Profilbild von Alrik

Alrik

Lesejury Star
online

Alrik ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Alrik über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.03.2026

Eine berührende Reise durch Passion und Ostern

Dunkelste Nacht – Strahlendster Tag
0

Sanftes Kerzenlicht, die leise Erwartung der Osterzeit und mittendrin ein Buch, das Herz und Gedanken gleichermaßen berührt. Dunkelste Nacht – Strahlendster Tag nimmt Leser mit auf eine Reise durch die ...

Sanftes Kerzenlicht, die leise Erwartung der Osterzeit und mittendrin ein Buch, das Herz und Gedanken gleichermaßen berührt. Dunkelste Nacht – Strahlendster Tag nimmt Leser mit auf eine Reise durch die wohl bewegendste Zeit der christlichen Geschichte und entfaltet dabei eine Atmosphäre, die gleichzeitig andächtig, warm und hoffnungsvoll wirkt.

Die Erzählweise verbindet die biblischen Berichte der Evangelien zu einer fließenden, gut verständlichen Geschichte. Besonders schön ist, wie die Passionswoche Schritt für Schritt greifbar wird. Die Spannung, die Traurigkeit der Kreuzigung und schließlich die große Hoffnung der Auferstehung entfalten sich fast wie in einem ruhigen, intensiven Film. Die Illustrationen von Phil Schorr unterstreichen diese Stimmung mit viel Gefühl und geben den Szenen eine besondere Tiefe.

Das Wendebuch Konzept wirkt dabei erstaunlich stimmig. Die dunkleren Ereignisse der Passion führen direkt zum Wendepunkt des Ostermorgens, nach dem sich das Buch wortwörtlich neu öffnet und eine helle Perspektive entsteht. Gerade für Familien ist das eine wunderbare Idee, weil Gespräche und gemeinsame Gedanken ganz natürlich entstehen.

Besonders gefallen haben mir die Fragen am Ende der Geschichten. Sie laden dazu ein, innezuhalten, nachzudenken und miteinander ins Gespräch zu kommen. Dadurch wird das Buch nicht nur zu einer Sammlung von Geschichten, sondern zu einem kleinen Begleiter durch die Osterzeit.

Ein sehr liebevoll gestaltetes Buch, das Glauben, Hoffnung und Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellt und besonders in der Familie eine warme Atmosphäre schaffen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.03.2026

Wenn der Zauberladen plötzlich komplett durchdreht

Gwin und die Nacht des Kometen (Band 2)
0

Magische Läden haben ja immer etwas Gefährliches an sich. Man denkt an staubige Regale, alte Flaschen und geheimnisvolle Gegenstände und plötzlich rutscht eine Treppe einfach weg. Genau so fühlt sich die ...

Magische Läden haben ja immer etwas Gefährliches an sich. Man denkt an staubige Regale, alte Flaschen und geheimnisvolle Gegenstände und plötzlich rutscht eine Treppe einfach weg. Genau so fühlt sich die Rückkehr in Gwins Welt an.

Der Zauberladen von Madame Manou wirkt erst gemütlich und vertraut. Gwin ist jetzt endlich Lehrling, zusammen mit Jun und Ignatius, und eigentlich könnte alles perfekt sein. Aber natürlich bleibt es nicht lange ruhig. Als dieser mysteriöse Gast auftaucht und mit einem rabenschwarzen Haar bezahlt, war uns beiden beim Lesen sofort klar, dass das Ärger gibt.

Neben mir raschelt es auf der Couch. Sie schaut mich an und sagt trocken: Das Haar ist bestimmt verflucht. Ich noch so: Ach Quatsch. Zwei Seiten später spielen die Treppen verrückt und die Türen streiken komplett. Kurzer Seitenblick von ihr. Dieses typische Ich habs dir gesagt Grinsen.

Die Geschichte liest sich wunderbar flüssig und hat genau diese gemütliche Fantasy Stimmung, die ein bisschen an die Magie von Ghibli Filmen erinnert. Der Laden, die Kartenwelt, die seltsamen Wesen und diese kleinen magischen Details sorgen ständig für neue Überraschungen. Besonders die Sternensalamander haben es uns beiden angetan.

Richtig Spaß gemacht haben auch unsere kleinen Lesepausen. Nach einem Kapitel kam sofort die Frage: Was glaubst du, wer dieser Typ wirklich ist? Während ich noch überlege, blättert sie schon weiter, weil sie unbedingt wissen will, was es mit dieser neuen Insel auf sich hat.

Die Illustrationen sind dabei das i Tüpfelchen. Immer wieder stoppt man kurz, schaut sich die Zeichnungen an und merkt, wie viel Atmosphäre darin steckt.

Ein bisschen mehr Tempo an ein paar Stellen hätte der Geschichte noch gut getan, aber insgesamt ist das ein richtig warmes, fantasievolles Abenteuer mit viel Herz, Magie und Freundschaft. Und ganz ehrlich: Wenn ein Buch dazu führt, dass man gemeinsam auf der Couch sitzt, diskutiert, rätselt und zusammen weiterliest, dann hat es schon ziemlich viel richtig gemacht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.03.2026

Miles Davis und das Leben im Jazzmodus

Miles Davis. Sound eines Lebens
0

Miles Davis war nie einfach nur ein Musiker. Der Mann war eher ein Naturereignis mit Trompete. So einer, der einmal tief Luft holt und danach klingt die Musikwelt plötzlich anders. Genau dieses Gefühl ...

Miles Davis war nie einfach nur ein Musiker. Der Mann war eher ein Naturereignis mit Trompete. So einer, der einmal tief Luft holt und danach klingt die Musikwelt plötzlich anders. Genau dieses Gefühl zieht sich auch durch Stefan Hentz’ Buch wie ein leiser, cooler Basslauf im Hintergrund.

Schon nach ein paar Seiten wird klar: Hier schreibt keiner, der nur Daten und Fakten runterbetet. Hentz kennt sich aus. Richtig aus. Man spürt förmlich, wie viel Respekt, Wissen und Begeisterung in dieser Biografie stecken. Gleichzeitig bleibt das Ganze angenehm lesbar. Kein trockenes Musiklexikon, sondern eher wie eine lange, spannende Jam Session über das Leben eines Mannes, der den Jazz immer wieder neu erfunden hat.

Besonders faszinierend ist, wie widersprüchlich Miles Davis hier erscheint. Sensibel und verletzlich, gleichzeitig arrogant, wütend und kompromisslos. Einer, der musikalische Grenzen eingerissen hat, aber privat oft genug an sich selbst gescheitert ist. Beim Lesen denkt man öfter: Was für ein genialer, komplizierter Typ. Und genau das macht ihn so spannend.

Natürlich geht es auch um die legendären Meilensteine. Kind of Blue. Birth of the Cool. Bitches Brew. Diese Momente, in denen Jazz plötzlich eine neue Richtung bekam. Aber das Buch bleibt nicht bei der Musik stehen. Rassismus, Ruhm, Drogen, Rückzüge, Comebacks. All das gehört zu diesem Leben dazu und wird hier klug und ehrlich eingeordnet.

Ein echtes Highlight ist das Kapitel über die Fotoserie A Day in the Life of Miles Davis von Glen Craig. Plötzlich sieht man diesen Mythos nicht nur als Musiker, sondern als Mensch in ganz alltäglichen Momenten. Irgendwie nahbar und trotzdem weiterhin geheimnisvoll.

Unterm Strich ist das eine Biografie, die sich anfühlt wie Miles Davis selbst. Mal ruhig und nachdenklich, dann wieder laut, kantig und überraschend. Wer Jazz liebt, kommt hier sowieso auf seine Kosten. Aber auch alle, die sich für starke Persönlichkeiten interessieren, werden ziemlich schnell merken, dass dieses Buch ordentlich Groove hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2026

Wenn Jack the Ripper plötzlich Töchter hat

Ripper's Daughters Gesamtausgabe
0

Nebel über London, Kopfsteinpflaster, düstere Gassen und mittendrin ein Name, der sofort Gänsehaut verursacht. Jack the Ripper. Und dann kommt Markus Heitz um die Ecke und denkt sich einfach mal: Was wäre, ...

