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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2026

Ungeschönt und dabei äußerst einfühlsam

Narbenmädchen
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Lara ist fünfzehn. Die nächsten vier Wochen wird sie wegen psychischer Probleme in einer Kurklinik verbringen. Sie ritzt sich regelmäßig, das verschafft ihr Erleichterung, wenn alles andere über ihr zusammenzubrechen ...

Lara ist fünfzehn. Die nächsten vier Wochen wird sie wegen psychischer Probleme in einer Kurklinik verbringen. Sie ritzt sich regelmäßig, das verschafft ihr Erleichterung, wenn alles andere über ihr zusammenzubrechen droht. Deshalb musste sie auch alle Rasierklingen gleich zu Beginn der Kur abgeben. Doch klammheimlich hat sie welche mit hineingeschmuggelt. Nichts in dieser Kur scheint wirklich zu helfen. Doch dann fangen Lara, Finn und Neo an, über den Grund ihres Kuraufenthaltes zu sprechen. Und das hilft mehr als alles andere...

Lara ist ein Mädchen, das sich mit psychischen Problemen herumschlägt. Anfangs weiß der Leser noch nicht in allen Einzelheiten, was der Hintergrund dazu ist, und mit Lara zusammen fühlt man, wie vergebens die Kur doch sein wird. Die drei jungen Menschen finden ihre Inseln, in denen sie sie selbst sein können. Das kann dann schon mal eine Sauferei sein, wobei die Jugendlichen schnell merken, wie wenig sinnvoll diese Aktion ist. Doch nach und nach gelingt es ihnen, tiefer ins Thema zu gleiten, und sie nehmen den Leser mit auf ihre Weiterentwicklung. Sehr gut kommt dabei heraus, wie verletzlich alle drei jungen Menschen sind. Die Geschichte wirkt sehr authentisch, insbesondere da sie aus Laras Sicht erzählt wird. Da schwingt vor allem anfangs auch viel Wut mit, ungefiltert und ungehindert, wie Lara sie selbst empfindet. Am Ende des Buches sind hilfreiche Adressen gelistet, für alle Leser, die selbst Hilfe brauchen.

Dieser ungeschönte Roman über psychische Probleme bei Jugendlichen überzeugt mit der Einfühlsamkeit, in der das Geschehen geschildert wird. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 13.03.2026

Faszinierende magische Welt

Die Chroniken von Mistle End 3: Der Untergang droht
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Die entscheidende Schlacht um Mistle End steht an – und für die Welt der magischen Lebewesen, denn Crutch hat viele finstere Gestalten auf seine Seite gezogen, um Cedrik zu schlagen und die Macht über ...

Die entscheidende Schlacht um Mistle End steht an – und für die Welt der magischen Lebewesen, denn Crutch hat viele finstere Gestalten auf seine Seite gezogen, um Cedrik zu schlagen und die Macht über die gesamte Welt zu übernehmen. Der junge Druide hat bereits die Hilfe von seinen magischen Freunden Emily und Elliot, und zusammen mit den beiden bricht er auf, um weitere Hilfe zu ersuchen. Dabei findet er auch seine Mutter, die Baumnymphe, Tochter von Cerunnos, gebannt in einen Baum, so dass sie ihn nicht verlassen kann. Crutch aber zeigt sich nicht nur erbarmungslos in seinen Vorbereitungen für den Kampf, sondern auch findig in der Suche nach dunklen Verbündeten. Wird es Cedrik gelingen, die Schlacht für sich und für den Erhalt der magischen Welt zu entscheiden?

Das Buch ist der dritte Band der Chroniken von Mistle End und damit der Abschluss dieser Geschichte. Wieder einmal taucht der Leser in die Welt von Mistle End ein, Refugium für magische Wesen. Hier wimmelt es von Hexen, Trollen, Gestaltwandlern und noch vielem mehr, und jeder von ihnen hat seine Begabung. Einige Mythen über alte Götter sind in die Geschichte eingebaut, verbunden mit einer Prophezeiung, die schwer zu deuten ist und eigentlich erst nach all den Ereignissen wirklich Sinn ergibt. Das zu entdecken, ist äußerst faszinierend beschrieben. Spannend ist es auch, die Entwicklung der Charaktere zu verfolgen. Und obwohl diese Trilogie endet, gibt es bereits eine Fortsetzung in der Reihe über den Druiden von Mistle End, da bin ich schon sehr darauf gespannt.

Der Abschluss der Trilogie hat mich mit seiner magischen Welt von Anfang an begeistern können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 11.03.2026

Voll ins Schwarze getroffen

Amokalarm
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H.C. Nachtnebel ist mit seinen sechzehn Jahren Schüler auf einem Gymnasium. Während er ein absolutes Mathegenie ist, tut er sich in anderen Fächern schwer. Nach einem Verlust ist er tief traumatisiert. ...

H.C. Nachtnebel ist mit seinen sechzehn Jahren Schüler auf einem Gymnasium. Während er ein absolutes Mathegenie ist, tut er sich in anderen Fächern schwer. Nach einem Verlust ist er tief traumatisiert. Wie alle Jugendlichen sucht er er seinen Platz im Leben. Als die neue Schülerin Keira auftaucht, ist er voll von ihr fasziniert, erlebt die erste Liebe. Doch dann kippt alles, so dass für ihn nur noch ein Ausweg bleibt: ein Amoklauf.

