Interessantes Setting für den zehnten Band
Die Geister von BeelitzBerlin 1929: Ein alter Freund Ernst Gennats bittet den Kriminalrat um Hilfe, da sein Neffe nach einem Aufenthalt in den Beelitz-Heilstätten spurlos verschwunden ist. Wie sich herausstellt, ist er nicht ...
Berlin 1929: Ein alter Freund Ernst Gennats bittet den Kriminalrat um Hilfe, da sein Neffe nach einem Aufenthalt in den Beelitz-Heilstätten spurlos verschwunden ist. Wie sich herausstellt, ist er nicht der einzige, der in den letzten Jahren von dort nicht nach Hause gekommen ist. Leo Wechsler begibt sich undercover als Patient nach Beelitz, während seine Kollegen in Berlin ermitteln.
Der zehnte Fall der Reihe widmet sich einem interessanten Ort, an den Tuberkolosekranke geschickt wurden, um sie, wenn möglich, wieder arbeitsfähig zu machen. Die Autorin erzählt sehr plastisch davon, wie es dort zugegangen ist, und weckt Interesse die damaligen Heilstätten zu besuchen und an einer Führung teilzunehmen.
Für Leo ist es nicht leicht, sich als Gesunder dort aufzuhalten, nicht, weil er Angst hat, sich anzustecken, die Gefahr besteht durch die hohen Hygienemaßnahmen offenbar kaum, sondern weil es ihm ein schlechtes Gewissen macht den wirklich Kranken gegenüber. Seine Ermittlungen erlauben es zudem nicht immer, den straffen Tagesplan einzuhalten. Die Gefahr, dass er jemandem auffällt, ist groß.
In Berlin müssen seine Kollegen die eher langweilige Routinearbeit leisten, Klinkenputzen und Aktensichten. Unabhängig voneinander macht man an beiden Orten verschiedene Entdeckungen, die zur Aufklärung führen könnten. Am Ende ist der Fall nachvollziehbar gelöst.
Familienszenen kommen in diesem Band im Vergleich zu den Vorgängern etwas zu kurz, man muss aber nicht ganz auf sie verzichten. So gibt es bei Leos Schwester Ilse eine Entwicklung, die sich schon im letzten Band andeutete und sich hoffentlich in einem nächsten Band fortsetzt.
Durch die in sich abgeschlossenen Fälle könnte man jeden der Bände unabhängig voneinander lesen, schöner ist es aber, das der Reihe nach zu tun, um all die privaten und beruflichen Entwicklungen der Familie und des Kollegenkreises mitzuerleben.
Der Roman lässt sich wieder prima lesen, man fliegt nur so durch die Seiten. Hin und wieder gibt es kursive Einschübe, die zunächst rätseln lassen, nach und nach aber eine klarere Vorstellung geben.
Der zehnte Fall der Reihe bietet wieder erstklassige Unterhaltung, einen spannenden Fall und ein interessantes Setting. Wer gerne historische Romane liest, ist bei dieser Reihe richtig.