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Veröffentlicht am 19.08.2019

Hassliebe

Wenn Donner und Licht sich berühren
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Mir war bisher nicht bewusst, dass ich ein Buch und seine Geschichte hassen und gleichzeitig lieben kann.

Aber fangen wir mal mit dem Cover an. Ich muss zugeben, dass ich mir dieses Buch aufgrund des ...

Mir war bisher nicht bewusst, dass ich ein Buch und seine Geschichte hassen und gleichzeitig lieben kann.

Aber fangen wir mal mit dem Cover an. Ich muss zugeben, dass ich mir dieses Buch aufgrund des Covers und des Titels gekauft habe. Alleine die Farben sprechen einen sofort an und der Titel lässt einen auch sofort neugierig machen und den innewohnenden Herzschmerz erhanen.
Für mich war es das erste Buch dieser Autorin, daher war ich erst etwas skeptisch. Diese Skepsis war jedoch absolut unbegründet. Während des ersten Teils des Buches flog man nur so durch die Seiten und die Geschichte. Es viel einem absolut leicht in die Geschichte einzutauchen und man musste nicht zwingend wieder an die Oberfläche kommen um Luft zu holen. Diese Aussage richtet sich aber nur auf den Schreibstil, denn was die Story anging, musste ich tatsächlich oft eine kleine Pause einlegen damit ich das Buch nicht vor Hass gegen die Wand werfe.

Die Story baut sich schnell auf und man gewinnt sofort einen Bezug zu den Protagonisten, die unglaublich gut beschrieben werden. Sie haben Tiefe, sind voller Liebe und unglaublich begabt. Die Welt braucht mehr solcher Menschen, definitiv. Wärend man also nur so durch den ersten Teil flog und dieser ein rasantes Tempo aufwies, war der zweite Teil etwas langsamer dafür allerdings bedachter. Wärend dem Leser im ersten Teil das Herz gebrochen wird, wird ihm im zweiten Teil die möglichkeit gegeben zu Heilen. Dies ist auch der Grund für meine Hassliebe zu diesem Buch.

Letzendlich bin ich froh das buch gelesen zu haben und es bekommt einen ehren Platz in meinem Regal. Ich habe mit Jazz und Eli gelitten, als Leser aber auch als Mutter. Ich danke Brittainy C. Cherry für diese grandiose, herzzereißende Geschichte voller Seele,Musik und Liebe.

Veröffentlicht am 06.03.2026

Spannen und toller Auftakt

Dire Bound
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"You are the danger.
Any person who doesn't see that deserves what's coming to them."

Dies wird jetzt unfair klingen, aber …
Stellt euch Fourth Wing vor – nur mit großen, gefährlichen, magischen Wölfen. ...

"You are the danger.
Any person who doesn't see that deserves what's coming to them."

Dies wird jetzt unfair klingen, aber …
Stellt euch Fourth Wing vor – nur mit großen, gefährlichen, magischen Wölfen.
Mit einer eigenen Note und Identität. 👌🏼

Worum es geht ?
Seit über fünfhundert Jahren befinden sich zwei Reiche im Krieg. Auf der einen Seite die Schattenwölfe, auf der anderen die Siphons – vampirartige Gegner, die genauso tödlich wie gnadenlos sind. Während die Gebundenen hohes Ansehen genießen, verschwinden in den ärmeren Vierteln immer mehr Kinder aus ihren Betten.
Auch Meryns kleine Schwester gehört plötzlich zu den Vermissten.

Meryn ist im Armenviertel aufgewachsen, eine Straßenkämpferin, die sich in Ringkämpfen durchschlägt und gelernt hat, dass Überleben bedeutet, härter zu sein als alles um einen herum.
Stur. Widerstandsfähig.
Um ihre Schwester zu retten, meldet sie sich freiwillig für den Krieg gegen die Siphons. Denn nur so kann sie ihrer Spur folgen.
Doch statt an die Front geschickt zu werden, landet sie in den Bindungsprüfungen der Schattenwölfe.
Tödliche Prüfungen.
Gefährliche Konkurrenz.
Und ein mächtiger, misstrauischer Direwolf, der alles andere als begeistert von seiner neuen Partnerin scheint.
Die eigentliche Frage lautet also nicht, ob Meryn kämpfen kann.
Sondern ob sie stur genug ist zu überleben.



Der Einstieg erinnert definitiv an Fourth Wing. Wir haben die „besondere“ Außenseiterin aus einfachen Verhältnissen. Einen Prinz, der mit der brutalen Politik seines Vaters hadert. Und Stark, der Alpha des Daemos Rudel Die Wildheit in Person. Die Gefahr. Für sie und ihren Plan, so scheint es.

