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Veröffentlicht am 10.03.2026

Zwischen Schattenkönig und Sonnenherrscher

Grim & Oro: Lightlark – Duell um Islas Herz
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Magische Inseln, uralte Mächte und zwei Könige, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Schon nach wenigen Seiten entsteht dieses vertraute Lightlark-Gefühl aus Geheimnissen, Sehnsucht und gefährlicher ...

Magische Inseln, uralte Mächte und zwei Könige, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Schon nach wenigen Seiten entsteht dieses vertraute Lightlark-Gefühl aus Geheimnissen, Sehnsucht und gefährlicher Anziehung, das mich sofort wieder in die Welt von Isla gezogen hat.

Besonders faszinierend ist der Perspektivwechsel. Grim wirkt aus seiner eigenen Sicht noch düsterer, verletzlicher und gleichzeitig unwiderstehlich entschlossen. Hinter der Fassade des gefürchteten Nightshade-Königs verbirgt sich eine Geschichte voller Schmerz und Loyalität. Oro dagegen zeigt eine ganz andere Art von Stärke. Pflichtbewusst, aufrichtig und voller innerer Konflikte ringt er zwischen Verantwortung und seinen Gefühlen für Isla.

Gerade dieser Kontrast macht das Buch so spannend. Zwei Männer, zwei Arten zu lieben, zwei Wege, Macht zu tragen. Viele Szenen aus der Reihe bekommen durch ihre Gedanken plötzlich eine ganz neue emotionale Tiefe.

Man merkt jedoch auch, dass ein Teil der Handlung bereits aus den Hauptbänden bekannt ist. Wer komplett neue Handlung erwartet, könnte sich stellenweise etwas mehr frische Szenen wünschen. Trotzdem hat mich das Wiedererleben aus den beiden Perspektiven unglaublich gepackt.

Ein wunderschön gestaltetes Zusatzbuch für Fans der Reihe, das die Herzen zwischen Grim und Oro noch ein bisschen stärker ins Wanken bringt. Am Ende blieb vor allem dieses Gefühl zurück: Diese Geschichte lebt von ihren Figuren.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Wenn Glück nur von außen perfekt aussieht

Alle glücklich
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Perfekte Familien gibt es nur auf Fotos. Oder auf Instagram. Und selbst da meistens nur bis zum dritten Swipe.

Bei dieser Familie wirkt erst mal alles geschniegelt und geschniegelt. Erfolgreicher Arzt, ...

Perfekte Familien gibt es nur auf Fotos. Oder auf Instagram. Und selbst da meistens nur bis zum dritten Swipe.

Bei dieser Familie wirkt erst mal alles geschniegelt und geschniegelt. Erfolgreicher Arzt, engagierte Mutter, zwei Kinder, die ihr Leben scheinbar im Griff haben. Klingt nach dem typischen Bilderbuch. Doch je tiefer man in die Geschichte eintaucht, desto mehr merkt man: Hinter dieser Fassade knarzt es gewaltig.

Nina funktioniert. Als Mutter, Ehefrau, im Job. Alles läuft, alles organisiert, alles geschniegelt. Nur irgendwo zwischen Einkaufszetteln und Alltag ist sie selbst verloren gegangen. Alexander rackert sich im Krankenhaus auf und glaubt, alles für die Familie zu tun. Und trotzdem fühlt sich niemand wirklich gesehen. Währenddessen stolpert Emilia durch ihre erste große Liebe und Ben versucht verzweifelt, sich selbst einzureden, dass bei ihm alles super läuft. Spoiler: tut es nicht.

Was dieses Buch so stark macht, ist die Ehrlichkeit. Keine übertriebene Dramatik, keine künstlichen Wendungen. Stattdessen diese leisen Momente, in denen man plötzlich denkt: Oh verdammt, das fühlt sich erschreckend real an.

