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Veröffentlicht am 23.03.2026

- kompromisslos brutaler, im Straßenjargon gehaltener Southern Noir, mit enormem Bodycount -

Blacktop Wasteland
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S. A. Cosby - Blacktop Wasteland
(ars vivendi Verlag)

- kompromisslos brutaler, im Straßenjargon gehaltener Southern Noir, mit enormem Bodycount -

Shepherd’s Corner, Virginia, 2012. Ex-Knacki, Automechaniker ...

S. A. Cosby - Blacktop Wasteland
(ars vivendi Verlag)

- kompromisslos brutaler, im Straßenjargon gehaltener Southern Noir, mit enormem Bodycount -

Shepherd’s Corner, Virginia, 2012. Ex-Knacki, Automechaniker und liebender Familienvater Beauregard "Bug" Montage ist sowas von Pleite. Mit Pferdestärken und Autorennen kennt er sich jedoch aus. Daher liefert sich Bug Straßenrennen um Kohle, mit jedermann der die Eier hat, es mit ihm und seinem Plymouth Duster aufzunehmen. Als er jedoch von Warren Crocker und seinen Leuten abgezogen wird, greift Bug hart und brutal durch, um sich wenigstens einen Teil seiner Kohle zurückzuholen. Da er finanziell nach wie vor mit dem Rücken zur Wand steht, kontaktiert Bug, sehr zum Leidwesen seiner Frau Kia, seinen Onkel Boonie. Einen kriminellen Schrottplatzbetreiber, der ihm früher bereits den einen oder anderen Job vermittelt hatte. Ein letzter lukrativer Coup soll alles richten. Nur, dass es dieses Mal mit Ronnie Sessions, diesem abgedrehten, drogenverseuchten Redneck aus Queen County und seinem schießwütigen Kumpanen Quan, nicht ganz so glimpflich abläuft. Kurze Zeit später kleben Bug nämlich sämtliche Schwerverbrecher des Countys am Arsch. Denn was die drei nicht wissen konnten: Sie haben eindeutig den Falschen beklaut!

"Blacktop wasteland – eine Asphaltwüste, heimgesucht von den Geistern der Vergangenheit." Zitat S. 13

Fünf Jahre nach der gebundenen Erstauflage schiebt der ars vivendi Verlag die Neuauflage, des 2021 erstmals in Deutschland erschienenen Roman "Blacktop Wasteland", in der Klappenbroschur nach. Mit unverändertem Namen und gleicher Optik ging S. A. Cosbys zweiter Southern Noir Ende Februar 2026 hierzulande erneut an den Start. In dem 320 Seiten umfassenden Roman, der 2020 unter gleichnamigen Titel im amerikanischen Original erschien, hört man regelrecht die PS-starken Muscle-Cars, riecht das Motoröl, das Benzin, den heißen Asphalt, die Drogen, den Alkohol, das Nitrozellulosepulver, das Blut und den Tod. In diesem trostlosen, vermüllten, von Armut und Gewalt gezeichneten Landstrich, wird Bug mit nur allzu menschlichen Problemen konfrontiert. Eingebettet in eine kalte, hoffnungslose Stimmung, liegt die ganze Zeit über etwas Bedrohliches in der Luft. In "Blacktop Wasteland" hat gefühlt jeder im Knast gesessen, ist gewaltbereit, drogenabhängig, bewaffnet und durch die Bank weg verantwortungslos. Auch Bug kennt nur die Sprache der Gewalt. Er ist also alles andere als der geborene Sympathieträger. Sympathie hat aber auch nicht gerade oberste Priorität bei einem Southern Noir. Dennoch scheint Bug, der sehr unter seinem Vaterkomplex leidet, der einzige unter all den Kriminellen zu sein, der, wenn auch äußerst selten, schon mal besonnen denkt und handelt. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen stapelt sich die Scheiße um ihn herum meterhoch.