Dieser Coming-of-Age-Roman spiegelt so sehr die Welt der Jugendlichen und ihrer Themen wieder, dass ich von der ersten Seite an voll auf H.C.s Seite war. Klar wollte ich wissen, wie er in eine solch fatale Lage gekommen ist, war dies doch nicht vom Anfang der Geschichte an zu ersehen. Der Autor Uli Black taucht tief in das Erleben der Jugendlichen ein, einschließlich der Jugendsprache, dass ich als Mutter von Teenies und als Sozialarbeiterin nur sagen kann: voll ins Schwarze getroffen. Die Mischung aus Suche nach der eigenen Identität, Erleben der ersten Liebe, aber auch die Selbstgefälligkeit der Lehrer an der Schule bis hin zum Machtmissbrauch führt H.C. zu einer völligen Überforderung, so dass er nur noch einen Ausweg sieht – scheinbar hat er ja nichts zu verlieren... Während die Lehrer an der Schule im besten Fall wegsehen und vor lauter Lehrstoff die Teenies übersehen, teilweise bewusst, teilweise unbewusst, zeigt uns dieses Buch, wie fragil die Jugendlichen in diesem Alter sind und wieviel Halt sie noch bis zum Erwachsensein brauchen. H.C. erzählt seine Geschichte selbst, so dass er völlig authentisch wirkt.

Dieses Buch sollte nicht nur eine Geschichte für Teenies sein, sondern Pflichtlektüre für alle, die mit Teenies zu tun haben: für Eltern, Lehrer, Therapeuten, Sozialarbeiter usw. Es öffnet die Augen für all das, was man bei Teenies übersieht. Ich empfehle das Buch unbedingt weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 08.03.2026

Magische Bücherwelten

Liga Lexis – Nachtschwarze Worte
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Überraschend erfährt die sechzehnjährige Anne, dass sie eine Migra ist, ein Wesen halb Mensch, halb Buchfigur. Damit erklären sich so manche ihrer Eigenheiten, die ihrer Adoptivmutter bereits aufgefallen ...

Überraschend erfährt die sechzehnjährige Anne, dass sie eine Migra ist, ein Wesen halb Mensch, halb Buchfigur. Damit erklären sich so manche ihrer Eigenheiten, die ihrer Adoptivmutter bereits aufgefallen waren. Und damit ändert sich Annes Leben radikal: Sie wird zu Annie und besucht ab sofort Bookford Manor, eine geheimnisvolle Akademie an der irischen Küste. Dort lernt sie einiges, wird aber auch mit viel Skepsis betrachtet von einigen alteingesessenen Migra-Familien. Denn ihre Herkunft gibt Rätsel auf, genauso wie ihre Fähigkeiten. Sie wird unter die Aufsicht eines Mitschülers gestellt, der mit ihr die ersten Schritte in eine Buchwelt macht. Nach der Rückkehr allerdings ist er verschwunden, und Annie erkennt, dass nur sie ihn retten kann. Das allerdings kann äußerst gefährlich werden...

Das Buch ist der erste Band der Liga Lexis – Reihe, in der Annie in eine ganz neue magische Welt eintaucht, eine Welt der Bücher und ihrer Welten. Wer Bücher liebt, wird von dieser Idee sofort angetan sein. Hier findet man viele Lieblingsbücher wieder, taucht mit Annie in ihre Geschichten ein. Doch dieser Welt droht Gefahr, und Annie kommt dabei eine besondere Rolle zu. Welche Rolle dies genau ist, kann man nach diesem ersten Band nur erahnen, hier bleiben noch viele offene Fragen und noch mehr Stoff für die Fortsetzungen der Reihe. Die Spannung in der Geschichte zieht den Leser in das Geschehen, so dass man fasziniert immer weiterlesen will. Die Charaktere sind glaubhaft geschildert, auch über sie will man immer mehr erfahren. Etwas überraschend kam für mich der Cliffhanger am Ende des Buches – wie gut, dass ich mich bald in die Fortsetzung vertiefen kann!

Diese Fantasy-Geschichte empfehle ich unbedingt allen Fantasy- und Buchnerds. Sehr gerne vergebe ich alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 02.03.2026

Bornholm-Krimi mit besonderem Flair

Schatten über Sømarken
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Lennart Ipsen hat mitten im Hochsommer Urlaub, gerade ist auch nicht viel los bei der Insel-Kripo auf Bornholm. Als jedoch eines Abends im Restaurant seiner Freundin Maren ein Gast tot zusammenbricht, ...

Lennart Ipsen hat mitten im Hochsommer Urlaub, gerade ist auch nicht viel los bei der Insel-Kripo auf Bornholm. Als jedoch eines Abends im Restaurant seiner Freundin Maren ein Gast tot zusammenbricht, muss Lennart sich aus den Ermittlungen heraushalten, wegen Befangenheit. Da er offiziell nicht ermitteln darf, tut er das auf eigene Faust, denn Marens Lebenswerk scheint plötzlich in Gefahr zu sein.

Das Buch ist der dritte Krimi der Bornholm-Reihe. Man kann das Buch ohne weitere Vorkenntnisse lesen, denn der Fall ist in sich abgeschlossen. Da jedoch das Privatleben der Ermittler eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt, würde ich empfehlen, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Mir hat der Zusammenhalt der kleinen Ermittlerbesetzung bisher schon sehr gut gefallen, Kommissar Lennart Ipsen und seine beiden Kolleginnen ergänzen sich und zeigen guten Teamgeist. Der ist jedoch diesmal zunächst gestört, da Lennart ja wegen Befangenheit nicht ermitteln darf. Aber lässt sich Lennart Ipsen wirklich vom Ermitteln abhalten? Neben den wichtigen Ermittlungen spielen auch die Gegebenheiten von Bornholm eine große Rolle, mit all seinen Sehenswürdigkeiten und seinen kulinarischen Angeboten. So ergibt sich eine ausgewogene Mischung aus Ermittlungen und Bornholm-Feeling, genau passend für einen Regionalkrimi mit besonderem Flair.

Mich hat auch dieser dritte Band der Bornholm-Reihe bestens unterhalten können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.