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Veröffentlicht am 29.03.2024

rasant und spannend

Die Burg
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"Die Burg" - beeindruckend liegt sie oben auf dem Felsen. Maxim aber ist sich sicher, sie ist sein Untergang. Denn in den Katakomben verbirgt sich ein modernes Escape-Room-Game unterstützt von einer künstlichen ...

"Die Burg" - beeindruckend liegt sie oben auf dem Felsen. Maxim aber ist sich sicher, sie ist sein Untergang. Denn in den Katakomben verbirgt sich ein modernes Escape-Room-Game unterstützt von einer künstlichen Intelligenz. Und Maxim - selbst Besitzer diverser "normaler" Escape Rooms - merkt, dass diese Konkurrenz sein Ruin ist. Trotzdem nimmt er die Einladung des millionenschweren Besitzers an, die Räume vor Eröffnung zu testen. Die Neugier ist einfach zu groß. Zusammen mit vier weiteren exklusiven Gästen begibt sich Maxim in die unterirdischen Räume. Nur um kurz darauf darum zu spielen, je wieder Tageslicht sehen zu dürfen.

Die Autorin ist mit ihren Büchern immer nah am Zeitgeschehen. Diesmal nimmt sie sich das Thema "KI" vor und vermischt dieses Thema mit den allseits beliebten Escape Rooms, aus denen man sich innerhalb einer vorgeschriebenen Zeit mit kniffligen Rätseln "befreien" muss. Nur, dass im realen Leben die Option besteht, jederzeit durch eine offene Tür nach draußen zu spazieren und auch (fast?) in keinem Raum eine KI das Sagen hat.

Schon das Cover des Buches finde ich gelungen. Es wirkt mittelalterlich, die Seiten der Wände sind jedoch mit Nullern und Einsern überzogen, so dass man genau weiß, dass die KI immer und überall anwesend ist.

Der Inhalt war spannend und nervenaufreibend. Bei manchen gestellten Rätseln war mir zwar der Tiefgang zu enorm, aber für die Dramatik war dies unabdingbar. Als Außenstehender hat man keine Chance, die Rätsel zu lösen, da man dafür die Charaktere vorher genauer hätte kennenlernen müssen.

Die Geschehnisse innerhalb der unterirdischen Burg wird aus Sicht Maxims beschrieben, der als Besitzer diverser Escape Rooms und seiner Vorliebe für komplexe Rätsel von Nevio, dem "Erschaffer" der Burg eingeladen wird, sich exklusiv das wohl zurzeit modernste Escape-Game anzusehen und seine fachliche Meinung dazu abzugeben. Maxim, von Grund auf misstrauisch und eher pessimistisch eingestellt, nimmt die Einladung an, jedoch auch eher wegen des Geldes, welches ihm geboten wurde.

Alissa, eine Mitarbeiterin Nevios, ist die zweite Sicht. Sie sitzt im Kontrollzentrum und beobachtet auf den Monitoren, was innerhalb der Katakomben vor sich geht. Zumindest so lange, wie die KI dies zulässt.

Die KI ist der unbestreitbar dritte Hauptcharakter in diesem Buch. Sie ist allgegenwärtig und hat die Oberhand. Sie zeigt, wie angsteinflößend es sein kann, sich allzu sehr auf sie zu verlassen, ihr Freiheit zu geben und ihr nicht mit den richtigen Worten zu sagen, was zu tun und zu lassen ist. Die KI lernt selbstständig und in rasendem Tempo. Sie schwingt sich zu Höhen auf, die sie nicht erreichen darf.

Das Erzähltempo ist rasend, was aber nicht unangenehm ist. Der Zeitdruck ist enorm. Aber es soll verdeutlicht werden, wie es den Eingeschlossenen und denen, die ihnen helfen wollen, ergeht. Die Uhr tickt und der Kampf darum, endlich den Ausgang und damit Freiheit zu finden, ist langwierig.

Die Räume, aus denen die Charaktere einen Ausgang finden müssen, sind allesamt sehr gut beschrieben. In abgewandelter Form würden diese auch gut in die reale Welt passen. Zumindest ab 18 Jahren. Denn es wird teilweise blutig, eklig, gruselig und vor allem eins: unheimlich spannend.

Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, was aber auch daran liegt, dass sie im Laufe des Buches einfach in die Tiefe gehen müssen. So hatte man das Gefühl, selbst dabei zu sein und mitzuspielen, weil man Raum für Raum mehr in der Story drin war. Immer wieder begeben wir uns in ein mittelalterliches Setting (wobei Mittelalter hier allgemein gehalten ist, denn es ergibt sich eine Zeitspanne von fast über 700 Jahren), geprägt von der modernen Welt. Die KI findet hier eine spannende Mischung.

Trotzdem fand ich die Geschichte letztendlich etwas langwierig. Ein paar weniger Räume hätten es auch getan und vielleicht hätte man den Fokus auch etwas mehr auf die Charaktere selbst legen können. Gerade diejenigen, die außerhalb versuchen, die Eingeschlossenen zu retten. Ich hatte teilweise nicht das Gefühl, dass "genug" getan wurde. Aber da ich mich mit künstlicher Intelligenz nicht intensiv genug auseinandergesetzt habe und auch nur diverse Zeitungsartikel oder Social-Media-Einträge dazu kenne, stehe ich auch nicht genug in der Thematik drin, um mir hier ein größeres Urteil erlauben zu dürfen.

Auf jeden Fall bin ich gut unterhalten worden und bin mal wieder erstaunt, wie leicht es der Autorin anscheinend fällt, zu aktuellen Themen intensiv recherchierte Bücher hervorzubringen. Aber sie lebt eben am Puls der Zeit.

Fazit:
Aus der Geschichte gibt es kein Entkommen.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

too much

Medusa in Paradise
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20 Frauen, ein Flugzeugabsturz, eine einsame Insel. Der Kampf beginnt, aber nicht um das Überleben, sondern darum, wie ungerecht doch alle auf dieser Welt behandelt werden. Während Cara damit kämpft, ihr ...

20 Frauen, ein Flugzeugabsturz, eine einsame Insel. Der Kampf beginnt, aber nicht um das Überleben, sondern darum, wie ungerecht doch alle auf dieser Welt behandelt werden. Während Cara damit kämpft, ihr Gedächtnis wieder zu erlangen und überhaupt nicht versteht, was hier eigentlich vorgeht, will eine Frau lieber Yoga machen, eine zweite das Matriarchat ausrufen, eine andere die lesbische Liebe genießen und wiederum jemand anderes lieber mit Drogen die Qualen überstehen. 20 Frauen, 20 verschiedene Meinungen, Anfeindungen, Ungerechtigkeiten und vor allem ein großes Thema: die Frau allgemein. Die Rettung scheint unmöglich und das Überleben fragwürdig. Denn Zusammenhalt wird eher klein geschrieben.

Was eigentlich auf dem Klappentext recht witzig auf mich wirkte, entwickelt sich schon ab der ersten Seite zu einer Geschichte über Feminismus, Rassismus, Faschismus, Antisemitismus, Sexismus, Ableismus und etliche andere "-ismus" mehr. Vorrangig geht es zum die Diskriminierung der Frau, dann darum, was eine Frau überhaupt ausmacht bzw. wie man sich identifiziert. Wer sieht sich als Frau, wer fühlt wie eine Frau, wer darf sich so fühlen, wer darf sich identifizieren? Und was genau muss man eigentlich tun, damit man keinem auf den Schlips tritt?

Es geht ums Gendern, um Respekt, es geht um Fragen, Gefühle, Reden, gesellschaftliche Kritiken, Diskriminierungsformen in allen Variationen und um Männer.

20 Frauen, die sich nicht kennen, müssen nun zusammenarbeiten, wobei jede mit anderen Dingen kommt, die sie stört und die geändert werden müssen. Dabei wird auf Teufel komm raus seine Meinung vertreten und - nur selten - die Meinung einer andere Person akzeptiert.

Unter diesen 20 Frauen ist Cara, die seit dem Absturz ihr Gedächtnis verloren hat. Da sie sich an nichts erinnern kann, wird sie von Anne auf den Namen Luna getauft. Nur schwer kommt Cara bei dem mit, was hier eigentlich passiert ist. Sie kann den Dialogen nur mühsam folgen, bringt sich zwar körperlich ein, aber nicht bei Diskussionen. Wenn es zu normalen Gesprächen kommt, stellt sie nur Fragen, kann aber - aufgrund des Gedächtnisverlustes - nichts von sich beitragen.

