Fertiges Novel Haven
Novel Haven - Sound of DreamsMeine bislang liebste Reihe von Anabelle Stehl, „Novel Haven“, findet mit „Sound of Dreams“ leider schon wieder ihr Ende. Nachdem nach den ganzen coolen Marketingideen nun auch noch tatsächlich ein Spiel ...
Meine bislang liebste Reihe von Anabelle Stehl, „Novel Haven“, findet mit „Sound of Dreams“ leider schon wieder ihr Ende. Nachdem nach den ganzen coolen Marketingideen nun auch noch tatsächlich ein Spiel entwickelt wurde, muss man echt sagen, da ist wirklich ein rundes Konzept entstanden, das der Qualität der Reihe absolut entsprochen hat.
„Sound of Dreams“ bietet uns das Happyend von Aria und es ist immer ein besonderes Gefühl, wenn man so lange auf die Geschichte einer Rolle wartet und sie dann bekommt. Vor allem weil ich schon ahnen konnte, dass Aria mir menschlich sehr ähnlich ist und ich mich ihr sehr verbunden fühlen werde. Etwas überrascht war ich, dass der Abschlussband doch deutlich am wenigsten mit der Gaming-Welt zu tun hat. Schlimm fand ich es tatsächlich nicht, weil über die Verbindung von Aria und Neuzugang Felix gleich zwei Themen angesprochen werden konnten, die ich gut fand. Das eine ist klar die Hörbuchwelt, daran anknüpfend auch die Musikwelt, weil beide über besondere Stimmen ablaufen. Da ich selbst immer mehr Hörbücher lese, fand ich es sehr interessant, wie das über Felix ausgestaltet wurde, der immer schon eine markante, warme Stimme bescheinigt bekommen hat und sie daher zu seinem Werkzeug macht, doch aller Anfang ist schwer und Vorurteile innerhalb einer Branche stelle ich mir auch als wahrscheinlich vor. Ich fand damit insgesamt Felix‘ Geschichte als Sprecher sehr interessant dargestellt und die Verbindung zum Spiel hat sich logisch ergeben.
Von Aria haben wir nun ausgeprägt ihre Liebe zur Musik. Bislang war sie vor allem für die Pixel-Art des Spiels bekannt, vor allem natürlich für den legendären Capybara, sodass ich diese Seite sehr interessant fand, weil sie noch mehr ihrer natürlichen Ausdrucksweise entspricht. Es sind vor allem die instrumentalen Stücke, über die sie etwas mitteilt. Sie selbst bezeichnet sich nicht unbedingt als Sängerin, aber ich fand es auch gut, dass sie das dennoch nicht in ihrer Leidenschaft aufgehalten hat, denn die Stimme ist für einen Musiker wahrlich nicht alles. Beide Rollen haben dann auch gemeinsam, dass sie eine Fangemeinde haben und so kann über beide erzählt werden, wenn eben diese vermeintlichen Fans verbal übergriffig und toxisch werden. Durch Social Media wirkt viele sehr gläsern und trotzdem hat niemand Anspruch auf das Privatleben von Menschen, die ihnen gefallen und hier wurde anschaulich erzählt, wie schmal der Grat ist, dass man Fans einlassen will, um sich selbst nicht alleine zu fühlen, aber dass man trotzdem darauf hoffen muss, dass sie persönliche Grenzen achten. Da ich dieses Jahr auch schon einige ernstere Bücher zu ähnlichen Themen gelesen habe, hat sich das hier gut angeschlossen und hat Stehls Stärke aufgezeigt, dass man ein Anliegen auch in romantische Geschichten gut verpacken kann.
Zwar bleibt die Chemie zwischen Nataly und Dylan unerreicht, aber auch Aria und Felix haben eine gemeinsame Geschichte bekommen, die mich mitgerissen hat. Zwar lag von Anfang eine gewisse Schwere über ihrem Miteinander, weil speziell Felix ein Päckchen dabei hatte, aber es ist dennoch gelungen, ihnen zwischendurch auch sehr unbeschwerte, freie Momente zu schenken, sodass dann genau das rüberkam, was für mich eine Liebesgeschichte auch ausmacht. Wie die Leben der beiden zusammenhing, das ist für mich auch angemessen lange verschleiert worden, sodass es auch Überraschungseffekte gab. Das ist in dem Genre kein Muss, aber es ist schön, wenn es aufgeht. So enthält die Geschichte dann auch eine große Betrachtung des Themas Verzeihens. Das haben Liebesgeschichte zwar öfters, aber selten für Dinge, die weit in der Vergangenheit liegen und einen auch nicht unweigerlich betreffen. Da ist hier ein angemessener Zeitraum gewählt worden. Genauso fand ich es aber auch gut, dass über Aria ein Themenkreis aufgenommen wurde, wann sich wer wie verliebt, denn man lernt ja schließlich niemals aus.
Fazit: „Sound of Dreams“ hat zwar letztlich am wenigsten mit dem Novel Haven-Spiel zu tun gehabt, aber das war überhaupt kein Nachteil und hat letztlich mit anderen Schwerpunkten dennoch ein sehr würdiges Ende geboten. Die Themenauswahl war wieder spitze und ich habe die Achterbahn der Gefühle mit Aria und Felix sehr gerne bestiegen. Jetzt bin ich gespannt, was Stehls nächstes Spielfeld wird.