mehrfachen Wälzens, um die richtige Schlafposition zu finden. Vergeblich. Also grübelte sie auf der dünnen Matratze im Schlafraum über ihren ...

„...Zwei Zimmer sind Luxus, dachte Amália. Es war das Ergebnis mehrfachen Wälzens, um die richtige Schlafposition zu finden. Vergeblich. Also grübelte sie auf der dünnen Matratze im Schlafraum über ihren Tag und den Sinn des Lebens nach…“

Mit diesen Zeilen beginnt ein historischer Roman, der mich als Leser in die jüngere Geschichte Portugals führt. Wir schreiben das Jahr 1961, das für Amália eine heftige Wendung bringen sollte.
Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet. Die Spannungen im Lande werden deutlich herausgearbeitet. Auch die Gründe dafür sind ein Thema der Geschichte.
Amálias Vater gehört zu den Männern, die jeden Morgen zum Hafen gehen, um nach Arbeit zu fragen. Amália selbst hilft Senhor Teotónio am Obststand. Die Mutter kümmert sich um Pedro, den kleine Bruder, dessen Husten in der feuchten Wohnung nicht aufhört. Als Amália an diesem Morgen erwacht, ist ihr Bruder Pedro tot.

„...Ihre Mutter saß auf einem Stuhl. Auf dem Tisch lag auf einem weißen Tischtuch ihr Bruder. Ein paar Nachbarinnen standen hinter ihr und beteten…“

Die Familie zerbricht. Der Vater verschwindet, die Mutter versinkt in ihre Trauer.
Amália bekommt einen Job in einem Café. Als sie die Wohnung verliert, weil die Mutter in eine Krankenhaus muss, erhält sie von den Besitzern des Cafés ein Zimmer. Im Café lernt Amálie Marcelo kennen. Wir befinden uns in der Zeit der Studentenunruhen in Portugal. Marcelo gehört zu den protestierenden Studenten. Amália hat sich bisher kaum mit Politik befasst. Sie hatte zu tun, ihr Leben in den Griff zu bekommen.
Häufig besucht Amália das Grab ihres Bruders. Sie erzählt ihm von ihren Leben und ringt dort um Entscheidungen. Dort erlebt sie auch, dass manche Dinge unausweichlich sind.

„..Doch dann bemerkte sie das Foto einer jungen, wunderschönen Frau in einem Metallrahmen, das in die Gruft gestellt wurde, und hörte das ergreifende Schluchzen eines Mannes. Geld half nicht gegen Sterben und Trauer. Und zum ersten Mal kam ihr der Gedanke, dass kein Geld der Welkt hätte Pedro retten können…“

Das Buch zeugt von ausführlicher Recherche der Autorin. Das zeigt sich nicht zuletzt, bei der Beschreibung der Verhaftung der Studenten und deren Leben nach der Freilassung. Sie werden zu Kanonenfutter in den Kolonialgebieten Portugals, wenn es ihnen nicht gelingt, rechtzeitig unterzutauchen. Amália bleibt verschont, weil sie ja – nur – Kellnerin ist.
Amália ist eine starke junge Frau. Sie nimmt all die Veränderungen in ihrem Leben als Chance. Selbst in schwierigen Zeiten steht sie fest an der Seite Marcelos.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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