Und da setzt nun meine Kritik ein. Das Buch ist wirklich interessant und die Autorin hat sich mit den verschiedenen Diskriminierungsformen sehr gut auseinandergesetzt. Es gab Formen, von denen hatte ich noch nie gehört und sie auch noch nie erlebt. Ich muss jedoch auch zugeben, dass ich weitestgehend von solchen Diskriminierungen verschont geblieben bin.

Dabei kamen jedoch auch Formen an den Tag, bei denen ich mich selbst gefragt habe, ob ich diese - unbewusst - ebenfalls schon ausgeübt habe. Und dann kam die Frage: Kann man in den Krümeln suchen, um wirklich jeden schuldig dastehen zu lassen?

Meine Antwort darauf: Ja. Die Goldwaage hatte in der Story viel zu tun. Schon bei kleinsten Aussagen geht das Gegenüber in die Luft und mit einer Litanei von Worten wird dagegengehalten. So sehr, dass ich manchmal das Gefühl hatte, zu ersticken, weil mich der Gegenpart so dermaßen genervt hat.

Es gibt kein Gespräch, dass nicht letztendlich in Diskussionen, Belehrungen und Streits endet. Und dabei müsste so viel besprochen werden. Allem voran wohl: Wie könnten wir gerettet werden? Wie bekommen wir Essen? Wer übernimmt welche Aufgaben? Aber es wird sich Gedanken darüber gemacht, wie man seine Innere Frau rauslassen könne, ob eine Menstruationshütte gebaut werden soll und welche Yoga-Übung wohl die beste sei.

In mir stieg richtiggehend Wut auf und ich hätte so gerne alle gepackt, sie geschüttelt und denen mal so richtig die Meinung gegeigt. Ob die Autorin diese Emotion hervorrufen wollte, kann ich jedoch nicht sagen. Letztendlich war ich von der Story genervt, teilweise dann sogar gelangweilt und eben wütend.

Die Version, die ich gelesen habe, hatte leider auch einige Fehler, gerade was die Namen betraf. Es ist schwer, bei so vielen Charakteren den Überblick zu behalten, aber zum Beispiel Cara, die von allen ja eigentlich nur Luna genannt wurde, wird auch mal mit Cara angesprochen, obwohl es keiner wissen kann. Ein Trupp, der zusammengestellt wurde, um die Insel zu erforschen, kam nur kurz zum Einsatz und dann wurde nie wieder ein Wort darüber verloren. Das Wrack des Flugzeugs wurde zwar geplündert, aber nie richtig mit einbezogen, um herauszufinden, was passiert ist. Eine zweite Insel ist durch Schwimmen erreichbar, aber wird ignoriert. Keiner scheint so richtig traurig zu sein, das alte Leben wird schnell abgestreift.

Weiter ungewöhnlich ist der Schreibstil der Autorin. Es gibt zwar wörtliche Rede, doch ist diese im Buch nicht "der Norm entsprechend" dargestellt, was wohl die Einzigartigkeit des Buches noch unterstreichen soll. Wenn geredet wird, wird dies in kursiver Schrift dargestellt, wobei im nächsten Absatz dann das "sagt Cara" oder ähnliches folgt. Manchmal sogar einfach nur ein Name. Die Emotionen werden nur durch die Rede ausgedrückt. Ein "aufgeregt, leise, wütend, flüsternd usw." kommt nur selten, ist aber auch nicht nötig, da es einfach ersichtlich ist.

Jetzt, zu dem Zeitpunkt, in dem ich die Rezension schreibe, revidiere ich meine Meinung über die Story. Ich wollte eigentlich nur zwei Sterne vergeben, merke aber, dass ich vielleicht genau die Emotionen für das Buch hervorbringe, die die Autorin aus einem herauskitzeln will. Sie will provozieren, aufklären und überspitzt darstellen, in welcher Zwickmühle man sich befinden kann, wenn man mit Vorurteilen an etwas herangeht und die Meinung seines Gegenübers nicht akzeptieren kann oder will.

Meggies Fussnote:
Ungewöhnlich, ungeschminkt, ungestüm.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

wir müssen mehr wie ein Leuchtturm sein

The Extraordinaries – Alte Geheimnisse
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Nick genießt sein neues Leben als Superheld. Endlich darf er der Wächter sein. Und dann ist er auch noch mit dem tollsten Jungen der Welt zusammen. Doch alles wird getrübt, als herauskommt, dass Owen Burke ...

Nick genießt sein neues Leben als Superheld. Endlich darf er der Wächter sein. Und dann ist er auch noch mit dem tollsten Jungen der Welt zusammen. Doch alles wird getrübt, als herauskommt, dass Owen Burke aka Shadow Star aus dem Gefängnis entkommen ist. Und sein Vater Simon Burke für das Bürgermeisteramt von Nova City kandidieren will. Wenn Simon es schafft, Bürgermeister zu werden, wird dies für alle Superhelden kein Zuckerschlecken sein. Und Owen hat es auf Nick und sein Team abgesehen. Denn er hat noch eine Rechnung offen. Doch dann kommt Hilfe von unerwarteter Seite ...

Der dritte Teil der Reihe hat mich etwas Zeit gekostet. Denn so sehr mir die Hauptfiguren in den ersten beiden Bänden ans Herz gewachsen sind, so sehr sind sie mir jetzt auf die Nerven gegangen. Gerade Nick, der mit ADHS gesegnet ist, hat sich mehrmals so sehr von etwas ablenken lassen und mich mit einem Redeschwall überhäuft, dass ich Mühe hatte, der Haupthandlung zu folgen. Diese rückte nämlich so sehr in den Hintergrund, dass ich dachte, sie wäre gar nicht mehr relevant für das Superhelden-Team.

In dem Buch geht es natürlich auch um die erste Liebe. Denn Nick und Seth sind endlich ein Paar. Sie kennen sich schon seit Ewigkeiten, wissen, wie der andere tickt und reagiert, aber nun geht es mehr um das körperliche Kennenlernen und Nicks Gedanken drehen sich um fast nichts anderes mehr, als um das Erste Mal mit seinem Freund. Dabei wird sehr detailliert beschrieben, wie es denn dazu kommen könnten und was vor allem dabei passiert. Da es sich hier ja um eine queere Story handelt, ist das natürlich bei zwei Männern nicht so „einfach“ wie bei einem heterosexuellen Paar, und es müssen dementsprechende Vorbereitungen getroffen werden.

So verliert sich der Autor in manchen Beschreibungen. Auch wird sehr oft erwähnt, dass sich alle sehr nahestehen und deswegen kein Thema tabu ist. So sprechen Nick und sein Dad offen über sexuelle Dinge, auch die besten Freunde werden miteinbezogen und gegenüber eher fremden Personen wird auch kein Blatt vor den Mund genommen. Sehr unwahrscheinlich in der realen Welt, aber wir befinden uns ja in Nova City und haben es mit Superhelden zu tun. Also muss alles etwas unkonventioneller ablaufen.

Trotzdem war dies manchmal zu viel des Guten und ich hatte wirklich Probleme, am Ball zu bleiben. Hier ging es mir wie Nick mit seinem ADHS, und ich wurde abgelenkt von anderen wichtigeren Dingen. Deshalb hat es wohl drei Anläufe gebraucht, das Buch letztendlich zu beenden.

Auch wenn mir diese ganze Liebesstory etwas zu viel war, hatte ich dann im letzten Drittel nochmal so richtig Spaß mit unserem Superhelden-Team, bestehend aus Nick als der Wächter, Seth als Pyro Storm und ihren beiden besten Freundinnen Jazz und Gibby, die mit Rat und Tat und frechem Mundwerk zur Seite stehen.

Und das Ende war dann auch nochmal sehr rasant und hatte einige Überraschungen parat. Das letzte Kapitel wurde sehr rührselig und hat in meinen Augen das ganze Buch nochmals aufwerten können. Denn es hat alles zu einem wunderbaren Abschluss gebracht.

Ich liebe die Geschichten von T.J. Klune, allen voran natürlich „Mr Parnassus Heim für magisch Begabte“. Ich liebe die Art des Autors, der unkonventionell an alles herangeht und mich dazu bringt, aus meiner Komfortzone herauszukommen. Aber hier musste ich mich sehr weit wegbegeben, und das hat mir den Spaß an der Story genommen.

Und doch schließe ich die Reihe mit einem kleinen wehmütigen Lächeln ab, denn Nick und Seth sowie ihre Freundinnen Gibby und Jazz waren ein unvergleichbares Team, die mit ihrem Mut, ihrem unverbesserlichen Optimismus und vor allem ihrer Freundschaft für viele ein Vorbild sind. Dies ist dem Autor wunderbar gelungen.