Zumeist in vulgärem Redneck-Straßenjargon gehalten, behandelt der US-amerikanische Schriftsteller und leidenschaftliche Schachspieler S. A. Cosby unterschwellig Themen rund um das Vermächtnis des amerikanischen Südens wie Rassismus, soziale Ungerechtigkeiten, Gewalt, Korruption und der Macht des Geldes. Dabei geht der 1973 in Newport News, Virginia geborene und heute am York River in Gloucester, Virginia lebende Autor nicht gerade zimperlich vor. Straight und ohne Kompromisse einzugehen, beschönigt S. A. Cosby in seinem Virginia Noir "Blacktop Wasteland" nichts und wird schon mal recht explizit, wenn es um skrupellose Grausamkeiten geht. Der böse, infame und gewaltbereite Plot ist schon arg testosterongesteuert, manchmal widersprüchlich und eindeutig cineastisch aufgebläht. Der Humor ist hierbei zwar artgerecht, andererseits aber auch schon wieder derart abgedroschen, dass er einen Angriff aus der Mottenkiste kaum überleben dürfte. Dennoch gefiel mir die pessimistisch resignierte Emotionslosigkeit, die eine mörderische Jagd nach sich zieht, bei der wesentlich mehr Leute in Mitleidenschaft gezogen werden, als ursprünglich erwartet. Im letzten Drittel tritt Cosby das Gaspedal bis ans Bodenblech und jagt mit durchdrehenden Reifen zum action- und spannungsgeladenen Finale. Der dabei erzielte Bodycount ist sicherlich nichts für Weichflöten. Geschehnisse und Wirren ungeahnten Ausmaßes bahnen sich ihren Weg durch das County, in dem man niemandem, nicht einmal sich selbst, trauen kann und verschlingen jeden, der sich ihnen in den Weg stellt.

(Janko)

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https://www.instagram.com/leoking8473/

Brutalität/Gewalt: 86/100
Spannung: 78/100
Action: 81/100
Unterhaltung: 84/100
Anspruch: 32/100
Atmosphäre: 76/100
Emotion: 55/100
Humor: 13/100
Sex/Obszönität: 21/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 82/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 16 Jahren (aufgrund der vulgärem Ausdrucksweise und der expliziten Gewalttaten)

S. A. Cosby - Blacktop Wasteland
ars vivendi Verlag
Kriminalroman / Southern Noir
ISBN: 978-3-7472-0764-2
320 Seiten
Klappenbroschur
Originaltitel: Blacktop Wasteland (2020)
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Bürger
Erscheinungstermin: 18.02.2026
EUR 16,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN gebundene Ausgabe: 978-3-747-20220-3
Erscheinungstermin: 26.03.2021
EUR 22,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

ISBN eBook (epub): 978-3-747-20221-0
Erscheinungstermin: 31.03.2021
EUR 15,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Blacktop Wasteland" beim ars vivendi Verlag: https://arsvivendi.com/Buch/FromList/9783747207642-Blacktop-Wasteland

Leseprobe: https://arsvivendi.com/Files/PDF/9783747202203_Blacktop-Wasteland.pdf

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Veröffentlicht am 14.03.2026

- melancholischer, gleichwohl beschwingter Neo-Noir -

What about the bodies
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Ken Jaworowski - What about the bodies
(Pendragon Verlag)

- melancholischer, gleichwohl beschwingter Neo-Noir -

Melancholisch, aber beschwingt, präsentiert uns der US-amerikanische Schriftsteller und ...

Ken Jaworowski - What about the bodies
(Pendragon Verlag)

- melancholischer, gleichwohl beschwingter Neo-Noir -

Melancholisch, aber beschwingt, präsentiert uns der US-amerikanische Schriftsteller und Redakteur bei der New York Times, Ken Jaworowski, seinen zweiten Neo-Noir "What about the bodies". Der ehemalige, in Philadelphia aufgewachsene Amateurboxer, der heute mit seiner Familie in New Jersey lebt, hat sein gegenwärtiges Setting abermals in die fiktive Kleinstadt Locksburg, Pennsylvania gelegt. Drei Personen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, stehen am Abgrund der Hoffnung. Drei Schicksale, wie sie das Leben schreibt, führen sie zusammen. Carla, Reed und Liz tangieren sich dabei, ohne großartige Abnutzungserscheinungen aneinander zu hinterlassen und driften einfach wieder auseinander.

