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Alesia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2026

Haltestellenerlebnis

#PurpleVibes
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Lynn hat Panikattacken und Ängste vor engen Räumen und Menschenmengen. Ihre Therapeutin schickt sie zu einer Haltestelle, um sich der Situation zu stellen. Dort lernt Lynn Purple kennen - taff, mutig und ...

Lynn hat Panikattacken und Ängste vor engen Räumen und Menschenmengen. Ihre Therapeutin schickt sie zu einer Haltestelle, um sich der Situation zu stellen. Dort lernt Lynn Purple kennen - taff, mutig und voller Energie. Die beiden freunden sich an.

#PurpleVibes von Nicole Mahne ist ein modernes, feinfühliges Jugendbuch, in dem Ängste, Selbstzweifel und Liebe Themen sind. Die Sprache des Buches ist sehr jugendlich, was mir positiv aufgefallen ist. Lynn ist die Hauptfigur des Buches. Sie versucht, sich ihren Ängsten zu stellen, muss Entscheidungen treffen und Selbstzweifel abbauen. Die Beziehung zu Purple ist erst freundschaftlich, zum Ende entwickelt sich zwischen beiden eine zarte Liebesgeschichte. Ganz große Überraschungen bietet das Buch nicht, sondern es ist eher eine ruhige Geschichte, in der die Protagonistin ein Stück zu sich selbst findet und wächst.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Die Zauberin und die Schwanenprinzessin

Verrat der Schwäne
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Odile ist Schauspielerin, Diebin und Zauberin. Doch die Magie hat das Königreich Auréal schon lange verlassen. Im Auftrag ihres Ziehvaters nimmt Odile den Platz der Adeligen Marie d’Odette ein, um das ...

Odile ist Schauspielerin, Diebin und Zauberin. Doch die Magie hat das Königreich Auréal schon lange verlassen. Im Auftrag ihres Ziehvaters nimmt Odile den Platz der Adeligen Marie d’Odette ein, um das Herz des Dauphins zu erobern und eine magische Krone zu stehlen. Als der König brutal ermordet wird, gerät Odiles Bruder unter Verdacht. Kann Odile die Krone an sich bringen und gleichzeitig ihren Bruder retten?

Verrat der Schwäne von A. B. Poranek ist queere Romantasy und ein interessantes Retelling von Schwanensee. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Odiles, des schwarzen Schwans, erzählt. Sie weiß, dass sie "die Böse" in der Geschichte ist und akzeptiert diese Rolle größtenteils, um die Anerkennung ihres Ziehvaters zu erhalten. Gleichzeitig regt sich jedoch ihr Gewissen. Im Laufe der Geschichte muss Odile ihre Loyalität hinterfragen. Nicht nur, weil sie sich immer mehr zur verzauberten Marie d’Odette hingezogen fühlt, sondern auch, weil sie ihren Bruder retten möchte. Mit Marie d’Odette hat die Geschichte eine zurückhaltende, aber starke und scharfsinnige weitere weibliche Figur. Das fiktive Königreich Auréal erinnert an Frankreich zur Zeit des Absolutismus. Dies fällt auch bei vielen Bezeichnungen auf. Aufgrund der Abwesenheit von Magie bemerkt man deutlich den Niedergang des Reiches. Die Stimmung des Buches ist düster, märchenhaft und teilweise bedrohlich. Die Geschichte selbst hat mich, aufgrund der für die Vorlage ungewöhnlichen Liebesgeschichte, die tatsächlich noch mehr im Vordergrund hätte stehen dürfen, überrascht. Das Ende wird leider etwas zu hastig erzählt. Hier hätte ein Happy End durchaus ausführlicher sein dürfen.

Loyalität, Liebe, Verrat, Intrigen und ein Rest von verschwundener Magie - die Geschehnisse um den Lac des Cygnes haben mich in ihren Bann gezogen.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Ans Atmen denken

Ich erzähle von meinen Beinen
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Wally ist Anfang 40 und mit ihrem Leben zunehmend überfordert. Egal ob Haushalt, Familie, Garten oder Beruf, es gibt viele Baustellen. Und statt eine Sache fertigzumachen, beginnt sie lieber drei andere. ...

Wally ist Anfang 40 und mit ihrem Leben zunehmend überfordert. Egal ob Haushalt, Familie, Garten oder Beruf, es gibt viele Baustellen. Und statt eine Sache fertigzumachen, beginnt sie lieber drei andere. Als bei ihrer Tochter ADHS diagnostiziert wird, beginnt Wally auch ihre eigenen Verhaltensweisen dahingehend zu überdenken. Sie nimmt die Medikamente ihrer Tochter ein und bricht mental zusammen, sodass sie bei einer Überflutung des Hauses Erleichterung verspürt.

