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Veröffentlicht am 10.03.2026

Fertiges Novel Haven

Novel Haven - Sound of Dreams
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Meine bislang liebste Reihe von Anabelle Stehl, „Novel Haven“, findet mit „Sound of Dreams“ leider schon wieder ihr Ende. Nachdem nach den ganzen coolen Marketingideen nun auch noch tatsächlich ein Spiel ...

Meine bislang liebste Reihe von Anabelle Stehl, „Novel Haven“, findet mit „Sound of Dreams“ leider schon wieder ihr Ende. Nachdem nach den ganzen coolen Marketingideen nun auch noch tatsächlich ein Spiel entwickelt wurde, muss man echt sagen, da ist wirklich ein rundes Konzept entstanden, das der Qualität der Reihe absolut entsprochen hat.

„Sound of Dreams“ bietet uns das Happyend von Aria und es ist immer ein besonderes Gefühl, wenn man so lange auf die Geschichte einer Rolle wartet und sie dann bekommt. Vor allem weil ich schon ahnen konnte, dass Aria mir menschlich sehr ähnlich ist und ich mich ihr sehr verbunden fühlen werde. Etwas überrascht war ich, dass der Abschlussband doch deutlich am wenigsten mit der Gaming-Welt zu tun hat. Schlimm fand ich es tatsächlich nicht, weil über die Verbindung von Aria und Neuzugang Felix gleich zwei Themen angesprochen werden konnten, die ich gut fand. Das eine ist klar die Hörbuchwelt, daran anknüpfend auch die Musikwelt, weil beide über besondere Stimmen ablaufen. Da ich selbst immer mehr Hörbücher lese, fand ich es sehr interessant, wie das über Felix ausgestaltet wurde, der immer schon eine markante, warme Stimme bescheinigt bekommen hat und sie daher zu seinem Werkzeug macht, doch aller Anfang ist schwer und Vorurteile innerhalb einer Branche stelle ich mir auch als wahrscheinlich vor. Ich fand damit insgesamt Felix‘ Geschichte als Sprecher sehr interessant dargestellt und die Verbindung zum Spiel hat sich logisch ergeben.

Von Aria haben wir nun ausgeprägt ihre Liebe zur Musik. Bislang war sie vor allem für die Pixel-Art des Spiels bekannt, vor allem natürlich für den legendären Capybara, sodass ich diese Seite sehr interessant fand, weil sie noch mehr ihrer natürlichen Ausdrucksweise entspricht. Es sind vor allem die instrumentalen Stücke, über die sie etwas mitteilt. Sie selbst bezeichnet sich nicht unbedingt als Sängerin, aber ich fand es auch gut, dass sie das dennoch nicht in ihrer Leidenschaft aufgehalten hat, denn die Stimme ist für einen Musiker wahrlich nicht alles. Beide Rollen haben dann auch gemeinsam, dass sie eine Fangemeinde haben und so kann über beide erzählt werden, wenn eben diese vermeintlichen Fans verbal übergriffig und toxisch werden. Durch Social Media wirkt viele sehr gläsern und trotzdem hat niemand Anspruch auf das Privatleben von Menschen, die ihnen gefallen und hier wurde anschaulich erzählt, wie schmal der Grat ist, dass man Fans einlassen will, um sich selbst nicht alleine zu fühlen, aber dass man trotzdem darauf hoffen muss, dass sie persönliche Grenzen achten. Da ich dieses Jahr auch schon einige ernstere Bücher zu ähnlichen Themen gelesen habe, hat sich das hier gut angeschlossen und hat Stehls Stärke aufgezeigt, dass man ein Anliegen auch in romantische Geschichten gut verpacken kann.