Meggies Fussnote:
Auch wir müssten viel mehr wie ein Leuchtturm sein.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

ich habe es überlebt

Five Survive
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Red fährt zusammen mit ihren fünf Freunden zum Spring Break. Aufgrund des mangelnden Budgets teilen sie sich einen alten Campingbus. Doch dieser bleibt liegen, nachdem sie sich verfahren haben. Es ist ...

Red fährt zusammen mit ihren fünf Freunden zum Spring Break. Aufgrund des mangelnden Budgets teilen sie sich einen alten Campingbus. Doch dieser bleibt liegen, nachdem sie sich verfahren haben. Es ist dunkel, die Handys haben keinen Empfang und Hilfe scheint meilenweit entfernt. Vor allem, da in der Dunkelheit auch eine Gefahr lauert. Auf den Bus wird geschossen, und kurz darauf wird ihnen per Walkie-Talkie mitgeteilt, dass jemand in der Gruppe ein Geheimnis hat, welches gelüftet werden soll. Innerhalb weniger Stunden spitzt sich die Situation zu. Denn alle sind nun gezwungen, ihre dunkelste Vergangenheit darzulegen.

Erst einmal muss ich zugeben, dass es mich doch einiges gekostet hat, das Buch nicht nach kurzer Zeit zur Seite zu legen. Der Hauptcharakter Red war mir zu wirr, zu nervig und hat mit ihrem Verhalten so ziemlich alles gefährdet, was gefährdet werden kann. Ein Dritter erzählt aus ihrer Sicht die Story und zeigt uns auf, dass Red mit allem total überfordert ist und eigentlich in eine Therapie gehört.

Schon von Anfang an ist klar, dass der Scharfschütze, der draußen im dunklen Wald darauf lauert, jeden zu erschießen, der den Camper verlässt, es auf Red abgesehen hat. Dies wird von Red so in ihren Gedanken kommuniziert und durch verschiedene Verhaltensweisen seitens des Schützen auch dargelegt. Aber was genau dies ist, wird natürlich nicht verraten.

Je mehr Seiten ich jedoch gelesen habe, habe ich mehr Mitleid mit Red gehabt. Ihre Vergangenheit ist schwer zu bewältigen und sie hat fast niemanden, der ihr durch diese schwere Zeit hilft. Maddy, ihre beste Freundin, die ebenfalls mit im Campingbus ist, tut zwar ihr Bestes, aber teilweise ist auch sie überfordert und weiß nicht, was sie tun soll bzw. überlässt Red ihren Gedanken und Gefühlen. Zwar sind die beiden befreundet, seit sie klein waren, aber Maddy macht auf mich mehr den Eindruck, als wolle sie damit nichts mehr zu tun haben.

Die Situation ist sehr verfahren. Sobald sich jemand am Fenster blicken lässt oder versucht, den Camper zu verlassen, wird geschossen. Der Tank ist – auch dank eines Schusses – leer, die Reifen sind alle kaputt. Es gibt kein Vor und Zurück. Und mit den wenigen Hilfsmitteln im Bus lässt sich auch nicht sehr viel anfangen. Aber die Sechsergruppe wird erfinderisch und so ergeben sich manch gute Ideen, um evtl. eine Flucht zu ermöglichen. Doch der Schütze scheint immer einen Schritt voraus.

Die Autorin hält die Spannung sehr hoch. Es gibt kaum Momente, um durchzuatmen. Vor allem Red kommt nicht nur Ruhe, was sie dringend benötigen würde, um ihre Gedanken zu ordnen. Dies wird auch noch unterstützt von Oliver, dem absolut nervigsten Charakter der Reihe. Er ist dominant und reißt alles an sich. Er manipuliert, er lässt nur seine Ideen gelten und gibt keinem die Chance, sich richtig einzubringen. Nur wenn es darum geht, etwas zu basteln, lässt er anderen den Vortritt.

Etwa ab der Hälfte des Buches hatte es mich dann gepackt. Mal abgesehen von den Charakteren Red und Oliver, die mich meist nur aufgeregt haben, gab es etwas, das mich nun gepackt hat. Ich wollte wissen, wieso der Schütze draußen lauert, wer das dunkle Geheimnis hat und warum gerade mitten im Wald so ein Ding abgezogen wird. Die Idee dahinter fand ich dann wieder interessant, obwohl ich mir eigentlich vorstellen könnte, dass alles mit etwas reiferen und älteren Charakteren besser gepasst hätte, als mit 17- bis 20jährigen Jugendlichen, die mir mit ihrem Verhalten so manchen Augenroller entlockt haben. Das liegt aber wahrscheinlich an meinem Altem, welches schon sehr weit entfernt vom Teenager ist.

Auch wenn ich von Anfang an wusste, dass Red wohl der Auslöser ist, konnte ich mir nicht genau vorstellen, warum. Und dies zu lesen war mehr als interessant, denn es hat so einiges aufgelöst, was zu Anfang einen Knoten im Gehirn ausgelöst hat.

Die Autorin ist berühmt für ihre „A Good Girl’s Guide to Murder“-Reihe. Ich habe schon viel davon gehört. Aber leider hat mich diese Story hier nicht überzeugt, auch danach zu greifen.

Ach ja, und was ist mit den Vorhängen im Camper? Dies wird wohl ein Geheimnis bleiben.

Meggies Fussnote:
Die Charaktere etwas nervig, die Story etwas zu atemlos.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

nicht ganz wie erwartet

The Secret of Secrets
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Robert Langdon verweilt zusammen mit Dr. Katherine Solomon in Prag, um dort ihrem Vortrag zu ihrem bald erscheinenden Buch zu lauschen. Er ist glücklich, scheint er mit Katherine endlich jemanden gefunden ...

Robert Langdon verweilt zusammen mit Dr. Katherine Solomon in Prag, um dort ihrem Vortrag zu ihrem bald erscheinenden Buch zu lauschen. Er ist glücklich, scheint er mit Katherine endlich jemanden gefunden zu haben, mit dem er den Rest seines Lebens verbringen kann. Doch dann hat Katherine einen seltsamen Traum und dieser scheint sich kurz darauf zu bewahrheiten. Katherine verschwindet und Robert sucht sie verzweifelt. Dabei erinnert er sich daran, was sie ihm schon über ihr Buch erzählt hat und welche brisante Entdeckung sie gemacht hat. Ihr Manuskript ist geheim und eben erst an den Lektor gegangen, doch Robert findet heraus, dass eine geheime Organisation so gar nicht mit der Veröffentlichung einverstanden ist. Denn Katherine hat etwas herausgefunden, was das Weltbild erschüttern würde, käme es an die Öffentlichkeit.

Wer an Robert Langdon denkt, denkt auch an Rätsel, Mystik, Verschwörungen, abenteuerliche Jagden durch die Stadt und daran, wie rational und logisch der Hauptcharakter an die Auflösung des Problems geht. Und das erwartet man auch von einem neuen Roman, in dem Robert Langdon die Hauptrolle spielt. Ich muss aber zugeben, dass mich diesmal das Abenteuer unseres Helden etwas enttäuscht hat.

Die Idee ist gut, die Umsetzung auch. Aber mir hat das Miträtseln gefehlt, die verzwickten Dinge, um ein Schloss zu öffnen oder in eine geheime Gruft zu gelangen, um dort auf ein neues Rätsel zu stoßen. Unser Indiana Jones der Moderne hat nichts mit uralten Geheimbünden zu tun gehabt, die mit kryptischen Rätseln einen Schatz versteckt haben. Auch fehlten die spektakulären Verfolgungsjagden quer durch die Stadt, um ja als erstes am neuen Schauplatz zu sein, um das Rätsel zu lösen.

Diesmal befinden wir uns in Prag, eine Stadt, die ja an sich schon viele Rätsel verbirgt. Doch wir bekommen nur einen Bruchteil der Sehenswürdigkeiten vorgestellt und pendeln immer wieder zwischen diesen hin und her.

Trotzdem war die Geschichte spannend, auch wenn sie uns nicht das bietet, was viele erwartet haben.

Mit Dr. Katherine Solomon wird ein neuer Charakter eingeführt, den ich gleich ins Herz geschlossen habe. Sie ist hochintelligent und hat mit ihren Ausführungen so manches Licht ins Dunkeln bringen können. Sie bietet Robert Paroli und gibt ihm aber gleichzeitig das Gefühl, dass er ihr Mittelpunkt ist. Und Robert weiß, dass er mit ihr verdammtes Glück hat und nichts aufs Spiel setzen darf. Sie bilden ein perfektes Team und ich kann mir gut weitere Abenteuer mit dem Duo vorstellen. Vielleicht dann aber wieder mehr mit Rätselraten als mit modernen Techniken.

Meggies Fussnote:
Nicht ganz wie erwartet, dafür eben anders.

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