Ich erzähle von meinen Beinen von Cornelia Travnicek ist das Porträt einer Frau mit Neurodivergenz, der ihr Leben zunehmend zu entgleiten droht. Ich gebe zu, dass der Titel nicht wirklich aussagekräftig ist. Auch das einfache, braune Buchcover spricht mich nicht an. Inhaltlich erzählt der Klappentext schon sehr viel vom Buch, sodass Wallys aus der Ich-Perspektive geschilderte Geschichte wenig Neues bietet. Trotzdem konnte mich das Buch fesseln. Vielleicht, weil die alltägliche Überforderung zwischen Arbeit, Familie, Haushalt und gesellschaftlichen Erwartungen den meisten berufstätigen Müttern bekannt sein dürfte. Bei Wally, die mir trotz ein paar fragwürdiger Entscheidungen sympathisch war, nimmt der Mental-Load einen sehr großen Stellenwert ein. Manches was sie erzählt, kam mir alltäglich vor. An anderen Stellen, beispielsweise als sie meint, der Anbau eines Balkons wäre einfacher als ihr Arbeitsmaterial mit in den Garten zu nehmen, musste ich den Kopf über sie schütteln. Manche Erkenntnisse von Wally fand ich sehr treffend. Einiges, was sie erzählt, ist aber auch schlicht und einfach nebensächlich. Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen. Manche Absätze bestehen nur aus wenigen Zeilen, die trotzdem eine ganze Buchseite einnehmen. Ein ungewöhnliches Stilmittel, aber vielleicht auch ganz passend zu Wallys Chaos. Ich kann das Buch insgesamt weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

GPS Tracking

Das Signal
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Viola erwacht nach einem schweren Unfall im Krankenhaus. Eines ihrer Beine musste amputiert werden. Wieder zurück im eigenen Haus hat ihr Ehemann Adam ihr ein Zimmer im Erdgeschoss eingerichtet und eine ...

Viola erwacht nach einem schweren Unfall im Krankenhaus. Eines ihrer Beine musste amputiert werden. Wieder zurück im eigenen Haus hat ihr Ehemann Adam ihr ein Zimmer im Erdgeschoss eingerichtet und eine Pflegerin angestellt. Schnell fühlt sich Viola wie eine Gefangene, denn ihre Bemühungen selbstständig zu sein, werden immer wieder torpediert. Heimlich versieht sie Gegenstände in ihrer Umgebung, sowie ihren Ehemann, die Pflegerin und eine Freundin mit GPS-Trackern und entdeckt dabei ein großes Lügennetz.

Das Signal von Ursula Poznanski ist ein Thriller, der mich wirklich mitgerissen hat. Die Geschichte startet direkt mit Violas Erwachen im Krankenhaus. Ich war direkt im Hörbuch gefangen. Tatsächlich war mir ihr Ehemann Adam von vorneherein unsympathisch. Der Verlauf der Geschichte ist sehr spannend. Gerade zu Anfang stellt sich die Frage, ob Viola sich etwas einbildet, oder ob eine reale Gefahr besteht. Immer mehr wird dann klar, dass auch Viola ein Geheimnis hat und man mit ihrer Cleverness rechnen muss. Die Überwachung mit GPS Tracker gibt der Geschichte einen kleinen technischen Aspekte, geht hier aber nicht über den Bereich der alltäglichen Möglichkeiten hinaus. Die Bedrohung ist zu Anfang eher subtil und beklemmend, steigert sich zu einem packenden Finale. Die Darstellung der Viola in der Hörbuchversion ist der Sprecherin sehr gut gelungen. Ich konnte mir ihre Situation und ihre Gefühle gut vorstellen. Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass einige Charaktere mir etwas stereotpy gestaltet wurden.

Fazit: Empfehlenswert für alle, die eher psychologische Spannung und eine Hintergrundgeschichte mit Wendungen mögen.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Kein Apartment in New York

Unser Haus mit Rutsche
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In "Unser Haus mit Rutsche" erzählt Safia Al Bagdadi über die Kindheit und Jugend von Layla, die mit ihrer französischen Mutter und ihrem irakischen Vater in Saarbrücken aufwächst, sich aber in keiner ...

In "Unser Haus mit Rutsche" erzählt Safia Al Bagdadi über die Kindheit und Jugend von Layla, die mit ihrer französischen Mutter und ihrem irakischen Vater in Saarbrücken aufwächst, sich aber in keiner der Kulturen wiederfindet. Laylas Mutter wirkt eher kühl und elegant. Das Verhältnis zu den wohlhabenden französischen Großeltern ist schwierig, was auch bei dem ein oder anderen Besuch im Elsass deutlich wird. Babe ist zunächst ein herzlicher Vater, mit großen beruflichen Plänen und Träumen. Statt des versprochenen Apartements in New York oder dem Haus mit Wasserrutschen am Tigris, bleibt es aber bei der Wohnung in Saarbrücken und Besuchen im Fechinger Schwimmbad. Ein besonderes Erlebnis ist die Reise der Familie zur Großmutter in den Irak. Spätestens der Ausbruch des zweiten Golfkriegs lässt sämtliche Geschäftsideen des Vaters platzen, verändert diesen und lässt eine zerbrochene Familie zurück, in der die Eltern die Kinder zu früh verlassen. Laylas Rückblick in die Kindheit und Jugend endet mit einem letzten Versöhnungsversuch der Eltern in Paris. Einem Nachmittag, an dem es fast so scheint, als könnte alles wieder gut werden. Mich hätte interessiert, was danach noch geschehen ist. So fühlt sich das Buch für mich leider nicht ganz vollständig an. Der Schreibstil des Buches ist angenehm und leicht zu lesen. Die Autorin schafft es dabei, dass die Geschichte nicht zu ernst und schwer wird. Die Ich-Perspektive aus der Laylas Geschichte erzählt wird, passt sehr gut. Ich konnte eine gute Verbindung zur Figur aufbauen. Aufgrund des Lebenslauf der Autorin gehe ich davon aus, dass hier auch eigene Kindheitserlebnisse eingebracht wurden

Fazit: Ein Buch über eine ungewöhnliche Familie, das mir gut gefallen hat.

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