Profilbild von Flyspy

Flyspy

Lesejury Star
offline

Flyspy ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Flyspy über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2026

Exorbitant gut

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
0

Ich kenne alle Vorgängerbände und konnte auch bereits meinen Neffen dafür begeistern! Ein aufrührerisches Cover in Pink, mit dem Känguru in Pose, das ist schon ein echter Hingucker. Und schon der Einstieg, ...

Ich kenne alle Vorgängerbände und konnte auch bereits meinen Neffen dafür begeistern! Ein aufrührerisches Cover in Pink, mit dem Känguru in Pose, das ist schon ein echter Hingucker. Und schon der Einstieg, die Frage nach der Weltlage, und der Antwort „Fang doch nicht gleich mit so ’nem Downer an. So würdest du doch auch nicht dein neues Buch beginnen“ Doch, genauso!
Die Anmerkungen treffen auf den Punkt, es steckt viel an Wahrheiten in den bemerkenswert gut formulierten Texten. Ich bedauere es sehr, dass gerade die Menschen, die es nötig hätten sich mit diesen Ausführungen zu befassen, das Buch leider nicht lesen werden. Marc-Uwe Kling geht nicht zimperlich vor, gerade das gefällt mir. Bei den vielen Wahrheiten sollte man beim Lesen immer mal eine Pause machen, um alles für sich selbst einzuordnen. Sonst würden einige Gedanken in der Flut untergehen. Von daher haben mich auch einige Redundanzen nicht gestört, denn viele Gedankengängen sind eine Wiederholung wert. Ich habe die Lektüre mit den entstandenen Bildern, die sich beim Lesen im Kopf breit gemacht haben, genossen und mich dabei auch amüsiert. Und dies in dem Wissen, dass viele Realitäten nicht zum Lachen sind.
Bei den vielen Faktenfeinden (sehr treffender Begriff) braucht die Welt gerade dieses Buch und eine Känguru-Rebellion! Ich bin dabei!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2026

Albtraumhaftes Geschehen und fast jede(r) verfolgt seine eigenen Ziele

Missing Page - Tödliche Worte
15

Zum Inhalt:
Antonia, genannt Toni, nimmt in Schottland an einem Schreibworkshop eines erfolgreichen, aber exzentrischen Autors teil. Außer ihr sind fünf weitere jugendliche Teilnehmer - und abgesehen von ...

Zum Inhalt:
Antonia, genannt Toni, nimmt in Schottland an einem Schreibworkshop eines erfolgreichen, aber exzentrischen Autors teil. Außer ihr sind fünf weitere jugendliche Teilnehmer - und abgesehen von dem Hausherrn - noch vier Bedienstete auf dem Anwesen zugegen. Der Autor, Richard Giffard, weckt Erwartungen, denn er will sein gesamtes Vermögen dem überzeugendsten Schreibtalent unter den jugendlichen Aspiranten vermachen.
Ein Sturm zieht auf, sie werden von der übrigen Welt abgeschnitten. Seltsame Erscheinungen, ein Einbruch und weitere zunächst nicht zu erklärende Vorkommnisse bis hin zu einem Todesfall schaffen eine Atmosphäre voller Misstrauen. Für Schlafwandlerin Toni verwischen, nicht zuletzt auch aufgrund ihrer Alpträume, Traum und Wirklichkeit. Letztendlich fängt sie an, an ihrer eigenen Wahrnehmung zu zweifeln.

Meine Meinung:
Adressiert an die Leserinnen und Leser von Y/A-Literatur kann der Thriller durchaus Begeisterung bei der älteren Generation auslösen, denn wer Lust am Miträtseln hat, ist bei diesem Buch richtig. Es braucht einen Moment, bis man sich mit den Protagonisten vertraut gemacht hat, aber wenn man in der Geschichte angekommen ist, will man mit dem Lesen nicht mehr aufhören. Katie Kentos Schreibstil ist locker und flüssig, sie fängt die unterschiedlichen Charaktere gut ein und versteht es, uns die Personen nahe zu bringen. Besonders gut gelingt dies bei Toni, die im Mittelpunkt steht und aus deren Sicht uns die Handlung erzählt wird. Sehr gut gelungen ist die Verbindung zwischen Toni und ihrer toten Mutter, zu der sie den inneren Dialog sucht. Ihre Mutter war Kommissarin und so versucht Toni sich als Ermittlerin auf ihren Spuren. Ja, viel von Tonis Handeln wird bestimmt von dem Andenken an ihre Mutter.
Das Buch punktet zudem durch die über weiten Strecken erhaltene Spannung und die unterschiedlichen Motivlagen, die die Leserschaft immer wieder auf vermeintlich eindeutige Spuren führen. Die zarte Liebesbeziehung spielt zwar eine Rolle, aber dominiert nicht die Handlung, ist wohldosiert. Da ich keine Freundin von Liebesromanen bin, ist mir dies positiv aufgefallen. Am Ende überrascht die Auflösung. Mit während des Lesens nicht angedachten Verbindungen und in der Manier eines Hercule Poirot wird uns das Ergebnis präsentiert, welches mich zufrieden das Buch beiseite legen ließ. Dazu trug auch der gelungene Epilog am Ende bei. Bleibt noch zu erwähnen, dass das Buch optisch auch ein Highlight ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 14.03.2026

Magisch, märchenhaft, melancholisch, aber auch mutmachend

Flora Brimble und der verlorene Frühling
1

Der Winter ist hartnäckig und Flora entschließt sich an ihrem 13. Geburtstag die Maikönigin zu suchen, um endlich den Frühling in ihren Ort zurückzubringen - den Frühling, den sie so wunderbar in ihren ...