Zwar bleibt die Chemie zwischen Nataly und Dylan unerreicht, aber auch Aria und Felix haben eine gemeinsame Geschichte bekommen, die mich mitgerissen hat. Zwar lag von Anfang eine gewisse Schwere über ihrem Miteinander, weil speziell Felix ein Päckchen dabei hatte, aber es ist dennoch gelungen, ihnen zwischendurch auch sehr unbeschwerte, freie Momente zu schenken, sodass dann genau das rüberkam, was für mich eine Liebesgeschichte auch ausmacht. Wie die Leben der beiden zusammenhing, das ist für mich auch angemessen lange verschleiert worden, sodass es auch Überraschungseffekte gab. Das ist in dem Genre kein Muss, aber es ist schön, wenn es aufgeht. So enthält die Geschichte dann auch eine große Betrachtung des Themas Verzeihens. Das haben Liebesgeschichte zwar öfters, aber selten für Dinge, die weit in der Vergangenheit liegen und einen auch nicht unweigerlich betreffen. Da ist hier ein angemessener Zeitraum gewählt worden. Genauso fand ich es aber auch gut, dass über Aria ein Themenkreis aufgenommen wurde, wann sich wer wie verliebt, denn man lernt ja schließlich niemals aus.

Fazit: „Sound of Dreams“ hat zwar letztlich am wenigsten mit dem Novel Haven-Spiel zu tun gehabt, aber das war überhaupt kein Nachteil und hat letztlich mit anderen Schwerpunkten dennoch ein sehr würdiges Ende geboten. Die Themenauswahl war wieder spitze und ich habe die Achterbahn der Gefühle mit Aria und Felix sehr gerne bestiegen. Jetzt bin ich gespannt, was Stehls nächstes Spielfeld wird.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Musikliebe in Nashville

Blue Sparrow Girls – The Melody of You and Me
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Ich habe von Laura Willud bereits gerne die Hopeville Dragon-Reihe gelesen und als ich nun ihre neue Blue Sparrow Girls-Reihe entdeckt habe, war mir sofort klar, dass ich da auch reinlesen werde. Vom Collegesport ...

Ich habe von Laura Willud bereits gerne die Hopeville Dragon-Reihe gelesen und als ich nun ihre neue Blue Sparrow Girls-Reihe entdeckt habe, war mir sofort klar, dass ich da auch reinlesen werde. Vom Collegesport wechseln wir diesmal zur Musik und dafür geht es nach Nashville, wo die Autorin auch einen Aufenthalt hatte, der sie sehr inspiriert hat. Bin auch ich von „The Melody of You and Me“ inspiriert?

Das Buch ist sehr stark von einer Trauerthematik bestimmt. Unsere Protagonistin Olive hat ihre Mutter erst kürzlich verloren und es ist ein wirklich schwerer Einstieg, aber auch etwas, woraus man gut ableiten kann, was ihre Motivation für den großen Umzug ist. Ich finde auch über die gesamte Länge betrachtet, dass sich die Gestaltung des Trauerprozesses sehr echt angefühlt, aber vielleicht auch zu echt. Mit Merrit Niemeitz kenne ich eine Autorin, die der Poesie des Gedankenflusses eine ganz eigene Note mitgeben kann. Das ist dann nicht die Sache von allen, das ist auch klar, aber man kann sich gut darauf einlassen. Aber in den ausgiebig geschilderten Gedankenprozessen braucht es auch mal Tempo und Action. Das ist eigentlich das, was ich diesem Auftakt als Nachteil auslegen möchte. Denn gerade wenn ein bisschen Stimmung reinkam, im Sinne von, es passiert etwas, dann wurde es sofort wieder ausgebremst, weil sich beide Figuren im Denken verlieren. Ich bin bei einer gesunden Mischung dabei, wenn beides mir etwas gibt und vielleicht sogar genau in der Waage liegt. Hier wurde es aber manchmal unnötig träge, zumal dann einige Gedankengänge auch sehr wiederholend wirkten.