Nebel über London, Kopfsteinpflaster, düstere Gassen und mittendrin ein Name, der sofort Gänsehaut verursacht. Jack the Ripper. Und dann kommt Markus Heitz um die Ecke und denkt sich einfach mal: Was wäre, wenn dieser Mann Töchter hatte? Töchter mit Fähigkeiten, die alles andere als normal sind. Genau hier beginnt der wilde Ritt.

Die Geschichte springt zwischen dem London von 1904 und der Gegenwart hin und her. Reporterin Beth und Lady Cassandra entdecken Stück für Stück, dass sie mehr verbindet als nur ein schockierendes Familiengeheimnis. Währenddessen stolpert in Hamburg die junge Ella in eine Wahrheit hinein, die ihr Leben komplett auf links dreht. Familiengeschichte kann kompliziert sein. Aber wenn dein Vorfahre Jack the Ripper ist, wird es schnell… sagen wir mal… eskalierend.

Was Markus Heitz hier auffährt, fühlt sich an wie eine Mischung aus viktorianischem Mysterykrimi, düsterer Urban Fantasy und einer Prise Verschwörungsthriller. Die Atmosphäre ist herrlich finster. London wirkt lebendig, dreckig und geheimnisvoll, genau so wie man es sich wünscht. Man merkt schnell, dass hier jemand schreibt, der Spaß daran hat, mit historischen Mythen zu spielen.

Besonders stark fand ich die Idee mit den übersinnlichen Fähigkeiten der Schwestern. Jede Fähigkeit hat ihren Preis und genau das macht die Sache spannend. Keine Superhelden, sondern Figuren, die mit ihren Kräften genauso kämpfen wie mit ihrer Herkunft.

Und dann dieser Gedanke, der einem immer wieder im Kopf herumspukt: Vielleicht hat Jack the Ripper damals gar nicht aus purem Wahnsinn gemordet. Vielleicht steckte etwas viel Größeres dahinter.

Unterm Strich ist Ripper's Daughters eine herrlich düstere, kreative und manchmal ziemlich abgefahrene Reise durch Geschichte, Geheimnisse und eine verdammt ungewöhnliche Familie. Genau die Art von Buch, bei der man nach ein paar Seiten merkt, dass der Abend wohl länger wird als geplant.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2026

Wenn aus Wolle kleine Leckereien entstehen

30 kleine Häkelträume aus der Küche
0

Zwischen bunten Wollknäueln, Häkelnadel und einer guten Portion Fantasie entfaltet dieses Buch eine kleine Welt voller liebevoller Küchenleckereien. Seite für Seite entstehen aus Garn täuschend echte Snacks, ...

Zwischen bunten Wollknäueln, Häkelnadel und einer guten Portion Fantasie entfaltet dieses Buch eine kleine Welt voller liebevoller Küchenleckereien. Seite für Seite entstehen aus Garn täuschend echte Snacks, Obst und Gemüse, die sofort Lust machen, selbst zur Nadel zu greifen. Die Modelle wirken erstaunlich realistisch und besitzen gleichzeitig diesen charmanten, handgemachten Charakter, der jedes Stück zu etwas Besonderem macht.

Die Anleitungen sind angenehm verständlich aufgebaut und führen Schritt für Schritt durch die Projekte. Selbst mit wenig Erfahrung fühlt man sich schnell sicher, während Fortgeschrittene genügend Raum finden, um sich kreativ auszuleben. Besonders schön ist die Vielfalt der Ideen. Von fruchtigen Melonenstücken über knusprige Pommes bis hin zu süßen Waffeln entsteht nach und nach eine komplette kleine Spielküche aus Garn.

Während des Häkelns stellt sich eine wunderbar ruhige, fast meditative Stimmung ein. Masche für Masche wächst etwas, das nicht nur hübsch aussieht, sondern auch zum Spielen, Dekorieren oder Verschenken einlädt. Gerade für Kinderküchen oder Kaufläden sind diese kleinen Häkelstücke ein echtes Highlight.

Am Ende bleibt vor allem eines zurück: das warme Gefühl, mit eigenen Händen etwas Niedliches geschaffen zu haben. Ein kreatives, liebevoll gestaltetes Buch, das Lust auf viele gemütliche Häkelstunden macht und mit seinen charmanten Projekten einfach gute Laune verbreitet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere