Nackte Tatsachen
StrandgutIn Bordeaux wird gerade das Urteil gegen den Mörder des Schäfers aus dem letzten Fall von Luc Verlain und seiner Partnerin Anouk verkündet. Mitten hinein in die Urteilsverkündigung platzt der Anruf eines ...
In Bordeaux wird gerade das Urteil gegen den Mörder des Schäfers aus dem letzten Fall von Luc Verlain und seiner Partnerin Anouk verkündet. Mitten hinein in die Urteilsverkündigung platzt der Anruf eines lokalen Polizeibeamten, der von einem neuen Mordfall auf dem Campingplatz Euronat berichtet. Die Anwesenheit von Luc ist dringend erforderlich. Wie gut, dass er Minuten vorher seiner Partnerin aus dem letzten Fall – Rose Schillinger - noch eine Stelle in Bordeaux angeboten hatte, sie kann direkt mit ihrer Arbeit beginnen.
Ich empfand es als schönes Stilmittel, dass ein Fall direkt an den nächsten anschließt, der letzte Oetker-Krimi „WOLFSTAL“ endete mit den gleichen Worten, wie sie auch in diesem Krimi wieder verwendet werden. Er schließt sich nahtlos an.
Die Bürgermeisterin der Gemeinde Grayan hat den Vertrag mit Euronat gekündigt. Euronat ist einer größten Nacktbadestrände Frankreichs und schon in der Nachkriegszeit entstanden. Unter dem Vorwand, der Strand sei ursprünglich für wesentlich weniger Gäste zugelassen gewesen und die Gemeinde leide unter den 15.000 Besuchern im Sommer hat Madame Dujardin mit großem Bahnhof unter Beisein des Staatssekretärs des Verteidigungsministeriums diese Maßnahme verkündet. Sie will alle Hausbesitzer entschädigungslos enteignen.
Zwei Tage später ist der Staatssekretär Guy Martinez tot, ermordet auf dem Gelände von Euronat, liegt er nackt auf einem alten Bunker der Deutschen Wehrmacht. Wie kann es sein, dass jemand, der sich gerade noch für die Schließung des Geländes stark gemacht hat, zwei Tage später genau dort tot aufgefunden wird.
Natürlich sind zunächst einmal die alteingesessenen Pächter des FKK-Dorfes verdächtig, bald ergeben sich aber vollkommen neue Konstellationen.
Wir sind es gewohnt, dass die Ermittlungsmethoden von Luc Verlain und seinen Mitarbeitern schon einmal unorthodox sind, dieses Mal übertrifft er sich allerdings noch selbst. Allein die Vorstellung konnte einem schon mal ein Schmunzeln aufs Gesicht zaubern.
Luc ist zwar nur auf Dienstreise in Paris unterwegs, seine Schilderung der neuen verkehrsfreien Innenstadt an der Seine macht aber richtig Lust auf einen neuerlichen Besuch. Manchmal wahren Krimis, die eher Reiseführer sind, nicht das richtige Maß, hier fand ich die Beschreibungen aber passend und einladend.
Das Cover mit seinem breiten Sandstrand könnte nicht schöner sein, das blaue Meer im Hintergrund übt eine magische Anziehungskraft aus.
Wieder ein Luc Verlain-Krimi, den ich gerne weiterempfehle.