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Annikii

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2026

Ein Ort zwischen Verlust, Hoffnung und Neubeginn

Ein Ort, der bleibt
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Das Cover von "Ein Ort, der bleibt" hat mich sofort angesprochen. Es wirkt ruhig und zugleich bedeutungsvoll und passt sehr gut zur Stimmung des Romans. Auch die Gestaltung insgesamt unterstreicht den ...

Das Cover von "Ein Ort, der bleibt" hat mich sofort angesprochen. Es wirkt ruhig und zugleich bedeutungsvoll und passt sehr gut zur Stimmung des Romans. Auch die Gestaltung insgesamt unterstreicht den literarischen Charakter des Buches und stimmt gut auf die Geschichte ein.

Der Roman erzählt von Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen und an einem neuen Ort versuchen, Wurzeln zu schlagen. Dabei werden mehrere Zeitebenen und Lebensgeschichten verbunden, die durch einen besonderen Ort miteinander verknüpft sind. Ohne zu viel vorwegzunehmen, geht es um Verlust, Anpassung und die Frage, was bleibt, wenn sich das Leben grundlegend verändert. Die historische Einbettung empfand ich als spannend und gut recherchiert, da sie der Geschichte Tiefe verleiht, ohne belehrend zu wirken.

Der Schreibstil ist ruhig, sachlich und stellenweise sehr detailreich. Mir hat gefallen, dass sich die Autorin Zeit nimmt, Orte, Pflanzen und Zusammenhänge genau zu beschreiben. Das sorgt für eine dichte Atmosphäre, verlangte mir aber auch Aufmerksamkeit ab. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr emotionale Nähe zu den Figuren gewünscht, da sie für mich trotz ihrer interessanten Lebenswege einen kleinen Abstand bewahrten. Insgesamt wirken sie jedoch glaubwürdig und in ihrem Handeln nachvollziehbar.

Besonders interessant fand ich die Verbindung von Natur, Geschichte und persönlichen Schicksalen. Dass reale historische Hintergründe in die Handlung einfließen, macht das Buch für mich zusätzlich reizvoll und hebt es von vielen reinen Familienromanen ab. Die Autorin zeigt ein gutes Gespür dafür, komplexe Themen ruhig und unaufgeregt zu erzählen.

"Ein Ort, der bleibt" ist ein vielschichtiger Roman, der Zeit und Ruhe beim Lesen verlangt. Trotz kleiner Längen eine klare Leseempfehlung für alle, die gerne tiefgründige Romane lesen.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Dunkle Vergangenheit, bittere Wahrheiten – ein intensiver Grenzkrimi mit starkem Thema

Nordlicht - Das fremde Gesicht
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Mit „Nordlicht – Das fremde Gesicht“ legt Anette Hinrichs einen düsteren, psychologisch geprägten Kriminalroman vor, der sich intensiv mit Schuld, Schweigen und den langfristigen Folgen von Mobbing auseinandersetzt. ...

Mit „Nordlicht – Das fremde Gesicht“ legt Anette Hinrichs einen düsteren, psychologisch geprägten Kriminalroman vor, der sich intensiv mit Schuld, Schweigen und den langfristigen Folgen von Mobbing auseinandersetzt. Bereits früh wird klar, dass die Mordserie weit in die Vergangenheit reicht – und genau dieser Aspekt verleiht dem Fall seine beklemmende Tiefe.

Der Einstieg gelingt mühelos, auch ohne Vorkenntnisse der Reihe. Zwei zunächst getrennte Mordfälle auf deutscher und dänischer Seite fügen sich nach und nach zu einem komplexen Gesamtbild zusammen. Die Inszenierung der Tatorte und die wiederkehrenden Details sorgen für eine konstante Spannung, ohne effekthascherisch zu wirken.

Besonders gelungen fand ich die Verknüpfung von Gegenwart und Vergangenheit. Die Rückblenden in das Sommercamp vor zehn Jahren machen nachvollziehbar, wie aus einem tragischen Ereignis ein Netz aus Schuld, Vertuschung und Verdrängung entstehen konnte. Dass dabei nicht nur Täter, sondern auch Mitläufer und schweigende Erwachsene beleuchtet werden, verleiht der Geschichte eine erschreckende Realitätsnähe.

Die Ermittler Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg sind vielschichtige Figuren, gerade Rasmus bewegt sich jedoch zunehmend in einer moralischen Grauzone. Seine persönlichen Alleingänge sorgen zwar für zusätzliche Spannung, wirken stellenweise aber auch überzogen und haben mich nicht immer überzeugt. Gleichzeitig spiegelt seine Entwicklung gelungen das zentrale Motiv des Romans: Wie weit darf oder kann man gehen, wenn man Schuld sühnen oder Unrecht vergelten will?

Die Auflösung des Falls ist schlüssig und konsequent, auch wenn sie sich gegen Ende deutlich abzeichnete. Die Hintergründe sind tragisch und lassen einen nachdenklich zurück – einfache Antworten oder Sieger gibt es hier nicht. Der Epilog setzt schließlich einen starken, emotionalen Schlusspunkt und macht neugierig auf den nächsten Band der Reihe.