Einige Dinge waren cringe. Vielleicht.
Andere wunderbare Unterhaltung.
Nicht alles perfekt ausgearbeitet.
Doch es gab viele Stellen im buch die mich überrascht und überzeugt haben.
Manche brutal und blutig. Manche voller Geheimnisse und Wildheit.
Manche heiß und durchtränkt von Leidenschaft und Liebe. Das Prickeln zwischen den Charakteren.
Viel Spice. Diesbezüglich Wendungen die Spaß gemacht haben !
Freundschaften. Verrat. Trials.
Plottwists. Luft zum Rätseln und spekulieren.
Dieses Buch hatte viel ! Trotz kleiner Kritikpunkte hier und da.
Aber ehrlich gesagt: Es hat einfach zu viel Spaß gemacht, um sich daran lange zu stören.



Was mir wirklich gefallen hat, ist die Rudeldynamik.
Rangordnungen, Loyalität, das Überleben des Rudels – all das spielt eine zentrale Rolle. Schwäche kann zur Gefahr werden, also muss sie ausgemerzt werden. Hart, brutal, aber innerhalb dieser Welt absolut konsequent.

Und dann sind da natürlich die Nebencharaktere.
Freunde, die loyal, bissig, beschützend und manchmal herrlich chaotisch sind. Hier gibts ein paar Pluspunkte.

Es gibt außerdem Repräsentation durch einen Charakter mit Hörbeeinträchtigung, der Gebärdensprache nutzt. Die Idee fand ich wirklich schön, auch wenn ich mir hier etwas mehr Ausarbeitung gewünscht hätte. Das war nett gedacht, aber nur halb so gut ausgearbeitet.



Meryn selbst ist eine Protagonistin mit Krallen.
Man sollte es sich mit ihr definitiv nicht verscherzen.

Ein kleiner Dämpfer war für mich definitiv die Bindung zwischen Meryn und ihrer Wölfin. Gerade bei tierischen Gefährten hoffe ich immer auf mehr Dialog, mehr Reibung oder emotionale Tiefe. Hier blieb die Verbindung für mich leider etwas flach.

"Wir sind zwei Raubtiere, die sich um der Beute Willen zu einer gemeinsamen Jagt zusammengeschlossen haben, aber Sie vertraut mir nicht mehr als ich ihr. "

Der Schreibstil ist angenehm leicht zu lesen und hält die Spannung konstant hoch. Besonders die letzten 200 Seiten konnte ich kaum noch aus der Hand legen.
Das Finale ist wild und chaotisch. Nicht jede Auflösung hat mich komplett überzeugt, aber es macht definitiv Lust auf die Fortsetzung.
Zum Glück müssen wir auf Band 2 nicht allzu lange warten.



Fazit

Dire Bound ist vielleicht nicht perfekt.
Einige Aspekte hätten mehr Tiefe vertragen und hier und da stolpert die Geschichte ein wenig über bekannte Tropes.
Aber:
Es ist spannend.
Es macht Spaß.
Und es hat Potenzial.

» Make me your instrument of vengeance. Let m hands act out your every savage, depraved thought. Use me. I'm yours. «

Eine brutale Fantasywelt, tödliche Prüfungen, ein Rudel voller starker Persönlichkeiten und eine Protagonistin, die sich mit Krallen und Zähnen durch ihr Schicksal kämpft.
Und ich bin mehr als bereit für Band 2. 🐺🔥

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Hat mir sehr gut gefallen

Your Knife, My Heart
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» Und vielleicht können zwei Monster dieser Art doch endlich glücklich werden. «


Emery stammt aus einer Familie, die man nicht nur fürchtet, sondern verflucht.
Illegaler Schwarzmarkthandel, Technologie, ...

» Und vielleicht können zwei Monster dieser Art doch endlich glücklich werden. «


Emery stammt aus einer Familie, die man nicht nur fürchtet, sondern verflucht.
Illegaler Schwarzmarkthandel, Technologie, Informationen, Blut an den Händen.
Sie war ihre Tochter. Ihr Werkzeug. Ihr Scharfrichter.
Ein Kind, das mit dem Töten lesen gelernt hat und nun offiziell für tot erklärt wurde.
Doch statt Freiheit wartet die nächste Hölle.
Entführt aus der Zelle, ausgeliefert den Dark Forces. Dort, wo Monster nicht geboren, sondern erschaffen werden.
Emery hat einen Ruf. Einen sehr eigenen in dieser düsteren und blutigen Welt.

