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Veröffentlicht am 07.03.2026

Einfach mal die Perspektive wechseln oder: jeder ist schön!

Popofisch
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Inhaltsangabe Verlag:
Popofisch hat einen Kopf, der aussieht wie ein … Popo. Das sagen alle zu ihm und machen sich lustig. Und Popofisch lacht mit.
Aber tief im Inneren möchte er lieber ein ganz normaler ...

Inhaltsangabe Verlag:
Popofisch hat einen Kopf, der aussieht wie ein … Popo. Das sagen alle zu ihm und machen sich lustig. Und Popofisch lacht mit.
Aber tief im Inneren möchte er lieber ein ganz normaler Fisch sein. Müde davon, den Clown zu spielen, beschließt er, hinunter in die Tiefsee zu schwimmen, wo er Käsefisch trifft. Der sieht sogar noch seltsamer aus, ist aber wahnsinnig witzig und ziemlich wunderbar.
Erst da versteht Popofisch: Wer anders ist, ist oft besonders schön. Und manchmal sieht ein Popo auch wie ein Herz aus.
Eine Ode an das Anderssein, einzigartige Schönheit und die Freundschaft!

Meine Inhaltsangabe:
Popofisch Maximilian wird von allen ausgelacht, weil er wie ein Popo aussieht. Anfangs lacht er noch mit, aber irgendwann hat er keine Lust mehr auf lustig tun, viel lieber möchte er so normal sein wie die anderen. Er möchte nur noch weg und schwimmt daher in die Tiefsee. Dort trifft er ganz viele besonders aussehende Fische und auch den Käsefisch Jürgen. Den findet er anfangs seltsam und auch irgendwie hässlich, doch er lernt ihn gut kennen, sie haben viel Spaß miteinander und er findet ihn einfach nur toll und sogar schön. Und er selbst? Umgedreht sieht er aus wie ein Herz und nicht wie ein Popo. Also ist doch jeder schön und vor allem gut, so wie er ist!

Erster Satz: »Der Popofisch sieht aus wie ein Popo.«

Mein Eindruck:
Ich liebe dieses Cover! Ganz schlicht und dadurch umso schöner. Auch die bunten Illustrationen innen, mal kleinere, mal eine ganze (Doppel-)Seite einnehmend, sind süß und kindgerecht, mit vielen Dingen zum Entdecken. Schön finde ich die Schreibschrift, in welcher der Text geschrieben ist. Das habe ich schon lange nicht mehr in einem Kinderbuch gesehen. Zudem ist der Text ebenfalls super kindgerecht und die ganze Story sehr lustig, aber mit wichtiger Botschaft! Das macht aus diesem Kinderbuch einen kleinen Schatz. Denn nicht nur ist es perfekt geeignet zum Vor- und gemeinsamen Lesen, es gibt auch viel zu lachen und anzusehen, aber auch eine tolle Wertevermittlung. Denn Anderssein ist nicht schlecht, Schönheit ist nicht so wichtig wie ein guter Charakter und noch wichtiger: JEDER IST SCHÖN! Daher nicht nach dem Äußeren urteilen, sondern hinter die Fassade gucken. Und: manchmal hilft schon ein Perspektivwechsel, um die Dinge in einem anderen Licht zu sehen, denn Schönheit liegt im Auge des Betrachters (Popo wird zum Herz). Ein wichtiges Thema wunderbar verständlich und humorvoll verpackt. Gefällt mir ausgesprochen gut! 5/5 Sterne. Popofisch bleibt im Kopf und ich kriege auch den Namen »Jürgen Käsefisch« nicht mehr aus diesem heraus

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Hinter die Fassaden sehen und dabei seinen eigenen Mut finden

Ninas Monster. Falsch geliefert
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Inhaltsangabe Verlag:
Nina wünscht sich nichts sehnlicher als ein Monster. Eines, das so furchterregend ist, dass sich niemand mehr traut, sie zu ärgern. Als sie den Versandkatalog einer Monsteragentur ...