Immer wieder ertappt man sich beim Lesen dabei, wie man innerlich nickt. Wie schnell man sich selbst verliert, wenn man nur noch funktioniert. Wie wenig manchmal fehlt, bis eine scheinbar stabile Familie Risse bekommt.

Kira Mohn schaut unglaublich genau hin, aber ohne mit dem moralischen Zeigefinger zu wedeln. Die Figuren sind menschlich, verletzlich, manchmal auch ein bisschen anstrengend. Genau deshalb funktionieren sie so gut.

Am Ende bleibt dieses Gefühl, dass Glück nicht automatisch entsteht, nur weil von außen alles richtig aussieht. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis dieses Romans.

Ein Buch, das leise unter die Haut kriecht und dort erstaunlich lange bleibt.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Zwischen zwei Welten und keinem sicheren Zuhause

Zugwind
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Ein kalter Luftzug, der sich langsam durch jede Ritze schiebt und irgendwann das ganze Leben erfasst. Genau dieses Gefühl hat mich beim Lesen von Zugwind begleitet. Die Geschichte von Mira hat sich leise ...

Ein kalter Luftzug, der sich langsam durch jede Ritze schiebt und irgendwann das ganze Leben erfasst. Genau dieses Gefühl hat mich beim Lesen von Zugwind begleitet. Die Geschichte von Mira hat sich leise und doch mit großer Wucht in mein Herz geschlichen.

Mira lebt ein scheinbar geordnetes Leben in Deutschland. Hausärztin, Mutter, Ehefrau. Doch während sie versucht, ihren Alltag zwischen Praxis, Familie und Verpflichtungen zu meistern, brennt in ihrer Heimat Ukraine der Krieg. Die Nachrichten, die Sorgen um Familie und Freunde und die Schuldgefühle darüber, selbst in Sicherheit zu sein, ziehen sich durch jede Seite wie ein unsichtbarer Faden.

Besonders berührend fand ich, wie nah die Autorin an Miras innerer Zerrissenheit bleibt. Die Praxis wird zu einem Ort voller Geschichten, Ängste und Hoffnung, wenn ukrainische Patienten Hilfe suchen. Gleichzeitig kämpft Mira mit ihren eigenen Gefühlen zwischen Trauer, Wut und der Sehnsucht nach dem Leben, das sie zurücklassen musste.

Die Sprache wirkt dabei ruhig, fast zurückhaltend, und gerade dadurch unglaublich intensiv. Viele Szenen fühlen sich so authentisch an, als würde man Mira still durch ihren Alltag begleiten. Man spürt ihre Müdigkeit, ihre Überforderung und auch ihre kleinen Momente von Wärme und Menschlichkeit.

Zugwind ist kein lauter Roman. Es ist eine leise, nachdenkliche Geschichte über Heimat, Verlust und die schwierige Frage, wo man eigentlich hingehört, wenn das eigene Herz zwischen zwei Welten schlägt.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Wenn die Chefetage plötzlich ziemlich menschlich wirkt

Können Sie mich sehen?
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Ganz oben in den Chefetagen weht bekanntlich ein ziemlich eigener Wind. Da fliegen Begriffe wie agil, proaktiv und skalierbar durch die Luft, während irgendwo jemand versucht, mit möglichst gerader Krawatte ...

Ganz oben in den Chefetagen weht bekanntlich ein ziemlich eigener Wind. Da fliegen Begriffe wie agil, proaktiv und skalierbar durch die Luft, während irgendwo jemand versucht, mit möglichst gerader Krawatte nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten. Genau in diese Welt wirft Martin Suter einen Blick und macht daraus ein ziemlich unterhaltsames Gedankenspiel.

Können Sie mich sehen? ist kein klassischer Roman, sondern eher eine Sammlung pointierter Beobachtungen über die Welt der Manager. Diese kleine Parallelwelt, in der Meetings länger dauern als so mancher Kinofilm und in der ein falsches Wort schon reichen kann, um vom Olymp der Entscheidungsträger direkt in die Bedeutungslosigkeit zu purzeln. Während man liest, nickt man öfter mal grinsend vor sich hin, weil vieles erstaunlich vertraut wirkt.