Der Winter ist hartnäckig und Flora entschließt sich an ihrem 13. Geburtstag die Maikönigin zu suchen, um endlich den Frühling in ihren Ort zurückzubringen - den Frühling, den sie so wunderbar in ihren Geschichten beschreibt. Auf der abenteuerlichen Reise wird sie von dem Eichhörnchen Parzival und Kobold Grisold begleitet, lernt dabei Harriet aus ihren eigenen Geschichten kennen und muss gegen die böse Hexe Ych bestehen.
Das Buch wirkt wie aus einer anderen Zeit, der erzählende Schreibstil ist ganz besonders, die Formulierungen sind ausgefeilt und erinnern an eine Märchengeschichte. Über weite Strecken wirkt das Buch beklemmend und scheinbar ohne Hoffnung. Aber nur scheinbar, denn Flora trägt die Hoffnung in sich. Die Reisegefährten bringen Leichtigkeit und Humor mit und tragen dazu bei, dass die Geschichte sich gut, flüssig und interessant liest. Mir kamen dabei die Matroschkas in den Sinn, die verschachtelten Puppen, denn auch die Geschichte in der Geschichte wirkt feingesponnen und in sich verflochten. Neben dem Wert von Freundschaft geht es dabei darum, die eigenen Ängste zu überwinden, mutig zu sein und seine Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Schon Floras Augen auf dem Cover ziehen einen in den Bann und dies macht auch die Geschichte, von der man sich gerne verzaubern lässt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.03.2026

Der verborgene Schatz der Themse

Die Jagd nach den magischen Münzen
0

Bo lebt zur Zeit des ersten Weltkriegs am südlichen Ufer der Themse in der Nähe der Battersea Bridge. Oft sucht sie bei Ebbe im Schlamm der Themse nach Schätzen, wie andere Mudlarker, hier Schlammschwalben ...

Bo lebt zur Zeit des ersten Weltkriegs am südlichen Ufer der Themse in der Nähe der Battersea Bridge. Oft sucht sie bei Ebbe im Schlamm der Themse nach Schätzen, wie andere Mudlarker, hier Schlammschwalben genannt, auch. Alle in der Hoffnung, etwas besonders Wertvolles zu entdecken. Eines Tages entdeckt sie eine glitzernde Münze, der Fluss scheint zu ihr zu sprechen, sie hat Visionen und lernt Billy River kennen. Ihr bester Freund Eddie aus der Nachbarschaft, teilt das Hobby und wird sich später noch als wirklich guter Freund erweisen.
Mir gefällt der plastische Schreibstil von Jessie Burton, der das Kopfkino in Gang setzt, das Erzählte wird erlebbar. Die Kapitel haben eine gute Länge und trägt so dem eigenem Leserhythmus Rechnung.
Die Geschichte selbst ist spannend und turbulent, die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Die Probleme einer Familie, in der der Vater fehlt, dessen Stelle nun von dem 18jährigen Bruder Harry eingenommen wurde, der zudem in den Krieg ziehen muss, wurden realistisch beschrieben. Kinder mussten damals schnell erwachsen werden. Die Lebensumstände der damaligen Zeit sind meiner Meinung nach gut beschrieben und wirken authentisch. Der Krieg findet ausreichend Erwähnung, gipfelt aber nicht in der Beschreibung blutiger Schlachten. In der Geschichte geht es aber auch um Trauer, Verlustängste und wirklichen Verlust. Das Buch hält auch noch eine Überraschung parat, die man zu Beginn nicht erwartet, jedoch erahnt man, was passieren könnte. Das wird von der Autorin geschickt erzählt, mir hat es gefallen.
Alles in allem ein lesenswertes Abenteuer mit Magie, viel Raum für Freundschaften, welches auch zum Nachdenken anregt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2026

Ein besonderer Tatort auf offener See

Trügerisches La Rochelle
0

Ein Unfall auf dem Installationsschiff Rochefort, welches zur Einrichtung eines Offshore-Windparks vor der französischen Atlantikküste liegt, wird zu einem neuen Fall für Commissaire Chevalier. War es ...

Ein Unfall auf dem Installationsschiff Rochefort, welches zur Einrichtung eines Offshore-Windparks vor der französischen Atlantikküste liegt, wird zu einem neuen Fall für Commissaire Chevalier. War es wirklich ein Unfall? Der Sicherheitsbeauftragte Alain Poyet war unbeliebt, aber die Crew schweigt zunächst. Der Commissaire und sein Team ermitteln in ungewohnter Umgebung und unter schwierigen Umständen. Jean-Claude Vinet beschreibt die Arbeitsumgebung (wirkt gut recherchiert) und die Charaktere sehr bildhaft, die Konflikte vor Ort werden anschaulich umrissen. Interessant wird der Krimi auch dadurch, dass aufgrund der Abgeschiedenheit und der Wetterlage niemand das Schiff verlassen kann, so dass ein Täter noch an Bord sein muss.
Da ich die drei vorherigen Bände kenne, fiel es mir nicht schwer mich in den Commissaire und die wiederkehrenden Charaktere hineinzufühlen. Da auch das Privatleben der Protagonisten in der Geschichte eine Rolle spielt, empfiehlt es sich die Krimis in Reihenfolge zu lesen, denn so hat man den meisten Spaß, so geht es zumindest mir. Für Neueinsteiger ist sicher das Personenverzeichnis am Ende des Buches hilfreich.
Der Krimi an sich liest sich flüssig, wirkt sehr authentisch und sorgt für überraschende Wendungen. Ich hatte Spaß dabei, das Team um Commissaire Chevalier bei seinen Ermittlungen und Überlegungen zu möglichen Motiven, die auch in der Vergangenheit gesucht werden, auf der Tätersuche zu begleiten. Mich hat dann das (durchaus nachvollziehbare) Ende noch überrascht. Empfehlenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere