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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.03.2026

Linnea

Mai Juni Juli
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Die Köchin Linnea ist erfolgreich. In Göteburg, Schweden hat sie ein Restaurant und eine Fernsehshow. Aber sie ist ausgebrannt und braucht eine Auszeit. Sie denkt an die Reise, die sie von 25 Jahren mit ...

Die Köchin Linnea ist erfolgreich. In Göteburg, Schweden hat sie ein Restaurant und eine Fernsehshow. Aber sie ist ausgebrannt und braucht eine Auszeit. Sie denkt an die Reise, die sie von 25 Jahren mit ihrem Vater unternahm und beschliesst, nach Nordschweden zu fahren.

Die Idee der Neufindung wurde schon oft in Romanen verarbeitet, aber Hiltrud Baier ist eine erfahrene Autorin und macht etwas aus dem Plot, Auch Landschaft und kulinarisches sind reizvoll eingebunden. Aber auch die Probleme von Linn werden herausgearbeitet, sie musste einiges durchmachen.

Sie zieht inkognito in ein Dorf ein und versucht, sich dort zu regenerieren, sie lernt Viktor und seinen kleinen Sohn Oskar kennen. Die Autorin gestaltet die Begegnung gefühlvoll.
Man begleitet Linn gerne auf ihren Weg und sieht, wie sie auflebt.

Veröffentlicht am 14.03.2026

Leben in einem versehrten Dorf

Die Schuldlosen
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Es ist die Zeit kurz nach den Bosnienkrieg. Lenka kehrt mit ihrer Tochter Iris und ihrem Sohn Relja in ihr nahezu zerstörtes Dorf in Kroatien zurück. Es liegt an der Grenze zu Bosnien. Hier lebt auch noch ...

Es ist die Zeit kurz nach den Bosnienkrieg. Lenka kehrt mit ihrer Tochter Iris und ihrem Sohn Relja in ihr nahezu zerstörtes Dorf in Kroatien zurück. Es liegt an der Grenze zu Bosnien. Hier lebt auch noch ihre Schwester.
Und es gibt Nino, mit denen die jugendlichen Relja und Iris eine Freundschaft eingehen. Es ist keine einfache Zeit und irgendwann gehen die drei getrennte Wege.

Die kroatische Schriftstellerin Ena Katarina Haler wählt einen eigenwilligen Stil, zu den man wegen sehr verhaltenen Tempo vielleicht nicht auf Anhieb Zugang findet. Doch mit der Zeit findet man sich rein und bekommt einen Blick auf das Leben der Figuren in diesem zerstörtem Dorf.
Übersetzt wurde das Buch aus dem Kroatischen von Klaus Detlef Olof, dem preisgekrönten Spezialisten für südslawische Literatur.

Veröffentlicht am 10.03.2026

Die sechziger Jahre

Der blaue Sommer
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Roman über einen kleinen, lebhaften Jungen, der Anfang der sechziger Jahre bei den Großeltern aufwächst. In Briefen der Eltern, die zwischen den Kapiteln geschoben sind, erfährt man, warum sie nicht zusammen ...

Roman über einen kleinen, lebhaften Jungen, der Anfang der sechziger Jahre bei den Großeltern aufwächst. In Briefen der Eltern, die zwischen den Kapiteln geschoben sind, erfährt man, warum sie nicht zusammen gekommen sind. Tatsächlich bekommen beide durch die Briefe ein Profil, das man glaubt, sie kennen gelernt zu haben.
Der Roman hat Zeitkolorit, die vom Autor, der 1950 geboren ist, authentisch dargestellt wird.

Veröffentlicht am 05.03.2026

Willkommen in der Freitagsbuchhandlung

Kirschblüte in der Freitagsbuchhandlung
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Leicht hölzern geschrieben mit einem naiv wirkenden Protagonisten, doch Fumiya ist ja auch noch ein junger Student. In der besagten Buchhandlung trifft er dort das Team und nach anfänglichen Peinlichkeiten ...

Leicht hölzern geschrieben mit einem naiv wirkenden Protagonisten, doch Fumiya ist ja auch noch ein junger Student. In der besagten Buchhandlung trifft er dort das Team und nach anfänglichen Peinlichkeiten wird er als Teilzeitkraft ein teil von ihnen. Die wesentlich handelnden Figuren der Buchhandlung und manche Kunden sind leicht schräge Typen. Das verleiht dem Buch eine spezifische Ausstrahlung.
Einige Literatur wird erwähnt, auch japanische (Kaoru Shoji, Kaho Nashiki), aber westliche Romane nehmen zentrale Stellen ein, wie z.B. Raymond Chandler oder Momo von Michael Ende.
Dabei ist der Schwerpunkt die Wirkung der Bücher auf die jeweiligen Leser.

Als ernsthafte japanische Literatur kann ich das Buch nicht betrachten.
Kirschblüte in der Freitagsbuchhandlung ist leichte Kost, wird aber sicher seine Leser finden.

Veröffentlicht am 04.03.2026

Ein Appell

Genau so fängt es an
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Eva Umlauf ist eine Holocaust-Überlebende. Sie war als 2jähriges Kind mit ihrer Mutter in Auschwitz. Sie überlebten, aber alle anderen Verwandten waren tot.
Mit psychologisch geschulten Blick schreibt ...

Eva Umlauf ist eine Holocaust-Überlebende. Sie war als 2jähriges Kind mit ihrer Mutter in Auschwitz. Sie überlebten, aber alle anderen Verwandten waren tot.
Mit psychologisch geschulten Blick schreibt sie über darüber, wie in Deutschland jetzt wieder eine große Akzeptanz für eine rechtsextreme Partei gibt. Sie warnt Friedrich Merz davor, dass er mit Zustimmung von Rechten Politik zu machen.

Scharf kritisiert sie die Israelkritik in Deutschland, der von der Gesellschaft, aber auch von Medien ausgeht.
Am Ende wendet sie sich mit ihrem Text, einem Appell, an die Jugend.

Es gibt nicht mehr viele Überlebende und Zeitzeugen. Man sollte ihnen zuhören.