Inhaltsangabe Verlag:
Nina wünscht sich nichts sehnlicher als ein Monster. Eines, das so furchterregend ist, dass sich niemand mehr traut, sie zu ärgern. Als sie den Versandkatalog einer Monsteragentur findet, scheint ihr Traum zum Greifen nah. Dort gibt es kleine und große Monster, gefährliche und verspielte, Monster in allen Farben. Das Monster namens Walter scheint Nina perfekt! Doch als nach einer schier endlosen Wartezeit die Spedition endlich liefert, versteckt sich in dem viel zu großen Karton nicht der furchteinflößende Walter, sondern die ängstliche Mimi ...

Meine Inhaltsangabe:
Nina wünscht sich kein normales Haustier, sondern ein Monster. Vor dem hätten die anderen Kinder Angst und würden dann ganz sicher aufhören, Nina ständig zu ärgern, nur weil sie klein, schüchtern und ruhig ist und nicht wie alle anderen von den Eltern zur Schule gefahren wird, sondern zu Fuß gehen muss. Denn das Geld ist knapp daheim, was umso blöder ist, weil Nina tatsächlich einen Monsterkatalog findet. Monster Walter möchte sie gerne haben, der kostet aber so viel Geld. Zu viel, als dass Nina sich das ansparen könnte. Mithilfe ihrer Oma schafft sie es aber, das Geld zusammenzubekommen und bestellt sich Walter. Doch statt des riesigen Monsters wird ihr Mimi geliefert: klein, ängstlich, schutzbedürftig. Nina ist sauer und will Mimi umtauschen. Doch mit der Zeit gefällt es beiden sehr gut zusammen und sie werden richtig dicke Freunde. Als der Monsterversand eines Tages den richtigen Walter liefert und dafür Mimi wieder mitnimmt, ist Nina klar: sie muss Mimi finden und retten. Den die Versandfirma scheint nicht ganz so astrein zu sein, wie Walter ihr erzählt. Neben all dem Trubel findet Nina nicht nur monstermäßige Freunde, sondern auch ihren Mut.

Erster Satz: »Andere Kinder wünschen sich einen Hund.«

Mein Eindruck:
Ich liebe das Cover sehr mit seinen hübschen Farben und dem knuffigen Monster Walter. Auch innen gibt es zahlreiche kleinere und größere Illustrationen, allerdings nur in s/w. Wären die auch noch bunt gewesen, hätte ich noch mehr geschwärmt. Doch auch in s/w sind die Zeichnungen einfach richtig klasse und begleiten die Story perfekt. Mit viel Humor und Herz geschrieben lässt mich die Geschichte eine Nina erleben, die an ihren Herausforderungen wächst. Diese Entwicklung vom verschüchterten, gemobbten Kind hin zu einem Mädchen mit gewachsenem Selbstverstrauen mitzuerleben, ist richtig klasse. In die Monster Mimi und Walter habe ich mich sofort verliebt und musste sehr über deren Verhalten lachen. Ninas Oma ist deren größte Verbündete und ein wenig schrill und crazy, was Nina aber gut zu tun scheint. Ich mag es, wie die Story sich entwickelt, welche Überraschungen sie bereithält und wie sie letztlich endet. Das macht sehr Lust auf die Fortsetzung, die hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt. Denn so ein paar Monster, eine schrille Omi, ein mutig werdendes, aufgewecktes Kind und eine fiese Firma, das hat schon Potenzial für weitere spannende und lustige Geschichten. Ich freue mich drauf und bin vom Reihenauftakt schon mal schwer begeistert. Auch der direkte, schnörkellose Schreibstil gefällt mir sehr, der schnell auf den Punkt kommt und trotzdem oder gerade deswegen schön kindgerecht ist. Die Themen, die hinter allem stecken, sind zudem auch super: Freundschaft, Selbstverstrauen, Mobbing, Armut, Familie, Akzeptanz, Hilfsbereitschaft, Toleranz und hinter die Fassaden blicken, statt sofort zu (ver-)urteilen. 5/5 Sterne und bitte mehr davon!

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Schräg, witzig, herzerwärmend: die Grauses sind zurück

Willkommen bei den Grauses 3: Der normale Schulwahnsinn
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Inhaltsangabe Verlag:
Jetzt wird’s ernst: Muh und Wolfi sollen ganz normal auf eine ganz normale Schule gehen – mit Stundenplan und Pausenbrot. Doch was alles schiefgehen kann, wenn ein Werwölfchen und ...

Inhaltsangabe Verlag:
Jetzt wird’s ernst: Muh und Wolfi sollen ganz normal auf eine ganz normale Schule gehen – mit Stundenplan und Pausenbrot. Doch was alles schiefgehen kann, wenn ein Werwölfchen und ein Dilldapp auf normale Schulkinder treffen, wird ihnen erst nach und nach klar. Zwischen Feueralarm, Gesangswettbewerb und gruseliger Grause-Musik muss auch ihre Freundin Ottilie lernen, für sich selbst einzustehen – und vor allem für ihre Freunde. Denn manchmal ist das Schräge genau das, was uns stark macht.

Meine Inhaltsangabe:
Die Grauses haben ein Schreiben vom IFAW (Institut für andersartige Wesen) erhalten: sie sind jetzt in Phase 5 der Eingliederung in die normale Menschenwelt, die bedeutet, dass sie ein ganz normales Familienleben leben sollen. Das beinhaltet auch, dass die Kinder Muh und Wolfi (ein Dilldapp und ein Werwölfchen) in die Schule gehen müssen. Schwestern Husch (Geist) ist noch zu jung dafür. Gut, dass Nachbarsmädchen Ottilie und beste Freundin der Grause-Kinder an Bord ist. Sie wird das schon schaukeln und aufpassen, dass die Grauses nicht aus dem Rahmen fallen. Doch Ottilie hat bald andere Dinge im Kopf und so geht schief, was nur schiefgehen kann. Jetzt muss Ottilie beweisen, wie wichtig ihr die Freundschaft zu den Grauses wirklich ist.

Erster Satz: »Wer da denkt, die Grause-Sause in der Sackgasse hätte nun alles verändert, wer da denkt, die Grauses wurden von nun an von allen Nachbarn für normal gehalten, wer da denkt, jetzt wäre alles gut und die Familie Grause könnte nun einfach so sein, wie sie eben ist, der irrt sich gewaltig.«

Mein Eindruck:
Ich habe mich mächtig gefreut, wieder die Grauses zu treffen. Einer schräger als der andere, völlig verrückt und dabei so sehr liebenswert! Viele crazy Ideen und ein auf Missverständnissen beruhendes Missgeschick nach dem anderen wird mir hier um die Ohren gehauen, es geht rasant zu und ich habe sehr mitgelacht und mitgelitten. Denn diesmal wird es glatt ein bisschen traurig hin und wieder. Wundervoll aber, wie die nicht minder völlig crazy Eltern (Mama ist ein Flaschengeist und Papa ein Felve = Mischung aus Fee und Elfe) für sich und ihre Familie einstehen. Und Opa Schrat ist immer mürrisch, kann letztlich seine Liebe zur Familie aber doch nicht unterdrücken. Toleranz, Akzeptanz, Mobbing, Freundschaft, Zusammenhalt, Selbstvertrauen sind auf die denkbar unterhaltsamste Art und Weise thematisiert, immer humor- und liebevoll, niemals belehrend. Die vielen kleineren und größeren, herrlich stimmigen s/w-Illustrationen unterstreichen das Gelesene perfekt, lockern die Kapitel schön auf und lassen sicherlich auch Lesemuffel bei der Stange bleiben. Ich bin sehr gespannt, ob und wenn ja wie diese Reihe weitergeht. Die Grauses sind einfach klasse! 5/5 Sterne. Wer schräge, lustige Stories mit einem zusammengewürfelten Haufen besonderer Wesen mag, der wird die Grauses lieben. Bitte der Reihe nach lesen, da die Bücher aufeinander aufbauen.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Kunstraub, Radrennsport und eine Schatzsuche mit Folgen

Lady Hardcastle und der malerische Mord
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Inhaltsangabe Verlag:
Ein Kunstraub vor aller Augen, ein toter Rennfahrer und Freunde in finanziellen Nöten – ein neuer Fall für Lady Hardcastle
Mai 1912: Lady Hardcastle und Flo fiebern einer Ausstellung ...