Genauso wie Cameron.
Er ist das Experiment. Der Soldat ohne Schmerz.
Ein Produkt, dessen Nebenwirkungen tödlich sind.
Die Pillen, die ihn stärker machen, lassen ihn seine Partner töten. Immer wieder.
Bis Emery ihm zugeteilt wird. Und bleibt.
Eine Nacht überlebt. Und plötzlich stellt sich die Frage nach dem Warum.
Warum sie?
Warum der Drang, sie zu schützen, statt sie zu töten.

» Sie tanzen mit dem Tod. Doch der Tod führt. «

Drei Prüfungen im freien Gelände. Drei Mal muss Cameron sich seinem Trieb stellen. Sie zu töten. Und immer wieder stellt sich dieselbe Frage. Ist er ohne sie nur ein zweckloses Monster. Oder ist sie sein Morphin. Sein Schmerzmittel. Seine leise Hoffnung auf Heilung.

Was diese Geschichte so stark macht, ist die Dynamik zwischen den beiden. Sie begegnen sich nicht auf Augenhöhe, sondern auf Messers Schneide.
Ehrfurcht wechselt sich mit Faszination ab.
Angst mit Lust. Sie sehen die dunklen Seiten des anderen und erkennen sich darin wieder. Cameron sammelt seit Langem Zeitungsausschnitte über Emerys Morde. Fasziniert.
Emery wiederum ist im Herzen eine Künstlerin.
Ihre Taten waren Geschichten. Morbide. Kreativ. Grausam. Eine finstere Seele, hübsch verpackt.

Das Buch lebt davon, dass es aus zwei Perspektiven erzählt wird. Dadurch fühlt sich jede Annäherung intensiver an.
Jede Berührung gefährlicher.
Beide tragen schwere, prägende Kindheiten in sich. Gestört, ja. Aber auf unterschiedliche Weise.
In Nuancen. In Schattierungen. Genau das macht sie greifbar. Und erschreckend menschlich.

Er ist ein Monster, das sie jederzeit töten könnte.
Sie ist die Stütze seiner Seele.

Zwischen Blut, Grausamkeit und Lust entsteht etwas Seltsames. Zartes. Dunkel Magisches.
Eine Verbindung, die nicht heilt, aber trägt.
Die zeigt, dass selbst Monster nach Nähe hungern. Nach sanften Berührungen.
Nach etwas, das sich wie Frieden anfühlt.

Ja, es gibt Begriffe, die mich kurz aus dem Lesefluss reißen konnten. Doch anders als in Band 1 habe ich dieses Mal gelacht.
Der berühmte Vorfreude Tropfen lässt grüßen.
Trotzdem hat diese Geschichte Spaß gemacht.
Diese emotionale Achterbahn. Dieses Hin und Her zwischen Abscheu und Anziehung.
Zwischen Tod und Verlangen.

Im Vergleich zu Band 1 hat mir dieser Teil deutlich besser gefallen. Stimmiger. Tiefer. Die Beziehung war nachvollziehbarer, nicht weniger tragisch, aber auf einer anderen Ebene angenehmer zu lesen.
Ich habe mich stärker an Emery und Cameron gebunden als an die Figuren zuvor.
Ihre Verbindung hatte etwas Dunkles, Blutiges und fast Poetisches.

Und dieses Ende.
Es hat mich kalt erwischt.

Fazit:
Ein intensiver, brutaler, emotionaler Dark Military Romance Band mit starker Charakterdynamik, viel Spannung und einer Beziehung, die gleichermaßen verstört wie berührt. Für mich ein klares Highlight der Reihe und definitiv stärker als Band 1. Ich werde weiterlesen. Und ich bin ganz klar Team Cameron.

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Düster. Blutig. Immer noch romantisch

Married into Magic: Duel with the Vampire Lord
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Da sind wir nun. Schon Teil 3 der Romantasy Reihe von Elise Kova. Diesmal düster. Blutig und bei Nacht geschrieben. Etwas brutaler.
Aber nicht weniger romantisch.

» I might be the forge maiden, but I ...

Da sind wir nun. Schon Teil 3 der Romantasy Reihe von Elise Kova. Diesmal düster. Blutig und bei Nacht geschrieben. Etwas brutaler.
Aber nicht weniger romantisch.

» I might be the forge maiden, but I am no delicate flower. «

Und genau mit dieser Haltung beginnt Floriane ihre Geschichte. Kühl wie Silber, hart wie Eisen, bereit alles aufs Spiel zu setzen um ihre Lieben zu beschützen.

Der dritte Band der Married-into-Magic-Reihe führt uns in eine deutlich düsterere Ecke von Elise Kovas Welt. Nächte statt Kerzenlicht, Blut statt höfischer Romantik, Vampire statt Feen. Nach dem starken zweiten Teil wollte ich unbedingt weiterlesen.
Der Ton ist rauer, brutaler und melancholischer.
Aber nicht weniger romantisch und mir bekommen tolle Stellen, Zitate voller Woman Power.

Floriane ist Schmiedin. Geachtet, gebraucht, aber auch fest eingebettet in patriarchale Strukturen, denen sie sich fügen muss. Als ihr Bruder durch den Vampyrfürsten Ruvan tödlich verletzt wird, greift sie selbst zur Waffe, zum Gebräu … und wird, nunja - verschleppt.
Nicht, um zu sterben, sondern um Teil eines Blutschwurs zu werden.
Die Lösung auf den Fluch.
Denn Ruvan zeigt ihr eine andere Geschichte.
Die Vampyr sind keine Monster, sondern ein verfluchtes Volk.
Und Floriane ist der Schlüssel zur Wahrheit.

Die Idee dahinter, fast zu bekannt.
Fluch, Vampirfürst, menschliche Frau, langsames Annähern. Romantik.Elise Kova erzählt diese Geschichte nicht zum ersten Mal, jedoch mit anderen Figuren an einem neuen dunkleren Ort.
Und ja, man merkt es. Man kennt es.
Vieles fühlt sich vertraut an.
Was es für mich etwas weniger attraktiv machte.

Was für mich aber heraus stach war die wieder mal gut ausgearbeitete Welt. Die Vampire … ihre Entstehung, ihre Magie, ihre Geschichte, der Fluch selbst.
Die deutlichen Beauty and the Beast Vibes mit einem Hauch Snow White, sind geschickt in die Handlung eingewoben. Besonders die Wahrheit hinter dem Fluch und Florianes Visionen aus der Vergangenheit gehören zu den stärksten Momenten des Buches.
Auch der Schreibstil war wieder zauberhaft und kreativ.

Zum Ende hin, empfand ich die Geschehnisse etwas zu konstituiert. Statt Geheimnisse gemeinsam mit Floriane zu entdecken, werden viele Erkenntnisse nur noch zusammengefasst oder "serviert"
Es war einfach - aber schade.

Die ganze Geschichte ist im allgemeinen schnell erzählt. Es hätte keine 500+ Seiten gebraucht. Viele Szenen drehen sich im Kreis: das Suchen nach Antworten, Diskussionen über Florianes Menschsein, ihr innerer Widerstand gegen ihre Gefühle für Ruvan. Das wurde leider schnell langweilig.

Die Romance selbst war für mich… schwierig.
Schwer zu greifen. Manchmal zu schnell, manchmal nicht vorhanden. Anfangs genoss ich die Blicke, die Gedanken bis hin zu den ersten Berührungen sehr. Nach und nach verlor ich leider auch hier das Interesse.
Zuerst mochte ich Floriane und Ruvan auch wirklich gern. Die Spannung ist da, die Leidenschaft ebenfalls – sogar mit einem kleinen Plus an Spice. Aber je weiter die Geschichte fortschritt, desto weniger hat es mich emotional erreicht. Ruvan blieb für mich zu blass, zu wenig greifbar, um wirklich mitzufühlen. Mit Floriane wurde ich nicht warm. Ach ja … vielleicht sollte es mit diesen beiden und mit nicht sein.
Schade, denn Sie ist eine starke aber manchmal auch eine etwas Begriffsstutzige Protagonsitin ( Vampyr oder Vampir ? )
Die Nebenfiguren ..besonders Ruvans Freunde sind durchweg großartige, liebenswerte Badasses.


Fazit:
A Duel with the Vampire Lord ist ein atmosphärisch düsterer, solider dritter Band mit hervorragendem Worldbuilding und einer guten Grundidee. Die einzigartigen Vampyr und der Fluch tragen die Geschichte, während Wiederholungen und eine für mich nicht ganz überzeugende Romance sie ausbremsen. Auch wenn Die Protagonisten stark waren, habe ich keine Verbindung zu ihnen gefunden und konnte mich daher leider nicht richtig einfühlen.
Nicht schlecht, nicht herausragend aber genug, um dranzubleiben und die Reihe weiter zu verfolgen.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Absolut gelungene Fortsetzung

Ragpicker King - Die Chroniken von Castellan
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» … Somit vermute ich stark, dass mich die Geschichte leider nicht so sehr fesselt um diese Zeitspanne auszuharren. « - 🥹

Nach den blutigen Ereignissen im Palast, dem Ende von Band 1 … taumeln Kel und ...

» … Somit vermute ich stark, dass mich die Geschichte leider nicht so sehr fesselt um diese Zeitspanne auszuharren. « - 🥹

Nach den blutigen Ereignissen im Palast, dem Ende von Band 1 … taumeln Kel und Lin in noch tiefere politische Schatten. Während Kel, der ewige Doppelgänger des Prinzen, verzweifelt nach den Drahtziehern des Massakers sucht. Der einzige, der Antworten zu haben scheint, ist ausgerechnet der Lumpensammlerkönig – Castellanes berüchtigter Herrscher der Unterwelt, der jeden Faden des städtischen Spinnennetzes in der Hand zu halten scheint.

Lin dagegen muss sich mit der Rolle, der sie sich selbst verschrieben hat klar kommen. Als angebliche Göttin, aus einer Notlüge geboren, muss sie Erwartungen erfüllen, die viel größer sind als sie es sich vorgestellt hat. Und natürlich lodert da noch die zarte Romance die ich bereits in Band 1 schon mochte. 🤗

Cassandra Clare baut in diesem zweiten Teil die Stadt Castellane noch imposanter aus. Das Worldbuilding ist wieder beeindruckend … prachtvolle Hallen, gefährliche Hinterhöfe, verborgene Gassen. Alles pulsiert, atmet, lebt. Das, wofür wir Cassie kennen und lieben. Meisterhaft.
Gleichzeitig verlangt sie und Lesern einiges ab.
Sie jongliert mit Politik, Intrigen, magischen Traditionen, neuen Fraktionen und Figuren.
Manchmal wirkt das, als würde man in eine opulente Torte beißen, die einen Ticken zu viel Schichten hat.
Es schmeckt, aber wow es ist mächtig und absolut sättigend.
Auch das Tempo lässt sich lange Zeit nicht aus der Ruhe bringen. Auf rund 600 Seiten passiert viel im Stillen, im Verschobenen, in Gesprächen, die wie Schachzüge funktionieren.
Wer Action sucht, muss sich gedulden.
Doch das Finale? Das explodiert plötzlich, dramatisch, voller Enthüllungen, die frühere Kapitel rückwirkend heller oder dunkler färben.

Die Stärke liegt aber wieder in und bei den Charakteren.
Kel ringt wie nie zuvor um seine eigene Identität, Lin verliert und findet sich im gleichen Atemzug, Conor wächst zu einer tragischeren, schärfer gezeichneten Figur heran, und der Lumpensammlerkönig… nun, er ist wie ein Zauberer im Halbdunkel, der nie alle Karten zeigt. Er stiehlt die Aufmerksamkeit jeder Szene indem er nur einen Fuß in sie setzt. Atmosphärisch. Hab ich geliebt.

Dazu gesellen sich bittersüße, verbotene Gefühle, Verstrickungen, die in dunklen Ecken glühen, und Machtspiele, die mehr nervenzerrend sind als jedes Schwertgefecht. Manchmal verliert man dabei ein wenig die Orientierung, aber das scheint fast Absicht zu sein. Castellane soll überwältigen.


Fazit:
The Ragpicker King ist ein dichter, kunstvoller und in vielen Momenten großartiger zweiter Band, der mit emotionalen Figuren, aufwändigem Worldbuilding und politischer Spannung glänzt ... aber auch Geduld fordert. Ich hatte etwas wenig davon.
Er ist weniger ein Wirbelwind als ein Sog: langsam, schwer, stetig tiefer. Und die letzten hundert Seiten reißen einen absolut mit.
Nicht perfekt, aber fesselnd.
Nicht immer leicht, aber immer lohnend.
Und definitiv ein Versprechen, dass Band drei uns noch einmal ganz anders fordern wird.
High Fantasy in seinem ganzen Ausmaß eben.
Man muss es aber mögen.
Leider müssen wir auf den finalen dritten Band "The Bone Conjurers" bis 2027 warten - mäh.
Ich muss ehrlich sein, ich weiß nicht ob ich dann noch mal in die Geschichte zurück finden werden.
Und mich bis dahin auch noch an alles erinnern werde.
Somit vermute ich stark, dass mich die Geschichte leider nicht so sehr fesselt um diese Zeitspanne auszuharren.

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