Insgesamt ist „Das fremde Gesicht“ ein atmosphärischer, thematisch anspruchsvoller Krimi, der weniger auf Überraschungseffekte als auf psychologische Nachvollziehbarkeit setzt. Kein reiner Pageturner, aber ein intensiver Roman, der lange nachwirkt.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Ein fantasievolles Abenteuer mit Herz – kleine Schwächen, großer Zauber

Heute fahren wir nach Anderswo
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„Heute fahren wir nach Anderswo“ ist ein Bilderbuch, das die Kraft der kindlichen Fantasie sehr liebevoll in den Mittelpunkt stellt. Die Geschichte beginnt mit Oscars Langeweile – ein alltäglicher Moment, ...

„Heute fahren wir nach Anderswo“ ist ein Bilderbuch, das die Kraft der kindlichen Fantasie sehr liebevoll in den Mittelpunkt stellt. Die Geschichte beginnt mit Oscars Langeweile – ein alltäglicher Moment, der sich schnell in ein buntes Abenteuer verwandelt, als Elfi mit ihrer „Elfenkreide“ auftaucht und ein rotes Kreideauto malt. Schon dieser Einstieg vermittelt viel Magie und Leichtigkeit.

Die gemeinsame Reise der beiden Kinder durch eine gemalte Welt ist fantasievoll, abwechslungsreich und mit vielen kleinen Abenteuern gefüllt. Sie begegnen seltenen Tieren, einem Drachen und einem freundlichen Riesen – genug, um schon junge Zuhörer*innen zu fesseln. Besonders schön ist der visuelle Kontrast: realistisch gezeichnete Kinder bewegen sich in einer komplett gemalten Landschaft, was Kindern sehr zugutekommt, die selbst gerne malen und imaginieren.

Der zweite Teil der Geschichte – Oscars Zweifel, ob das Kreideauto auch ohne Elfi funktioniert, und der Regen, der alles verwischt – bringt eine leicht nachdenkliche Note hinein. Genau diese Mischung macht das Buch ausgewogen: Es ist nicht nur eine Abenteuergeschichte, sondern spricht auch Mut, Selbstvertrauen und Freundschaft an.

Kritisch anmerken lässt sich allerdings, dass manche Szenen recht schnell vorbeiziehen. Für ein Bilderbuch mit 36 Seiten ist das verständlich, aber die Fülle an Begegnungen und Erlebnissen wirkt stellenweise etwas gedrängt. Außerdem hätte der emotionale Konflikt am Ende – Oscars Unsicherheit – ein kleines bisschen mehr Raum verdient. Insgesamt bleibt die Botschaft aber klar und schön: Fantasie funktioniert nicht nur mit anderen, sondern auch in uns selbst.

Fazit: Ein warmherziges, kreativ illustriertes Bilderbuch, das Kindern ab vier Jahren eine wunderbare Fantasiereise bietet. Kleine erzählerische Hektik schmälert den Gesamteindruck nur leicht. Insgesamt ein sehr liebevolles Vorlesebuch.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Ein spannender, witziger und atmosphärischer dritter Band

Die Schiffsgeister (Band 3) – Der magische Kompass
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„Der magische Kompass“ knüpft direkt an die vorherigen Abenteuer der Schiffsgeister an und bietet wieder eine Mischung aus Spannung, Humor und nordischem Flair. Die Suche nach dem Kompass beginnt sofort ...

„Der magische Kompass“ knüpft direkt an die vorherigen Abenteuer der Schiffsgeister an und bietet wieder eine Mischung aus Spannung, Humor und nordischem Flair. Die Suche nach dem Kompass beginnt sofort mit einem Geheimnis – der rätselhaften Postkarte von Opa Hannes – und entwickelt sich schnell zu einer Schatzsuche voller kleiner Wendungen. Besonders schön fand ich die Reise zum Schloss an der irischen Küste, denn dieser Ortswechsel bringt eine neue, leicht mystische Stimmung in die Reihe.

Luna, Jonte, Fregaz und Faugaz sind erneut ein sympathisches Team. Die Geister sorgen mit ihren Eigenheiten für viele lustige Momente. Gleichzeitig wird es an mehreren Stellen richtig spannend, weil der Zauberkrake Octavolus den Kindern und Geistern dicht auf den Fersen ist. Für junge Leser*innen entsteht dadurch ein tolles Abenteuergefühl, das dennoch nie zu unheimlich wird.

Die Kombination aus Feenpfaden, Geheimverstecken und dem Schlossgespenst macht die Handlung abwechslungsreich. Alles bleibt leicht verständlich, sodass sich das Buch sehr gut für die Zielgruppe eignet. Auch sprachlich liest es sich angenehm flüssig und mit einem kindgerechten Humor.

Wer die ersten beiden Bände mochte, wird auch hier viel Freude haben. Der Band hat ein abgeschlossenes Abenteuer, fügt sich aber spürbar in die Gesamtgeschichte rund um die Schiffsgeister ein. Ein schönes, fantasievolles Kinderbuch mit Herz und Spaß.

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