Zum einen ist da die 45-jährige, zukünftige Restaurantbetreiberin Carla, die eine alte Scheune renoviert, um in vier Monaten ihren Betrieb zu starten. Die handwerkliche Unterstützung ihres Sohnes Billy kommt ihr da gerade recht. Doch was er ihr eines Tages offenbart, zieht ihr glatt den Boden unter ihren Füßen weg. Wenn herauskäme, was sich Billy zuschulden kommen lassen hat, würden sie beide alles verlieren. Dann ist da der autistische junge Mann Reed Grove, der Schuld am kürzlichen Tod seiner Mutter trägt. In seiner tiefen, emotionalen Bindung will der neurodivergente Heranwachsende den letzten Wunsch seiner Mom erfüllen. Doch dieses Unterfangen scheint nicht so einfach zu sein und führt ihn auf einen seltsamen (Um-)Weg. Die Dritte im Bunde ist Liz. Eine mäßig erfolgreiche Musikerin, die versucht ihre Schulden bei einem brutalen Biker und ex-Knacki zu begleichen. Kurz vor ihrem vermeintlichen Durchbruch im Musikbusiness, steht ihr fahrbarer Untersatz, in den sie in den letzten Monaten so unfassbar viel Kohle investiert hat, lichterloh in Flammen. Samt ihrer heißgeliebten Gitarre. Doch ihr Freund Luke hat die vermeintliche Lösung für all ihre Probleme. Das sieht die Locksburger Polizei allerdings ganz anders.

In Ken Jaworowskis Rural-Noir "What about the bodies", welcher 2025 im amerikanischen Original erschien, erzählen Carla, Reed und Liz ihre Lebensgeschichte im steten Wechsel. Jeweils aus ihrer eigenen Perspektive. Sie sind vom Pech gebeutelt, finanziell ausgelaugt und geraten immer wieder in heikle, gar ausweglose Situationen. Dabei blicken die drei Akteure in ihre ganz persönliche Hölle oder gar daraus hervor und machen die jeweiligen Schadensbegrenzungen, die sie betreiben, nur noch schlimmer. Und wie so oft bei solchen Geschichten fragt man sich als Leser unweigerlich: „Eieiei, was treiben die da eigentlich?!?“ Ein Plan ist eben nur so lange gut, bis er auf die Wirklichkeit trifft. Und so sind es die infamen, himmelschreienden Ungerechtigkeiten die dieses fiese 328-Seiten-Kopfkino mit seinem zackigen, schwarzen Humor in Gang halten! Dazu packt Ken Jaworowski knallhart pointierte Cliffhanger an die Enden seiner Kapitel, füllt das Lokalkolorit mit Leben und fängt die jeweiligen Stimmungen nahezu perfekt ein. Es sind leichte, ungekünstelte, im Kleinstadtjargon gehaltene Konversationen. Spannend und wie im Laufschritt erzählt. Jede einzelne Geschichte für sich genommen ist schon richtig gut und authentisch, stilistisch aber sicherlich noch ausbaufähig.

(Janko)

https://kenjaworowski.com
https://www.facebook.com/ken.jaworowski
https://www.instagram.com/kenjaworowski

Brutalität/Gewalt: 46/100
Spannung: 72/100
Action: 60/100
Unterhaltung: 84/100
Anspruch: 58/100
Atmosphäre: 69/100
Emotion: 67/100
Humor: 20/100
Sex/Obszönität: 17/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 83/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 15 Jahren (aufgrund teils brutaler Szenen)

Ken Jaworowski - What about the bodies
Pendragon Verlag
Gesellschaftsdrama / Thriller
ISBN: 978-3-86532-926-4
320 Seiten
Klappenbroschur
Originaltitel: What About the Bodies (2025)
Aus dem Amerikanischen von Lea Dunkel
Erscheinungstermin: 18.02.2026
EUR 24,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub 3): 978-3-865-32960-8
Erscheinungstermin: 18.02.2026
EUR 21,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"What about the bodies" beim Pendragon Verlag: https://www.pendragon.de/autor/ken-jaworowski/what-about-the-bodies

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Veröffentlicht am 07.03.2026

- verkopftes, authentisches und gewalttätiges Psychogramm eines Barriobajero -

7 Arten, eine Katze zu töten
0

Matías Néspolo - 7 Arten, eine Katze zu töten
(Polar Verlag)

- verkopftes, authentisches und gewalttätiges Psychogramm eines Barriobajero -

Zavaleta, Buenos Aires, Argentinien. Der Chueco und der Gringo ...