Besonders charmant ist, wie Suter diese Businesssprache aufs Korn nimmt. Da wird analysiert, optimiert und transformiert, bis man sich irgendwann fragt, ob eigentlich noch jemand weiß, worum es ursprünglich ging. Gleichzeitig schwingt immer ein leiser Humor mit, der nie laut wird, aber genau deshalb so gut funktioniert.

Auch die Veränderungen in der Arbeitswelt spielen eine Rolle. Homeoffice, neue Dynamiken, mehr Frauen in Führungspositionen. Plötzlich wackeln alte Gewissheiten und manche der Herren in den oberen Etagen wirken ein bisschen wie Leute, die ihr Navigationsgerät verloren haben.

Beim Lesen hatte ich öfter dieses Gefühl von stillem Schmunzeln. Kein lautes Gelächter, eher dieses angenehme Grinsen, wenn jemand die Dinge auf den Punkt bringt. Suter beobachtet scharf, schreibt elegant und trifft mit vielen kleinen Szenen erstaunlich genau ins Schwarze.

Am Ende bleibt ein Buch, das man schnell durchliest, das aber trotzdem nachhallt. Weil es mit viel Witz zeigt, wie absurd manche Mechaniken der Arbeitswelt eigentlich sind. Und weil man sich beim Zuklappen denkt: Tja, so weit weg von der Realität ist das alles wahrscheinlich gar nicht.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Vom Lagerfeuer zur Lifestyle Küche

Herdfeuer und Hochkultur. Eine andere Geschichte des Kochens
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Der Moment, wenn man merkt, dass die Geschichte der Menschheit im Grunde auch eine Geschichte von Töpfen, Feuerstellen und hungrigen Mägen ist. Genau da setzt Wolfgang Brenner an und macht aus einem scheinbar ...

Der Moment, wenn man merkt, dass die Geschichte der Menschheit im Grunde auch eine Geschichte von Töpfen, Feuerstellen und hungrigen Mägen ist. Genau da setzt Wolfgang Brenner an und macht aus einem scheinbar simplen Thema eine erstaunlich große Reise durch unsere Kultur.

Herdfeuer und Hochkultur liest sich wie ein kluger Streifzug durch die Menschheitsgeschichte, nur dass statt Königen und Schlachten plötzlich Suppe, Brot und Braten die Hauptrollen spielen. Brenner zeigt mit viel Charme, wie sehr Kochen unser Leben geprägt hat. Von den ersten Lagerfeuern bis zu heutigen Ernährungsdebatten wird schnell klar, dass Kochen nie nur satt machen sollte. Es ging immer auch um Gemeinschaft, Macht, Status und manchmal schlicht ums Überleben.

Besonders Spaß macht dabei der Ton des Buches. Das Ganze ist angenehm locker geschrieben und streut immer wieder kleine Aha Momente ein. Beim Lesen ertappt man sich ständig dabei, plötzlich über Dinge nachzudenken, die sonst komplett selbstverständlich wirken. Warum eigentlich Tischsitten entstanden sind. Weshalb bestimmte Gerichte Kultstatus bekommen haben. Oder warum Essen so oft politisch wird.

Natürlich ist das kein Kochbuch und auch keine trockene Wissenschaftsarbeit. Eher ein kluges Kulturgespräch über tausende Jahre hinweg. Manche Passagen könnten noch etwas tiefer gehen, da blitzt kurz der Wunsch auf, noch mehr Geschichten aus der Küche der Geschichte zu hören. Trotzdem bleibt das Ganze durchgehend unterhaltsam und überraschend.

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Kochen viel mehr ist als nur das, was im Topf passiert. Es ist ein Stück Menschheitsgeschichte, das jeden Tag auf unseren Tellern landet. Und plötzlich wirkt selbst das nächste Abendessen ein kleines bisschen bedeutungsvoller.

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