Ich finde diesen Eindruck deswegen so schade, weil ich eigentlich alles andere sehr mochte. Klar, die WG-Regel war etwas übertrieben, aber ansonsten mochte ich die beiden WGs auf ihre Art und Weise. Ich mochte die Vorstellung mit der Dachterrasse, ich mochte die wenigen Ausflüge sehr, ich mochte auch die Songtexte sehr. Die ganzen gewählten Zutaten waren stimmig und da ich auch schon einige Serie gesehen habe, die in New Orleans spielen, fühlte es sich auch sehr authentisch an, weil die Stadt atmet Musik an jeder Ecke. Es hätte von allem noch etwas mehr sein können. Noch mehr Erkunden der Stadt durch Olive, noch mehr gemeinsame Momente von ihr und Drew. Ich hätte auch ihn gerne etwas mehr ausgearbeitet gehabt. Ich fand seine Frühstücksbrunche mit seinen Eltern ganz toll. Es hat mich an eine eigene Familientradition erinnert und auch die ganzen Diskussionen, das Aufziehen, das war wunderbar zu lesen. Aber bis auf die anfängliche Entdeckung von ihm, war es mehr Olives Geschichte. Ich hätte mir noch mehr Herausforderungen für Drew gewünscht. Denn auch wenn er aus einer intakten Familie kommt, aber ich kann mir dennoch gut vorstellen, dass er sein Päckchen zu tragen hat.

Das Buch ließ sich unter dem Strich wirklich fix lesen. Auch wenn ich mich erwischt habe, dass ich bei den längeren Gedankenszenen mal etwas vorweg gehuscht bin, aber der Schreibstil passt. Eine Verbundenheit zu den Figuren war stets da. Es gab Humor und auch die Gruppenchats hatten eine wohltuende Dynamik. Ich werde den zweiten Band definitiv auch lesen, weil auf ihn auch schon hingearbeitet wurde.

Fazit: Der Auftakt zu den „Blue Sparrow Girls“ war insgesamt gelungen. Nashville als Ort für die Thematik ist genau richtig gewählt. Gerade die Schreibprozesse von Songs waren auch ein Highlight, sodass die thematischen Entwicklungen gut zum Setting passten. Ein bisschen mehr dynamische Handlung hätte gut getan, ein bisschen mehr Drew wäre noch ein Bonus gewesen, aber ansonsten habe ich ein echt fix zu lesendes Liebesabenteuer bekommen.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Next Generation

Dunbridge Academy - Wherever
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Die „Dunbridge Academy“-Reihe ist nicht mein Liebling von Sarah Sprinz, weil mir aufgrund meines eigenen Alters die anderen NA-Reihen deutlich mehr gelegen kommen. Trotzdem ist für mich immer klar gewesen, ...

Die „Dunbridge Academy“-Reihe ist nicht mein Liebling von Sarah Sprinz, weil mir aufgrund meines eigenen Alters die anderen NA-Reihen deutlich mehr gelegen kommen. Trotzdem ist für mich immer klar gewesen, dass ich die Art des Schreibens, das entwickelte Miteinander in Internat-Atmosphäre und vor allem die Themen immer sehr geschätzt habe. Auch wenn ich nichts darauf gewettet hätte, dass wir eine neue Generation begleiten werden, so war es doch auch für mich eine schöne Nachricht und so bin ich bei „Wherever“ am Start gewesen.

Was ich bei der ersten Generation oft etwas seltsam fand, dass war die Tatsache, dass die Charaktere nicht immer so jung wirkten, wie ich mich selbst in dem Alter empfunden habe. Die Themen haben vieles Schweres angesprochen, was auch mehr erwachsene Züge nötig gemacht hat und auch wenn ich das einerseits zu schätzen wusste, musste ich umgekehrt auch daran denken, dass mit YA die Zielgruppe eine andere ist. Bei „Wherever“ war eins meiner ersten Gedanken, dass Sprinz jünger in ihrem Schreibstil wirkt. Gerade die Gespräche der Jungsgruppe waren oft sehr albern (fast schon wieder zu albern für mich, für das Alter aber genau richtig) und es sind Themen angesprochen worden, auf die ich aus Spoilergründen nicht eingehen werde, die aber perfekt für das Alter passten. Ich hatte tatsächlich mehr den Eindruck, dass Scarlett, George und ihre Freunde genauso alt sind, wie sie sein sollen.

Dennoch hat Sprinz nicht ihre Art verloren, den Charakteren sehr viel Tiefe zu geben, wobei ich es bei Scarlett als deutlich ausgeprägter empfunden habe. Auch wenn sie als Figur wirklich lange anstrengend wirkt, weil sie sich so viel verbietet und so viel abwehrt, so ist sie als Charakter in sich sehr konsequent und überzeugend geschrieben. Ihre Geschichte ist herzzerreißend und viele Verhaltensweise fügen sich dann wie Puzzleteile zusammen, weswegen es umso beachtlicher ist, wie sie sich nach und nach öffnen kann. Nicht nur George für eine Liebesgeschichte, sondern auch Cleo und Elsa für eine Freundschaft, die sich auch tatsächlich in Erlebnissen ausdrückt. George bringt eine ganz andere Art von Ballast mit, weswegen auch er deutlich geheimnisvoller gestaltet werden musste. Aber es ist dennoch immer genug durchgeblitzt, um ihn zu mögen. Ich mochte es dennoch aber sehr, dass zuerst mit viel Foppen gearbeitet wurde, denn gerade die Lateinsprüche waren eine herrliche Idee. Es war auch ein Element, durch das ich schneller involviert war.

Später arbeitet die Geschichte dann auch mit Mysterium und Action, was für die Reihe in dem Ausmaß auch ungewöhnlich und neu ist, was mich dann aber gefreut hat, weil es die Relevanz unterstreicht, warum sich die neuen Bücher lohnen. Es ist zwar auch eher etwas gewesen, was wieder erwachsener wirkte, aber es hat dennoch gut funktioniert. Ansonsten ist das Tolle natürlich, dass die Generation so sehr an die alte gebunden ist. Henry als Lehrer ist sehr cool, aber auch die Verwandtschaftsverhältnisse untereinander sind ein nettes Gimmick. So Veranstaltungen auf dem Gelände sind dann auch die ideale Gelegenheit, viele alte Gesichter wieder zu begrüßen. Das haben wir uns wohl alle auch erwartet und Sprinz enttäuscht da keinesfalls.

Fazit: Auch wenn ich für Sarah Sprinz für mich nie zuerst die „Dunbridge“-Reihe nennen würde, so habe ich mich aber auch ehrlich auf die nächste Generation gefreut und Scarlett (Pops) und George bieten einen tollen Einstieg. Es wirkte charakterlich und thematisch auch stellenweise echt jünger und dennoch war für mich eine durchgängige Unterhaltung drin. Es war neben viel Romantik auch sehr spannend und ich bin froh, dass gewisse Momente nicht erzwungen wurden. Ich freue mich auf die weiteren Bände.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Gefühle im Scvhwimmsport

You Are My Anchor
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Der erste Ausflug an die Fairview University mit „Your are my Hurricane“ von Emily Aves hat mir gut gefallen, sodass ich jetzt froh war, „You Are my Anchor“ zu entdecken. Ich war doch etwas überrascht, ...

Der erste Ausflug an die Fairview University mit „Your are my Hurricane“ von Emily Aves hat mir gut gefallen, sodass ich jetzt froh war, „You Are my Anchor“ zu entdecken. Ich war doch etwas überrascht, wie unabhängig man Band 1 und Band 2 voneinander lesen kann, weil Hinweise auf Band 1 extrem marginal ausfallen, aber das hat letztlich nichts an der Qualität gefunden.

Aves hat sich für die Reihe verschiedene Sportarten überlegt und ich finde das cool, zumal sie sich mit dem Sport dann auch wirklich auseinandersetzt und ihn einbindet und nicht nur als Verkaufsargument für Sports Romance nutzt. Nach dem Klassiker Football geht es nun ans Schwimmen und das sieht man doch eher selten. Schwimmen ist auch ein Sport mit einer gewissen Faszination bei größeren Wettkämpfen, weswegen ich es als Hintergrund für die gemeinsame Geschichte von Isla und Cyrus gerne genommen haben. Ich finde zusammenfassend auch, dass Schwimmen mit vielen Aspekten sinnig eingebunden wurden. Sowohl die Ernährung war ein Thema, aber auch Trainingsmethoden, psychische Belastung, die Darstellung, wie man entfernt Richtung Olympia kommt, da steckte viel drin. Da ich jetzt im Schwimmen und den vielen Trainingsgruppen, die es in den USA gibt, nicht zuhause bin, hat mir der Umfang hier gut gefallen und ich war sehr zufrieden.

Weniger zufrieden war ich mit dem Einstieg ins Buch. Die ganze Sequenz im Club fand ich sehr befremdlich. Es hat mir erstmal viele Charaktere versaut und ich fand die Selbstverständlichkeit des Ganzen echt seltsam. Ich habe es aber durchgezogen, weil ich den Stil von Aves kannte und Hoffnung hatte, dass es wieder anders wird und das hat sich bewahrheitet. Aber der Einstieg war wirklich überhaupt nicht mein Fall und obwohl es für die gemeinsame Geschichte von Isla und Cyrus so wichtige Momente schon beschert hat, konnte ich da noch nicht groß etwas für die beiden als Paar fühlen. Das hat sich dann mit Cyrus‘ neuem Job erheblich geändert. Die gemeinsamen Szenen der beiden hatten immer eine Chemie und ich fand es reizvoll, wie das im Grunde auch erzeugt wurde, ohne dass es ständig intim werden musste. Die beiden haben sich wirklich an die Regeln gehalten, auch wenn mal schwach werden wollte, aber gerade weil sie so an den Grenzen gewandelt haben, kam eine Spannung rüber, die durchgängig toll erhalten wurde.

Ich fand auch die individuellen Reisen der beiden sehr ansprechend. Sie scheinen sich auf eine Art sehr ähnlich, aber es war gut zu ergründen, dass sie im Grunde doch sehr unterschiedlich sind und sich deswegen auch so viel mitgeben konnten. Sie haben sich durchs Schwimmen verstanden, aber alles andere kam über Ergänzungen. Wir haben auch ein Rätsel, das uns durchgehend begleitet. Ich habe mir die Auflösung irgendwann gedacht, aber es hat dennoch reingehauen, weil es eine emotionale Gewichtung hat, die nur funktioniert, weil es der Autorin bis dahin gelungen ist, gute Charakterstudien zu erzeugen, die über Isla und Cyrus hinausgehen. Ich muss zwar auch sagen, dass es manche Momente gab, in denen Isla mir sehr verändert erschien, vielleicht etwas zu selbstbewusst, aber das war dann der große Vergleich zum Anfang, dort passte noch nichts zusammen, hier tut es das und deswegen sind so kleine Dinge schnell zu verzeihen.

Auch wenn die Geschichte bewusst auch mit charakterlichen Stolperstellen gearbeitet hat, aber ich habe am Ende die ganze Gruppe echt ins Herz geschlossen. Mal wurde das Drama nicht über die Familien erzeugt, was funktioniert hat und stattdessen hatten wir die kleine Schwimmfamilie und die ist mir sehr wichtig geworden.

Fazit: Aves entführt uns mit „You Are My Anchor” in den Schwimmsport, was noch relativ selten ist und sie hat den freien Raum sehr gut besetzt. Auch wenn der Beginn nicht mein Fall war, aber die Geschichte hat von Kapitel zu Kapitel mehr Groove entwickelt und am Ende hätte ich noch ewig weiterlesen können. Weiter so!

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Poznanski geht mit dem Trend

Das Signal
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An Ursula Poznanskis Einzelbänden habe ich immer großen Spaß und nachdem mir „Die Burg“ und „Scandor“ beide sehr gut gefallen haben, war ich auf „Das Signal“ natürlich sehr neugierig. Ich habe das Hörbuch ...

An Ursula Poznanskis Einzelbänden habe ich immer großen Spaß und nachdem mir „Die Burg“ und „Scandor“ beide sehr gut gefallen haben, war ich auf „Das Signal“ natürlich sehr neugierig. Ich habe das Hörbuch gehabt und wurde durch Tessa Mittelstaedt als Stimme von Viola durch das Geschehen geleitet. Das war ein echtes Highlight, denn gerade im späteren Verlauf, nachdem es schon einige wichtige Wendungen gab, hat die Sprecherin ihrer Darstellung einiges mitgegeben, was mir gut gefallen hat. Das war dann sehr am echten Schauspielern und da habe ich an Hörbüchern den größten Spaß.

Was bei „Das Signal“ irgendwann immer augenscheinlicher wurde, das ist der Umstand, dass das Buch mit den anderen beiden genannten Titeln wenig gemein hat und ja, das fand ich etwas schade. Ich verbinde Poznanski vor allem mit spannenden Themen, die Technik, KI etc. in den Blick nehmen. Einfach Szenarien, die man nicht so oft zu lesen bekommt und denen Poznanski dann echt etwas Interessantes und auch Informatives mitgibt. Bei „Das Signal“ würde ich eher einschätzen, dass es mehr einem Trend auf dem Buchmarkt entspricht. Einem Trend, wo ich gerne lese, in dem Sinne war das Bedauern über das Thema verbunden mit der Neugier, wie Poznanski ein recht beliebtes Genre ausfüllt und es gestaltet.

Wir haben hier das Szenario einer hilflosen Frau, die eingeschränkt ist und die damit weniger Kontrolle über Bereiche ihres Lebens hat, als sie es gerne wollen würde. Sie wirkt damit wie ein Spielball, der sich aber herausgefordert sieht, für sich einzutreten. So eine Ausgangslage habe ich im Thrillergenre doch echt schon öfters gelesen und es gibt schon große Unterschiede, wie ich die letztliche Umsetzung dann finde. Poznanski liefert in meinen Augen ein mehr als solides Ergebnis ab. Denn für mich funktioniert „Das Signal“ so gut, weil Viola als Protagonistin wirklich der Star der Geschichte ist. Sie wird zunächst durch das verlorene Bein so inszeniert, als müssten wir alle Mitleid mit ihr haben und das auch zurecht, aber Poznanski hat dann im weiteren Verlauf so viele Seiten zu ihr angeboten, dass ich einer extrem gut ausgearbeiteten Figur begegnet bin. Die wichtigste Wendung betraf dann auch sie selbst. Andere Wendungen habe ich etwas erahnen können, aber die zu ihr war schon echt aus dem Nichts und hat alles danach nochmal spannender gemacht.

Grundsätzlich hat die Autorin aber auch schon vor den Wendungen ein gutes Händchen für ihre Geschichte. All die seltsamen Dinge, die im Haushalt, mit der Pflegerin, mit Adam und weiteren Personen des Umfelds passieren, machen immer neugieriger. Ich wusste auch lange gar nicht, wohin Poznanski eigentlich will. KI habe ich lange immer noch als Protagonist aus dem Hintergrund für möglich gehalten. Das zeigt, dass es doch ein extrem gut aufgebautes Buch war, weil stetig der Lesefluss gesichert war. Poznanski ist es auch gelungen, gut dosiert Infos zu verteilen, sodass die Höhepunkte regelmäßig verteilt waren. Dementsprechend hat es die Anforderungen an einen Thriller durchweg erfüllt.

Fazit: „Das Signal“ ist ein spannender Thriller von Ursula Poznanski, der zu Trends in dem Genre sehr gut passt und sich mit den Besten davon messen lassen kann. Auch wenn ich extrem schnell weggehört habe, aber eine gewisse Enttäuschung war dennoch da, denn ich finde Poznanski mit ihren typischen Themen spannender und lehrreicher, als wenn sie aktuelle Trends bedient.

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