Matías Néspolo - 7 Arten, eine Katze zu töten
(Polar Verlag)

- verkopftes, authentisches und gewalttätiges Psychogramm eines Barriobajero -

Zavaleta, Buenos Aires, Argentinien. Der Chueco und der Gringo sind Freunde. Mehr als Maisbrei, Pflaumen und ab und an eine herumstreunende Katze steht bei den, in ärmlichen Verhältnissen lebenden Heranwachsenden, nicht auf dem Speisezettel. Zwischen Trostlosigkeit, Langeweile und Perspektivlosigkeit schlagen sie die sinnlos verstreichende Zeit tot und ballern mit ner .38er auf Dosen. Wenn sie zu Geld kommen, verschleudern sie es umgehend. Der Ich-Erzähler Gringo ist versiert im Umgang mit der Waffe. Seine Eintrittskarte in die Gang des Jetitas. Er wirkt sympathisch, sein Kumpel, der Chueco hingegen nicht. Der fährt schon mal leicht aus der Haut. Hat eine kurze Zündschnur. Eigentlich wollen sich die beiden für eine alte Geschichte an dem Jetita rächen. Doch der dreht den Spieß einfach zum. Gringo verpasst somit die Chance sich zu verpissen und woanders noch mal ganz neu anzufangen. Im Dunstkreis von Jetitas Gang gibt es keine Freunde, keine Freuden, nur Gewalt, Drogen, Tot und Verderben. Die Gangmitglieder nutzen das Elend anderer schamlos aus. Das müssen der Chueco und der Gringo alsbald in ihrem engeren Umfeld feststellen. Gar am eigenen Leib erfahren. Und für einen Ausstieg aus der Gang ist es da bereits zu spät. Der Chueco und der Gringo sind längst in Jetitas Eigentum übergegangen. Und der geht nicht besonders pfleglich damit um.

Der Debütroman "7 Arten, eine Katze zu töten", des 1975 in Buenos Aires geborenen Schriftstellers und Journalisten Matías Néspolo, spielt in der argentinischen Hauptstadt zu Zeiten der Argentinien-Krise. Also zwischen 1998 und 2002. Es geht um zwei Jugendliche inmitten von Gangrivalitäten, um Drogen und Prostitution, sowie deren Ohnmacht, sich dem Mahlstrom der Bandenkriminalität und somit der Spirale der Gewalt zu entziehen. Im locker-flockigen Lunfardo (charakteristischer Slang der Villa Miserias) gehalten, spiegelt die 2009 im Original unter dem Titel "Siete maneras de matar a un gato" erschienene Novelle, den harten und brutalen Kampf ums Überleben wider. Sie ist leicht verständlich, schon mal metaphorisch, aber auch sehr kopflastig. Ein authentisches, 208 Seiten umfassendes Psychogramm, das der Leserschaft in stakkatohaften und prägnanten Sätzen wie ein nasses Handtuch ins Gesicht klatscht. Gespickt mit verbalen Attacken, resignierend vulgärem Galgenhumor, empathischer Tiefe und ein bisschen Sex. "7 Arten, eine Katze zu töten" ist aber auch eine schrecklich abstoßende Gewaltorgie, die in einem chaotischen Massaker mündet, bei dem es nur Verlierer geben kann. Der Chueco und der Gringo ziehen nämlich die Vorhut von Charlys Gang ab. Ein großer Fehler, wie sich nicht viel später herausstellen wird. Lebendig, schmutzig und ausgefranst, wie das Leben in den Marginalsiedlungen Argentiniens, entfaltet der heute mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in Montgat, in der Provinz Barcelona lebende Verfasser, eine astreine Interaktion mit dem urbanen Milieu. Néspolo schaut genau da hin, wo das Leben auf der Straße des Barrios stattfindet. Seine rasanten Sequenzen machen die Gewaltorgie der gehetzten Kleinkriminellen beinahe erlebbar. Als wäre man live dabei. Und oftmals ist das Nichtgesagte in "7 Arten, eine Katze zu töten" sogar noch lauter, als das Gesagte.

(Janko)

https://www.facebook.com/matias.nespolo
https://www.instagram.com/matiasnespolo

Brutalität/Gewalt: 67/100
Spannung: 71/100
Action: 75/100
Unterhaltung: 82/100
Anspruch: 35/100
Atmosphäre: 73/100
Emotion: 58/100
Humor: 19/100
Sex/Obszönität: 44/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 80/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 16 Jahren (aufgrund der Gewaltexzesse)

Matías Néspolo - 7 Arten, eine Katze zu töten
Polar Verlag
Kriminalroman
ISBN: 978-3-910918-42-9
208 Seiten
Taschenbuch
Originaltitel: Siete maneras de matar a un gato (2009)
Aus dem Spanischen von Inka Marter
Erscheinungstermin: 16.02.2026
EUR 17,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub): 978-3-910-91843-6
Erscheinungstermin: 16.02.2026
EUR 11,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"7 Arten, eine Katze zu töten" beim Polar Verlag: https://polar-verlag.de/my-product/matias-nespolo-7-arten-eine-katze-zu-toeten/

Leseprobe: https://polar-verlag.de/my-product/leseprobe-74

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Veröffentlicht am 21.02.2026

- bekömmlicher Pulp-Crime-Thriller für zwischendurch -

Alles endet hier
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Dave Zeltserman - Alles endet hier
(Pulp Master)

- bekömmlicher Pulp-Crime-Thriller für zwischendurch -

Boston, Massachusetts, in den 2010er Jahren. Softwareentwickler Dan und seine Frau Rachel Selby ...

Dave Zeltserman - Alles endet hier
(Pulp Master)

- bekömmlicher Pulp-Crime-Thriller für zwischendurch -

Boston, Massachusetts, in den 2010er Jahren. Softwareentwickler Dan und seine Frau Rachel Selby sind am Ende. Sie haben ihre Jobs gekündigt und ein Start-up gegründet. Ihre gesamten Ersparnisse sind in das Unternehmen geflossen, doch ihr Geschäftspartner Warren Costas fühlt sich von ihnen hintergangen. Er will sie vernichten, überhäuft die Selbys mit infamen Nicklichkeiten und löscht die strategisch wichtige Firmen-Website. Das dreht den Selbys erstmal den Geldhahn zu. Bei einem Essen mit seinem guten Freund Marat Baranovsky, schlägt dieser Dan vor, das Problem durch auf "russische Art" zu lösen. Dan will davon nichts wissen. Doch als er zu Costas Haus fährt und anschließend in Polizeigewahrsam genommen wird, wendet sich allmählich das Blatt. Gleichzeitig geraten die Selbys immer tiefer in eine Spirale aus Anklagen, Geldnot, Selbstaufgabe und psychologischer Fragmentierung. Da scheint das Angebot Baranovskys gar nicht mehr so abwegig und ohnehin der letzte Strohhalm, an den sich Dan noch klammern kann. Als sich Dan Selby auf die tödliche Seite der Illegalität begibt, wird die vermeintliche Lösung allmählich zum Problem. Nach und nach entgleitet ihm sein komplettes Leben, samt allem was ihm lieb ist.

1959 in Boston, Massachusetts geboren, lässt sich der US-amerikanische Krimi- und Horrorautor Dave Zeltserman gerne von wahren Begebenheiten und mafiösen Strukturen inspirieren. Der ehemalige Softwareentwickler, der heute mit seiner Frau Judy in Warren, Rhode Island lebt, hat seinen 2018 im Original unter dem Titel "Murder Club" erschienenen Crime-Thriller im Präsens und in der Ich-Perspektive verfasst. Das unterstreicht die Eindringlichkeit, sowie die tiefe Misere in der die Selbys stecken. Auf 288 Seiten geht Zeltserman darauf ein, was passieren kann, wenn man in die Enge getrieben wird und keinen Ausweg mehr sieht. Dan fühlt sich betäubt, leer und ausgelaugt. Anfängliche Nervosität avanciert zu tiefgreifenden Angstzuständen. Er gelangt zu Selbsterkenntnissen, die er in diesem speziellen Licht sicherlich nie gesehen hätte. Als das Schicksal, das er selbst heraufbeschworen hat, über kurz oder lang seine Konsequenzen fordert und Ermittler Bill Digger ihm schon recht früh auf den Zahn fühlt, treibt ihn die Mater seines schlechten Gewissens schier in den Wahnsinn. Dan Selby findet keinen Ausweg aus diesem Dilemma aus Moral, Ethik und perfiden Repressalien. Er verstrickt sich immer tiefer in ein Geflecht aus Lügen, Intrigen, Täuschung, Erpressung und Mord. Am Rande der Verzweiflung ist Dan bereit, Dinge tun, die er selbst nie von sich erwartet hat.

