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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2026

Lange Schatten

Fünf Fremde
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Zum Inhalt:
30 Jahre, nachdem zwei Jugendliche auf der Insel Neuwerk verschwunden sind, finden sich Zeitzeugen der Vorgänge wieder dort ein, - teils freiwillig, teils gezwungenermaßen. Es wird klar, dass ...

Zum Inhalt:
30 Jahre, nachdem zwei Jugendliche auf der Insel Neuwerk verschwunden sind, finden sich Zeitzeugen der Vorgänge wieder dort ein, - teils freiwillig, teils gezwungenermaßen. Es wird klar, dass das Geheimnis gelöst werden muss, damit nicht nur verstorbene Seelen Ruhe finden.

Mein Eindruck:
Der Schreibstil von Fölck ist bildhaft und man kann sich sehr gut in ihre Figuren eindenken. Genau deshalb fällt es schwer, das Ende zu akzeptieren, denn die Begründung für die Vorgänge und die Motivlage sind - gelinde gesagt - so hanebüchen, dass es im Nachhinein den Lesespaß verdorben hat. Bis dahin genießt man einen interessanten Krimi in perfekt beschriebener Umgebung. Man sieht und fühlt das Unwetter, die Bedrohung, die Schmerzen über verpasste Gelegenheiten und Problemen in Beziehungen, die Angst. Doch dann kommt der Schluss und lässt einen sprachlos zurück. Leider.

Mein Fazit:
Bis kurz vor Ende hätte der Krimi fünf Sterne verdient...

Veröffentlicht am 20.12.2025

Okay, aber nichts Besonderes

Das neunte Gemälde
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Ich fand zwar die Bezüge zur Vergangenheit und die ungewollten Verwicklungen mit der Beutekunst der Nationalsozialisten zur Zeit des 2. Weltkriegs und später, wenn die Fäkalien bewiesen haben, dass sie ...

Ich fand zwar die Bezüge zur Vergangenheit und die ungewollten Verwicklungen mit der Beutekunst der Nationalsozialisten zur Zeit des 2. Weltkriegs und später, wenn die Fäkalien bewiesen haben, dass sie immer noch nach oben schwimmen können, durchaus interessant, aber die Hauptperson Lennard Lomberg erinnerte mich einfach zu sehr an die Figuren, die zum Beispiel auch Frank Schätzing gerne erfindet. Ein Wahnsinnstyp, der auf jedwede Art total großartig ist: Die Frauen lieben ihn, er kennt sich mit Wein, Kunst, Musik und gutem Essen aus und alle seine Freunde sind ebenfalls reich, schön, belesen, wissen sich zu kleiden und steuern die Weltgeschäfte. Das ist sooo langweilig und - außerhalb von James Bond - nicht wirklich glaubhaft.
Man muss dem Autor jedoch einen wirklich guten Schreibstil attestieren und auch seine Schauplätze sind perfekt gewählt. Wie sich Lomberg nicht nur mit seiner Familiengeschichte auseinandersetzt, gefällt ebenfalls, - auch wenn hier wieder siehe oben zum Tragen kommt: Natürlich betroffen!

Veröffentlicht am 14.12.2025

Erschütterungen

Wem du traust
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Zum Inhalt:
Die fünfzehnjährige Sofia passt öfter auf den kleinen Sohn von Eva, der besten Freundin ihrer Mutter, auf. Nach einem dieser Babysitter-Jobs bringt sie Daniel, Evas Mann, mit dem Wagen nach ...

Zum Inhalt:
Die fünfzehnjährige Sofia passt öfter auf den kleinen Sohn von Eva, der besten Freundin ihrer Mutter, auf. Nach einem dieser Babysitter-Jobs bringt sie Daniel, Evas Mann, mit dem Wagen nach Hause. Am nächsten Morgen ist Sofias Bett jedoch unberührt und sie selbst verschwunden. Bald tauchen Beweise für ein Verbrechen auf, die alle in eine Richtung weisen, - auf Daniel.

Mein Eindruck:
Die Autorin Petra Johann hält sich bei ihrem Kriminalroman immer an den beiden weiblichen Protagonistinnen fest - Eva und der ermittelnden Polizistin Heidi - wobei Evas Kapitel mit deren Namen überschrieben sind. Bei den Damen erhält man auch Einblick in die Gedanken, während die anderen Figuren nur von außen gesehen werden. Johann gibt sich viel Mühe mit ihrer Handlung, insbesondere die Polizeiarbeit zeigt sie sehr lebensecht mit Widerständen und Fortschritten. Ihre Figuren in Gänze muten jedoch dem Zeitgeist geschuldet an - ein lesbisches Paar, ein schwules Paar, ein geschiedenes Paar und überall Männer, die sich mies verhalten und Frauen, die vom Leben oder den Männern drangsaliert werden, obwohl sie viel mehr als diese zu leisten vermögen. Da spürt man die Absicht und ärgert sich.

Mein Fazit:
Gute Story, Charaktere zu einseitig

Veröffentlicht am 30.11.2025

Tod einer Geschäftsfrau

Blutbuße
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Zum Inhalt:
Charlotte Wretlind hat eine Vision: Sie möchte ein Hotel in den schwedischen Bergen abreißen und dort ein neues errichten, um ihren Vater posthum zu beeindrucken. Denn dort haben sie als Familie ...

Zum Inhalt:
Charlotte Wretlind hat eine Vision: Sie möchte ein Hotel in den schwedischen Bergen abreißen und dort ein neues errichten, um ihren Vater posthum zu beeindrucken. Denn dort haben sie als Familie glückliche Tage verbracht und genauso wie ihr Vater weiß sie ihren Willen durchzusetzen. Doch nicht jeder ist von ihrem Plan beeindruckt und als sie schließlich ermordet wird, findet die Polizei nicht nur einen möglichen Tatverdächtigen.

Zum Inhalt:
Viveca Sten verbindet eine Kriminalgeschichte, die ihre Wurzeln in der Vergangenheit zu haben scheint, mit vielen großen und kleinen Schwierigkeiten im Privatleben ihrer Ermittler. Dabei leitet sie den Krimi gut her und bietet ihren Lesern viele Möglichkeiten, sich mit den verdächtigen Personen, den Opfern und den jeweiligen Angehörigen vertraut zu machen und so Beweggründe zu verstehen. Dass sie sich viel Zeit für die Polizisten und deren Hintergründe nimmt, nimmt jedoch dem Krimi zeitweise den Schwung und kann als eher nervig empfunden werden. Vor allen Dingen deshalb, weil sie eine Riesenwand von Problemen aufbaut, um dann einfache Lösungen zu präsentieren. Ähnliches gilt für den Show-down: Sehr früh begonnen zieht er sich stellenweise wie Kaugummi, da Sten unbedingt das Einfühlungsvermögen der Polizistin Hanna zeigen möchte und die Bewunderung des Kollegen Daniel darüber ebenfalls Raum einnimmt. Das Ende ist dann leider irgendwie unspektakulär und mündet in einen Cliffhanger, der wieder das Privatleben betrifft.

Mein Eindruck:
Sie liebt mich, er liebt mich nicht

Veröffentlicht am 30.11.2025

Kranke Charaktere

Hass ist meine Liebe
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Zum Inhalt:
In Wuppertal werden kurz nacheinander zwei Frauen getötet. Als den Kommissaren Sommer und Lassner auffällt, was die beiden Opfer verbindet, müssen sie fürchten, dass noch mehr Menschen in Gefahr ...

Zum Inhalt:
In Wuppertal werden kurz nacheinander zwei Frauen getötet. Als den Kommissaren Sommer und Lassner auffällt, was die beiden Opfer verbindet, müssen sie fürchten, dass noch mehr Menschen in Gefahr sein könnten.

Mein Eindruck:
Nach gutem Beginn, der sich auch dadurch auszeichnete, dass die Ermittler ein Privatleben führen, welches sie zwar fordert, aber nicht vor unlösbare Probleme stellt, wurde es ab etwa der Hälfte des Buches ziemlich unglaubwürdig. Möglicherweise wollte der Autor Andreas Schmidt möglichst viele Fährten legen, um seine Leser zu verwirren; die Charaktere, die er dazu schuf, handeln aber zum Teil so fernab jeder Intelligenz, dass es dieselbe beim Menschen vor dem Buch beleidigt. Die Perspektivwechsel zwischen Täter, Opfern und Polizei waren wirklich gelungen und sorgten für Einblicke in Gemütszustände und Arbeitsweisen, doch auch hier gab es schwere Logikbrüche insbesondere im Verhalten von Opfern, Bezugspersonen derselben und Täter, die nicht immer mit der Einordnung "Psychopath" oder psychischer Ausnahmezustand zu erklären sind.
So bleibt eine vor allen Dingen zu Beginn spannender Kriminalroman, der im Verlauf eher das Potenzial zum schlechten Film zeigt.

Mein Fazit:
Popcorn