Inhaltsangabe Verlag:
Ein Kunstraub vor aller Augen, ein toter Rennfahrer und Freunde in finanziellen Nöten – ein neuer Fall für Lady Hardcastle
Mai 1912: Lady Hardcastle und Flo fiebern einer Ausstellung und einem Radrennen entgegen. Doch bei der Ausstellungseröffnung bricht ein Feuer aus, und zwei wertvolle Kunstobjekte werden gestohlen. Obendrein endet das Radrennen, das als charmanter Tagesausflug begann, mit einem schockierenden Mord. Zu guter Letzt enthüllen die Farley-Strouds, dass ihnen durch den Raub der Bankrott droht. Eine Jagd nach einem Kunstdieb, eine Mordermittlung und eine Schatzsuche zugunsten ihrer Freunde – das detektivische Duo hat wieder einmal alle Hände voll zu tun …

Meine Inhaltsangabe:
Es ist Frühling in Littleton Cotterell und neben dem Tanz um den Maibaum wird es diesmal eine Kunstausstellung und ein Radrennen geben. Doch die Ausstellung endet abrupt, als dort Feueralarm geschlagen wird und man danach entdeckt, dass ein wertvolles Buch gestohlen wurde. Doch nicht nur das, auch ein Bild und eine Büste der Farley-Strouds, Freunde von Lady Hardcastle, wurden entwendet. Die Farley-Strouds bitten Lady Hardcastle und ihre Zofe darum, das Diebesgut wiederzufinden und vertrauen ihnen in diesem Zusammenhang an, dass sie finanziell vor dem Aus und kurz davorstehen, ihr Anwesen zu verlieren. Für genau dieses interessieren sich aktuell zwei junge Fremde, die dort einen verborgenen Schatz suchen. Als wäre das nicht schon Aufregung genug, wird ein Teilnehmer des Radrennens erst vermisst und dann am Wegesrand gefunden, mit eingeschlagenem Schädel und mausetot. Die Lady und Zofe Armstrong sind mehr als beschäftigt und stürzen sich mit Feuereifer in die Ermittlungen.

Erster Satz: »Am ersten Mai waren Lady Hardcastle und ich unmittelbar nach dem Frühstück hinunter ins Dorf gegangen, um uns zu der Menge zu gesellen, die sich auf dem Dorfanger versammelte.«

Mein Eindruck:
Ach, was soll ich sagen?! Ich liebs einfach und freue mich jedes Mal wie verrückt, wenn ein neues Buch dieser Reihe erscheint. Den Schreibstil kann ich nur als wundervoll leicht, lebendig, frisch und frech beschreiben mit Dialogen, die vor Witz und Esprit nur so strotzen. Beim Lesen habe ich nahezu permanent ein Grinsen im Gesicht, ein Glucksen im Hals und ein wohliges Gefühl im Bauch. Ich liebe die Figuren, allen voran die beiden Hauptcharaktere, die gegen jegliche gesellschaftliche Normen verstoßen, dadurch oftmals anecken, sich aber keinen Deut darum scheren. Wie die beiden miteinander umgehen, sich gegenseitig aufziehen und trotz aller Frotzelei und ihres unterschiedlichen Standes unumstößlich aufeinander verlassen können, gefällt mir so so so gut! Nahezu jede Unterhaltung sprüht vor Witz, Wärme und Selbstvertrauen. Mir sind die beiden sowie die inzwischen vielen anderen Nebenfiguren (die so viel mehr als nur Nebenfiguren sind) und der gesamte Ort wirklich tief ins Herz gewachsen und ich würde mir wünschen, dass diese Reihe niemals endet! Die Welt braucht mehr Lady Hardcastles und Flo Armstrongs! 5/5 Sterne. Allerbeste Unterhaltung für Fans historischer, sehr humorvoller Krimis. Jeder Fall kann separat gelesen werden, aber im Ernst: wer will das schon! Bitte schön der Reihe nach, sonst verpasst man echt was!

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Tee mit Keksen und Gift – die Strickzirkel-Senioren und ihr zweiter kniffliger Fall

Tod zur Teetied
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Inhaltsangabe Verlag:
Da wird der Tee kalt: der Norder Strickzirkel ermittelt!
Tödliche Teepause: Nach einer turbulenten Betriebsversammlung bricht der Norder Immobilienunternehmer Büsing tot zusammen. ...

Inhaltsangabe Verlag:
Da wird der Tee kalt: der Norder Strickzirkel ermittelt!
Tödliche Teepause: Nach einer turbulenten Betriebsversammlung bricht der Norder Immobilienunternehmer Büsing tot zusammen. Doch was wie ein Infarkt aussieht, entpuppt sich als heimtückischer Giftmord. Durch das neueste Mitglied involviert, stürzt sich der Strickzirkel rund um Seniorin Sefa und Ex-Kommissar Derk in die Ermittlungen. Zunächst deuten alle Hinweise auf eine junge Kollegin, aber viele hatten Grund, dem cholerischen Chef und Patriarchen den Tod zu wünschen. Zwischen Gebäck, Tee und Wolle rauchen die Köpfe, um auch diesen Fall zu lösen.

Meine Inhaltsangabe:
Büsing Senior, ungeliebter und cholerischer Chef einer Immobilienfirma, bricht tot an seinem Schreibtisch zusammen. Was zunächst wie ein Herzinfarkt aussieht, entpuppt sich bald als Giftmord: die Kekse zu seinem Tee waren mit Eisenhut versetzt. In Verdacht gerät sofort die jüngste der Kolleginnen des Büros, da diese sich mit Heil- und Giftpflanzen beschäftigt. Die hat Beziehungen zum Strickzirkel und so ist klar, dass Sefa, Derk, Rita, Gunda und Edith in die Ermittlungen einsteigen. Mit an Bord jetzt auch Ines, die neue Inhaberin der Wollstuuv und neues Mitglied des Strickclubs. Zwischen Strickarbeiten, Krintstuut, Tee und Schafen gehen die Hobbyermittler Spuren nach, halten Augen und Ohren offen und tauschen sich mit Line aus, Derks Tochter und leitende Ermittlerin im Giftmordfall. Der Fall nimmt die eine oder andere ungeahnte Wendung, doch der Strickzirkel strickt nicht mit heißer Nadel, sondern behält die Nerven und den Überblick.

Erster Satz: »Ich sehe ihn vor mir, wie er da sitzt, selbstgefällig und unantastbar.«

Mein Eindruck:
Nachdem mir Band 1 rund um die reifen Ermittler mit Strickzeug, Platt und Mini-Lovestory schon unterhaltsame Lesestunden beschert hat, habe ich mich riesig auf diese Fortsetzung gefreut. Tolle Idee, die Charaktere direkt zu Anfang nochmals kurz vorzustellen, so fiel der Einstieg leicht und ich war sofort wieder mittendrin. Dafür sorgte auch Manuela Sannes Schreibstil, den ich bereits aus der Rosa Fink-Reihe kenne und sehr schätze. Wie im Flug bin ich durch den durchdachten, unblutigen aber nicht harmlosen Fall gerauscht, musste über die resolute und platt schnackende Gunda schmunzeln (gut, dass deren Sätze hinten im Buch ins Hochdeutsche übersetzt wurden), hätte Sefa und Derk gern einen Schubs gegeben (zu süß, deren aufkeimendes spätes Liebesglück) und konnte herrlich miträtseln. Zwischendurch gibt es kurze Kapitel aus Tätersicht, was das Ganze noch spannender macht. Zu sagen, mir war die Lösung klar, wäre völlig übertrieben. Doch ich hatte eine leise Ahnung, konnte diese nur nicht festzurren. Das war spannend. Es kommen auch jetzt wieder Schafe, Hühner und Kater Momo vor, was für eine Menge Wohlgefühl und Herzwärme sorgt, ebenso wie die schönen, fernwehauslösenden Beschreibungen der Gegend. Die Hobby-Ermittler im fortgeschrittenen Alter sind erfrischend bodenständig, aber niemals langweilig, die nordische Unaufgeregtheit kommt gut durch. Hinten gibt es noch das Rezept für Gundas Krintstuut, den ich bereits nachgebacken habe. Lecker! Für mich ein Nordsee-Krimi, der absolut Lust auf mehr macht. Zum Wohlfühlen, aber auch mit ernsteren, härteren Tönen und dadurch eben nicht nur heile Welt, sondern auch realistisch. Freue mich jetzt schon sehr auf die Fortsetzung! 5/5 Sterne.

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