"Alles endet hier" ist ein durchschnittlich brutaler Noir, der sich unter anderem mit dem gesellschaftlichen Problem des Leistungsprinzips und seiner niederträchtigen Auswirkungen beschäftigt. In einfacher, klarer Sprache gehalten, fehlt mir allerdings ein wenig das emphatisch nachgezeichnete Gefühlschaos und die einnehmende Tiefe des verkopften, aber actionreichen Romans. Alles geht etwas hoppla-die-hopp. Auch sollte man als Leser gewillt sein, über kleinere Ungereimtheiten oder Übertreibungen hinwegsehen zu können. "Alles endet hier" ist eher Pulp als Psychogramm und leichte, aber bekömmliche Krimi/Thriller-Kost für zwischendurch.

(Janko)

https://smallcrimes-novel.blogspot.com
https://davezeltserman.substack.com
https://www.facebook.com/dave.zeltserman
https://www.instagram.com/davezeltserman/

Brutalität/Gewalt: 54/100
Spannung: 74/100
Action: 70/100
Unterhaltung: 79/100
Anspruch: 30/100
Atmosphäre: 60/100
Emotion: 57/100
Humor: 03/100
Sex/Obszönität: 21/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 78/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 16 Jahren (aufgrund der infamen, unmoralischen Thematik)

Dave Zeltserman - Alles endet hier
Pulp Master
Crime-Thriller
Buchreihe: Pulp Master, Band 48
ISBN: 978-3-927734-98-2
288 Seiten
Taschenbuch
Originaltitel: Murder Club (2018)
Erscheinungstermin: 09.02.2026
EUR 16,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Alles endet hier" bei Pulp Master: https://www.pulpmaster.de/wp/dave-zeltserman-alles-endet-hier/

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Veröffentlicht am 11.02.2026

- bösartiger, dämonischer und okkulter Mystery-Horror-Klassiker -

Der Exorzist
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William Peter Blatty - Der Exorzist
(Festa Verlag)

- bösartiger, dämonischer und okkulter Mystery-Horror-Klassiker -

Georgetown, Washington, D. C., in den frühen 1970er Jahren. In einem efeuumrankten ...

William Peter Blatty - Der Exorzist
(Festa Verlag)

- bösartiger, dämonischer und okkulter Mystery-Horror-Klassiker -

Georgetown, Washington, D. C., in den frühen 1970er Jahren. In einem efeuumrankten Ziegelbau im Kolonialstil lebt die erfolgreiche Schauspielerin Chris MacNeil, gemeinsam mit ihrer Tochter Regan und den beiden Hausangestellten Willie und Karl Engstrom. Mitten in der Nacht von pochenden Lauten aufgeschreckt, betritt Chris das Zimmer ihrer zwölfjährigen Tochter, die tief und fest zu schlafen scheint. Chris bemerkt sogleich die eisige Kälte, obwohl das Fenster geschlossen und die Heizung warm ist. Das dumpfe Klopfen tut sie als Rattenkolonie auf dem Dachboden ab. Fortan verschwinden Dinge im Haus und tauchen andernorts wieder auf, Möbel werden verrückt und Fenster geöffnet. Etwas infiltriert den Geist der kleinen Regan und mischt sich in ihre Träume. Als Chris signifikante Verhaltens- und Gemütsveränderungen bei ihrer Tochter feststellt und sich die Jugendliche fortlaufend ausfälliger, respektloser und vulgärer benimmt, konsultiert Chris Dr. Klein. Eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Nachdem selbiger diverse Tests an dem Mädchen durchgeführt hat, kann Dr. Klein ihr jedoch lediglich eine hyperkinetische Verhaltensstörung attestieren. Als Chris wenige Tage später eine Hausparty gibt, bei der neben dem britischen Regisseur Burke Dennings, der Wahrsagerin Mary Joe Perrin und Regans Privatlehrerin Sharon Spencer auch zwei Priester der Jesuitengemeinde anwesend sind, artet Regan erstmals aus. Die Zwölfjährige kann sich nach den denkwürdigen Vorfällen des Abends allerdings an nichts mehr erinnern.

Obschon im Jahre 1971 erschienen, macht "Der Exorzist", des US-amerikanischen Schriftstellers, Drehbuchautors und Regisseurs William Peter Blatty einen recht modernen und legeren Eindruck. Dies könnte durchaus der Neuübersetzung des Festa Verlags durch Patrick Baumann geschuldet sein. Tröpfelt der Plot zu Beginn noch in schauderhaften Belanglosigkeiten vor sich hin, nimmt die, wie aus dem Leben gegriffene Handlung, im Folgenden ordentlich Fahrt auf und zieht den Leser nachhaltig in seinen Bann. Um dem anfänglichen Spannungsaufbau und dem sinistren Milieukolorit Rechnung zu tragen, macht sich der 1928 in New York geborene und 2017 im Alter von 89 Jahren in Bethesda, Maryland verstorbene Autor eine umgarnende und einnehmende Erzählweise zunutze. Der christlich erzogene Sohn libanesischer Eltern spielt hierbei mit lebensnahen, schlichten bis exzentrischen Figuren, die seine paranormale Niederschrift authentisch und glaubhaft erscheinen lassen. In diesem Zusammenhang beschwört Blatty unkontrollierbare Mächte herauf. Die Situationen werden immer bedrohlicher, abgründiger und abartiger. Dem bösartigen, dämonischen und okkulten Knistern, welches William Peter Blatty exponentiell intensiviert und forciert, wohnt ein verstörender Sound inne, der sich nur allzu gerne auf den Leser zu übertragen scheint.

Als sich Lieutenant of Detectives William F. Kinderman von der Mordkommission in die Angelegenheit um Hexerei, Blasphemie, Mord, schwarze Messen, Kirchenschändungen, Perversitäten und parapsychologische Ereignisse einbringt, bekommen die übersinnlichen Begebenheiten, neben den psychologischen Aspekten, zusätzlich einen investigativen Anstrich. Dr. Klein und sein Kollege Dr. Coleman, die sich bei einem akuten Hausbesuch von dem immer absurderen, furchteinflößenderen und abnormeren Verhalten der kleinen Regan überzeugen können, weisen sie stationär in eine Klinik ein. Dort rät man Chris dazu, einen Exorzisten zu konsultieren. Ein ungleiches Machtverhältnis tut sich auf, dessen perfidem Verwirrspiel der Priester der Jesuitengemeinde Damien Karras anfänglich wenig entgegenzusetzen hat. Erst als es mit Regan augenscheinlich dem Ende zu geht und Pater Lankester Merrin das Zwiegespräch mit dem Dämon übernimmt, scheint sich das Blatt zu wenden.

Der mitreißende, 512 Pagina umsäumende, literarische Mytery-Horror-Trip "Der Exorzist", welcher von einer unterschwelligen Nervosität und Hast gezeichnet ist, behält sich stellenweise regelrecht derbe, obszöne und vulgäre Schockmomente vor. Diese Umstände hätte ich für die damalige, doch (noch) recht prüde Zeit und in dieser expliziten Form gar nicht erwartet. Da ist es kein Wunder, dass viele von diesem mysteriösen, unbehaglichen und beklemmenden Martyrium, wie auch der zwei Jahre später in den Kinos gezeigten Filmadaption schockiert waren. William Peter Blatty, der verheiratet und Vater von sieben Kindern war, hat mit "Der Exorzist" ein entrücktes Schreckensszenario entworfen, das mit seinem philosophischen bis gotteslästerlichen Gedankengut der Kirche ein mächtiger Dorn im Auge gewesen sein dürfte. Blatty hat seinem Pageturner "Der Exorzist" einen flüssigen, zugänglichen Schreibstil aufgedrückt, der neben der eigentlichen Story auch die kleinen Exkurse in die Dämonologie, die Geisteswissenschaft, die Tiefenpsychologie, sowie die medizinische Diagnostik auflockert.

(Janko)

Brutalität/Gewalt: 34/100
Spannung: 82/100
Action: 76/100
Unterhaltung: 87/100
Anspruch: 79/100
Atmosphäre: 78/100
Emotion: 74/100
Humor: 15/100
Sex/Obszönität: 38/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 83/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 16 Jahren (aufgrund der allgemeinen Thematik, diverse Obszönitäten und der abnormen sexuellen Handlungen)

William Peter Blatty - Der Exorzist
Festa Verlag
Horror Klassiker
Buchreihe: Festa Classics - Band 4
ISBN: 978-3-98676-253-7
512 Seiten
Paperback, mit Festa-Lederoptik, Umschlagklappen und Metallfolie
Originaltitel: The Exorcist (1971)
Aus dem Amerikanischen von Patrick Baumann
Erscheinungstermin: 23.01.2026
EUR 16,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub): 978-3-98676-254-4
Erscheinungstermin: 14.01.2026
EUR 5,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Der Exorzist" beim Festa Verlag: https://www.festa-verlag.de/der-exorzist-paperback.html

Leseprobe: https://www.festa-verlag.de/mpattachment/file/download/id/816/

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